XPeng G6: Kann der überarbeitete Chinese die etablierte SUV-Konkurrenz ärgern?
Der überarbeitete XPeng G6 will mit Ladetempo, Platzangebot und einem üppigen Serienumfang punkten. Ob das gelingt, zeigt der Fahrbericht.
- Das Wichtigste in Kürze
- Der XPeng G6 im Testbericht
- Wie fährt sich der XPeng G6?
- Die Motoren des XPeng G6
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Vor- und Nachteile des XPeng G6
- Einordnung: Generationen und Updates des XPeng G6
- Blick in den Innenraum des XPeng G6
- Welche bekannten Probleme gibt es beim XPeng G6?
- Fazit: Für wen lohnt sich der XPeng G6?
Das Wichtigste in Kürze
- Der überarbeitete XPeng G6 lädt an der Schnellladesäule mit bis zu 451 Kilowatt – ein Wert, den nur wenige Elektroautos erreichen.
- Fast die komplette Ausstattung ist serienmäßig an Bord, der Wagen ist dennoch überraschend günstig.
- Im Fond lässt sich die Rückenlehne verstellen – ein Detail, das für ungewöhnlich viel Komfort sorgt.
Der XPeng G6 ist das dritte Modell der chinesischen Marke auf dem deutschen Markt und soll dort Vertrauen in eine junge Marke schaffen.
Seit Juli 2025 gibt es ihn in einer umfassend überarbeiteten Version. Der Fahrbericht nach der Modellpflege des Elektro-SUVs der Mittelklasse zeigt sowohl deutliche Fortschritte als auch verbliebene Schwächen auf.
Das chinesische Elektro-SUV überzeugt mit schnellem Laden und großzügigem Platzangebot.
Der XPeng G6 im Testbericht
Seit Juli 2025 ist der überarbeitete XPeng G6 erhältlich. Im Innenraum sind die Veränderungen deutlich spürbar:
- Ambientebeleuchtung an Türleisten und Armaturen,
- neu gestaltete Materialien und
- ein Panorama-Glasdach
prägen den Raum.
Das Glasdach lässt viel Licht herein, bringt aber kein integriertes Rollo mit. Das ist ein Punkt, an dem der überarbeitete G6 im Praxistest Schwächen zeigt.
Insgesamt hinterlässt die Verarbeitung mit überwiegend unterschäumten Flächen jedoch einen hochwertigen Eindruck.
Wie fährt sich der XPeng G6?
Auf der Straße überzeugt der überarbeitete G6 mit einem Fahrverhalten, das präziser wirkt als beim Vorgänger.
Das Fahrwerk federt Unebenheiten spürbar, bleibt dabei aber kontrolliert und stabil. Die Abstimmung wurde erkennbar an europäische Straßenverhältnisse angepasst.
In der Performance-Version mit Allradantrieb und 358 Kilowatt Systemleistung gelingt der Sprint von null auf 100 km/h in etwas über vier Sekunden.
Der Verbrauch lag nach rund 150 Testkilometern bei 15,8 kWh/100 km.
Assistenzsysteme und Bedienung überzeugen im Test
Beim überarbeiteten XPeng G6 zeigt sich ein deutlich gestiegenes Entwicklungsniveau bei den Assistenzsystemen.
Das System XPilot hält die Spur zuverlässig, wechselt bei ausreichend Platz automatisch die Fahrbahn und unterstützt beim Parken. Im Test funktionierte das automatische Einparken souverän und zügig, unterstützt von einer hochauflösenden 360-Grad-Kamera.
Auch das Infotainment mit großem Zentralbildschirm und digitalem Fahrerdisplay reagiert schnell und bindet Apple CarPlay sowie Android Auto ein.
Kleinere Kritikpunkte bleiben ein fehlendes Handschuhfach sowie vereinzelte harte Kunststoffflächen im Innenraum.
Vergleichbare Modelle
- Tesla Model Y
Der Verkaufsschlager unter den Elektro-SUVs bietet ein größeres Ladenetz, eine sehr gute Reichweite und eine ähnlich reduzierte Bedienphilosophie. - Skoda Enyaq
Der Wagen setzt auf mehr klassische Bedienelemente und ein etabliertes Händlernetz in Deutschland. - BYD Sealion 7
Der chinesische Wettbewerber hat einen ähnlichen Premium-Anspruch sowie eine vergleichbare Ladeleistung.
