Alle Vor- und Nachteile der einzelnen Bezahlmethoden

Gebrauchtwagenkauf: Welche Bezahlform ist am sichersten? 

Bar? Scheck? Oder per Überweisung? Wir verraten Dir, welche Bezahlmethoden für den Autokauf sicher sind und auf welche Du besser verzichten solltest.

  • Veröffentlicht am 27.11.2019, 09:45
  • Aktualisiert am 23.08.2021, 12:58
Bargeld liegt in der Notenausgabe eines Bankautomaten.
Quelle: Soeren Stache (picture alliance/dpa-Zentralbild) Die Übergabe des Autos kann auf dem Parkplatz einer Bank stattfinden. Das hat den Vorteil, dass Du das Bargeld nicht lange bei Dir tragen musst

Automobilclubs empfehlen als die sicherste Zahlungsmethode Bargeld. Das bedeutet: Du nimmst unter Umständen jede Menge Geld mit zum Autokauf. Lies hier, welche Möglichkeiten Du außerdem hast. Und: Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Methoden?

Sichere Bezahlmethoden: Barzahlung und Bundesbankcheck 

Die Barzahlung

Mit der Barzahlung sorgen Käufer und Verkäufer für Sicherheit. Dafür sorgt das sogenannte Zug-um-Zug-Verfahren: Nachdem ein schriftlicher Kaufvertrag geschlossen ist, wird das Geld gegen den Gebrauchtwagen, die Fahrzeugschlüssel und Fahrzeugpapiere im direkten Austausch übergeben.

Bei der Abwicklung sollten die Geschäftspartner nicht alleine sein. Mit einem Freund oder Bekannten hast Du einen Zeugen vor Ort, der Dich unterstützen kann. Die Übergabe sollte zu üblichen Geschäftszeiten und an einem von Passanten frequentierten Ort stattfinden. 

Viele Experten raten, sich auf dem Parkplatz einer Bank zu treffen. Das hat gleich mehrere Vorteile: Der Käufer kann das Geld direkt abheben und muss größere Summen nicht lange mit sich herumtragen. Zugleich hat der Verkäufer die Gewissheit, kein Falschgeld zu erhalten, wenn er beim Abheben dabei ist. Tipp: Hohe Geldsummen, die über den täglichen Verfügungsrahmen hinausgehen, sollten bei der Bank vorbestellt werden.

Neu ab 9. August 2021: Bank fragt ab 10.000 Euro, woher das Geld ist (Geldwäschegesetz)

Wenn der Preis des Autos im fünfstelligen Bereich liegt, sollten Käufer und Verkäufer vorab über das Thema Herkunftsnachweis für Bareinzahlungen reden. Denn seit dem 9. August 2021 gibt es eine Vorschrift von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die der Geldwäsche entgegenwirken soll. Konkret bedeutet das: Will eine Privatperson mehr als 10.000 Euro bei der Hausbank einzahlen, muss sie nachweisen, woher das Bargeld stammt. Das gilt auch für einzelne Teilzahlungen, die in Summe die Grenze überschreiten. Bei Einzahlungen auf eine andere Bank als die Hausbank muss der Nachweis schon ab einem Wert von 2.500 Euro erfolgen. Wenn der Beleg fehlt und auch nicht zeitnah nachgereicht werden kann, muss das Kreditinstitut das Geld ablehnen – und bei der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) eine Verdachtsmeldung aufgeben. Aber keine Sorge, der Nachweis ist relativ einfach: Laut BaFin reicht ein Verkaufs- oder Rechnungsbeleg – also auch ein offizieller Autokaufvertrag.

Der Bundesbankscheck

Wer nicht mit Bargeld hantieren möchte, kann den Bundesbankscheck als Alternative wählen – falls der Verkäufer das akzeptiert, denn er muss letztlich zustimmen. Im Gegensatz zu Verrechnungsschecks, die mitunter nicht gedeckt sind, sind Bundesbankschecks sicher. Sie werden von der Bundesbank, aber auch von einigen Direktbanken gegen eine Gebühr von rund 30 Euro ausgestellt.

Das Geld wird auf einem Zwischenkonto geparkt. Sind sich beide Vertragspartner einig und haben den Vertrag unterzeichnet, übergibt der Käufer den gedeckten Scheck genau wie Bargeld an den Verkäufer. Im Prinzip tritt die Bank als Treuhänder auf.

