Das ist der beste Opel Meriva

Opel Meriva B (2010-2017): Kaufberatung, Mängel, Ausstattung

Kleinfamilie sucht? Der Opel Meriva bietet wenig Prestige, aber viel Platz und robuste Technik. Lies hier, worauf Du bei gebrauchten Opel Meriva achten musst.

  • Björn Tolksdorf
  • Veröffentlicht am 12/30/2019, 10:15 AM
Opel Meriva in der Ansicht von vorne-links, fahrend
Quelle: Picture Alliance Der beste Opel Meriva wird von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 120 PS angetrieben

In der Disziplin „familientaugliches Auto zum kleinen Preis“ ist dieser Opel eine Art Geheimtipp. Der SUV-Boom drückt die Van-Preise, dabei haben Vans einiges zu bieten. Zumindest, wenn der Familienwagen nicht modisch sein muss, aber praktisch sein darf. Meriva B in akzeptablem Zustand gibt es bereits für 5.000 Euro oder weniger. Nicht viel Geld für einen fast zeitgemäßen Minivan mit fünf Sitzplätzen und bis zu 1.500 Litern Ladevolumen – der außerdem schon früh Euro-6-Motoren erhielt und das Gimmick gegenläufig öffnender Türen bietet. Wir sagen, welcher Opel Meriva der beste ist und worauf Du bei der Suche nach einem gebrauchten Modell Ausschau halten solltest.


Renault Espace
Wächst die Familie, muss was Größeres her

Ein gutes Familienauto muss bequem sein und viel Platz bieten.


Karosserie und Konzept: Opel Meriva

Als der Opel Meriva B 2010 auf den Markt kam, glaubten die Hersteller noch an den Van – unternahmen aber schon einiges, um ihn für die Kunden attraktiver zu gestalten. Beim Opel Meriva sind das gegenläufig öffnende Portaltüren. Ein netter Gag. Wichtiger ist: Jeder Meriva B bietet regelmäßig längs und quer einstellbare Einzelsitze im Heck sowie einen verstellbaren Gepäckraumboden – und bei Bedarf und umgeklappten Rücksitzen eine komplett ebene Ladefläche. „Flex Space“, nennen das die Rüsselsheimer. In einen Meriva B passen nur zwei Kindersitze. Solange die reichen, lässt er wenig Raumwünsche offen. Eine vierköpfige Familie reist bequem, vier Erwachsene ebenfalls.



Das Facelift 2014 bringt nicht viel, das den Mehrpreis jüngerer Modelle lohnend macht. Ab 2014 erfüllen alle Meriva die Abgasnorm Euro 6. Dafür setzt Opel teilweise neue Motoren ein. Darunter ein 1,6-l-Diesel – gekauft hat ihn kaum jemand, fast 90 Prozent aller Meriva fahren mit Benziner. Für die stärkeren Verbrenner kommt eine neue Automatik, außerdem bietet Opel nun ein „IntelliLink“-Infotainment mit Smartphone-Integration.

Ausstattungslinien: Edition, Innovation, Selection

Opel-typisch gibt es den Meriva in drei Grundlinien. Dazu addiert der Hersteller einige Ausstattungen, die aber nur kurz angeboten werden. Die durchgängig verfügbare Basis heißt Selection und beinhaltet nicht viel: Elektrische Außenspiegel und Fensterheber (mit Einklemmschutz), Berganfahrhilfe und der variable Innenraum sind Serie. Erst ab Edition gehört ein Bordcomputer zur Serienausstattung, außerdem gibt es hier Radio und Klimaanlage. Die Top-Version Innovation beinhaltet Abbiegelicht, Regensensor und ab 2014 das große Infotainment – aber kein Navi, das kostet stets Aufpreis. Xenon- oder LED-Licht leuchten niemals im Meriva.

Ausstattung: Was sollte, was darf, was nicht muss

Wie alle deutschen Hersteller bietet Opel für den Meriva B viele Sonderoptionen an. Nicht alles ist für jeden sinnvoll. Wir geben einen Überblick und sagen Dir, worauf Du Wert legen solltest.

Notwendige Ausstattung: Klimaanlage und Radio sind Pflicht, daher sollte ein gebrauchter Meriva mindestens die Edition-Ausstattung aufweisen – oder entsprechend ausgerüstet sein. Auch ein Bordcomputer gehört ins Auto, ebenso eine Telefonschnittstelle.

Schöne Ausstattung: Ein echtes Plus in jedem Opel sind die ergonomischen Sitze mit AGR-Siegel. Achtung: Opel bietet im Meriva alternativ eine einfache Version an, die lediglich Lendenwirbelstützen zum Basis-Sitz addiert. Der ausfahrbare FlexFix-Fahrradträger ist nützlich, wenn Fahrräder mitsollen. Das Infotainment „IntelliLink” (ab 2014) erlaubt die Smartphone-Kopplung. Einparkhilfe, Lenkrad- und Sitzheizung, Klimaautomatik und Regensensor erleichtern den Alltag. Die „FlexRail“ genannte verschiebbare Mittelarmlehne muss nicht sein, schadet aber auch nicht.

Opel Meriva in der Seitenansicht, stehend mit geöffneten Türen
Quelle: Opel Für die Langstrecke sind die Ergonomie-Sitze mit AGR-Siegel eine gute Wahl

Überflüssige Ausstattung: Abbiegelicht und LED-Tagfahrlicht ändern nichts daran, dass der Meriva stets mit Halogen funzelt. Die Rückfahrkamera braucht niemand, Parkpiepser reichen für den übersichtlichen Van. Das Sportpaket mit Schürzenlippe und Dachspoiler wirkt am Meriva etwas albern. Außerdem kann das Hersteller-Navi grundsätzlich nicht mit dem auf dem Smartphone mithalten. Für den ab 2015 angebotenen „OnStar“-Dienst stellt Opel den Support ein. Leder muss nicht sein. Das Panoramadach lässt sich nicht öffnen und macht nur das Auto schwer – und im Sommer warm. Das Ambientelicht kann am unübersichtlichen Armaturenbrett nicht viel retten.

