Finanzierungsmöglichkeiten: Kfz kaufen oder leasen

Auto leasen oder kaufen: Wann lohnt es sich?

Ist ein Autokauf oder Leasing die bessere Option für Dich? Erfahre mehr über die Vor- und Nachteile der Finanzierungsoptionen und welche Kosten Dich erwarten.

  • Emeli Schmidt
  • Veröffentlicht am 22.02.2022, 10:04
Ein Handy mit Taschenrechner im Vordergrund vor einem BMW am Feldrand
Quelle: Peter BesserVor allem für junge Fahranfänger mit schmalem Budget ist Leasing oft eine interessante Alternative zum Autokauf

Auto leasen oder kaufen: Wann sich der Autokauf lohnt

Das passende Modell, die richtige Marke und wie viel PS? Wenn Du Dir ein Auto zulegen möchtest, stellen sich grundsätzliche Fragen. So auch nach den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten. Wahrscheinlich fragst Du Dich auch: „Was ist besser – Auto kaufen oder leasen?“. Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Denn beide Varianten haben Vor- und Nachteile – wofür Du Dich entscheidest, ist letztendlich eine Typ-Sache.

Auto kaufen: Das sind die Vorteile

Generell lohnt sich ein Autokauf, wenn Du über die benötigte Gesamtkaufsumme verfügst und sie mit einer Zahlung begleichen kannst. Denn zahlst Du die komplette Kaufsumme auf einmal, bieten viele Händler einen sogenannten Barzahlungsrabatt. Auch wenn Du Dich langfristig für ein Modell entscheiden und es nicht regelmäßig wechseln möchtest, bietet sich ein Autokauf an. Hier liest Du, welche Vorteile ein Autokauf mit sich bringt.

Fahrzeug wird Dein Eigentum

Entscheidest Du Dich für einen Autokauf, wird das Fahrzeug zu Deinem Eigentum – und Du kannst frei bestimmen, ob Du es zum Beispiel tunen oder neu lackieren möchtest. Falls nicht anders mit der Kfz-Versicherung vereinbart, gibt es im Gegensatz zum Leasing beim Autokauf keine Beschränkungen, wie viele Kilometer das Auto fahren darf. Hast Du eine Kilometerbeschränkung vereinbart, kannst Du sie erhöhen. Beachte dann allerdings, dass die jährliche Versicherungs-Prämie steigt.

Fahrzeugverkauf möglich

Ist das Fahrzeug Dein Eigentum, steht es Dir auch frei, es zu verkaufen. In den meisten Fällen ist das aber erst möglich, wenn das Auto abbezahlt ist. Du möchtest es verkaufen, bevor es abbezahlt ist? Kläre das am besten mit dem Finanzierungspartner ab – und zwar vor Vertragsabschluss, damit diese Option in den Vertrag aufgenommen werden kann.

Freie Versicherungswahl

Ob Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung – wenn Du ein Auto kaufst, kannst Du den Versicherungsumfang selbst wählen. So entscheidest Du, welche anfallenden Kosten die Versicherung  beispielsweise bei einem Unfall übernimmt und auch, in welchem Preisbereich sich Dein Versicherungsbeitrag bewegt.

Geringere monatliche Kosten

Nachdem Du das Fahrzeug abbezahlt hast, fallen meist nur Kosten für Sprit an. Wie hoch die genau sind, hängt davon ab, wie viel Du mit dem Auto unterwegs bist. Die Kfz-Versicherung und -Steuer werden für gewöhnlich nur einmal im Jahr fällig.

Auto kaufen: Das sind die Nachteile

Bevor Du ein Auto kaufst, solltest Du auch die möglichen Nachteile abwägen. Im Gegensatz zum Auto-Leasing hast Du beim Kauf nämlich unter anderem keine Planungssicherheit. So kommen zum Beispiel Kosten auf Dich zu, wenn plötzlich Reparaturen anstehen. Das kann besonders häufig vorkommen, wenn Du Dich für ein älteres Fahrzeug entscheidest, das anfälliger für Verschleiß ist. Zudem benötigt man vor dem Autokauf die Zustimmung vom Händler oder Banken für eine Finanzierung. Dafür brauchst Du in der Regel ein gewisses Grundkapital. Hast Du dieses nicht, kann es sein, dass die Kreditpartner einer Finanzierung nicht zustimmen.

