VW Tiguan 2 (2017): Kaufberatung, Motoren, Test

Die große VW Tiguan Kaufberatung

Der VW Tiguan ist der Golf unter den Kompakt-SUV, gemessen an Absatz und Anspruch. Doch welcher Tiguan II passt am besten? Erfahre es in unserer Kaufberatung.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 08/28/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:07 PM
Der große VW Tiguan: Welches Modell passt zu Ihnen?
Quelle: mobile.de Der große VW Tiguan: Welches Modell passt zu Ihnen?

Er sieht wie ein SUV aus und fühlt sich auch so an. Genau genommen ist der VW Tiguan aber ein Geländewagen. Weil Rampen- und Böschungswinkel, Antrieb, Sperren und Anhängelast den Anforderungen für diese Klassifizierung entsprechen. Und weil es besser klingt. Geländewagen sind ja grundsätzlich nützlich, SUV eher unnötig dick.

Unabhängig von der Einordnung ist der Tiguan der erfolgreichste kompakte Hochbeiner in Deutschland. Generation zwei wird seit 2016 verkauft. Ganz untypisch VW: Zum Modellwechsel veränderte er sich umfassend. Länge und Radstand wuchsen, es gibt mehr Platz im Kofferraum und auf der Rückbank. Viele Ablagen und Fächer verstauen Kram und Zeug – praktisch in einem Familienauto. Wer möchte, kann sich einen digitalen Tacho einbauen lassen, ein Head-up-Display ergänzen und viele Sicherheitsextras dazubuchen.

Den Tiguan gab es im Modelljahr 2017 mit vier Benzinern (125 bis 220 PS) und vier Dieseln (115 bis 240 PS). Je nach Leistung und Ausstattung treiben die Verbrenner ein manuelles Schaltgetriebe oder ein Doppelkupplungsgetriebe die Vorderachse oder alle vier Räder an. Insgesamt standen 15 Varianten in der Preisliste. Wir haben fünf davon für unsere Kaufberatung getestet.

Der Meiste: VW Tiguan Highline 2.0 TDI 4Motion (150 PS)

Der 150-PS-Diesel ist der Liebling aller Tiguan-Käufer. Fast ein Drittel bestellen ihn mit dem 2,0-Liter-Selbstzünder, viele davon wählen den Allradantrieb 4Motion dazu. Trotz seiner Einordnung werden davon aber nur die Wenigsten regelmäßig im Gelände unterwegs sein – sie zahlen den Aufpreis für das Extra an Sicherheit oder für 2,5 Tonnen Anhängelast. Dafür nehmen sie einen höheren Normverbrauch in Kauf: Laut NEFZ steigt der Durst um 0,7 Liter pro 100 Kilometer.

Ob mit oder ohne Allrad: Der Antrieb steht dem Tiguan gut. Leistung und Drehmoment passen zu Gewicht und Größe des Autos. Der Vierzylinder treibt das Modell mit ordentlicher Kraft an und hat genügend Reserven. VW stimmt das Siebengang-DSG in den meisten Bereichen ausgezeichnet ab. Nur manchmal nervt es mit leichtem Rucken beim Anfahren, insgesamt verhält es sich unauffällig. Gute Dämmung fängt das Knurren des Diesels weitestgehend ein. Unser Praxisverbrauch von 7,0 Litern geht in Ordnung, zumal er in der Stadt kaum durstiger war. Allerdings spürt man seine Größe auf der Autobahn recht deutlich. Geschwindgkeiten oberhalb von 140 km/h machen ihn durstig.

Mit 212 km/h ist die Ausführung des Tiguans mit 190 PS die Schnellste im Vergleich
Quelle: mobile.de Mit 212 km/h ist die Ausführung des Tiguans mit 190 PS die Schnellste im Vergleich
ModellVW Tiguan Highline 2.0 TDI 4Motion (150 PS)
Motor2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel
Leistung150 PS (110 kW) bei 3.500-4.000 U/min
Drehmoment340 Nm bei 1.750-3.000 U/min 0 – 100 km/h: 9,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Antrieb7-Gang-DSG (alt. 6-Gang manuell), Allradantrieb
Leergewicht Basisversion (EU)1.673 Kilo
NEFZ-Verbrauch5,6-5,7 Liter pro 100 Kilometer
Testverbrauch7,0 Liter pro 100 Kilometer
Basispreis (2017)32.725 Euro
Testwagenpreis50.560 Euro