Der beste Motor und das beste Getriebe im Opel Meriva

Drei verschiedene Dieselmotoren in fünf Leistungsstufen bietet Opel über die siebenjährige Bauzeit im Meriva an – im Nachhinein grundlos, fast 90 Prozent aller Meriva fahren mit 1,4-Liter-Benziner. Für den Familieneinsatz reicht im Grunde der robuste Sauger mit 100 PS, die Turbos (120 PS, 140 PS) machen mehr Spaß und verbrauchen nicht viel mehr. Das gilt allerdings nur in Verbindung mit dem manuellen Schaltgetriebe, das erst mit dem stärksten Benziner sechs Gänge bietet. Die Automatik macht den Meriva zum Säufer. Daher fährt der beste Meriva mit Benzin, hat 120 oder 140 PS sowie Handschaltung.


Cupra Ateca
Spanisches Sport-SUV

• Motor: 2,0-Liter-Turbobenziner
• Leistung: 300 PS
• 0-100 km/h: 5,2 s | Vmax: 247 km/h


Typische Mängel im Opel Meriva

Der Meriva B macht, verglichen mit dem Vorgänger, erstaunlich wenige Probleme. Bremse, Abgasanlage, Achsen und Lenkung halten in der Regel. Bei älteren Exemplaren verdienen die Federn einen zweiten Blick, gelegentlich zickt die Motorsteuerung. Gehäuft vermeldet der TÜV jedoch gesteigerten Ölverlust schon ab der 2. HU. Daher empfiehlt sich bei gebrauchten Opel Meriva B ein genauer Blick auf Öl-Laufspuren an Ventildeckeln und Zylinderköpfen.

Heckansicht des Opel Meriva
Quelle: Opel Im Kofferraum verstaut der Meriva zwischen 350 und 1.500 Liter

Es gab bei diesem Opel nicht viele Rückrufe, aber ernste: Bei Modellen bis 2015 kann bei einem Unfall die Gurtpeitsche, bei Meriva aus 2013 die Zahnstange der Lenkung brechen. Bei Fahrzeugen aus 2013-2015 muss Opel einen Motorkabelsatz neu verlegen, Exemplare aus 2016 leiden an nicht korrekt zündenden Airbags. Alle Rückrufe sollten bei gebrauchten Meriva durchgeführt und nachweisbar sein.

Der beste Opel Meriva gebraucht auf mobile.de

Rund 2.000 Opel Meriva B finden sich auf mobile.de, 1.700 davon mit weniger als 125.000 km Laufleistung. Mit Euro-5-Diesel wird es bei 4.000 Euro interessant, die meisten fahren mit Benziner und kosten ab 4.500 Euro. Facelift-Modelle mit guter Ausstattung, Turbobenziner und fünfstelliger Laufleistung gibt es ab rund 8.000 Euro.



Alternativen zum Opel Meriva

Im direkten Wettbewerb zum Opel Meriva befindet sich Ford mit den ebenfalls eingestellten B-Max und C-Max. Aus Korea kommt der Kia Venga. Dann wird es eng. Wer mehr Platz wünscht, kann sich nach einem gebrauchten Opel Zafira oder VW Touran umsehen – im Schnitt kosten diese größeren Familienauto-Klassiker jedoch deutlich mehr.

Opel Meriva 1.4 Turbo: Technische Daten

Modell Opel Meriva 1.4 Turbo
Motor 1,4-l-Turbobenziner
Leistung 120 PS (88 kW)
Drehmoment 175 Nm zw. 1.750-4.800 U/min
Getriebe manuelles Fünfgang-Getriebe
0-100 km/h 11,3 s
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h
Normverbrauch 5,4-5,3 l/100 km
CO2 127-124 g/km
Länge 4.300 mm
Breite 1.812 mm
Höhe 1.615 mm
Radstand 2.644 mm
Leergewicht 1.408 kg
Zuladung 522 kg
Kofferraum 350-1.500 l
Neupreis 2015 ab 19.925 Euro

Der Opel Meriva in Bildern

  • Opel Meriva in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
    Quelle: Opel Für den Sprint von 0 auf 100 km/h vergehen im Meriva 11,3 Sekunden
  • Opel Meriva in der Seitenansicht, stehend mit geöffneten Türen
    Quelle: Opel Für die Langstrecke sind die Ergonomie-Sitze mit AGR-Siegel eine gute Wahl
  • Heckansicht des Opel Meriva
    Quelle: Opel Im Kofferraum verstaut der Meriva zwischen 350 und 1.500 Liter
  • Cockpit-Ansicht des Opel Meriva
    Quelle: Opel In der Edition-Ausstattung kommt der Meriva mit Klimaanlage und Radio
  • Opel Meriva mit geöffneten Türen, stehend
    Quelle: Opel Kleine Besonderheit beim Meriva: Die gegenläufig öffnenden Portaltüren
  • Opel Meriva in der Ansicht von vorne-links, fahrend
    Quelle: Picture Alliance Der beste Opel Meriva wird von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 120 PS angetrieben
  • Opel Meriva in der Ansicht von vorne-links, stehend am Wasser
    Quelle: Picture Alliance Gegenüber dem Opel Meriva A (Foto) zeigt sich die zweite Generation, di ebis 2017 gebaut wurde, als im Alter deutlich standfester