Das Model Y von Tesla ist das meistverkaufte Elektro-SUV.
Die Motoren des XPeng G6
XPeng bietet den überarbeiteten G6 in mehreren Antriebsvarianten an, die sich in Leistung, Batterie und Ladeleistung unterscheiden.
| Variante | Antrieb | Leistung | Drehmoment | 0–100 km/h | Reichweite (WLTP) | Verbrauch (WLTP) | DC-Ladeleistung | Preis (ab ca.) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| RWD Standard Range | Heckantrieb | 185 kW/251 PS | 440 Nm | 6,9 s | 455 km | 17,3 kWh/100 km | bis zu 382 kW | 43.600 Euro |
| RWD Long Range | Heckantrieb | 218 kW/296 PS | 440 Nm | 6,7 s | 525 km | 17,5 kWh/100 km | bis zu 451 kW | 47.600 Euro |
| AWD Performance | Allrad | 358 kW/487 PS | 660 Nm | 4,1 s | 510 km | 18,4 kWh/100 km | bis zu 451 kW | 51.600 Euro |
Für die meisten Fahrer eignet sich die Variante Long Range am besten. Sie bietet die höchste Reichweite und ein gutes Verhältnis aus Preis und Alltagstauglichkeit. Zudem ist sie deutlich günstiger als die Performance-Version.
Die Mehrleistung der Performance-Variante wird im Alltag eher selten gebraucht, überzeugt im Test aber mit einem Sprintwert von etwas über vier Sekunden auf 100 km/h.
Kleinere Batterie mit hoher Ladeleistung
Statt der bisherigen NMC-Batterie mit 87,5 kWh setzt XPeng beim überarbeiteten G6 auf kleinere, aber schnellladefähige Batterien vom Zelltyp LFP L300 auf 800-Volt-Basis.
Im Praxistest an einem Ionity-Schnelllader wurden beim Laden von 40 auf 80 Prozent in 8:20 Minuten 35,84 kWh nachgeladen. Selbst bei 80 Prozent lag die Ladeleistung noch bei 185 Kilowatt.
Offiziell gibt XPeng für den Bereich von 10 auf 80 Prozent zwölf Minuten an. Das entspricht rechnerisch fast einem Kilometer Reichweite pro Sekunde.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Den XPeng G6 gibt es ausschließlich als fünftüriges SUV-Coupé. Eine Kombi- oder Stufenheck-Version bietet der Hersteller nicht an.
Die überarbeitete Version orientiert sich äußerlich stärker an einem Fastback. Durchgehende Lichtakzente und ein sogenanntes Ducktail-Heck betonen zusätzlich die Breite des Fahrzeugs.
- Länge x Breite x Höhe: 4.758 mm x 1.920 mm x 1.650 mm
- Radstand: 2.890 mm
- Kofferraumvolumen: 571 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1.374 Liter
- Zuladung: je nach Variante 450 bis 475 Kilogramm
Der lange Radstand von 2.890 Millimetern erklärt, warum im Fond sogar Personen mit einer Körpergröße über zwei Meter bequem sitzen: Er schafft überdurchschnittlich viel Beinfreiheit für ein Fahrzeug dieser Länge.
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
XPeng verzichtet weitgehend auf klassische Ausstattungslinien und liefert stattdessen fast alles serienmäßig aus:
- Panoramaglasdach,
- vorne und hinten beheizbare, verstellbare Sitze,
- ein umfangreiches Soundsystem sowie
- umfangreiche XPilot-Assistenzsysteme
sind bereits im Grundpreis enthalten. Die Rückbank lässt sich zusätzlich neigen, vorn ist eine optionale Massagefunktion erhältlich.
Eine sinnvolle Zusatzoption ist die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung mit Caravan-Modus für 1.190 Euro, sofern Fahrradträger oder Anhänger regelmäßig zum Einsatz kommen.