VW Tiguan Highline 2.0 TDI (115 PS)

115 PS klingen wenig, doch mit 320 Newtonmeter Drehmoment schwächelt der kleinste Diesel im Tiguan-Programm nicht. Sagen wir mal: Er reicht gerade so. Wer öfter zügig auf der Autobahn unterwegs ist, wünscht sich mehr Leistung. Überholmanöver auf der Landstraße erfordern etwas Planung. Pendelstrecken und Stadtverkehr sind genau richtig für den 115-PS-Diesel. Hier fehlte uns nichts, außer vielleicht einer Automatik. VW bietet den schwächsten Tiguan nur mit 6-Gang-Handschaltung an.

Der Lohn für den Verzicht: Ein niedriger Verbrauch. Es erfordert nicht sonderlich viel Rücksicht, um ihn in der Stadt mit gut 6 Litern pro 100 Kilometer zu bewegen. Defensive und vorausschauende Fahrer schaffen sogar eine Fünf vor dem Komma. Das geringe Gewicht dank des Wegfalls von Allrad und DSG hilft, den Durst niedrig zu halten. Aber nur wenige Käufer trauen sich an den schwachen Motor – der Käuferanteil liegt bei 1,4 Prozent. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist er deshalb selten vertreten.

ModellVW Tiguan Highline 2.0 TDI (115 PS)
Motor2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel
Leistung115 PS (85 kW) bei 2.750-4.500 U/min
Drehmoment320 Nm bei 1.700-2.500 U/min 0 – 100 km/h: 10,9 Sekunde
Höchstgeschwindigkeit185 km/h
Antrieb6-Gang-Handschaltung, Frontantrieb
Leergewicht Basisversion (EU)1.574 Kilogramm
NEFZ-Verbrauch4,7-4,8 Liter pro 100 Kilometer
Testverbauch5,8 Liter pro 100 Kilometer
Basispreis (Liste)28.300 Euro
Testwagenpreis45.165 Euro

VW Tiguan Highline 2.0 TDI 4Motion (190 PS)

Ordentlich Power und trotzdem wenig Durst? Naja, nicht ganz. Im Tiguan-Programm leistet der zweitstärkste Diesel 190 PS. Damit geht das Modell ordentlich vorwärts, wird aber nicht beeindruckend schnell. Das mag am Gewicht liegen – VW gibt immerhin zwischen gut 1,7 und 1,9 Tonnen für diese Ausführung an. Mit vielen Extras, darunter die Ausstattungsline Highline und das schwere Panorama-Glasdach, liegt unser Testwagen am oberen Ende der Skala. Plötzlich wirkt der Motor zwar noch kräftig, aber nicht mehr besonders stark. Allradantrieb und Siebengang-DSG gehören serienmäßig zum Motor.

Wie beim 150-PS-Diesel gefiel das automatische Getriebe in den meisten Fällen. Nur im Spritsparmodus störte der Übergang zwischen Schubbetrieb und sanften Gasstößen. Der Tiguan scheint zunächst kein Gas annehmen zu wollen, schaltet dann aber ruckartig runter und springt nach vorn. Andere Motor-Getriebe-Kombinationen können das besser.

Viel Leistung und Gewicht kosten viel Sprit. Weniger als 7,0 Liter verbraucht er selten, im Schnitt werden es mehr als 8. Wie für alle anderen Modelle gilt: Fährt er schnell, wird er durstig. Dafür geht Schnellfahren mit ihm besser. Das überzeugt rund 17 Prozent der Kunden.

