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Eine Collage aus den besten chinesischen E-Autos (MG5 EV, Nio EL8, Aiways U5, Xpeng P7, Smart #5)
Quelle: MG5, Nio, Aiways, Xpeng, Smart | Collage: mobile.de
Die chinesischen E-Autos MG5 EV, Nio EL8, Aiways U5, Xpeng P7, Smart #5 versuchen den deutschen Markt zu erobern.

Das Wichtigste im Überblick

  • Chinesische E-Autos bieten oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als europäische Konkurrenten mit vergleichbarer Reichweite und Ausstattung.
  • Die Qualität und Sicherheit der Fahrzeuge hat sich deutlich verbessert, viele Modelle erreichen Bestnoten in europäischen Crashtests.
  • Das Service- und Händlernetz ist bei etablierten Marken wie MG oder BYD gut ausgebaut, bei neueren Anbietern solltest du die Verfügbarkeit vor Ort prüfen.

E-Autos von Tesla und den europäischen Herstellern sind inzwischen ein fester Bestandteil des deutschen Straßenbildes. Zudem finden immer mehr Fahrzeuge chinesischer Hersteller wie MG, BYD oder Nio ihren Weg nach Europa.

Medial war in den vergangenen Jahren oftmals von einer chinesischen Elektroauto-Flut die Rede, bisher hält sich der Hype um die fernöstlichen Elektrofahrzeuge aus China bei uns aber noch in Grenzen. Auch wenn die Verkaufszahlen noch überschaubar sind, dürfte es für die chinesischen Marken auf dem hiesigen Markt langfristig bergauf gehen. Wir erklären dir, warum und was die Elektromodelle aus Fernost können.

MG5 EV Comfort Standard Range

Ein dunkelblauer MGS5 fährt in einer Stadt.
Quelle: MG
Eine technische Besonderheit des MGS5 EV ist die Fünflenker-Hinterradaufhängung, die für ein stabiles und geschmeidiges Fahrverhalten sorgt.

Reichweite: bis zu 340 Kilometer

Geeignet für

  • Familien mit hohem Platzbedarf, Pendler mit planbaren Strecken oder preisbewusste Käufer

Nicht geeignet für

  • Fahrer, die schwere Anhänger ziehen möchten, sportlich ambitionierte Fahrer, Käufer, die viel Wert auf Premiumausstattung legen

Der MG5 EV ist ein kompaktes E-SUV und bietet mit seinem Kofferraum von 453 bis 1.441 Litern viel Platz für Familien und Vielfahrer. Mit 115 kW (156 PS) und einer Reichweite von bis zu 340 Kilometern nach WLTP ist er gut für den Alltag und Pendler.

Vorteile

  • Großer Kofferraum
  • Gute Alltagsreichweite für Pendler
  • Gute Fahrleistungen, komfortables Fahrwerk

Nachteile

  • Basisversion lädt nur mit 7 kW AC
  • Basisversion (49 kWh) erreicht im Winter auf der Autobahn nur ca. 250 Kilometer
  • Nur 120 kW (Standard Range) bzw. 139 kW (Long Range) DC-Schnellladen
Ein schwarzer MGS5 EV steht vor einem weißen Hintergrund.
Ein schwarzer MGS5 EV steht vor einem weißen Hintergrund.
MGS5 EV

Auch gebraucht bietet der MGS5 EV ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Nio EL8 Standard Range

Ein dunkelgrüner Nio EL8 fährt auf einer Landstraße an einer Allee vorbei.
Quelle: Nio
Mit dem EL8 will sich Nio als Alternative zu deutschen Premium-Marken wie Mercedes, BMW und Audi positionieren.

Reichweite: bis zu 390 Kilometer

Geeignet für

  • Großfamilien mit Premium-Anspruch, Technik-Enthusiasten oder Käufer, die Wert auf Exklusivität legen

Nicht geeignet für

  • Preisbewusste Käufer, Nutzer ohne Zugang zu Wechselstationen

Der Nio EL8 ist ein luxuriöser Sechssitzer-SUV, der mit seinem Premium-Anspruch und Features wie dem Batterie-Wechselsystem punktet. Die Standard Range-Variante leistet 480 kW (653 PS) und bietet trotz kleinerer Batterie noch rund 390 Kilometer Reichweite.

