Ford Mustang als Elektro-SUV

Ford Mustang Mach-E: Vorstellung, Bilder, Reichweite, Marktstart

Aus dem Ford Mustang wächst eine Modellfamilie: Neben Coupé und Cabrio bietet Ford ab 2020 ein elektrisches SUV an. Alle Details zum Ford Mustang Mach-E.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 11/18/2019, 2:00 PM
  • Aktualisiert am 11/22/2019, 5:45 PM
Der Ford Mach-E auf einer Küstenstraße fahrend in der Ansicht von vorne-links
Quelle: Ford Der Basispreis für das Elektro-SUV soll bei unter 50.000 Euro liegen

Auto-Ikonen erfordern Behutsamkeit. Fans reagieren mitunter ungehalten, wenn sich ihre Idole aus Blech zu sehr verändern. Ford traut sich trotzdem: Das amerikanischste aller Sport-Coupés, der Ford Mustang, bekommt Gesellschaft von einem rein elektrischen SUV – dem Ford Mustang Mach-E.

Dass Ford ein „vom Mustang inspiriertes“ Elektro-SUV bauen will, war längst bekannt. Ursprünglich war der Name „Mach 1“ für das Auto geplant. Fans protestierten jedoch. Diese Bezeichnung gehört fest zu einem Performance-Paket des Mustang aus dem Modelljahr 1969. Der Hersteller stellte um auf Mach-E, bindet das SUV aber dicht an den Sportwagen.

Der Ford Mustang Mach-E trägt das typische, galoppierende Pony an Grill und Heck. Zudem bekommt er eine lange Haube, einen grimmigen Blick, ausgestellte Radläufe, die typischen senkrechten Rückleuchten („Tribars“) sowie viel Leistung und Heckantrieb. Eine abfallende Dachlinie und versteckte hintere Türgriffe sollen den Mustang Mach-E wie ein Coupé wirken lassen.



Mustang-SUV: Der Mach-E orientiert sich am Sportler

Ford gibt sich viel Mühe, Parallelen zwischen Elektro-SUV und Sportwagen aufzubauen. Zur Not hilft dabei der amerikanische Patriotismus: „Freiheit, Fortschritt, Performance und ein Hauch Rebellion“ hätten das Auto inspiriert – genau wie seinerzeit den Mustang. Zudem zeigt sein Infotainmentsystem stets die wichtigsten Football-Spielstände an. Der Mach-E eigne sich ganz allgemein prima für das uramerikanische „pre-game tailgate“ – das gemütliche Beisammensein auf dem Parkplatz vor dem Football-Spiel.

Die Parallelen zum regulären Mustang enden allerdings beim Gefühl. Zum Thema Fahren sucht sich Ford einen anderen Maßstab. Der Hersteller sagt, der Mustang Mach-E sprinte in der Basis schneller als ein Porsche Macan. Die stärksten Varianten sollen es in der Beschleunigung sogar mit Porsche Macan Turbo und Porsche 911 GTS aufnehmen können.

Ford Mach-E in der Seitenansicht, durch eine Steppen-Landschaft fahrend
Quelle: Ford Der Fahrer kann zwischen drei Fahrmodi wählen: „Whisper“ (besonders leise), „Engage“ (flott) oder „Unbridled“ (wörtlich: zügellos)

Der Elektromotor an der Hinterachse eines nackten Mustang Mach-E leistet vergleichsweise zahme 190 kW (258 PS) – also kaum mehr als der Basis-Vierzylinder des kleinen Porsche Macan (252 PS). Optional baut Ford einen zusätzlichen Motor an die Vorderachse, ohne dabei die Leistung zu erhöhen. Nur das Drehmoment steigt von 415 auf 565 Newtonmeter. Die Sprintzeit verbessert sich um eine gute halbe Sekunde.

Neben den Basis-Triebwerken bietet Ford drei weitere Antriebe an. Sie leisten voraussichtlich 210 kW (286 PS, Heckantrieb), 248 kW (337 PS, Allrad) und 342 kW (465 PS, Allrad). Im stärksten Mustang Mach-E verspricht Ford ein Drehmoment von 830 Newtonmetern und eine Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in weniger als vier Sekunden. Der Mustang Mach-E GT ist in Deutschland allerdings noch nicht konfigurierbar.

Ford Mustang Mach-E: Zwei Batterien, große Reichweiten

Für den Ford Mustang Mach-E stehen zwei Batterien zur Auswahl. Die kleinen Modelle liefert Ford ausschließlich mit einer Akku-Kapazität von 75,7 kWh aus. Ford prognostiziert eine Reichweite von 420 (Allrad) bis 450 Kilometern (Heckantrieb). Die größere Batterie mit 98,8 kWh Kapazität schafft je nach Antriebsform und Motorisierung 540 bis 600 Kilometer Reichweite.

Ford Mach-E in der Frontansicht, fahrend
Quelle: Ford Mit dem größeren Akku (98,8 kWh) sollen zwischen 540 und 600 Kilometer Reichweite möglich sein

An Wechselstrom-Anschlüssen soll der Ford Mustang Mach-E ungefähr 35 bis 51 Kilometer Reichweite pro Stunde nachladen. Mehr Performance gibt es mit Gleichstrom: Das SUV tankt hier mit bis zu 150 kW Leistung. In zehn Minuten kommen 75 Kilometer Leistung dazu. Von zehn auf 80 Prozent Akkustand lädt das Elektroauto in 38 Minuten.