Die Tiguan Modelle haben eine Länge von 4.486 mm, eine Breite von 1.839 mm und eine Höhe von 1.654 mm
Quelle: mobile.de Die Tiguan Modelle haben eine Länge von 4.486 mm, eine Breite von 1.839 mm und eine Höhe von 1.654 mm
ModellVW Tiguan Highline 2.0 TDI 4Motion (190 PS)
Motor2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel
Leistung190 PS (140 kW) bei 3.500-4.000 U/min
Drehmoment400 Nm bei 1.900-3.300 U/min 0 – 100 km/h: 7,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit212 km/h
Antrieb7-Gang-DSG, Allradantrieb
Leergewicht Basisversion (EU)1.723 Kilogramm
NEFZ-Verbrauch5,7 Liter pro 100 Kilometer
Testverbauch8,2 Liter pro 100 Kilometer
Basispreis (Liste)38.375 Euro
Testwagenpreis52.560 Euro

Der Günstigste: VW Tiguan Comfortline 1.4 TSI (125 PS)

Tiguan-Kunden mögen Basismotorisierungen nicht. Was für den Diesel (siehe oben) gilt, zeichnet sich auch beim Benziner ab: Nicht einmal vier Prozent der Käufer entscheiden sich für den 1.4 TSI mit 125 PS. Die größere Variante mit 150 PS schafft immerhin 20 Prozent Anteil, es liegt also nicht am Kraftstoff. Zudem passt der Einstiegsbenziner ganz gut zum Tiguan. Besonders stark ist er nicht, aber das fällt in der Stadt kaum auf. Sein maximales Drehmoment (200 Nm) liegt in einem breiten Bereich an und lässt ihn angenehm fahren. Die Übersetzung des manuellen Sechsganggetriebes passt gut zum Motor, die Geräuschkulisse ist angenehmer als in allen Dieseln.

VW stimmt die Lenkung des kleinen Benziners leichter ab als jene in den Allrad-Dieseln, Fahrmodi spreizen sich gefühlt deutlicher. Besonders die Gasannahme im Sport-Modus gefällt gut. Insgesamt liegt dem Motor sanftes Gleiten aber eher. Mit aktiviertem Eco-Modus schafft er im Stadtverkehr Verbräuche um 7,0 Liter. Vorausschauende, zügige Fahrten auf der Autobahn kosten etwa 8,5 Liter.

ModellVW Tiguan Comfortline 1.4 TSI (125 PS)
Motor1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
Leistung125 PS (92 kW) bei 5.000-6.000 U/min
Drehmoment200 Nm bei 1.400-4.000 U/min 0 – 100 km/h: 10,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit190 km/h
Antrieb6-Gang-Handschaltung, Frontantrieb
Leergewicht Basisversion (EU)1.490 Kilogramm
NEFZ-Verbrauch6,1 Liter pro 100 Kilometer
Testverbauch8,1 Liter pro 100 Kilometer
Basispreis (Liste)26.575 Euro
Testwagenpreis43.440 Euro

Der große Benziner: VW Tiguan Comfortline 2.0 TSI 4Motion (180 PS)

Etwas auffälliger gibt sich der zweitstärkste Benziner im Tiguan. Der 2,0-Liter-Motor bleibt meistens im Hintergrund, aber mit der Drehzahl kommt der Lärm. Nicht allzu aufdringlich, aber deutlich wahrnehmbar. Leider passt die Beschleunigung nicht zum Sound. Zum Teil liegt das am serienmäßigen DSG – wie beim großen Diesel ruckelt es manchmal beim Lastwechsel. Außerdem dauerte uns das Umschalten von Vorwärts auf Rückwärts zu lange.

Typisch für einen starken Benziner: Der 2,0-Liter-TSI verbraucht mehr als die anderen Motoren. Ohne dichten Verkehr werden es in der Stadt bei gemütlicher Fahrt fast 10 Liter pro 100 Kilometer. Wer auf der Autobahn eine 9 vor dem Komma sehen möchte, hätte auch auf die 180 PS des Motors verzichten können.

ModellVW Tiguan Comfortline 2.0 TSI 4Motion (180 PS)
Motor2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
Leistung180 PS (132 kW) bei 3.940-6.000 U/min
Drehmoment320 Nm bei 1.500-3.940 U/min 0 – 100 km/h: 7,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit208 km/h
Antrieb7-Gang-DSG, Allradantrie
Leergewicht Basisversion (EU)1.645 Kilogramm
NEFZ-Verbrauch7,3-7,4 Liter pro 100 Kilometer
Testverbauch9,4 Liter pro 100 Kilometer
Basispreis (Liste)35.275 Euro
Testwagenpreis54.020 Euro

Alternative Antriebe im VW Tiguan

Der Tiguan ist eines der erfolgreichsten Autos von VW. Trotzdem bleibt der Hersteller bei der Antriebswahl klassisch: Es gibt Benziner und Diesel – fertig. Einen Plug-in-Hybrid kündigte VW bereits in einer Studie an. Das Serienmodell könnte noch 2019 kommen und die Technik vom Passat GTE nutzen. Zudem soll bald ein Elektro-SUV starten – das wird allerdings ein eigenes Modell. Mit dem Tiguan hat es nur die Größe gemeinsam. Erdgas oder Autogas sind beim Tiguan kein Thema für VW.