Vorteile

  • Sechs vollwertige Sitzplätze mit hohem Komfort
  • Battery-Swap-System für schnellen Batterietausch
  • Hochwertige Verarbeitung und edles Interieur

Nachteile

  • Sehr hoher Anschaffungspreis
  • Begrenzte Verfügbarkeit von Wechselstationen
  • Hoher Stromverbrauch durch Größe und Gewicht
Grauer Nio EL8 in einem Autohaus.
Grauer Nio EL8 in einem Autohaus.
Nio EL8

Der Nio EL8 bietet ein Raumangebot, das selbst große deutsche SUVs in den Schatten stellt.

BYD Dolphin Surf Active

Ein grell grüner BYD Dolphin Surf steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin
Quelle: BYD
Keine 23.000 Euro kostet der Dolphin Surf von BYD zum Marktstart in Deutschland.

Reichweite: bis zu 220 Kilometer

Geeignet für

  • Stadtfahrer und Kurzstreckenpendler, Erstwagenkäufer mit kleinem Budget oder junge Fahrer und Singles

Nicht geeignet für

  • Familien mit Platzbedarf oder Vielfahrer auf der Autobahn

Der BYD Dolphin Surf ist ein kompakter Kleinwagen mit frischem Design und einer Reichweite von bis zu 220 Kilometern. Mit 65 kW (88 PS) ist er zwar kein Sprinter, aber für die Stadt und kurze Überlandfahrten absolut ausreichend – und das zu einem niedrigen Preis.

Vorteile

  • Günstiger Einstiegspreis in die E-Mobilität
  • Wendiges Handling ideal für die Stadt
  • Moderne Blade-Batterietechnologie

Nachteile

  • Begrenzte Leistung für Autobahnfahrten
  • Einfachere Ausstattung in der Basisversion
  • Kleinerer Innenraum für größere Personen
Ein gelber BYD Dolphin Surf steht in einem Autohaus.
Ein gelber BYD Dolphin Surf steht in einem Autohaus.
BYD Dolphin Surf

BYD greift mit dem Dolphin Surf den günstigen Kleinwagenmarkt an. Und der kleine E-Flitzer kann überzeugen.

Aiways U5 Prime

Hellblauer Aiways U5 steht vor einer weißen Wand.
Quelle: Aiways
Der Aiways U5 war eines der ersten chinesischen Elektroautos, das in Europa vertrieben wurde.

Reichweite: bis zu 400 Kilometer

Geeignet für

  • Technikaffine Käufer ohne Markenbindung, Nutzer mit Zugang zu Heimladestation oder Fahrer, die Wert auf Ausstattung legen

Nicht geeignet für

  • Käufer, die auf etablierte Marken setzen oder Nutzer ohne eigene Lademöglichkeit

Der Aiways U5 ist ein kompaktes SUV mit 150 kW (204 PS) und einer WLTP-Reichweite von bis zu 400 Kilometern. Das Raumangebot ist ordentlich, die Ausstattung umfangreich – allerdings ist die Marke in Deutschland noch relativ unbekannt und das Händlernetz dünn gesät.

Vorteile

  • Gutes Platzangebot im SUV-Format
  • Solide Reichweite für den Alltag
  • Umfangreiche Serienausstattung

Nachteile

  • Begrenzte Händler- und Servicepräsenz in Deutschland
  • Unbekannte Marke mit unsicherem Wiederverkaufswert
  • Durchschnittliche Ladeleistung
Mintgrüner Aiways U5 steht auf einem gepflasterten Parkplatz.
Mintgrüner Aiways U5 steht auf einem gepflasterten Parkplatz.
Aiyways U5

Aiways hat die Produktion des U5 2023 eingestellt. Aber gebraucht gibt es das E-SUV noch in Deutschland.

GWM Ora 03 300

Blauer, moderner Elektro-Kleinwagen mit rundem Design, LED-Scheinwerfern und deutschem Kennzeichen, geparkt auf einem gepflasterten Weg im Grünen.
Quelle: GWM
Der Ora 03 ist unter vielen Namen bekannt, doch wirklich auffällig ist er aufgrund seines Retro-Designs.

Reichweite: bis zu 310 Kilometer

Geeignet für

  • Designliebhaber mit Hang zum Besonderen, Stadtfahrer mit Stil oder Zweitwagenbesitzer

Nicht geeignet für

  • Langstreckenfahrer oder Käufer mit sehr knappem Budget

Der GWM Ora 03 ist ein stylischer Retro-Kleinwagen mit 126 kW (171 PS) und einer Reichweite von etwa 310 Kilometern. Sein Design erinnert an klassische Modelle, während die Technik topmodern ist – ein echter Hingucker für alle, die etwas Besonderes suchen.

