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Quelle: SuperPlus
E-Auto-Experte Ove Kröger gibt Ratschläge für die richtige E-Auto-Etikette

Wer darf als erstes sein Elektroauto laden? Wie lange kann man eine Ladesäule blockieren? Unser Experte Ove Kröger klärt auf und gibt Ratschläge, wie Du Dich anderen E-Auto-Fahrern gegenüber verhalten solltest.

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Tipp 1: Ladescheibe benutzen

Jeder, der eine öffentliche Ladestation nutzt, kennt dieses Problem: Die benötigte Ladesäule ist gerade belegt und man weiß nicht, wann sie wieder frei wird. Hier kann die sogenannte Ladescheibe Abhilfe schaffen. Sie sollte daher in keinem E-Auto fehlen: “Die Ladescheibe sieht aus wie eine grüne Parkscheibe”, sagt Ove Kröger. “Ihr stellt dort die Uhrzeit ein, bis wann ihr laden wollt, und legt sie vorne auf das Armaturenbrett. Dann weiß der nächste Autofahrer, der laden will, wann ihr wieder da seid.”

Ladedauer-Parkscheibe
Quelle: Max Wirges
Mit einer Ladescheibe kann die geplante Ladedauer angezeigt werden

Tipp 2: Ordnung halten

Herumliegende Ladekabel können an einer Ladestation schnell zu einer Gefahrenquelle werden. Doch dies lässt sich leicht verhindern, indem man das zu lange Kabel aufrollt und an die Seite legt: “Ihr könnt auch das überschüssige Kabel unter das Auto stopfen”, rät Kröger. “Denn wenn das Kabel wild auf dem Fußgängerweg oder zwischen den Autos liegt, kann man schnell stolpern. Daher immer aufgepasst, wie ihr es verlegt.” Und wenn der Ladevorgang beendet ist, sollte aus demselben Grund das Ladekabel wieder aufgewickelt und für den nächsten Fahrer ordentlich zurückgelegt werden. Seinen Müll an der Station nicht liegen zu lassen, sollte ebenfalls selbstverständlich sein. 

Ladekabel verbindet Ladesäule und Elektroauto
Quelle: picture alliance / Patrick Pleul / dpa-Zentralbild / ZB
Ladekabel sollten nicht zu Stolperfallen werden

Tipp 3: Ladesäule nicht unnötig blockieren

Es werden immer mehr E-Autos zugelassen – und gleichzeitig wächst die Ladeinfrastruktur zu langsam, um immer alle Ladebedürfnisse zu befriedigen. Das zeigt sich vor allem in Ballungsgebieten oder an neuralgischen Punkten wie etwa Autobahn-Tankstellen, wo zu Stoßzeiten nicht ausreichend Ladesäulen zur Verfügung stehen. “Es kommt inzwischen selten vor, dass ein Ladeplatz überfüllt ist oder sich schon eine Schlange gebildet hat. Ist dies doch der Fall, ladet wirklich nur so viel, wie ihr braucht, um ans Ziel zu kommen”, appelliert der E-Auto-Experte. 

Ladet an einer überfüllten öffentlichen Station nur so viel, wie ihr braucht, um ans Ziel zu kommen.
Ove Kröger

Kröger empfiehlt weiter, mit einem Ladestand zwischen 10 und 80 Prozent zu fahren. “Es macht keinen Sinn, an einer öffentlichen Ladesäule mehr als 80 Prozent zu laden, da die Ladegeschwindigkeit darüber deutlich abnimmt. Macht lieber den Platz frei, damit der Nächste laden kann.” Die Ladezeiten moderner E-Autos unterstreichen dies: So kann der neue VW ID.7 dank einer Ladeleistung von 200 kW in nur 25 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden, der Hyundai Ioniq 5 kann an einer Schnellladesäule in fünf Minuten rund 100 Kilometer Reichweite nachladen. 

Ove Kröger weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: “Es ist nicht nur freundlich und nett, wenn ihr einen Ladeplatz frei macht und nicht blockiert, sondern es spart auch richtig Geld. Denn die meisten E-Mobilitätsprovider kassieren mittlerweile nach einer gewissen Standzeit Blockiergebühren.” Je nach Anbieter fallen diese unterschiedlich hoch aus. Bei EnBW oder Maingau beispielsweise fällt die Blockiergebühr ab 240 Minuten Standzeit an – egal ob man noch lädt oder nicht. Diese liegt bei 0,10 Euro pro Minute und ist bei 12 Euro pro Ladevorgang gedeckelt. ”Bei Tesla wird es noch teurer: Hier beträgt die Gebühr bis zu einem Euro pro Minute.”