Karosserie und Platzangebot

Im Tiguan sitz man stets gemütlich - vorne, sowie hinten
Quelle: mobile.de Im Tiguan sitzt man stets gemütlich - vorne, genau wie hinten

VW startete das Segment Kompakt-SUV mit dem Tiguan I. Mittlerweile gibt es viele SUV-Modelle im Bestand. Der Tiguan wuchs in Generation zwei, um nach unten Platz für den VW T-Roc zu machen. Der Radstand wuchs um acht, die Länge um sechs, die Breite um drei Zentimeter. Davon profitiert das Platzangebot: Vorn und hinten sitzt man im Tiguan großzügig. Besonders dann, wenn die verschiebbare Rückbank ganz hinten einrastet. Rückt man sie ganz nach vorn – ganz oder in Teilen – wird es eng für die Knie. Dafür passen dann 615 Liter Ladung in den Kofferraum. Mit umgeklappten Lehnen lädt der Tiguan 1.655 Liter ein. Der Vorgänger bot vergleichsweise knappe 470 bis 1.510 Liter.

Leider lassen sich die Gepäckhaken im Kofferraum schlecht nutzen. Sie sitzen zu weit unten. Dafür denkt VW beim doppelten Boden mit: Zwei Plastiknasen halten ihn oben, wenn er hochgeklappt wird. Besonders stabil wirken die allerdings nicht.

Toll: Im Tiguan gibt es viele Fächer, Klappen und Ablagen, die jede Menge Kleinkram verstauen. Man findet sie am Armaturenbrett, den Türen, in der Mittelkonsole – sie sind überall und ordentlich dimensioniert.

Abmessungen VW Tiguan 2

ModellVW Tiguan 2
Länge4.486 mm
Breite1.839 mm
Breite mit Außenspiegeln2.099 mm
Höhe1.654 mm (4Motion: 1.673 mm)
Radstand2.677 mm
Wendekreisca. 11,5 m
Kofferraumvolumen615-1.655 l
Tankinhalt58 l (4Motion: 60 l)

Getriebe und Antriebe im VW Tiguan 2 

Viel Auswahl bietet bei VW beim Thema Getriebe nicht: Kleine Motoren kommen mit einer manuellen Schaltbox, große mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Alle dazwischen bekommen das DSG optional, der 1,4-Liter-Benziner allerdings nur mit sechs Gängen. Aufpreis laut Preisliste: Jeweils 2.000 Euro.

Auf anderen Märkten verkauft VW den Tiguan mit einer Wandlerautomatik. Diese Art Getriebe ist besonders in den USA beliebt. Sie ermöglicht ein höheres Anfahrmoment, das Kunden dort bevorzugen. Das DSG funktionierte im Test in den meisten Fällen ordentlich, aber eben nicht ganz so harmonisch wie ein moderner Wandler. Vor allem bei entspannter Fahrt mit häufigen Wechseln zwischen Schub und Last fehlt dem DSG die Entschlossenheit. Der Wandler schleift in diesen Momenten die Übergänge glatt. Immerhin: VW hat die Doppelkupplung besser im Griff als einige andere Hersteller.

Allradantrieb gibt es im VW Tiguan ab 150 PS optional. Generell wird vor allem die Vorderachse angetrieben. Bemerkt die Elektronik dort Schlupf, koppelt das System die Hinterachse zu. Dafür erzeugt eine elektrisch gesteuerte Pumpe an der Hinterachse Öldruck, die Haldex-Kupplung schließt. Dieser Vorgang dauert nur ein paar Hundertstelsekunden und spart Sprit – in den meisten Fällen wird die Hinterachse schließlich nicht angetrieben. Trotzdem wird das Auto wegen des Allradantriebs schwerer. Ungefähr 90 zusätzliche Kilogramm, die beschleunigt und gebremst werden müssen. Im Zyklus bedeutet das rund einen Liter Mehrverbrauch gegenüber einem reinen Fronttriebler. Die Praxis bestätigt diesen Wert.

