Attraktive Förderungen machen das E-Auto attraktiv

Elektroauto als Dienstwagen: Das musst Du wissen

Elektroautos sind in vielerlei Hinsicht vernünftig, aber immer noch recht teuer. Damit sie als Dienstwagen für Arbeitnehmer attraktiver werden, gibt es seit Anfang 2019 neue staatliche Förderungen und steuerliche Konditionen. Umweltbonus, Steuerbefreiung und ein um 50 Prozent attraktiverer geldwerter Vorteil bei Firmenwagen sollen die Verkaufszahlen in Schwung bringen.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Wenn Du ein Elektroauto als Dienstwagen nutzt, kannst Du eine finanzielle Förderung vom Staat in Anspruch nehmen.
Quelle: Patrick Pleul (picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB) Wenn Du ein Elektroauto als Dienstwagen nutzt, kannst Du eine finanzielle Förderung vom Staat in Anspruch nehmen

Auf den deutschen Straßen sind zwar immer mehr E-Autos unterwegs. Aber noch liegt die Zahl noch nicht so hoch, wie sich die Politik das vorgestellt hat. Bis 2020 sollten in Deutschland eine Million E-Autos unterwegs sein. Von diesem Ziel ist man hierzulande mit rund 83.000 Exemplaren (Stand: Anfang 2019) weit entfernt. Noch weniger Modelle sind es bei den Plug-in-Hybriden. Bislang sind knapp 67.000 Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb auf Deutschlands Straßen unterwegs (Stand: Anfang 2019).
Deshalb gibt es verschiedene Fördermittel vom Staat für Arbeitnehmer, die elektrisch unterwegs sein wollen. Wer sich ein Elektroauto für dienstliche Zwecke zulegen wollte, musste sich bislang damit abfinden, dass die Autos im Vergleich zu konventionellen Modellen mit Verbrennungsmotor relativ teuer sind. Auch die Reichweiten der Fahrzeuge sind zum Beispiel für Handelsvertreter mit weiten Wegstrecken noch nicht alltagstauglich. Für den städtischen Kurzstreckenverkehr eignen sich die Elektroautos aber schon. Damit elektrische Firmenautos mehr Resonanz finden, hat sich der Fiskus in den vergangenen Jahren einige Vorteile einfallen lassen, zum Beispiel den geldwerten Vorteil, attraktive Steuern oder die Umweltförderung.

Steuerlicher Vorteil: Halber Steuersatz bei der Privatnutzung

Seit dem Jahresbeginn 2019 gibt es eine neue Regelung für die private Nutzung von Dienstwagen. Der geldwerte Vorteil wird bei Elektroautos nicht wie bei konventionellen Modellen üblich mit einem Prozent des Anschaffungspreises versteuert, sondern nur noch mit 0,5 Prozent. Nutzt man den Dienstwagen an mehr als 47 Tagen pro Jahr auch für die Fahrt zur Arbeit, dann liegt die Berechnungsgrundlage nicht mehr bei 0,03 Prozent des Neupreises pro Kilometer, sondern bei 0,015 Prozent – also nur noch halb so hoch.
Ein Beispiel: Ein aktueller BMW i3 steht mit 38.000 Euro in der Preisliste ohne Extras. Bislang musste ein Prozent des Kaufpreises, also 380 Euro, pro Monat versteuert werden, um den geldwerten Vorteil nutzen zu können.
Die neue Regelung sieht vor, dass nur noch 190 Euro zur Versteuerung für die Privatnutzung anstehen. Bei einem Steuersatz von 40 Prozent läge die monatliche Ersparnis bei 76 Euro. Die Reduzierung beim Arbeitsweg würde in diesem Beispiel einen Betrag von 23 Cent pro Kilometer ergeben. Noch größer ist der geldwerte Vorteil, wenn Du ein Tesla Model S fährst. Bei einem Kaufpreis von 95.900 Euro für das Performance-Modell beträgt der Vorteil bei dem zu versteuernden, geldwerten Betrag knapp 480 Euro. Das ergibt schließlich bei einem in dieser Preisklasse anzunehmenden Spitzensteuersatz von 42 Prozent eine monatliche Ersparnis von über 200 Euro – die Ersparnis bei der Bewertung der Fahrt zum Arbeitsplatz nicht mitgerechnet.