Vorteile

  • Retro-Design mit modernem Touch
  • Gute Beschleunigung für einen Kleinwagen
  • Niedriger Verbrauch bei innerstädtischen Fahrten

Nachteile

  • Begrenzte Reichweite für Langstrecken
  • Höherer Preis als vergleichbare Kleinwagen
  • Zu sensibel eingestellte Fahrassistenten
Ein roter, kompakter Elektro-Kleinwagen mit rundem Design steht auf einem Parkplatz vor einem Autohaus.
Ein roter, kompakter Elektro-Kleinwagen mit rundem Design steht auf einem Parkplatz vor einem Autohaus.
Ora 03

Mit seinem verspielten Design spricht der Ora 03 besonders jüngere Käufer an, die Wert auf Individualität legen.

Xpeng P7 RWD Long Range

Ein silberner Xpeng P7 steht auf einer großen, leeren Fläche.
Quelle: Xpeng
Die sportliche Elektrolimousine Xpeng P7 soll ein direkter Konkurrent zum Tesla Model 3 sein.

Reichweite: bis zu 576 Kilometer

Geeignet für

  • Langstreckenfahrer mit hohen Reichweitenanforderungen, Technik-Enthusiasten oder Käufer, die Tesla-Alternative suchen

Nicht geeignet für

  • Familien mit Platzbedarf im Fond oder Käufer mit kleinem Budget

Der Xpeng P7 ist eine sportliche Limousine mit 203 kW (276 PS) und einer beeindruckenden Reichweite von fast 600 Kilometern nach WLTP. Mit seinem coupéhaften Design und der umfangreichen Tech-Ausstattung inklusive fortschrittlicher Assistenzsysteme zielt er direkt auf Tesla-Käufer ab.

Vorteile

  • Sehr gute Reichweite
  • Sportliches Design und gute Fahrleistungen
  • Umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung serienmäßig

Nachteile

  • Neigt im Grenzbereich zum Übersteuern
  • Eingeschränkte Kopf- und Beinfreiheit für große Menschen
  • Keine Anhängerkupplung
Weißer Xpeng P7 vor einer Betonwand.
Weißer Xpeng P7 vor einer Betonwand.
Xpeng P7

Für eine Limousine bietet der Xpeng P7 überraschend viel Stauraum im Heck. Dafür hat das E-Auto keinen Frunk.

Smart #5 Pro

Ein sandfarbener Smart#5 steht vor einem Haus.
Quelle: Smart
Mit einer Länge von 4,70 Metern positioniert sich der Smart#5 als vollwertiges Familien-SUV.

Reichweite: bis zu 465 Kilometer

Geeignet für

  • Smart-Fans mit gestiegenen Ansprüchen, Fahrer, die Dynamik und Reichweite suchen oder Käufer mit Vorliebe für modernes Design

Nicht geeignet für

  • Käufer, die klassische Smart-Kompaktheit erwarten oder preisbewusste Einsteiger

Der Smart #5 ist das größte Modell der neuen Smart-Generation und ein kompaktes SUV mit 250 kW (340 PS) in der Allradvariante. Mit einer Reichweite von etwa 465 Kilometern und dem typisch smarten Design verbindet er Urbanität mit Reisetauglichkeit.

Vorteile

  • Starke Motorisierung mit Allradantrieb
  • Modernes Design mit Wiedererkennungswert
  • Gute Verarbeitung und hochwertige Materialien

Nachteile

  • Deutlich teurer als frühere Smart-Modelle
  • Nicht mehr so kompakt wie klassische Smart-Fahrzeuge
  • Höherer Stromverbrauch durch Leistung
Weißer Smart#5 steht in einem Autohaus.
Weißer Smart#5 steht in einem Autohaus.
Smart#5

Smart gehört mittlerweile zum chinesischen Geely-Konzern und wird komplett in China produziert.