Jemand spielt mit einem Modellauto und fährt zwischen Geldscheinen hin und her.
Quelle: Christin Klose (picture alliance / dpa Themendienst) Automobilclubs empfehlen als sicherste Zahlungsmethode die Barzahlung

Der Treuhandservice 

Schlägt der Verkäufer einen Treuhandservice vor, verbirgt sich dahinter meist eine Betrugsmasche. Ein sicherer und vom TÜV Süd zertifizierter Treuhandservice war „Easy Car Pay“, das zuletzt als „sicherbezahlen.de“ online war. Dabei war es privaten Vertragspartnern möglich, per Handy, Zwischenkonto und Geldfreigabe mithilfe einer TAN den Deal bargeldlos abzuwickeln. Doch sicherbezahlen.de wurde inzwischen zu „bezahl.de“ umbenannt und zu einem digitalen Bezahlinstrument allein für Autohändler umgestaltet.


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Auto verkaufen mit mobile.de

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Auto zu verkaufen. Per Direkt-Verkauf oder Inserat.


Weitere Bezahlmethoden: Bargeldtransfer und Überweisungen

Die klassische Überweisung

Die Überweisung vom heimischen Rechner mag bequem sein, doch eine empfehlenswerte Art der Bezahlung ist sie nicht. Denn damit gehst Du in Vorleistung – ohne das Fahrzeug zu kennen. Hast Du Dich vor Ort vom Auto überzeugt, kannst Du den Kaufpreis natürlich überweisen – falls der Verkäufer dies akzeptiert.

Da man Zahlungen erst leisten sollte, wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist, sind auch Anzahlungen per Überweisung äußerst unüblich. Bist Du nach einer Besichtigung hin und weg und willst Dir den Gebrauchtwagen unbedingt sichern, lass Dir die Anzahlung wenigstens quittieren und den Ausweis des Halters sowie den Fahrzeugbrief zeigen. Außerdem sollte der Kaufvertrag aufgesetzt und darin die Anzahlung vermerkt werden.

Auch gebührenpflichtige Express-Überweisungen eignen sich kaum für das Zug-um-Zug-Verfahren: Bis der Empfänger das Geld auf seinem Konto sieht, dauert es einige Stunden. So lange wird niemand den Übergabetermin gestalten wollen. 

Vorsicht bei Bargeldtransfers

Bargeldtransfers, wie ihn Unternehmen wie MoneyGram, Azimo oder Western Union für Bekannte, Familie und Freunde anbieten, eignen sich ebenfalls nicht für die Bezahlung beim Gebrauchtwagenkauf. Zwar ist das Geld schnell beim Empfänger, doch die Auszahlungen können sich verzögern, sagen die Institute. Sobald das Geld abgehoben wird, hat der Käufer zudem keine Verfügungsgewalt mehr darüber. Im Zweifel ist es dann einfach weg, ohne dass der Kunde ein Auto dafür bekommt. Und Bargeldtransfers sind teuer. Teils lassen sich die Institute die Dienstleistung mit bis zu 15 Prozent des Betrages bezahlen.

Bezahldienste: PayPal und Co.

Der Online-Bezahldienst PayPal bietet zwar einen Käufer- und Verkäuferschutz. Doch das Unternehmen schließt motorisierte Fahrzeuge explizit davon aus – sodass der Deal und die Bezahlung reine Vertrauenssache wären.

Hilfe, mein Geld ist weg! Was jetzt zu tun ist

Hast Du Geld überwiesen, aber Dich beschleicht der Verdacht, es könne sich um einen Betrug handeln? Mit diesen Schritten vermeidest Du einen größeren Schaden.

  • Kontaktiere Deine Bank, um die Überweisung rückgängig zu machen. Das funktioniert aber nur, wenn der Betrag dem Empfängerkonto noch nicht gutgeschrieben wurde. Auch bei einem Bargeldtransfer sollte der Anbieter sofort gebeten werden, die Transaktion abzubrechen. Vielleicht hast Du Glück und das Geld wurde noch nicht abgehoben. 
  • Informiere die Online-Fahrzeugbörse, die das Inserat nach einer Prüfung offline nimmt. 
  • Den Betrug solltest Du bei der Polizei anzeigen. Tipp: Jeglichen Schriftverkehr mit dem Verkäufer immer aufbewahren. Das kann bei den Ermittlungen helfen und Dir als Beweismittel dienen. 
  • Bist Du Mitglied in einem Autoclub, kannst Du nach Rechtsberatung und -beistand für das weitere Vorgehen fragen.