Der Akku des Ford Mustang Mach-E sitzt in jedem Fall in der Bodenplatte. So erreicht Ford einen tiefen Schwerpunkt. Ein Magneride-Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern soll die Fahrt angenehm machen. Optional wird es Brembo-Bremsen des Typs Flexira geben – eine neue Form von Aluminium-Sätteln. Ford sagt, sie seien so standfest wie Festsättel und so kompakt wie Schwimmsättel.

Ford Sync 4 startet im Mustang Mach-E

In den Innenraum des Mustang Mach-E baut Ford die neueste Version des Infotainment-Systems „Sync“. Das Sync 4 stellt alle Informationen auf einem hochkant installierten 15,5-Zoll-Monitor dar. Das System ist lernfähig, online und im Austausch mit dem Smartphone. Letzteres kann im Mustang Mach-E sogar als Schlüssel dienen.

Blick in den Innenraum des Mach E
Quelle: Ford Das Infotainment-System wird über einen hochkant eingebauten 15,5-Zoll-Monitor gesteuert

Drei verschiedene Fahrmodi dürften die meisten Fahrstile bedienen. Lenkung, Ambientelicht, (künstlicher) Sound, die Darstellung im Tacho und das Fahrverhalten ändern sich je nach Programm. Der Mustang lässt sich in den Stufen „Whisper“ (besonders leise), „Engage“ (flott) oder „Unbridled“ (wörtlich: zügellos) fahren.

Fünf Personen sollen im Mustang Mach-E bequem Platz finden, obwohl er kürzer ist als der normale Mustang: Der Mach-E misst 4,72 in der Länge. Sein Radstand streckt sind allerdings auf fast drei Meter. Sein Kofferraum lädt laut US-Norm 821 bis 1.690 Liter Ladung ein. Vorn verstaut das SUV zusätzlich einen Handgepäckskoffer. Der vordere Kofferraum verfügt über einen Ablauf, er kann also zum Beispiel mit Eis gefüllt und als Kühlschrank verwendet werden – für das erwähnte Tailgating oder den Strand.



Basispreis: Weniger als 50.000 Euro

Der Ford Mustang Mach-E startet im vierten Quartal 2020 in Deutschland. Er lässt sich bereits gegen eine Anzahlung von 1.000 Euro reservieren. Das Basismodell mit Heckantrieb, 286 PS, 450 Kilometern Reichweite und 150-kW-Ladestrom kostet voraussichtlich 46.900 Euro. Allradantrieb gibt es ab 54.000 Euro. Für die „First Edition“ mit Technologie-Paket, großer Reichweite, 337 PS und speziellen Farben werden 66.800 Euro aufgerufen.

Bei den Farben des Mustang Mach-E orientiert sich Ford übrigens erneut am flachen Mustang. Der eine oder andere Farbton (z. B. Iridium-Schwarz Mica, Iconic-Silber Metallic, Lucid-Rot, Atoll-Blau) stammt von Coupé und Cabriolet. Ob die Zitate genügen, um Fans vom neuen Mitglied der Mustang-Familie zu überzeugen, bleibt allerdings abzuwarten.

Der Ford Mach-E in Bildern

  • Die Mustang Modell-Familie in einer Reihe stehend
    Quelle: Ford Auch der Elektro-Mustang bekommt das galoppierende Pony an Grill und Heck
  • Ford Mach-E in der Frontansicht, fahrend
    Quelle: Ford Mit dem größeren Akku (98,8 kWh) sollen zwischen 540 und 600 Kilometer Reichweite möglich sein
  • Blauer Ford Mach E in der Heckansicht, fahrend auf einer Autobahn
    Quelle: Ford Das Basismodell fährt mit einer Akku-Ladung bis zu 450 Kilometer weit
  • Ford Mach-E stehend in der Ansicht von vorne-rechts
    Quelle: Ford Laut Ford lässt der stärkste Mach-E beim Sprint sogar den Porsche 911 GTS und Macan Turbo hinter sich
  • Der Ford Mach-E auf einer Küstenstraße fahrend in der Ansicht von vorne-links
    Quelle: Ford Der Basispreis für das Elektro-SUV soll bei unter 50.000 Euro liegen
  • Ford Mach-E in der Seitenansicht, durch eine Steppen-Landschaft fahrend
    Quelle: Ford Der Fahrer kann zwischen drei Fahrmodi wählen: „Whisper“ (besonders leise), „Engage“ (flott) oder „Unbridled“ (wörtlich: zügellos)
  • Ford Mach-E bei geöffneter Motorhaube
    Quelle: Ford Unter der Motorhaube versteckt sich ein weiteres Gepäckfach
  • Der Ford Mach-E in der Heckansicht bei geöffneter Kofferraumklappe
    Quelle: Ford Laut US-Norm bietet der Mach-E zwischen 821 und 1.690 Liter Stauraum
  • Cockpit-Ansicht des Ford Mach-E
    Quelle: Ford Das Sync 4 genannte Infotainment-System ist lernfähig und kann mit dem Smartphone verbunden werden
  • Blick in den Innenraum des Mach E
    Quelle: Ford Das Infotainment-System wird über einen hochkant eingebauten 15,5-Zoll-Monitor gesteuert
  • Blick auf die Rückbank des Ford Mach-E
    Quelle: Ford 4,72 Meter misst der Mach-E in der Länge. Laut Ford finden fünf Personen bequem Platz im E-SUV