Ausstattungslinien und Extras im VW Tiguan 2

Der Tiguan bleibt in der Kompaktklasse. Dementsprechend ist die Serienausstattung überschaubar
Quelle: mobile.de Der Tiguan bleibt in der Kompaktklasse. Dementsprechend ist die Serienausstattung überschaubar

Trotz neuer Größe gehört der Tiguan in die Kompaktklasse. Seine Serienausstattung ist entsprechend überschaubar. Verzurrösen und Taschenhaken gehören immerhin dazu, das Deckelfach auf dem Armaturenbrett und ein klimatisiertes Handschuhfach ebenfalls.

Sicherheit

Die Basisausstattung Trendline bringt außerdem einige Assistenten mit: Multikollisionsbremse, Spurverlassenswarner, Fußgängererkennung mit Notbremse („Front Assist“) gibt es serienmäßig. Wer viel auf Autobahnen unterwegs ist, sollte über das Fahrerassistenzpaket nachdenken. Es umfasst einen Abstandstempomaten und einen Spurassistenten. Ist ein Doppelkupplungsgetriebe verbaut, rollt der Tiguan im Stau außerdem selbstständig mit und bremst bis zum Stillstand. LED-Lampen gehören ebenfalls zum Paket.

Das Assistenzspaket Plus bringt zusätzlich ein Head-up-Display, dynamisches Kurvenlicht und Fernlicht-Automatik mit. Das Licht lohnt sich, die LED-Lampen leuchten die Straße prima aus. Das HUD hingegen ist verzichtbar. Es projiziert die Geschwindigkeiten nur auf eine kleine Zusatzscheibe, nicht auf die Frontscheibe. Die Augen müssen stets neu fokussieren. Das strengt an und schränkt den Vorteil des Extras ein. VW bindet das große Assistenzpaket fest an Spiegelpaket und Lederausstattung.

Ausstattungslinien: Comfortline ist sinnvoll

Wer die Assistenten braucht, muss auf die Bassis-Ausstattung verzichten. VW baut sie erst ab Comfortline ein. Nicht schlimm, denn das lohnt sich: Sie umfasst einen Beifahrersitz mit faltbarer Lehne, die Durchreiche in der Rückbank, Schubladen und Taschen sowie Parkpiepser. Klimaanlage und ein Radio gibt es im Tiguan generell serienmäßig.

Die höchste Ausstattungsline Highline lohnt sich, wenn LED-Lampen mit Abbiegelicht, Abstandstempomat, Dreizonen-Klima und ein schöneres Radio ins Auto müssen. Anderenfalls genügt in der Regel Comfortline. Das gesparte Geld kann man zum Beispiel in das „Business-Premium“-Paket investieren. Hier sind Navi, digitale Instrumente, mehr Konnektivität und ein verstellbarer Gepäckboden dabei.

Fahrwerk: Adaptiv mit Modusschalter

Alle Autos kamen mit dem Verstellfahrwerk „Dynamic Chassis Control“ (DCC) zum Test. Wir können deshalb nur schwer beurteilen, ob der Aufpreis gerechtfertigt ist. Die Fahrwerksregelung funktioniert gut, je nach Modus federt der Tiguan moderat weich bis moderat straff. Man spürt die Unterschiede, nimmt sie aber nicht immens wahr. Das Standardfahrwerk dürfte die meisten Fahrer zufriedenstellen.

Unabhängig davon lohnt sich die Fahrprofilauswahl. Sie beeinflusst das Gewicht der Lenkung und die Reaktion auf das Gaspedal sowie die Schaltstrategie des DSG. Die Allradversionen haben sie serienmäßig an Bord.

