Mercedes GLA (2026): 657 Kilometer Reichweite und der Verbrenner muss draußen bleiben
Der Mercedes GLA startet in eine neue Generation: erstmals rein elektrisch, mit mehr Platz und einem Namen ohne EQ-Kürzel. Was das neue Kompakt-SUV kann, liest du hier.
- Das Wichtigste in Kürze
- Der Mercedes GLA im Testbericht
- Die Motoren des Mercedes GLA
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Vor- und Nachteile
- Einordnung des Modells: Generationen und Updates
- Welche bekannten Probleme gibt es beim Mercedes GLA?
- Fazit: Für wen lohnt sich der Mercedes GLA?
Das Wichtigste in Kürze
- Der GLA heißt nicht mehr EQA: Mercedes benennt seine Elektromodelle künftig mit dem Zusatz „elektrisch“ statt „EQ“.
- Bis zu 657 Kilometer Reichweite nach WLTP schafft der GLA 250+ elektrisch mit der größeren 85-kWh-Batterie.
- Der Radstand wächst um 61 Millimeter, was vor allem im Fond spürbar mehr Platz bringt.
Der Mercedes GLA geht in die dritte Generation und verzichtet zum Start ganz auf den Verbrennungsmotor.
Der EQA verschwindet, der GLA übernimmt seinen Platz und fährt ab sofort mit bis zu 657 Kilometern Reichweite vor. Wir zeigen dir Preise, Technik und Ausstattung im Überblick.
Das kompakte SUV verbindet eine erhöhte Sitzposition mit gewohnter Mercedes-Wertigkeit im Innenraum.
Der Mercedes GLA im Testbericht
Der ADAC hat sich das SUV bereits im Rahmen der Neuvorstellung angeschaut und lobt vor allem das gewachsene Platzangebot im Fond: Selbst Personen mit 1,80 Meter Körpergröße haben an Knien und Kopf ausreichend Luft, obwohl das Panoramaglasdach serienmäßig verbaut ist.
Kritischer fällt der erste Eindruck bei der Verarbeitung der Mittelkonsole aus: Die „schwebende“ Konsole wirkt laut ADAC nicht sehr hochwertig und klingt beim Draufklopfen hohl.
Abgesehen davon wirkt die Verarbeitung solide, mit geschäumten Oberflächen im oberen Verkleidungsbereich.
Die Front-Lichtsignatur des elektrischen GLA besteht aus 608 einzelnen Leuchtpunkten, die von 158 Mikro-LEDs zum Strahlen gebracht werden.
Vergleichbare Modelle im Segment:
- Audi Q3: etablierter Konkurrent im Kompakt-SUV-Segment, laut ADAC „gut gemacht, aber nicht in allen Punkten verbessert“
- BMW X1/iX1: bietet wie der GLA Verbrenner- und Elektroversionen in einer Karosserie an
- Volvo XC40/EX30: kompaktes Premium-SUV mit rein elektrischer Variante als direkte Alternative zum elektrischen GLA
Das SUV aus Ingolstadt punktet mit hochwertiger Verarbeitung und durchdachter Bedienung.
Die Motoren des Mercedes GLA
Zum Marktstart bietet Mercedes den GLA ausschließlich elektrisch an. Alle drei Versionen basieren auf 800-Volt-Technik.
| Modell | Leistung | Drehmoment | Antrieb | Batterie | Reichweite (WLTP) | Neuwagenpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| GLA 200 elektrisch | 165 kW (224 PS) | 335 Nm | Heckantrieb | 58 kWh LFP | 394–447 km | ab 48.599,60 Euro |
| GLA 250+ elektrisch | 200 kW (272 PS) | 335 Nm | Heckantrieb | 85 kWh NMC | 577–657 km | ab 54.978,00 Euro |
| GLA 350 4MATIC elektrisch | 260 kW (354 PS) | 515 Nm | Allradantrieb | 85 kWh NMC | 555–643 km | ab 58.107,70 Euro |
Für Anfang 2027 kündigt Mercedes zusätzlich eine Version mit einer kleineren 71-kWh-NMC-Batterie an.