Wer viel bei Sonne unterwegs ist, sollte bedenken, dass das serienmäßige Panorama-Glasdach ohne integriertes Rollo ausgeliefert wird und den Innenraum im Hochsommer entsprechend aufheizen kann.
Vor- und Nachteile des XPeng G6
Vorteile
- Hohe Verarbeitungsqualität im Innenraum
- Sehr kurze Ladezeit dank 800-Volt-Technik und LFP-L300-Batterie
- Üppige Serienausstattung ohne Aufpreis
- Großzügiges Platzangebot im Fond mit verstellbarer Lehne
- Zuverlässige XPilot-Assistenzsysteme im Test
- Sieben Jahre Fahrzeuggarantie, acht Jahre auf die Batterie
Nachteile
- Kein Handschuhfach
- Panoramadach ohne Rollo, im Sommer hitzeanfällig
- Vereinzelt harte Kunststoffflächen im Innenraum
- Dünnes Händler- und Werkstattnetz in Deutschland
- Höchstgeschwindigkeit bei allen Varianten auf 200 bzw. 202 km/h begrenzt
- Kleinere Batteriekapazität als beim Vorgängermodell
Einordnung: Generationen und Updates des XPeng G6
Der G6 ist seit 2024 auf dem deutschen Markt verfügbar. Seit dem Juli 2025 gibt es eine umfassend überarbeitete Neuauflage, die XPeng als Modellpflege statt als neue Generation positioniert.
Technisch bringt sie die nächste Generation der 800-Volt-Architektur mit: Statt der bisherigen NMC-Batterie mit 87,5 kWh kommt nun eine kleinere, aber deutlich schnellere Batterie vom Zelltyp LFP L300.
Die Bruttokapazität liegt bei bis zu 80,8 kWh. Sie lädt mit bis zu 451 Kilowatt und schafft den Sprung von 10 auf 80 Prozent Akkuladung in zwölf Minuten.
Optische Neuheiten
Optisch wurde die Silhouette in Richtung Fastback geschärft. Dazu kommen durchgehende Lichtakzente und ein Ducktail-Heck. Im Innenraum sorgen die neue Ambientebeleuchtung, überarbeitete Materialien und ein größeres Panorama-Glasdach für ein aufgewertetes Raumgefühl.
Preislich bleibt die überarbeitete Version stabil:
- 43.600 Euro für die Standard Range
- 47.600 Euro für die Long Range
- 51.600 Euro für die Performance-Variante
Die ersten Fahrzeuge wurden nach der IAA Mobility Mitte September 2025 ausgeliefert.
Blick in den Innenraum des XPeng G6
Welche bekannten Probleme gibt es beim XPeng G6?
Da der überarbeitete G6 erst seit Juli 2025 verfügbar ist, liegen noch keine breiten Langzeiterfahrungen vor.
Aus dem Fahrbericht lassen sich aber bereits einige Schwachpunkte ableiten:
- Ein Handschuhfach fehlt weiterhin komplett.
- Vereinzelt kommen im Innenraum härtere Kunststoffflächen zum Einsatz.
- Das serienmäßige Panorama-Glasdach wird ohne Rollo ausgeliefert und kann den Innenraum im Sommer spürbar aufheizen.
Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamtes für den XPeng G6 sind nach aktuellem Stand (August 2026) nicht bekannt.
Fazit: Für wen lohnt sich der XPeng G6?
Der überarbeitete XPeng G6 eignet sich vor allem für Fahrer, die viel Wert auf schnelles Laden, einen großzügigen Innenraum und mittlerweile ausgereiftere Assistenzsysteme legen.
Allerdings müssen sich Interessenten weiterhin auf eine junge Marke mit noch überschaubarem Händlernetz einlassen.
Wer häufig lange Strecken fährt und öffentliche Schnellladesäulen nutzt, profitiert am meisten von der 800-Volt-Technik und der neuen LFP-L300-Batterie.
Wer hingegen ein größeres Händlernetz oder ein verschattbares Panoramadach bevorzugt, sollte sich Alternativen wie den Skoda Enyaq, das Tesla Model Y oder den Hyundai Ioniq 5 genauer ansehen.
Das Elektro-SUV bietet eine klassische Bedienung und ein etabliertes Servicenetz.
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