BMW i4 im Check: Was der Stromer kann und wo er schwächelt
Der BMW i4 verbindet die Silhouette eines Gran Coupé mit einem rein elektrischen Antrieb. Wir zeigen, für wen sich der Kauf jetzt noch lohnt und wann der Cabrio-Nachfolger kommt.
- Das Wichtigste in Kürze
- Der BMW i4 im Testbericht
- Die Motoren des BMW i4
- Laden mit bis zu 205 Kilowatt
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Vor- und Nachteile des BMW i4
- Einordnung: Generationen, Facelifts und Updates
- Welche bekannten Probleme gibt es beim BMW i4?
- Fazit: Für wen lohnt sich der BMW i4?
Das Wichtigste in Kürze
- Der eDrive40 schafft bis zu 613 Kilometer und fährt sich angenehm sportlich.
- Trotz Batterie ist der Kofferraum des Elektroautos erfreulich geräumig.
- Im Crashtest gibt es allerdings nur vier von fünf Sternen.
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Der BMW i4 im Testbericht
Auffällig ist die spontane Kraftentfaltung: Schon das Basismodell eDrive35 mobilisiert 400 Newtonmeter aus dem Stand. Das Topmodell M60 xDrive kommt auf 795 Newtonmeter und sprintet in 3,7 Sekunden auf 100 km/h.
Der niedrige Schwerpunkt durch die im Fahrzeugboden verbaute Batterie sorgt für ein sattes Kurvenverhalten, wie es für BMW-Modelle typisch ist. Wer die Allradvarianten wählt, profitiert von zusätzlicher Traktion bei Nässe.
Kritisch fällt der Blick auf die Assistenzsysteme aus:
Der Euro-NCAP-Test von 2022 bemängelte ein schwaches automatisches Notbremssystem beim Rückwärtsfahren sowie Schwächen bei der Erkennung querender Radfahrer und Fußgänger. Das reguläre Spurhaltesystem überzeugte dagegen.
Vergleichbare Modelle:
- Mercedes-Benz CLA Electric
Viertürige Coupé-Limousine mit vergleichbarer Reichweite im ähnlichen Preissegment - Audi A6 e-tron
Etwas größer, mit 800-Volt-Technik und entsprechend kürzeren Ladezeiten. - Tesla Model 3
Günstigerer Einstieg in die elektrische Mittelklasse, allerdings mit reduziertem Bedienkonzept ohne klassische Tasten
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Die Motoren des BMW i4
Alle Varianten fahren rein elektrisch. Der eDrive35 und der eDrive40 sind mit einem Elektromotor an der Hinterachse ausgestattet.
Der xDrive40 und M60 xDrive verfügen über je einen zusätzlichen Motor an der Vorderachse.
| Modell | Leistung | Drehmoment | 0–100 km/h | Vmax | Verbrauch (WLTP) | Reichweite (WLTP) | Grundpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| i4 eDrive35 | 210 kW (286 PS) | 400 Nm | 6,0 s | 190 km/h | 17,6–14,7 kWh/100 km | 424–514 km | 58.200 Euro |
| i4 eDrive40 | 250 kW (340 PS) | 430 Nm | 5,6 s | 190 km/h | 18,0–14,9 kWh/100 km | 505–613 km | 61.300 Euro |
| i4 xDrive40 | 295 kW (401 PS) | 600 Nm | 5,1 s | 200 km/h | 18,9–16,7 kWh/100 km | 483–546 km | 64.800 Euro |
| i4 M60 xDrive | 442 kW (601 PS) | 795 Nm | 3,7 s | 225 km/h | 20,9–16,6 kWh/100 km | 434–551 km | 73.700 Euro |
Bei der Batterie unterscheiden sich die Varianten deutlich:
- Der eDrive35 begnügt sich mit einem Netto-Energieinhalt von 67,1 kWh.
- Die drei übrigen Modelle greifen auf rund 81 Kilowattstunden zurück (eDrive40 und xDrive40: 81,3 kWh, M60 xDrive: 81,1 kWh).
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Laden mit bis zu 205 Kilowatt
An der Schnellladesäule ziehen eDrive40, xDrive40 und M60 xDrive bis zu 205 Kilowatt, der eDrive35 maximal 180 Kilowatt. Damit dauert das Nachladen von 10 auf 80 Prozent beim eDrive35 rund 32 Minuten, bei den übrigen Varianten etwa 30 Minuten.
Das Leergewicht ist beim eDrive35 mit 2.070 Kilogramm am geringsten. Der M60 xDrive bringt wegen des zweiten Motors und der größeren Batterie 2.285 Kilogramm auf die Waage.
Die Zuladung beträgt bei eDrive35, eDrive40 und xDrive40 jeweils 555 Kilogramm. Beim M60 xDrive sind es wegen des höheren Leergewichts 520 Kilogramm.
