Wie solltest Du Dein Auto am besten finanzieren?

Auto finanzieren oder leasen? Vor- und Nachteile im Überblick

Wer einen Autokauf vor sich hat, fragt sich meistens: Was ist die beste Finanzierung? Auch ohne große Bargeldsummen gibt es viele Möglichkeiten – zum Beispiel über das Leasing oder über eine klassische Finanzierung. Erfahre hier alles über die Vor- und Nachteile der beiden Möglichkeiten.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 9:00 AM
  • Aktualisiert am 11/01/2019, 2:29 PM
Das Auto Deiner Träume kannst Du auf verschiedene Weisen finanzieren.
Quelle: Christin Klose (picture alliance/dpaThemendienst) Das Auto Deiner Träume kannst Du auf verschiedene Weisen finanzieren – zum Beispiel ganz klassisch über einen Kredit oder durch Leasing

Ein Autokauf ist immer mit hohen Kosten verbunden. Ob neu oder gebraucht – die meisten Menschen können ein Fahrzeug nicht einfach so aus der Portokasse bezahlen. Eine Möglichkeit, um dennoch das Auto der Träume zu erstehen, ist die klassische Finanzierung. Sie zählt zu den beliebtesten Finanzierungen und kann sich für Dich richtig lohnen. Hier zahlst Du in einer vorher festgelegten Laufzeit monatliche Raten, bis das Auto abbezahlt ist. Größter Vorteil dieser Art der Finanzierung ist, dass Du nach der kompletten Kredit-Tilgung automatisch Fahrzeug-Eigentümer bist.

Bei der Finanzierung hast Du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Du kannst die Finanzierung über einen Autokredit bei einer Bank laufen lassen oder sie über den jeweiligen Autohändler abwickeln. 



Der Auto-Kredit hat den Vorteil, dass alle Kosten für Dein Fahrzeug transparent sind.
Quelle: Klaus Ohlenschläger (picture alliance) Der Auto-Kredit hat den Vorteil, dass alle Kosten für Dein Fahrzeug transparent sind und bereits zum Abschluss des Vertrags feststehen

Vor- und Nachteile des Kaufs per Finanzierung

Der Autokredit und was dahintersteckt

Wenn Du Dir Dein Auto über einen Autokredit finanzieren möchtest, nimmst Du Kontakt mit einer Haus- oder Direktbank auf. Die meisten Banken bieten für einen Autokauf keine besonderen Darlehen an, sondern den üblichen Ratenkredit. Erkundige Dich aber vorher gut. Am besten vergleichst Du verschiedene Angebote, denn mittlerweile gibt es auch einige Banken, die spezielle Autokredite im Angebot haben. Sie sind dann ausschließlich für die Fahrzeug-Finanzierung gedacht. 

Vorteile im Überblick

  • Alle Kosten für das Fahrzeug sind transparent und stehen bereits bei Vertragsabschluss fest.
  • Meistens erhältst Du günstige Konditionen. Banken und Autohändler stellen Autokredite häufig schon zu Zinssätzen von unter vier Prozent zur Verfügung.
  • Der Autokäufer kann als Barzahler auftreten, woraus Rabatte bis zu 20 Prozent auf den Kaufpreis resultieren können.

Nachteile im Überblick

  • Häufig große finanzielle Belastung durch hohe monatliche Raten, die sich aus der Darlehenssumme, der Laufzeit und den Zinsen ergeben
  • In einigen Fällen werden Kunden zur Restkreditversicherung gedrängt.
  • Es kann zu hohen Bearbeitungsgebühren kommen.
Leasing lohnt sich nicht nur für gewerbliche Auto-Käufer, auch private Käufer profitieren von den niedrigen Leasingraten.
Quelle: Klaus Ohlenschläger (picture alliance) Leasing lohnt sich nicht nur für gewerbliche Auto-Käufer, auch private Käufer profitieren von den niedrigen Leasingraten

Zweiter Weg der Finanzierung: der Händler-Kredit

Eine zweite Möglichkeit ist es, die Finanzierung direkt über den Autohändler abzuwickeln. Auch diese Art der Finanzierung hat Vor- und Nachteile. Für den Autokäufer bedeutet der Händler-Kredit zum Beispiel auf den ersten Blick weniger Aufwand. Er lohnt sich aber nicht immer. Häufig fallen zum Beispiel Nebenkosten für eine Restschuldversicherung an, was zum Nachteil für Dich werden kann. Es lohnt sich also immer, bei Händler-Krediten ganz genau hinzusehen.