Durch Ablagen, Klappen und Fächer gibt es viele Möglichkeiten Kleinkram zu verstauen
Quelle: mobile.de Dank Ablagen, Klappen und Fächern gibt es viele Möglichkeiten, Kleinkram zu verstauen

Das gefällt uns am VW Tiguan 2

Der Tiguan ist praktisch. Er bietet viel Platz, viele Ablagen und jede Menge nutzbaren Raum. Mit der verschiebbaren Rückbank wird das SUV variabel. Familien mit Kindern haben gegenüber einem Van kaum Nachteile – zumindest den Platz betreffend.

Außerdem überzeugt der Tiguan mit seinem Fahrverhalten. Er rollt komfortabel ab, federt nachgiebig und souverän und steuert sich präzise. Die leichtgängige Lenkung passt gut in die Stadt, auf der Autobahn gibt es am Geradeauslauf und am Geräuschniveau wenig zu meckern. Wenn es sein muss, kommt der Dicke sogar zügig ums Eck. Aber man merkt deutlich, dass er schwerer und höher ist als ein kompakter Pkw.

Während der Testphase quälten wir die Tiguan-Modelle häufig mit niedrigen Temperaturen. Hier freuten wir uns regelmäßig über die extrem schnell wärmende Sitzheizung – und in manchen Testwagen über das beheizare Lenkrad. Wir würden es bestellen – wenn da nicht die blöde Aufpreispolitik wäre. Das klappt beim Infotainment besser: „App Connect“ integriert Smartphones per Android Auto und Apple CarPlay ab dem Infotainmentsystem Competition Media. Ein Navi ist dafür nicht nötig – das senkt den Preis. Die Integration lief tadellos.

Man kann den Tiguan langweilig oder bieder finden. Er mag etwas schlicht sein, dafür stimmen aber Materialien und Verarbeitung. Sogar dort, wo VW Hartplastik einsetzt, sieht es nicht billig aus.

Das gefiel uns nicht am Tiguan 2

Obwohl es meist gut funktionierte, bleibt das Doppelkupplungsgetriebe ein Schwachpunkt des Tiguan. Auf die Dauer nervt das Ruckeln beim Lastwächsel, obwohl es nur leicht vorhanden ist. Die Gedenksekunde beim Wächsel von Vorwärts auf Rückwärts fehlt ebenfalls Geschwindigkeit, außerdem Harmonie. Für viele Fahrer ist der Handschalter deshalb eine Überlegung wert.

Ebenfalls diskutabel: Die elektrische Heckklappe mit Bewegungssensor. Die Idee ist praktisch, die Umsetzung leider nicht. Der Sensor regierte selten auf den ersten Tritt unter die Heckschürze. Manchmal stellte sich die Klappe stur.

Ein Problem hat der Tiguan schon vor dem Kauf. In seiner Preisliste steht an vielen Positionen „Nur in Verbindung mit“ - diese Extras sind dann fest an eine weitere Option gekoppelt oder nur mit einer bestimmten Ausstattungslinie verfügbar. Manche Extras wirken auf den ersten Blick günstig und werden dann doch teuer. Technische Gründe scheint es dafür nicht zu geben.

Die Kleinen sind Geheimtipps

So viele Kunden können sich nicht irren: Der 150-PS-Diesel passt, mit ihm machen die meisten Tiguan-Fahrer nichts falsch. Frontantrieb oder lieber Allrad? Hängt vom Einsatzzweck ab. Wer tatsächlich ins Gelände will, kann drüber nachdenken. Wer den Tiguan als SUV betrachtet, kann sich den Aufpreis sparen. Sicher fährt er auch ohne, außerdem spart er mit Frontantrieb Sprit. Wer darauf achtet, sollte sich aber lieber in einem anderen Segment umsehen. Große, schwere Autos verbrauchen stets unnötig viel Kraftstoff.

Die kleinen Motoren haben uns angenehm überrascht. Gemütliche Fahrer, die keine Anhänger ziehen wollen, werden den kleinen Benziner mögen. Der fährt schön unkompliziert, obwohl er wenig Kraft hat. Andererseits ist der Aufpreis zum 150-PS-Benziner relativ gering. VW gibt für ihn einen niedrigeren Normverbrauch an. Noch weniger Sprit spritzen die Diesel ein. Die großen Antriebe mit 180 und 190 PS fanden wir unnötig.




Die große Tiguan Kaufberatung

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  • Das Kofferraumvolumen beträgt bei allen Tiguan Modellen 615-1.655 Liter
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