Ganz gleich, ob Du ein Auto leasen oder kaufen möchtest: Das Fahrzeug verliert mit der Zeit an Wert – zum Beispiel, weil die Laufleistung hoch ist. Wenn Du das Auto später weiterverkaufen möchtest, musst Du es also zu einem günstigeren Preis anbieten. Neben dem Baujahr und der Kilometerleistung können weitere Faktoren den Wert des Autos mindern. Ein gutes Beispiel für einen wertmindernden Faktor, den Du nicht beeinflussen kannst: der Diesel-Skandal.

Das sogenannte Restwertrisiko – also das Risiko, dass das Fahrzeug nach einer bestimmten Zeit einen geringeren Restwert hat als zuvor berechnet –, bleibt dann bei Dir. Zudem organisiert der Käufer notwendige Reparaturen oder Wartungen selbst und muss sich daher mit der Werkstatt in Verbindung setzen – das kann zeitaufwendig sein. Genauso kümmert sich der Käufer um einen eventuellen Weiterverkauf, was auch Zeit in Anspruch nimmt.

Wann lohnt sich Leasing?

Ein Auto-Leasing lohnt sich für Personen ohne große Ersparnisse – zum Beispiel für junge Fahranfänger, die sich einen eigenen Wagen oft nicht leisten können. Gleichzeitig bietet es Planungssicherheit. Warum das so ist und welche weiteren Vorteile diese Finanzierungsoption mit sich bringt, liest Du im Folgenden.

Leasing: Das sind die Vorteile

Festgelegte Zahlungskonditionen

Beim Leasing verpflichtest Du Dich für circa drei Jahre – die meisten Verträge laufen über zwölf, 24 oder wahlweise auch 36 Monate – zu festgelegten Konditionen. Während dieser Zeit behältst Du alle Kosten, wie für die monatlichen Raten und die jährliche Versicherung, im Blick. Zudem sind die monatlichen Raten für ein Leasing oft niedriger, als wenn Du einen Autokauf finanzieren möchtest.

Mehr Flexibilität

Gleichzeitig bindest Du Dich im Vergleich zum Kauf beim Leasing nicht langfristig und bleibst flexibel. Denn: Am Ende der Vertragslaufzeit kannst Du einfach auf ein neueres Fahrzeugmodell umsteigen, wenn Du es möchtest. Im Gegensatz zum Autokäufer besteht für einen Leasing-Nehmer im Fall einer unerwarteten Wertminderung, beispielsweise aufgrund negativer Entwicklungen auf dem Automarkt, kein Risiko. Denn das trägt allein der Leasing-Geber.

Moderne Ausstattung

Meistens werden Neuwagen oder junge Gebrauchte geleast. Die Konsequenz: Viele moderne Automodelle sind beim Leasing erschwinglicher als beim Autokauf. Zudem haben neue Leasing-Wagen einen geringen Verschleiß – es erwarten Dich also voraussichtlich weniger Reparaturen. Ein Leasing-Fahrzeug ist für gewöhnlich auch auf dem aktuellen Technikstand, um es für Leasing-Nehmer besonders attraktiv zu machen. So haben die meisten Modelle beispielsweise eine moderne Ausstattung mit Assistenz-Systemen.

Geringe Vorauszahlung

Möchtest Du ein Auto leasen, ist keine oder nur eine geringe Vorauszahlung nötig. Stattdessen zahlt man feste monatliche Raten – das schont das Eigenkapital. Selbstständige und Freiberufler können Leasing-Raten sogar steuerlich absetzen. Wenn Du Dich fragst: „Was sind die Nachteile von Leasing?“ bekommst du im Folgenden eine Antwort auf Deine Frage.