Chinesische E-Autos: Technische Daten

ModellLeistungNormverbrauch (WLTP)Reichweite (WLTP)DrehmomentNeupreis (ab)
MGS5 EV Comfort Standard Range115 kW (156 PS)16,6 kWh/100 kmbis zu 340 Kilometer250 Nm37.990 Euro
Nio EL8 Standard Range480 kW (653 PS)22,0 kWh/100 kmbis zu 390 Kilometer850 Nm82.900 Euro
BYD Dolphin Surf Active65 kW (88 PS)15,5 kWh/100 kmbis zu 220 Kilometer175 Nm22.990 Euro
Aiways U5 Prime150 kW (204 PS)17,0 kWh/100 kmbis zu 400 Kilometer310 Nm37.990 Euro
GWM Ora 03 300126 kW (171 PS)16,7 kWh/100 kmbis zu 310 Kilometer250 Nm38.990 Euro
Xpeng P7 RWD Long Range203 kW (276 PS)16,8 kWh/100 kmbis zu 310 Kilometer440 Nm49.600 Euro
Smart#5 Pro250 kW (340 PS)18,5 kWh/100 kmbis zu 465 Kilometer373 Nm45.900 Euro

Herausforderungen im globalen Markt

Ob die ehrgeizigen Verkaufsziele der chinesischen Marken in Europa und den USA realistisch sind, darf bezweifelt werden. Das liegt auch an den Strafzöllen. Die EU hat diese seit Ende 2024 auf chinesische Elektroautos verhängt.

Im Falle von BYD betragen diese beispielsweise 17,0 Prozent. Und auch in den USA drohen mit den sogenannten Tariffs steigende Preise für Importautos aus China.

Der Grund für die Sonderzölle: Viele Politiker und Vertreter der westlichen Autolobby sind überzeugt, dass der chinesische Staat heimische E-Autobauer zu stark subventioniert, was teilweise als Marktverzerrung und Benachteiligung der heimischen Hersteller wahrgenommen wird.

Chinesische Autobauer könnten so ihre Modelle in ihrem Heimatland deutlich günstiger produzieren und daher preiswerter als die Konkurrenz anbieten.

Image der chinesischen Hersteller ist ausbaufähig

Der Hauptgrund für die bisherige Zurückhaltung der Käufer ist die Skepsis gegenüber chinesischen Elektroautos. Eine Umfrage von mobile.de im Sommer 2024 kam zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel (36,6 Prozent) der Autofahrer bei ihnen keinen Vorteil gegenüber den etablierten Marken sehen.

Weitere Gründe: Die Befragten unterstützen lieber die deutsche Autoindustrie (32,2 Prozent), vertrauen eher auf westliche Automarken (29,8 Prozent) oder befürchten einen Mangel an Ersatzteilen (20 Prozent).

Das überschaubare Händlernetz sowie Zweifel an der Qualität und Sicherheit chinesischer Fahrzeuge sind weitere Faktoren für das zurückhaltende Kaufverhalten bei chinesischen Fahrzeugen.

Dazu kommt, dass viele Autofahrer immer noch Vorurteile gegenüber E-Autos oder der Ladeinfrastruktur im Allgemeinen haben. Dabei schneiden die ostasiatischen Fabrikate in Crashtests oftmals mit Bestnoten ab, während die Ladeinfrastruktur in Deutschland stetig wächst.

Zukunftsausblick für chinesische E-Autos

Trotz der Strafzölle darf man davon ausgehen, dass die Hersteller aus dem Reich der Mitte mittelfristig nicht nur in Deutschland größere Marktanteile erobern können.

Schon allein, weil sie aktuell wertvolle Erfahrungen sammeln, die ihnen dabei helfen, den europäischen Markt besser zu verstehen. Vor allem, wenn es um das Händler- und Servicenetz geht. 

Technologische Entwicklungen

Dazu kommt, dass die E-Autos aus Fernost der etablierten Konkurrenz technisch großteils ebenbürtig und teilweise sogar überlegen sind – wodurch sich in den kommenden Jahren das Image der chinesischen Hersteller verbessern dürfte.

Dies zeigt sich bereits auf dem chinesischen Markt, wo Hersteller wie BYD oder Xiaomi den europäischen Premium-Herstellern längst den Rang abgelaufen haben.

Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren noch beschleunigen. Auch weil die Chinesen den Batteriemarkt und die dazugehörige Lieferkette dominieren. Branchengrößen wie CATL oder BYD bringen immer leistungsstärkere Stromspeicher auf den Markt, die höhere Reichweiten und schnellere Ladezeiten versprechen. Auch beim autonomen Fahren und der Software spielt die chinesische Industrie inzwischen vorn mit.

