So fährt Skodas Elektro-SUV Enyaq

E-SUV Skoda Enyaq iV (2021) im Test

Dieses Kompakt-SUV konkurriert bald mit dem Octavia: Der Skoda Enyaq ist ein praktisches, komfortables und geräumiges Elektroauto. Erste Fahrt im Prototyp.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 05/07/2020, 08:00 AM
SKODA ENYAQ Covered Drive (20)
Quelle: Skoda 204 PS leistet der permanenterregte Synchronmotor im Skoda Enyaq

Eigentlich mag Skoda überflüssigen Schnickschnack nicht. Wer bei einem Skoda-Showcar die Show weglässt, erhält üblicherweise einen ziemlich präzisen Eindruck vom künftigen Serienmodell. Bei diesem Auto ist das anders. Denn zum ersten Mal bringt die tschechische VW-Tochter einen Serien-Skoda mit Studien-Show. Das rein elektrische Kompakt-SUV Enyaq trägt einen beleuchteten Kühlergrill – fast genau wie das Konzeptauto Skoda Vision iV.

Die Lichtshow wird als optionales optisches Detail tatsächlich Eingang in die Preisliste des Elektro-SUVs finden. Sie zeigt, welchen Stand der Enyaq im Skoda-Portfolio hat. Er ist der erste Skoda, den es nur mit elektrischem Antrieb gibt. Daher darf er etwas spezieller aussehen. Gegen Aufpreis verlängert Skoda die horizontalen Linien der Scheinwerfer oder beleuchtet alle Rippen des Grills.

Davon soll man zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts sehen. Der Hersteller bringt Prototypen zur ersten Testfahrt, wild beklebt und erst zu 85 Prozent fertiggestellt. Innen sind sie abgedeckt, einige Materialien sind noch nicht auf Serienstand. Aber sie vermitteln einen ersten Eindruck, wie das Elektro-SUV ab Anfang 2021 fahren wird. Und sie deuten an, dass Skoda mit dem Enyaq genau richtig liegt.

Der Skoda Enyaq in Kürze

  • Skoda Enyaq iV: Erster Skoda ohne Verbrenner-Option
  • Elektro-SUV zwischen Karoq und Kodiaq
  • Geräumig wie ein Skoda Octavia Combi
  • Fünf Leistungsstufen, drei Akku-Größen
  • Skoda Enyaq RS mit 306 PS und Allrad geplant
  • Beleuchteter Kühlergrill in Serie
  • Premiere im Sommer 2020
  • Marktstart Skoda Enyaq iV: Anfang 2021


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Skoda Enyaq: Elektro-SUV mit Octavia-Platz

Auf den ersten Blick wirkt der Enyaq wie eine elektrische Version des Kodiaq. Mit einer Länge von 4,65 Metern ist er nur fünf Zentimeter kürzer, mit 1,62 Metern Höhe aber sechs Zentimeter flacher. Unter seiner Tarnung wirkt er bullig, aber nicht so sehr wie das große SUV: Der Enyaq orientiert sich eher am Skoda Octavia Combi.

Mit ihm teilt er sich ungefähr das Kofferraumvolumen (585 bis 1.711 Liter; Octavia: 640 bis 1.700 Liter). Bei Beinfreiheit im Fond und Kopffreiheit übertrifft er ihn. Dafür sitzt man im Enyaq aufrechter. Das ist üblich bei SUV-Modellen. So spielen sie ihre Höhe aus und schaffen so mehr Platz.

Das elektrische Chassis schränkt an einigen Stellen ein. Ein Paket aus Motor, Getriebe, Spannungswandler und Leistungselektronik sitzt an der Hinterachse, der Akku unter der Fahrgastzelle. Unter den Vordersitzen ist in der tiefsten Position nicht so viel Platz wie in einem Verbrenner. Der Kofferraum gerät unter der Bodenplatte kleiner. Skoda baut trotzdem eine kluge Ablage für das Ladekabel ein. Zwischen Motorpaket und Heckblech bleibt Stauraum für kleines Gepäck.

