Neue Klasse, neues Spiel: Der BMW i3 als elektrische Mittelklasse-Limousine
BMW elektrifiziert den 3er – und setzt dabei auf 800-Volt-Technik, bis zu 900 km Reichweite und eine neue Designsprache. Was steckt wirklich im neuen i3?
Mehr als 50 Jahre lang war der BMW 3er das Herzstück der Münchner. Sportlich, alltagstauglich, erfolgreich. Jetzt kommt der nächste große Schritt: Der 3er wird elektrisch – als BMW i3. Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Kleinwagen, der von 2013 bis 2022 als Elektro-Pionier galt.
Der neue i3 ist eine vollwertige Mittelklasse-Limousine der sogenannten "Neuen Klasse" und tritt gegen die elektrische C-Klasse von Mercedes sowie den Audi A4 e-tron an. Wir zeigen, was der Münchner Stromer bietet.
Der BMW iX3 ist das elektrische SUV der Neuen Klasse – technisch eng verwandt mit der i3 Limousine und bereits beim Händler erhältlich.
Das Wichtigste in Kürze
- 800-Volt-Technik mit bis zu 400 kW Ladeleistung – 400 km in zehn Minuten nachladen
- Bis zu 900 km Reichweite nach WLTP – je nach Ausstattung
- Zum Start: BMW i3 50 xDrive mit 345 kW (469 PS) und 645 Nm Drehmoment
- Marktstart: Sommer/Herbst 2026, Produktion im BMW-Werk München
- Preis: Noch nicht offiziell – geschätzt ab rund 69.000 Euro
Einordnung: Was ist der neue BMW i3?
Den Namen kennt man – aber das Modell dahinter ist ein gänzlich anderes. Der erste BMW i3 war ein kompakter Stadtflitzer mit CFK-Karosserie, der 2022 eingestellt wurde. Der neue i3 hat damit nichts gemein. Er ist die erste Limousine der "Neuen Klasse", BMWs Plattform für die nächste Generation von Elektrofahrzeugen.
Technisch orientiert sich der i3 stark am bereits erhältlichen SUV BMW iX3, der als Blaupause dient. Die Limousine zieht aus dem Konzept aber konzeptbedingt mehr Vorteile – vor allem bei Effizienz und Aerodynamik. Verbrenner-Fans können aufatmen: Den klassischen 3er mit Benzin- oder Dieselmotor gibt es weiterhin – vorerst noch im bisherigen Gewand.
Produziert wird der neue i3 im BMW-Stammwerk München. Ab August 2026 läuft die Produktion an, die ersten Auslieferungen starten im Herbst 2026. Ein Jahr später stellt das Werk seinen Betrieb vollständig auf Elektrofahrzeuge der Neuen Klasse um.
Das BMW-Werk München produziert seit über 100 Jahren Fahrzeuge in Milbertshofen – ab 2027 ausschließlich Elektroautos der Neuen Klasse.
Der BMW i3 im ersten Sitzeindruck
Einen vollständigen Fahrtest gibt es aktuell noch nicht – der Marktstart ist für Herbst 2026 geplant. Der ADAC konnte jedoch bereits einen ersten Sitzeindruck gewinnen.
Cockpit: Wer den iX3 kennt, findet sich sofort zurecht. Das Panoramic iDrive erstreckt sich über die gesamte Breite der Windschutzscheibe. Das 17,9-Zoll-Infotainment-Display thront parallelogrammartig auf dem Armaturenbrett – praktisch für schnellen Zugriff. Das Lenkrad mit vertikal angeordneten Speichen ist gewöhnungsbedürftig, soll aber die Ergonomie verbessern. Laut ADAC ist die Tastenstruktur zwar erfühlbar, welche Funktion sich dahinter verbirgt, muss man aber wissen – ein bekanntes Manko aus dem iX3.
Fond: Personen bis 1,80 m sitzen bequem, über 1,90 m kann es am Kopf eng werden. Die Knie haben zwar Platz nach vorne, sind aber stark angewinkelt. Ursache ist die Cell-to-Pack-Bauweise des Akkus, die im Unterboden Platz wegnimmt – ein typisches Problem bei flachen Limousinen-Dachlinien. Unter den Vordersitzen ist der Fußraum ebenfalls begrenzt, wenn die Vordersitze tief eingestellt sind.