Leicht erhöhte Aufnahme eines Platzes, auf dem viele Autos unterschiedlicher Hersteller in verschiedenen Farben stehen
Auto leasen

Attraktive Leasingangebote, die zu Deinem Budget passen – jetzt individuell konfigurieren und Neuwagen entdecken.

Nachteile von Leasing-Fahrzeugen

Ganz gleich, ob Du ein Auto kaufst oder es least: Beide Varianten haben Nachteile. Least man ein Fahrzeug, ist es Eigentum der Leasing-Gesellschaft – es gehört also nicht Dir. Teilweise schränkt der Leasing-Vertrag auch die Nutzung des Fahrzeugs ein. Ein Beispiel: Bei einem Kilometer-Leasing ist festgelegt, wie viele Kilometer Du mit dem Fahrzeug zurücklegen darfst. Wurde die Kilometeranzahl überschritten, kann es sein, dass Du bei der Rückgabe des Fahrzeugs nach der Vertragslaufzeit etwas nachzahlen musst. Das liegt daran, dass eine höhere Laufleistung den Wert des Fahrzeugs mindert. Mit einer Nachzahlung gleichst Du den Wertverlust für die Leasing-Gesellschaft aus.

Auch können Leasing-Nehmer, im Vergleich zu Autokäufern, den Versicherungsumfang nur wenig beeinflussen. Die Leasing-Gesellschaft wählt die Versicherungsart und somit auch, was sie abdeckt und was nicht. Wie bereits erwähnt, haben die Verträge meist eine kurze Laufzeit. Wenn Du zum Beispiel umziehst, kein Auto mehr brauchst und deshalb den Vertrag vorzeitig kündigen möchtest, ist das nur in Ausnahmefällen möglich. Der Grund: Leasing-Gesellschaften möchten verhindern, dass sie im Fall einer vorzeitigen Kündigung Verluste machen, wenn das Auto noch nicht abbezahlt ist.

Auto kaufen oder leasen: Vor- und Nachteile zusammengefasst

Vorteile LeasingVorteile Autokauf
Meist Neuwagen oder junge Gebrauchte mit moderner AusstattungFahrzeug ist nach der Tilgung der Finanzierung Eigentum des Käufers
Planungssicherheit bei den Kosten – meist niedrige monatliche RatenKäufer kann das Auto verkaufen, sobald es abbezahlt ist
Kurze Vertragslaufzeiten zwischen zwölf und 36 MonatenKäufer kann den Versicherungsschutz für das Fahrzeug frei wählen
Keine unerwarteten Risiken bei Wertverlust, zum Beispiel durch den Diesel-SkandalNach dem Kauf sind die monatlichen Kosten geringer
Nachteile LeasingNachteile Autokauf
Fahrzeug ist Eigentum der Leasing-GesellschaftMeist Grundkapital notwendig, damit Kreditgeber einer Finanzierung zustimmen
Vertrag kann Einschränkungen für die Nutzung festlegenOft nur ältere Fahrzeuge erschwinglich, bei denen Verschleißreparaturen anfallen können
Nach Ablauf der Vertragslaufzeit können Nachzahlungen anfallenKeine Planungssicherheit aufgrund möglicher unerwarteter Reparaturen
Nicht wählbarer Versicherungsumfang durch den Leasing-NehmerBei Wertverlust bleibt das Restwertrisiko beim Käufer
Vorzeitige Kündigung des Vertrags meist nicht möglich

Leasing oder Kauf: Eine mögliche Vergleichsrechnung

Kfz kaufen oder leasen – was ist die preisgünstigere Variante? Im Folgenden findest Du eine mögliche Vergleichsrechnung. Als Beispiel dient ein Fahrzeug mit einem Neuwert von 13.000 Euro und einer Vertragslaufzeit von 36 Monaten sowohl beim Leasing als auch beim Kauf.