Ebenso geplant sind Hightech-Hybridmodelle mit einem neu entwickelten 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor (48-Volt-Technik), die auch rein elektrisch fahren können.
Empfehlung: Für den Stadt- und Pendel-Alltag reicht der GLA 200 elektrisch mit 394 bis 447 Kilometern Reichweite meist völlig aus und ist die günstigste Wahl. Wer regelmäßig längere Strecken fährt oder Anhängelast benötigt, ist mit dem GLA 250+ elektrisch besser bedient.
Die größere 85-kWh-Batterie bringt bis zu 657 Kilometer Reichweite bei moderatem Aufpreis gegenüber dem Basismodell. Der GLA 350 4MATIC lohnt sich vor allem für alle, die Allradantrieb oder die höhere Anhängelast von bis zu zwei Tonnen benötigen.
Das vollelektrische Kompakt-SUV liefert dank Allradantrieb und niedrigem Schwerpunkt sportliche Fahreigenschaften.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Der neue GLA wird ausschließlich als fünftürige SUV-Karosserie mit fünf Sitzplätzen angeboten. Eine Coupé- oder Kombi-Version gibt es beim GLA nicht.
- Länge/Breite/Höhe: 4.565/1.873/1.604 Millimeter
- Radstand: 2.790 Millimeter
- Kofferraumvolumen: 410 bis 1.400 Liter (VDA), zusätzlich 107 Liter Frunk bei den Elektromodellen
- Wendekreis: 11,53 Meter
Gegenüber dem Vorgänger ist der neue GLA 20 Millimeter niedriger, dafür aber 143 Millimeter länger und bietet 70 Liter mehr Kofferraumvolumen.
Das kleinste SUV der Marke setzt auf ein großzügiges Touchscreen-Display als Bedienzentrale.
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
Erstmals stehen vier Ausstattungslinien zur Wahl: Style Line, Progressive Line, AMG Line und AMG Line Plus. Zusätzlich gibt es die Night-Edition, welche die AMG Line und Night-Paket bereits kombiniert.
- Style Line (Basis): ikonischer Grill mit Chrom-Rahmen, LED-High-Performance-Scheinwerfer, 18- bis 19-Zoll-Leichtmetallräder.
- Progressive Line: illuminierte Grillkontur, 18- bis 20-Zoll-Räder, Sitzheizung serienmäßig – ab hier ist auch das Night-Paket bestellbar.
- AMG Line/AMG Line Plus: sportliche Front- und Heckschürzen, 19- bis 20-Zoll-AMG-Räder, Sportlenkrad mit Schaltwippen.
- Night-Edition: mattschwarze Lackierung Kosmosschwarz magno, schwarze 20-Zoll-Aero-Räder, dunkle Akzente im Innenraum.
Empfehlenswert ist aus unserer Sicht die Progressive Line, da sie ohne den Aufpreis der AMG-Linien bereits eine Sitzheizung und größere Räder bietet.
Als Extra lohnt sich der optionale MBUX Superscreen für alle, die einen zusätzlichen Beifahrer-Bildschirm nutzen möchten. Als Grundausstattung ist bereits ein 10,25-Zoll-Kombiinstrument mit 14-Zoll-Touchscreen an Bord.
Vor- und Nachteile
Pro
- Bis zu 657 Kilometer Reichweite (WLTP)
- Schnellladen mit bis zu 320 kW dank 800-Volt-Technik
- Deutlich mehr Platz im Fond als beim Vorgänger
- Vier Ausstattungslinien für individuellen Stil
- 107-Liter-Frunk zusätzlich zum Kofferraum
Con
- Hybridversionen erst ab 2027 verfügbar
- Mittelkonsole wirkt laut erstem Eindruck nicht hochwertig
- Im Elektromodell sind die Beine hinten stärker angewinkelt
- Konkrete Preise für Hybridmodelle noch nicht bekannt
- Ellenbogenfreiheit in Reihe eins laut ADAC verbesserungswürdig
Einordnung des Modells: Generationen und Updates
Der neue GLA markiert einen Generationswechsel und zugleich eine strategische Neuausrichtung.