Sind chinesische E-Autos genauso sicher wie europäische Modelle?

Ja, chinesische E-Autos müssen dieselben strengen europäischen Sicherheitsstandards erfüllen wie alle anderen in der EU verkauften Fahrzeuge. Viele Modelle haben beim Euro NCAP Crashtest Bestnoten erhalten.

Der BYD Atto 3 beispielsweise erreichte fünf Sterne, ebenso wie der MG4. Die Hersteller investieren massiv in Sicherheitstechnologie, um auf dem anspruchsvollen europäischen Markt bestehen zu können.

Besonders bei der Batteriesicherheit setzen chinesische Hersteller oft auf innovative Technologien. BYD nutzt die Blade-Batterie, die als besonders sicher gegen thermisches Durchgehen gilt.

Auch bei Assistenzsystemen müssen sich chinesische E-Autos nicht verstecken. Viele Modelle bieten Spurhalteassistent, Notbremsassistent und adaptive Geschwindigkeitsregelung serienmäßig.

Wichtig ist jedoch, dass ihr auf die Euro NCAP-Bewertung achtet. Diese unabhängigen Tests geben verlässliche Auskunft über die tatsächliche Sicherheit eines Fahrzeugs.

Wie steht es um die Qualität und Verarbeitung chinesischer E-Autos?

Die Qualität chinesischer E-Autos hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und liegt mittlerweile auf einem konkurrenzfähigen Niveau. Viele Hersteller arbeiten mit europäischen Designern und Ingenieuren zusammen.

Die Verarbeitung variiert allerdings je nach Preisklasse. Premium-Modelle wie der Nio EL8 oder Xpeng P7 bieten eine Qualität, die deutschen Premiummarken in nichts nachsteht. Die Materialien wirken hochwertig und die Spaltmaße sind präzise.

Bei günstigeren Modellen wie dem BYD Dolphin oder MG5 merkt man, dass am Interieur gespart wurde. Hier kommen mehr Hartplastik und einfachere Materialien zum Einsatz – was aber dem Preis entspricht.

Ein großer Pluspunkt ist die Serienausstattung. Chinesische Hersteller packen oft Features in die Basisversion, für die deutsche Hersteller teure Aufpreise verlangen. LED-Scheinwerfer, große Touchscreens und umfangreiche Assistenzsysteme sind häufig Standard.

Langzeiterfahrungen sind allerdings noch begrenzt. Während etablierte Marken auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen, sind viele chinesische Hersteller erst seit wenigen Jahren in Europa aktiv.

Bei der Batteriequalität haben chinesische Hersteller die Nase vorn. Unternehmen wie BYD und CATL gehören zu den weltweit führenden Batterieherstellern und beliefern auch westliche Autobauer.

Was ist mit Service und Ersatzteilen bei chinesischen E-Autos?

Das Servicenetz ist die größte Herausforderung bei chinesischen E-Autos in Deutschland. Während etablierte Marken wie MG auf ein wachsendes Händlernetz zurückgreifen können, sind andere Hersteller noch dünn gesät.

Nio setzt auf eigene Nio Houses in Großstädten und mobile Serviceteams. Das Konzept ist innovativ, aber für Kunden auf dem Land möglicherweise unpraktisch. Wartezeiten für Werkstatttermine können länger sein.

BYD baut sein Händlernetz kontinuierlich aus und kooperiert teilweise mit bestehenden Autohäusern. Die Verfügbarkeit von Servicepartnern verbessert sich stetig, ist aber regional sehr unterschiedlich.

Bei Ersatzteilen kann es zu längeren Wartezeiten kommen, besonders bei Karosserieteilen nach Unfällen. Verschleißteile wie Bremsen oder Reifen sind dagegen meist problemlos verfügbar.

Ein Vorteil von E-Autos generell: Sie benötigen weniger Wartung als Verbrenner. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, weniger Verschleiß an Bremsen dank Rekuperation. Das reduziert die Werkstattbesuche erheblich.

Viele Hersteller bieten lange Garantien auf Batterie und Antrieb – oft acht Jahre oder 160.000 Kilometer. Das gibt zusätzliche Sicherheit, auch wenn das Servicenetz noch ausbaufähig ist.

Vor dem Kauf solltet ihr unbedingt prüfen, wie weit die nächste Vertragswerkstatt entfernt ist. Mobile Service-Angebote können eine Alternative sein, sind aber nicht für alle Reparaturen geeignet.

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