SKODA ENYAQ Covered Drive (41)
Quelle: Skoda Im ersten Test wirkt das Fahrwerk sehr nah an der Serie. Komfortabel und angenehm federt der Enyaq

Es sitzt sich großzügig im Enyaq, auch zu viert. Skoda verspricht, dass sich die Serienversion außerdem gut anfühlt. Die Spitzenvariante erhält olivengegerbtes Leder – das ist weniger umweltschädlich als die übliche Verarbeitung mit Chromsalzen. In günstigeren Ausstattungen kommen andere Materialien zum Einsatz. Zum Beispiel ein Mix aus Wolle und recycelten PET-Flaschen.

Extras nachrüsten im Skoda Enyaq

Skoda will den Enyaq in fünf Ausstattungsvarianten anbieten. Sie heißen Loft, Lodge, Lounge, Suite und Eco Suite. Insgesamt zehn Pakete lassen sich dazukonfigurieren. Sie drehen sich um Bequemlichkeit, Assistenten, Transportlösungen, Infotainment, Familie, Klima, Licht und die Sitze. Je höher die Ausstattung, desto mehr dieser Pakete sind serienmäßig an Bord. Einige wenige Extras lassen sich einzeln dazukaufen. Dazu gehören Anhängerkupplung (Anhängelast Skoda Enyaq: 1.000 kg mit Heckantrieb, 1.200 kg mit Allrad), Schnellladung, Wärmepumpe, Alarmanlage und Seitenairbags für den Fond.

Manche Funktionen können nachträglich hinzugebucht und kabellos freigeschaltet werden. Zum Beispiel die Schnellladefunktion, die große Klimaautomatik oder das Navigationssystem. Für Letzteres ist nur das große 13-Zoll-Display (Serie oberhalb der Basis) nötig. Das Navi muss lediglich aktiviert werden. Diese Möglichkeiten sind für Zweitbesitzer interessant – außerdem für Leasing-Rückläufer. Skoda-Händler können die Ausstattung vor dem Weiterverkauf anpassen.


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Fünf Leistungsstufen, drei Akkus und ein Skoda Enyaq RS

Skoda bietet den Enyaq iV mit drei Akkugrößen an. Die Basis (Skoda Enyaq iV 50) fährt mit 52 Kilowattstunden netto, genug für 340 Kilometer laut Norm. In dieser Konstellation sitzt ein Elektromotor mit 109 kW (148 PS) an der Hinterachse. Mehr Leistung gibt es mit mehr Akkukapazität: Der Enyaq iV 60 kommt mit größerer Batterie (58 kWh netto), 390 Kilometern Normreichweite und 132 kW (180 PS) Motorleistung. Im Enyaq iV 80 arbeitet ein Akku mit 77 kWh Netto-Kapazität und 150-kW-Motor (204 PS). Seine Reichweite liegt bei 500 Kilometern.

Zudem plant Skoda zwei Allrad-Modelle. Sie bekommen den großen Akku und zusätzlich einen Motor an der Vorderachse. Als Skoda Enyaq iV 80x wird das Elektro-SUV 195 kW (265 PS) stark. Im Sportmodell Enyaq RS stehen 225 kW (305 PS) an – die maximal vorgesehene Leistung der Elektro-Architektur und mehr als in jedem anderen Auto des Herstellers. Skoda gibt für die Spitzenversion eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h an. Das Auto sprintet in 6,2 Sekunden auf Tempo 100. Mit Allradantrieb liegt die Reichweite des Enyaq bei 460 Kilometern.

SKODA ENYAQ Covered Drive (42)
Quelle: Skoda Anfang 2021 soll der Marktstart für den Skoda Enyaq erfolgen

Zur ersten Testfahrt bringt Skoda den Enyaq iV 80 mit. Eine Variante mit viel Kraft, die sich betont unauffällig entfaltet. Der Motor hat keine Schwierigkeiten mit dem Zweitonner, er bewegt ihn sanft und gut dosierbar. Die unaufgeregte Charakteristik passt gut zum Enyaq. Zumal er innen insgesamt angenehm ruhig bleibt.

Noch ist die Entwicklung des Skoda Enyaq nicht abgeschlossen. Das spürt man vor allem am Bremspedal. Auf den ersten Zentimetern bleibt es schwammig und undefiniert. Der Übergang von Rekuperation auf Reibbremse benötigt noch viel Feinschliff. Besser geht es mit der verstellbaren Rekuperationsstufe. Wählt man einen hohen Wert aus, lässt sich der Enyaq fast ohne Bremspedal fahren.