Auch Plug-In-Hybride wie der Golf GTE können Steuervorteile nutzen.
Quelle: Sebastian Gollnow (dpa) Auch Plug-In-Hybride wie der Golf GTE können Steuervorteile nutzen

Sonderregelung für Plug-in-Hybride

Für Hybridautos gelten spezielle Regelungen. In den Genuss der Steuervorteile kommen ausschließlich Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge, deren Batterie von außen per Stecker aufgeladen wird. Dazu müssen sie als entsprechend anerkannte Firmenfahrzeuge entweder eine rein elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern haben oder eine CO2-Emission, die nicht höher als 50 Gramm pro Kilometer ist.
Ein beliebter Firmenwagen ist der VW Golf GTE, der mit seinem 204 PS starken Hybridsystem eine offizielle CO2-Emission von 40 bis 36 g/km und eine rein elektrische Reichweite von 50 Kilometern hat.
Ein Klassiker unter den Dienstwagen ist der VW Passat, den es als Passat GTE auch mit Hybridantrieb gibt. Dabei leistet er wie der Golf GTE 204 PS, hat einen offiziellen Emissionswert von 40 bis 38 g/km CO2 und eine rein elektrische Reichweite von 55 Kilometern.
Für den gehobenen Plug-in-Hybrid-Einsatz als Firmenwagen bietet sich der BMW 530e iPerformance an. Er wird von einem 184 PS starken Vierzylinder-Benzinmotor und einem 113 PS starken Elektromotor angetrieben. Die CO2-Emissionen liegen BMW zufolge bei 41 bis 36 g/km CO2, die elektrische Reichweite bei 45 bis 48 Kilometern.
Auch Mercedes-Benz hat passende Modelle in seinem Portfolio. Den Mercedes E 300 e gibt es als Benzin-Hybrid mit einem Zweiliter-Vierzylinder und einem Elektromotor mit einer Systemleistung von 320 PS. Der Mercedes E 300 de ist ein Diesel-Hybrid und hat ebenfalls einen Zweiliter-Vierzylinder und Elektromotor mit einer Systemleistung von 306 PS. Der Benziner hat eine offizielle Reichweite von 50 Kilometern, der Diesel fährt Mercedes-Benz zufolge 54 Kilometer rein elektrisch. Die Emissionswerte liegen zwischen 41 und 44 g/km CO2 beim Diesel und bei 45 g/km beim Benziner.
Audi bringt Ende 2019 eine Plug-in-Hybridversion des Audi A6. Das Modell trägt die Bezeichnung TFSI e und hat einen Vierzylinder-Benzinmotor. Auch die Luxuslimousine A8 will der Ingolstädter Automobilhersteller in einer Hybridversion anbieten.

Elektroautos als Dienstwagen sind noch nicht sehr beliebt. Das liegt vor allem an der schlecht ausgebauten Ladeinfrastruktur.
Quelle: Jens Büttner (picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB) Elektroautos als Dienstwagen sind noch nicht sehr beliebt. Das liegt vor allem an der schlecht ausgebauten Ladeinfrastruktur

Welche Förderungen es sonst noch gibt

Um das Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 zu erreichen, hat der Staat tief in die Tasche gegriffen. Wer ein E-Auto kauft, ist für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Zusätzlich gibt es beim Kauf einen Umweltbonus von 4.000 Euro für E-Autos, die ausschließlich batteriebetrieben laufen. Den Umweltbonus gibt es auch für Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie, bei denen der Elektromotor mit Wasserstoff betrieben wird. Bei Plug-in-Hybriden beträgt die Förderung immerhin noch 3.000 Euro.
Rechnet man die 4.000 Euro Umweltbonus beim Kaufpreis mit ein, nähern sich manche Listenpreise von Elektroautos den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. So kostet ein VW Golf GTE etwa 3.000 Euro mehr als ein schwächerer TDI mit 150 PS.

Die beliebtesten Elektroautos als Dienstwagen 

  1. Renault Zoe
  2. BMW i3
  3. VW e-Golf
  4. Smart EQ Fortwo
  5. Mercedes-Benz E350 e Plug-in-Hybrid

(Quelle: Chip, Stand 2018)
Die größten Hürden für Elektroautos als Dienstwagen sind die relativ hohen Preise, die teils sehr langen Lieferzeiten und vor allem die im ländlichen Raum relativ schlecht ausgebaute Ladeinfrastruktur. Daher ist der Diesel für Geschäftsreisende, die viel und auf langen Strecken unterwegs sind, immer noch die erste Wahl. Das liegt vor allem an seinen Reichweiten und der zuverlässigen Möglichkeit des Tankens.
Eine Alternative zum Diesel sind am ehesten noch die Plug-in-Hybridmodelle. Für Vielfahrer können sie eine ernste Alternative zu Modellen mit Verbrennungsmotor sein. Ihr größter Vorteil: In Städten mit Fahrverboten für Dieselfahrzeuge können die Autofahrer mit dem Plug-in-Hybrid entspannt zum Geschäftstermin im Stadtzentrum fahren.

Elektroauto als Dienstwagen: Das sind die Vorteile

  • Zehn Jahre Steuerbefreiung
  • Geldwerter Vorteil bei Privatfahrten halbiert auf 0,5 Prozent des Anschaffungspreises (zuvor gab es die Ein-Prozent-Regelung)
  • Geldwerter Vorteil bei Fahrten zum Arbeitsplatz statt 0,03 Prozent des Neupreises pro Kilometer nun 0,015 Prozent
  • Sonderregelung für Plug-in-Hybrid: maximal 40 g/km Emissionen und Mindestreichweite 40 Kilometer
  • 4.000 Euro Umweltförderung für Elektroautos
  • 3.000 Euro Umweltförderung für Plug-in-Hybrid