Alle vier Varianten dürfen ungebremst 750 Kilogramm und gebremst bei 12 Prozent Steigung 1.600 Kilogramm anhängen.
Tesla Model 3, der elektrische Bestseller mit schlankem Innenraum und starker Ladeinfrastruktur.
Empfehlung: Für die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer reicht der eDrive40. Er bietet mit 505 bis 613 Kilometern die größte Reichweite der Baureihe, eine ordentliche Beschleunigung und mit 61.300 Euro einen deutlich niedrigeren Einstiegspreis als die Allrad-Varianten.
Wer häufig auf glatten oder verschneiten Straßen unterwegs ist, sollte zum xDrive40 greifen.
Der M60 lohnt sich nur für Fahrerinnen und Fahrer, welche die Fahrleistungen eines Sportwagens wirklich ausnutzen und bereit sind, dafür über 12.000 Euro Aufpreis gegenüber dem eDrive40 zu zahlen.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Der i4 ist ausschließlich als viertürige Limousine im Gran-Coupé-Stil auf Basis des BMW 4er erhältlich.
Ein Coupé oder Cabriolet auf i4-Basis gibt es bisher nicht. Das ist also anders als beim Verbrenner-4er, der zusätzlich als zweitüriges Coupé (G22) und als Cabriolet (G23) angeboten wird.
- Länge: 4.783 Millimeter
- Breite: 1.852 Millimeter (ohne Außenspiegel)
- Radstand: 2.856 Millimeter
- Leergewicht i4: je nach Version zwischen 2.070 und 2.285 Kilogramm
- Kofferraumvolumen i4: einheitlich 470 Liter bei allen vier Antriebsvarianten
Zum Vergleich: Der konventionell angetriebene BMW 4er Coupé bietet ebenfalls 470 Liter Gepäckraumvolumen. Beim i4 wirkt sich die im Unterboden verbaute Batterie also nicht auf den Kofferraum aus.
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
Der i4 orientiert sich an der Ausstattungslogik des BMW 4er. Zur Serienausstattung gehören u. a.:
- BMW Live Cockpit Plus mit 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und 14,9-Zoll-Curved-Display,
- 2-Zonen-Klimaautomatik sowie
- Sitzheizung vorn.
Empfehlenswert sind aus unserer Sicht:
- M Sportpaket: Es bringt größere Räder, ein gestrafftes Fahrwerk und optisch aufgewertete Details mit.
- Adaptiver LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent: Er passt das Licht automatisch an die Fahrsituation an und erhöht die Sicherheit bei Dunkelheit.
- Wärmepumpe (sofern konfigurierbar): Sie reduziert im Winter den Energieverbrauch der Heizung und schont damit die Reichweite.
Teure Komfort-Extras wie das Glasdach sind verzichtbar, wenn die Reichweite im Vordergrund steht, da zusätzliches Gewicht den Verbrauch erhöht.
Vor- und Nachteile des BMW i4
Pro
- Spontane Beschleunigung, typisches BMW-Fahrgefühl
- Große Reichweitenspanne bis 613 Kilometer (eDrive40)
- Ausgereifte, seit 2021 bewährte Technik
- Hochwertiges Bedienkonzept mit Curved Display
Contra
- Nur vier von fünf Sternen im Euro-NCAP-Test
- Kein Coupé oder Cabriolet auf i4-Basis verfügbar
- Modell wird laut Berichten ohne direkten Nachfolger eingestellt
- Assistenzsysteme bei Fußgänger- und Radfahrererkennung mit Schwächen
Einordnung: Generationen, Facelifts und Updates
Der i4 basiert auf dem BMW 4er Gran Coupé (G26), das im Juni 2021 vorgestellt wurde und im November 2021 auf den Markt kam.
Bereits zum Marktstart gab es das Basismodell und die M50-Version, im August 2022 folgte das Einstiegsmodell eDrive35.
Im April 2024 präsentierte BMW eine Modellpflege für das Gran Coupé und den i4, die im Juli 2024 auf den Markt kam.
Äußerlich zeigt sich die Überarbeitung vor allem an den senkrecht stehenden Tagfahrlichtern. Gegen Aufpreis sind zudem Rückleuchten mit Laser-Technik erhältlich, wie sie zuvor bereits im M4 CSL zum Einsatz kamen.
Im Juli 2025 löste zudem der M60 xDrive mit bis zu 442 Kilowatt (601 PS) den bisherigen M50 als Topmodell ab.
Die Wartezeit für einen i4 betrug im Dezember 2021 wegen der hohen Nachfrage rund neun Monate. BMW verhandelte damals sogar zu Sonderschichten im Werk München.