Vergleichbare Modelle:
- Mercedes EQE: Geräumige Elektrolimousine mit üppigem Hyperscreen, eher komfortorientiert
- Audi A6 e-tron: Elegante Alternative mit hoher Reichweite und starkem Infotainment
- Tesla Model 3: Günstigerer Einstieg ins Segment, schlichter, aber sehr effizient
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Die Motoren des BMW i3: Überblick und Empfehlung
Zum Marktstart wird es den BMW i3 nur mit einem Motor und Allrad geben. Erst später folgt ein Einstiegsmodell mit Heckantrieb.
| Modell | Antrieb | Leistung | Drehmoment | Reichweite (WLTP) | Ladeleistung DC |
|---|---|---|---|---|---|
| i3 50 xDrive | Allrad (ASM + ESM) | 345 kW / 469 PS | 645 Nm | bis zu 900 km* | bis zu 400 kW |
*Maximalwert, je nach Ausstattung und Fahrbedingungen
Empfehlung: Wer die volle Leistung und maximale Reichweite möchte, greift zum i3 50 xDrive. Das Einstiegsmodell mit Heckantrieb ist noch nicht im Detail bekannt – es dürfte aber günstiger und für den Alltag völlig ausreichend sein. Abwarten lohnt sich hier.
Der Audi A6 e-tron überzeugt mit eleganter Optik und hoher Reichweite als elektrische Business-Limousine.
Der "Heart of Joy"-Hochleistungsrechner im BMW i3 arbeitet laut den Münchnern zehnmal schneller als bisherige Steuergeräte und übernimmt Antrieb, Bremsen, Laden und Rekuperation in Echtzeit.
Karosserie-Varianten und Abmessungen
Zum Marktstart ist ausschließlich die Limousine erhältlich. Ein Touring (Kombi) ist bisher nicht bestätigt.
Abmessungen BMW i3 Limousine (2026):
- Länge: 4,76 m (+5 cm vs. bisheriger 3er)
- Breite: 1,87 m (+4 cm vs. bisheriger 3er)
- Höhe: 1,48 m (+4 cm vs. bisheriger 3er)
- Radstand: 2,90 m (+5 cm vs. bisheriger 3er)
- Kofferraumvolumen: noch nicht kommuniziert (bisheriger 3er: 480 Liter)
Ausstattung und empfehlenswerte Extras
BMW hat die Ausstattungslinien und Preise noch nicht vollständig veröffentlicht. Bekannt ist:
- Serienmäßig: BMW Panoramic iDrive mit 17,9-Zoll-Display, Head-up-Display, Assistenzsysteme Level 2+, bidirektionales Laden (Vehicle-to-Load, Vehicle-to-Home, Vehicle-to-Grid)
- Optional: AC-Laden mit 22 kW ("AC-Laden Professional")
- Empfehlenswert: Das optionale 22-kW-AC-Laden ist für alle, die regelmäßig an öffentlichen Ladesäulen laden – ein echter Alltagsvorteil gegenüber dem Standard.
Detaillierte Ausstattungslisten werden zum offiziellen Marktstart erwartet.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Vorteile
- Bis zu 900 km Reichweite (WLTP)
- 400 kW DC-Ladeleistung – extrem kurze Ladezeiten
- 800-Volt-Technik auf neuestem Stand
- Bidirektionales Laden (V2H, V2G, V2L)
- Modernes Panoramic iDrive
- Produktion in Deutschland (München)
- Sportliche Proportionen, neue Designsprache
Nachteile
- Kofferraumvolumen noch unbekannt
- Fond: Knie stark angewinkelt, wenig Fußraum
- Preis voraussichtlich ab ~69.000 € – gehobenes Segment
- Lenkrad-Bedienung gewöhnungsbedürftig
- Touring (Kombi) bisher nicht bestätigt
- Nur eine Motorisierung zum Start verfügbar
- Seitlich wirkt der i3 etwas gedrungen
Fazit: Für wen lohnt sich der BMW i3?
Der neue BMW i3 richtet sich an alle, die das Fahrgefühl eines 3ers schätzen und bereit sind, auf Elektroantrieb umzusteigen. Mit bis zu 900 km Reichweite und 400 kW Ladeleistung ist Reichweitenangst kein Thema. Die Technik ist auf dem neuesten Stand – 800-Volt-Architektur, bidirektionales Laden und vier Hochleistungsrechner machen den i3 zu einem der technisch fortschrittlichsten Fahrzeuge seiner Klasse.
Wer einen günstigen Einstieg sucht, sollte das noch nicht vorgestellte Heckantrieb-Modell abwarten. Wer sofort einsteigen möchte und die volle Leistung will, ist mit dem BMW i3 50 xDrive gut bedient – sofern der Preis von rund 69.000 Euro zum Budget passt.
Familien sollten den eingeschränkten Fußraum im Fond im Blick behalten und idealerweise eine Probefahrt einplanen, bevor sie sich entscheiden.
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