Ladesäulen an einer Straßen
Quelle: ​​picture alliance/dpa | Christian Charisius
Zu lange eine öffentliche Ladesäule besetzen, kann teuer werden

Tipp 4: Ladesäulen sind keine Parkplätze

Ob man an einer öffentlichen Ladesäule auch parken oder nur laden darf, wird durch Schilder geregelt. Meistens – typisch deutsch – durch einen wahren Schilderwald. Generell gilt: Das blaue Parkplatz-Verkehrsschild wird nach dem Elektromobilitätsgesetz (EmoG) durch Zusatzschilder ergänzt, die E-Autos bevorrechtigen können.

Auch wenn das Parken an Ladesäulen je nach Beschilderung teilweise sogar erlaubt ist, sollte dies unbedingt vermieden werden. Denn es ist anderen E-Autofahrern gegenüber nicht nur unfair, sondern verhindert auch, dass sie ihr Auto aufladen können. “Es regt mich richtig auf, wenn E-Auto-Fahrer dort nur stehen, um umsonst zu parken”, gibt Kröger zu. “Leute, das geht nicht! Am besten ihr behandelt andere so, wie ihr auch behandelt werden wollt.”

Parkplatz-Verkehrsschild mit dem Hinweis, dass ein Elektroauto hier nur während des Ladevorgangs parken darf
Quelle: picture alliance / Flashpic | Jens Krick
Schilderwald: Diesen Parkplatz darf ein Fahrzeug mit E-Kennzeichen ausschließlich während des Ladevorgangs nutzen

Tipp 5: Fremde Ladevorgänge nicht unterbrechen

Ein absolutes No-Go an einer Ladesäule ist für Kröger auch der Versuch, einen fremden Ladevorgang zu unterbrechen, um selbst eher laden zu können. “Eigentlich ist dies technisch gar nicht möglich”, so der Kfz-Sachverständige für E-Autos. “Denn der Fahrer hat den Vorgang mit seiner Karte freigeschaltet und nur mit dieser kann der Vorgang auch wieder beendet werden.” Solange dies nicht geschieht, ist der Ladestecker verriegelt. Wer dennoch versucht, die Verbindung an einem fremden Auto zu unterbrechen, riskiert Schäden an der Steckverbindung.

Unser Experte

Der Kfz-Sachverständige Ove Kröger kennt beide Welten – früher war er ein überzeugter Petrolhead, der in seiner Freizeit Drag-Rennen fuhr und am liebsten US-Klassiker mit üppigen V8-Motoren bewegte. Heute hat er sich dagegen auf die Begutachtung von Elektroautos spezialisiert, die Elektroauto-Rallye “E-Cannonball” sowie den eigenen YouTube-Channel “T&T EMobility”, auf dem er E-Autos im Detail inspiziert und über die verschiedensten Facetten der E-Mobilität informiert, ins Leben gerufen.

Tipp 6: Die richtige Ladekarte wählen

Wer an einer öffentlichen Ladesäule Strom nachtanken möchte, braucht eine Ladekarte. Doch welche ist die richtige? Hier empfiehlt es sich, im Vorfeld zu vergleichen und zu recherchieren. Ähnlich wie bei Handys stehen verschiedene Tarifmodelle zur Auswahl. So gibt es Angebote ohne Grundgebühr, bei denen die Kilowattstunden teurer sind, oder Alternativen mit Grundgebühr, bei denen aber die Kilowattstunde weniger kostet. Auch der Wohnort kann entscheidend sein: Regionale Anbieter haben teilweise günstigere Angebote. Und wer Mitglied eines Automobilclubs wie ADAC, AvD oder ACE ist, kann ebenfalls von ermäßigten Tarifen profitieren. Ove Krögers Rat: “Am besten, ihr besorgt euch mehrere Karten, die ihr je nach Bedarf einsetzt. Dann könnt ihr richtig Geld sparen.”

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Tipp 7: Laden mit Anhänger

Mit einem Anhänger im Schlepptau eine öffentliche Ladestation nutzen, hat seine Tücken. Oft reicht der Platz einfach nicht aus, da viele Ladesäulen nur für Pkw ausgelegt sind. Wenn man deshalb beim Laden eine andere Säule blockiert und jemand anderes diese nutzen möchte, sollte man Platz machen. Kröger: "Du kannst dann den Anhänger abkoppeln und ihn um die Ecke abstellen. Oder Du fährst einfach weiter zur nächsten Ladestation.”

Checkliste für E-Autofahrer

  • Ladescheibe immer dabei
  • mehrere Ladekarten besorgen
  • Kabel nach dem Laden aufrollen
  • Ladesäule nicht zuparken oder blockieren
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