Bislang unterschied Mercedes zwischen dem Verbrenner-GLA und dem parallel angebotenen Elektromodell EQA. Diese Trennung entfällt nun – der EQA wird durch den elektrischen GLA ersetzt, der unter demselben Modellnamen läuft.
Äußerlich unterscheidet sich das neue Modell durch den erstmals im Kompaktsegment eingesetzten beleuchteten Grill mit Gitterstruktur bei den Elektroversionen. Hybridmodelle tragen unterdessen 150 heißgeprägte Sterne in Chrom-Optik im Kühlergrill.
Die Karosserie ist niedriger, der Radstand länger. Zudem wurden die Heckleuchten komplett neu gestaltet und über ein durchgehendes Lichtband verbunden.
Produziert wird der neue GLA im Mercedes-Benz-Werk Rastatt, das seit 1992 in Betrieb ist. Dort bündelt Mercedes-Benz konzernweit die Fertigung seiner kompakten Baureihen.
Welche bekannten Probleme gibt es beim Mercedes GLA?
Für den elektrischen GLA (Marktstart Ende Juli 2026) gibt es bislang keine Rückrufe – dafür aber mehrere für die Vorgänger-Generation. Hier der Überblick:
Aktuelle Rückrufe zur GLA-Baureihe (BR 247)
| Rückruf | Betroffene Fahrzeuge | Grund | Region |
|---|---|---|---|
| Radschrauben (KBA-Ref. 16265R) | 2.712 Fahrzeuge in Deutschland, u. a. GLA und GLA AMG, Baujahr 11/2022–12/2025 | Radschrauben nicht mit korrektem Drehmoment angezogen, Rad könnte sich lösen | Deutschland |
| Türverriegelung/Bowdenzug (KBA-Ref. 16240R) | 20 Fahrzeuge in Deutschland (weltweit 161), GLA-Modelle 180 bis AMG 35, Baujahr 4/2025–9/2025 | Bowdenzug zur Türentriegelung kann sich lösen, Tür dann nicht mehr von innen zu öffnen | Deutschland |
| Mikroschalter Türschloss (Wegroll-Gefahr) | GLA 250, GLA 250 4Matic, AMG GLA 35/45, Baujahr 2021–2025 | Korrodierender Mikroschalter verhindert automatisches Aktivieren der Feststellbremse | Nur USA, kein Rückruf in Deutschland |
| Lenkungssoftware | GLA u. a. Kompaktmodelle, Baujahr 2017–2024, in Deutschland nur 22 Fahrzeuge | Software-Fehler kann Lenkfähigkeit beeinträchtigen | Überwiegend Rechtslenker-Märkte |
| Türöffnungsproblem GLA 250 | Nur 10 Fahrzeuge, Baujahr Sommer 2025 | Fehlerhafte Kabelinstallation im Türöffnungsmechanismus | Nur USA |
Fazit: Für wen lohnt sich der Mercedes GLA?
Der neue Mercedes GLA richtet sich an alle, die ein kompaktes Premium-SUV mit spürbar mehr Platz und Alltagsreichweite suchen.
Mit bis zu 657 Kilometern WLTP-Reichweite und 320-kW-Schnellladen eignet sich vor allem der GLA 250+ elektrisch für Vielfahrer, die auch längere Strecken emissionsfrei zurücklegen wollen.
Wer überwiegend in der Stadt und im Umland unterwegs ist, kommt mit dem günstigeren GLA 200 elektrisch gut aus.
Wer lieber auf einen Verbrenner mit elektrischer Unterstützung setzt, muss sich bis 2027 gedulden, bis die Hightech-Hybridversionen an den Start gehen.
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