Für die Zukunft zeichnet sich ein Bruch ab: Berichten zufolge wird der i4 im kommenden Jahr ohne direkten Nachfolger eingestellt*. Stattdessen bereitet BMW ein i4 Cabrio auf Basis der neuen „Neue Klasse“-Plattform vor. Es ist für Ende 2027 angekündigt und der Marktstart wird für 2028 erwartet.
Es soll laut aktuellen Erlkönig-Sichtungen als klassischer Zweitürer mit 2+2-Layout und Stoffverdeck kommen und intern die Bezeichnung NA3 tragen. Parallel wird über ein mögliches i4 Coupé mit dem Werkscode NA2 spekuliert.
* Streng genommen ist der BMW i3 der Nachfolger des i4 – das erklärte BMW-Produktchef Bernd Körber bei der Vorstellung des i3.
Welche bekannten Probleme gibt es beim BMW i4?
Beim i4 gab es seit 2023 mehrere Rückrufe, die vor allem die Hochvolt-Batterie und die Antriebssoftware betreffen. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte:
- April 2023
Fahrzeuge des Modelljahres 2023, gebaut zwischen August 2022 und März 2023, hatten eine nicht spezifikationsgerecht montierte elektrische Steckverbindung. Im schlimmsten Fall konnte sich das Fahrzeug während der Fahrt abstellen. BMW prüfte und tauschte die Steckverbindung kostenlos. - Frühjahr 2024
Bei i4 xDrive40, i4 M50 und i5 eDrive40 waren Hochvoltbatteriemodule mit unzureichenden Schweißnähten verbaut. Das barg ein Überhitzungs- und Brandrisiko, betroffene Module wurden ausgetauscht. - Juni und August 2024
Ein besonders ernster Rückruf betraf den linken Längsträger, der in einem eng begrenzten Fertigungsfenster vom 7. März bis zum 25. April 2024 nicht nach Spezifikation gefertigt wurde. Ein Riss im Bauteil hätte bei einem Unfall die Batterie beschädigen und ein Brandrisiko auslösen können. In Deutschland waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 278 Fahrzeuge betroffen, in den USA 1.150 Einheiten. BMW kontrollierte und tauschte den Längsträger bei Bedarf kostenlos aus. - Juni 2025
Der mengenmäßig bedeutendste Rückruf betraf über 70.000 BMW-Elektrofahrzeuge weltweit. 35.414 Einheiten des i4 der Modelljahre 2022 bis 2025 waren betroffen: die höchste Stückzahl unter den vier Modellen i4, iX, i7 und i5. Ursache war eine Software des elektrischen Antriebsmotors, die das Hochvoltsystem unerwartet abschalten und zu Leistungsverlust während der Fahrt führen konnte. BMW startete die freiwillige Rückrufaktion am 6. Juni 2025, informierte betroffene Halter bis zum 5. August per Post und bot die Behebung sowohl per Over-the-Air-Update als auch beim Händler an. - Dezember 2025
Ein Produktionsfehler an Zellmodulen der Hochvoltbatterie führte zu einer größeren, mehrere Baureihen umfassenden Rückrufaktion. Neben dem i4 waren auch der 2er, 4er, 7er, i7, iX und X1 betroffen. Der Grund war erneut Brandgefahr durch die betroffenen Module.
Da inzwischen mehrere Rückrufe nötig waren und der Rückrufstatus stark vom Baudatum und Markt abhängt, lohnt sich vor dem Kauf eines gebrauchten i4 immer die individuelle Abfrage der Fahrgestellnummer (FIN) über die offizielle BMW-Rückrufseite oder die Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts.
Zusätzlich zeigte auch der Euro-NCAP-Crashtest 2022 Schwächen: Es fehlen ein Mittenairbag sowie Knieairbags vorn. Außerdem patzten das Notfall-Spurhaltesystem und die Erkennung von Radfahrern und Fußgängern in bestimmten Situationen.
Wer besonderen Wert auf aktive Sicherheit legt, sollte sich vor dem Kauf über Softwarestände und mögliche Nachbesserungen informieren.
Fazit: Für wen lohnt sich der BMW i4?
Der BMW i4 eignet sich für alle, die ein sportlich abgestimmtes, viertüriges Elektroauto mit BMW-typischem Fahrgefühl suchen und auf ein bewährtes Modell statt auf die neueste Plattform setzen möchten.
Der eDrive40 überzeugt mit einem guten Verhältnis aus Reichweite und Preis, der xDrive40 punktet bei winterlichen Bedingungen.
Wer maximale Fahrleistungen will, findet im M60 xDrive die passende Antwort, muss dafür aber mit höherem Verbrauch und Preis rechnen.
Wer stattdessen auf ein offenes Elektro-BMW wartet, muss sich bis mindestens 2028 gedulden – dann kommt mit dem i4 Cabrio auf neuer Plattform ein Nachfolgeprojekt.
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