Beispielrechnung eines Autokredits

Dieses Beispiel für einen Autokredit geht von einem effektiven Jahreszins von 1,49 Prozent aus. Zudem basiert es auf einer gleichbleibenden monatlichen Rate, die sich aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt. Während der Vertragslaufzeit sinkt der gezahlte Zinsanteil und der Anteil der Tilgung steigt. Wie genau der Zinsanteil sinkt, kannst Du mit Hilfe von speziellen Rechnern im Internet berechnen. In diesem Beispiel beeinflusst der steigende Tilgungsanteil den jährlich gezahlten Zinssatz über die Vertragslaufzeit so:

  • Jahr eins: 163,51 Euro
  • Jahr zwei: 99,89 Euro
  • Jahr drei: 35,33 Euro

Rechnest Du diese jährlichen Zinszahlungen zusammen, erhältst Du den Gesamtzinssatz. In diesem Beispiel beträgt er 298,73 Euro. Dieser Gesamtzinssatz wird zum Neuwert des Wagens – in diesem Fall 13.000 Euro – addiert und durch die Vertragslaufzeit geteilt, um die monatliche Rate zu berechnen.

Monatliche Rate: 13.000 Euro (Neuwert) + 298,73 Euro (Gesamtzinssatz) / 36 Monate (Vertragslaufzeit) = 369,41 Euro

Diese Vergleichsrechnung geht zudem davon aus, dass das Auto nach drei Jahren einen Restwert von 7.500 Euro hat. Nach Ablauf Vertragslaufzeit gehört das Auto dem Kreditnehmer – er besitzt also ein Fahrzeug im Wert von 7.500 Euro. Kann er das Kfz nach der Vertragslaufzeit zu diesem Preis weiterverkaufen, hat er einen Gesamtaufwand von nur 5.798,73 Euro (13.298,73 Euro Gesamtfinanzierung - 7.500 Euro Restwert). Wie die Rechnung über drei Jahre aussieht, wenn man ein Auto least, liest Du im Folgenden.

Beispielrechnung für ein Leasing

Die monatliche Rate setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: erstens der monatlichen Amortisation – das ist die monatliche Tilgung des Kredits – und zweitens den monatlichen Zinsen. Auch dieses Beispiel basiert auf einem Zinssatz von 1,49 Prozent.

Monatliche Amortisation: 13.000 Euro (Neuwert) - 7.500 Euro (angenommener Restwert) / 36 Monate (Vertragslaufzeit) = 152,78 Euro

Monatlicher Zins: 13.000 Euro (Neuwert) + 7.500 Euro (angenommener Restwert) / 2 = 10.250 Euro

Dieser Wert wird mit dem Zinssatz multipliziert und anschließend durch zwölf (Monate in einem Jahr) geteilt:

10.250 Euro x 0,0149 (Zinssatz) / 12 Monate = 12,73 Euro (monatlicher Zins)

Monatliche Leasingrate: 152,78 Euro (monatliche Amortisation) + 12,73 Euro (monatlicher Zins) = 165,51 Euro

Somit beträgt die monatliche Leasingrate 165,51 Euro. Nach einer Laufzeit von 36 Monaten hat der Leasing-Nehmer 5.958,36 Euro bezahlt. Der Gesamtaufwand liegt daher 7.340,37 Euro unter dem der Autokredit-Finanzierung. Allerdings ist zu beachten, dass der Leasing-Nehmer das Fahrzeug nach den drei Jahren an den Händler zurückgibt und keinen Gewinn machen kann, indem er das Auto weiterverkauft.

Fazit: Was ist besser – Auto kaufen oder leasen?

Ob Du ein Auto leasen oder kaufen solltest, ist eine individuelle Entscheidung. Sowohl Leasing als auch Finanzierung haben Vor- und Nachteile. Wenn Du Dich langfristig an ein Fahrzeug binden möchtest, ist eine Finanzierung mit Hilfe eines Autokredits sinnvoll. Hast Du ausreichend Grundkapital, kannst Du von einem Barzahlungsrabatt profitieren und die Gesamtkosten reduzieren. Dagegen lohnt sich Leasing für Dich, wenn Du flexibel bleiben möchtest und monatlich weniger Geld zur Verfügung hast. Nach der Vertragslaufzeit gehört Dir das Fahrzeug zwar nicht, aber Du bist nicht langfristig gebunden und kannst das Automodell häufiger wechseln.