Vorteile im Überblick

  • Häufig günstige Zinskonditionen, mitunter Null-Prozent-Finanzierung
  • Fahrzeug-Finanzierung aus einer Hand; Wege zur Bank entfallen. 
  • Individuelle Anpassungen sind häufig möglich. 

Nachteile im Überblick

  • Günstige Ratenzahlungen stellen sich oft als Trugschluss heraus, weil die Kosten an anderer Stelle anfallen (zum Beispiel hohe Schlussraten oder Bearbeitungsgebühren).
  • Der Autokäufer kann nicht als Barzahler auftreten und dadurch auch nicht von Rabatten auf den Kaufpreis profitieren. 

Vor- und Nachteile des Leasings

Das Leasing ist eine weitere Form der Autofinanzierung, die vielen Autofahrern zum Vorteil werden kann. Hierbei trittst Du als Leasingnehmer auf und bist nach Abschluss des Leasing-Vertrags nicht automatisch der Fahrzeug-Eigentümer. Du erhältst beim Leasing erst einmal nur das Recht, das Auto zu nutzen – es ist ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht. Der Begriff Leasing drückt das auch ziemlich deutlich aus, denn auf Deutsch bedeutet er „Vermietung“. Beim Leasen bist Du also quasi der Fahrzeug-Mieter. Nach Ablauf einer festgelegten Laufzeit und der damit geleisteten Leasingraten hat der Leasingnehmer die Möglichkeit, sich für den Autokauf zu entscheiden. Wenn er das möchte, muss er zusätzlich zu den geleisteten Leasingraten den Fahrzeug-Restwert bezahlen – dann gehört das Auto ihm. Wenn der Leasingnehmer das Auto nicht kaufen möchte, ist es nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit wieder im Besitz des Händlers. 

Steuervorteile mit Leasing möglich

Vor allem gewerbliche Autokäufer nutzen das Leasing. Für sie kann es sich richtig lohnen. Der Grund dafür ist einleuchtend: Sie können die in der Laufzeit fälligen monatlichen Leasingraten steuerlich absetzen.

Aber auch private Autokäufer sehen immer häufiger einen Vorteil im Leasing, denn sie profitieren von den in der Laufzeit niedrigen monatlichen Leasingraten. Weiterer Vorteil beim Leasen: Die Käufer brauchen kein Startkapital. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden: Rechnet man die monatlichen Leasingraten beim Fahrzeug-Leasing zusammen, ist die Summe daraus meist teurer als eine klassische Finanzierung. Grund dafür ist, dass der Fahrzeug-Restwert beziehungsweise der Wiederverkaufswert häufig nicht richtig eingeschätzt wird. Außerdem ist die Schlussrate beim Leasing häufig höher als bei einer klassischen Finanzierung, was klar ein Nachteil ist. 

Vertragswerkstätten für Leasingautos

Wenn Du ein Leasingauto hast, musst Du einige Dinge beachten. Eine Vorgabe lautet: Reparaturen müssen immer in Vertragswerkstätten durchgeführt werden. Dasselbe gilt auch für Inspektionen. Demnach haben Fahrzeughalter von Leasingautos keine freie Werkstattwahl.

Gebraucht- oder Neuwagen-Leasing – was lohnt sich mehr?

Leasing ist sowohl bei einem gebrauchten als auch einem neuen Auto möglich, um ein Fahrzeug zu finanzieren. Bei der Gebrauchtwagen-Finanzierung spielte das Leasing bisher zwar keine große Rolle, doch immer mehr Autohersteller und Leasing-Unternehmer haben sich darauf spezialisiert und machen immer bessere Angebote. Und die können tatsächlich auch von Vorteil sein. Denn in der Regel sind die Leasingraten, die während der vereinbarten Laufzeit für ein gebrauchtes Auto anfallen, geringer als die für ein neues Fahrzeug. Außerdem besteht auch bei einem gebrauchten Auto oft die Möglichkeit, auf eine Anzahlung zu verzichten. Allerdings darf beim Gebrauchtwagen-Leasing nicht übersehen werden, dass der Leasingnehmer eventuell höhere Ausgaben für die Wartung haben könnte, weil ein gebrauchtes Auto anfälliger ist als ein Neuwagen. 

Generell gilt: Wie beim Leasing eines neuen Autos musst Du auch beim Gebrauchtwagen-Leasing unbedingt die Konditionen einzelner Anbieter miteinander vergleichen, um die Vor- und Nachteile auszuloten und auch, um versteckte Kosten zu entdecken.



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