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Quelle: Skoda Obwohl der Enyaq noch ein Prototyp ist, fühlt er sich bereits sehr vollständig an. Hier sitzt mobile.de-Redakteur Constantin Bergander zusammen mit Skoda-Chef Bernhard Maier im Enyaq

Das Fahrwerk macht einen deutlich seriennahen Eindruck: Verbindlich, komfortabel und angenehm federt der Enyaq. Hier fehlen höchstens noch einige Detailabstimmungen. Skoda will es den Hinterbänklern noch etwas gemütlicher machen. Den Fahrer dürfen die Ingenieure bei der Gelegenheit ebenfalls entkoppeln, denn aktuell fährt der Enyaq mit einer sehr mitteilungsbedürftigen Lenkung. Die könnte das eine oder andere Detail zum Straßenbelag durchaus für sich behalten.


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Obwohl der Enyaq noch ein Prototyp ist, fühlt er sich bereits sehr vollständig an. Bis zur offiziellen Premiere im Sommer 2020 dürfte Skoda die Unstimmigkeiten gelöst haben. Der Marktstart ist für den Anfang 2021 angesetzt. Dann muss er sich einem Konkurrenten aus eigenen Reihen stellen: Der ID.4 teilt sich viele Komponenten mit dem Enyaq. Beide Elektro-SUVs fahren in derselben Klasse.

Voraussichtlich wird Skoda das Duell zumindest im Preis gewinnen. Der Hersteller nennt noch keine Details zu den Anschaffungskosten, sagt aber, dass er der Preis-Leistungs-Sieger wird. Wir gehen davon aus, dass er als Enyaq iV 50 bei rund 35.000 Euro beginnt, abzüglich Elektroprämie. Damit wäre er günstiger als ein vergleichbarer Skoda Kodiaq. Und nicht weit weg vom Skoda Octavia.

Skoda Enyaq: Technische Daten

Skoda Enyaq iV 80 (Prototyp)Technische Daten
Motorpermanenterregter Synchronmotor (Elektromotor)
Getriebefeste Übersetzung
Leistung150 kW (204 PS)
Drehmomentk. A.
Beschleunigung 0-100 km/hk. A.
Geschwindigkeitk. A.
Verbrauchk. A.
CO2-Ausstoß0 g/km
Länge4.648 mm
Breite1.877 mm
Höhe1.618 mm
Radstand2.765 mm
Anhängelast1.000 kg
Kofferraumvolumen585-1.711 Liter
MarktstartAnfang 2021

Der Skoda Enyaq in Bildern

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    Quelle: Skoda Zwei Allrad-Modelle hat Skoda noch in der Planung. Sie bekommen den großen Akku und zusätzlich einen Motor an der Vorderachse
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    Quelle: Skoda Mit dem größten Akku-Paket soll der Enyaq bis zu 500 Kilometer weit fahren
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    Quelle: Skoda Preise für das Elektro-SUV nennt Skoda noch nicht. Wir schätzen, dass der Enyaq iV 50 bei rund 35.000 Euro startet
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    Quelle: Skoda Wählt man eine hohe Rekuperationsstufe, lässt sich der Enyaq nahezu ohne Bremspedal fahren
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    Quelle: Skoda Auf der ersten Testfahrt, beantwortet Skoda-Entwicklungschef Christian Strube die Fragen von mobile.de-Redakteur Constantin Bergander
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    Quelle: Skoda Obwohl der Enyaq noch ein Prototyp ist, fühlt er sich bereits sehr vollständig an. Hier sitzt mobile.de-Redakteur Constantin Bergander zusammen mit Skoda-Chef Bernhard Maier im Enyaq
  • SKODA ENYAQ Covered Drive (40)
    Quelle: Skoda Auch vom Enyaq wird es eine RS-Version geben
  • SKODA ENYAQ Covered Drive (41)
    Quelle: Skoda Im ersten Test wirkt das Fahrwerk sehr nah an der Serie. Komfortabel und angenehm federt der Enyaq
  • SKODA ENYAQ Covered Drive (42)
    Quelle: Skoda Anfang 2021 soll der Marktstart für den Skoda Enyaq erfolgen
  • SKODA ENYAQ Covered Drive (43)
    Quelle: Skoda Der Enyaq ist das erste Auto der Tschechen, dass ausschließlich mit elektrischem Antrieb angeboten wird
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    Quelle: Skoda Der Skoda Enyaq teilt sich einige Komponenten mit Volkswagens ID.4