Kompakte Coupé-Crossover von Audi und Kia im Vergleich, Preise

Audi Q3 Sportback gegen Kia Xceed: Vergleich

Audi und Kia bringen fast zeitgleich kompakte Crossover mit flachem Dach in Serie. Die Modelle Q3 Sportback und Xceed im Vergleich. Beim Preis unterscheiden sie sich stark.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 09/20/2019, 1:15 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:08 PM
Kia Xceed und Audi Q3 Sportback: Zwei Crossover im Vergleich
Quelle: Audi/ Kia Kia Xceed und Audi Q3 Sportback: Zwei Crossover im Vergleich

Der Übergang zwischen SUV und Crossover verläuft fließend. Vor allem dann, wenn der Nutzen nicht so richtig im Vordergrund steht. Mit flachem Dach und hübschem Hintern täuschen mittlerweile einige Blechburgen eine Coupé-Silhouette vor. In großen Segmenten funktioniert das ausgezeichnet. Die Kompaktklasse folgt nun.

Audi baut für diese Nische den Q3 zum Sportback um. Damit sich beide Autos nicht zu sehr ähneln, gibt es ab der A-Säule keine identischen Blechteile, sogar die Sicken in den Türen sind an verschiedenen Positionen. Kia macht den Ceed länger, pausbäckiger und am Heck schöner. Heraus kommt der Xceed – nicht ganz so wuchtig, aber trotzdem ein bisschen SUVig. Vom Basismodell übernimmt seine Karosserie nur die vorderen Türen.

Beiden Autos prognostiziert man gern eine große Zukunft. Denn sie verbinden Beliebtes (den bulligen Auftritt) mit Begehrenswertem: Einer Form, die weniger dem Nutzen dient, sondern vor allem gefallen soll. Dennoch bleibt genug Platz für vier bis fünf Passagiere und ihr Gepäck. Aber wer setzt den Gedanken besser um? Wir haben die Modelle verglichen.



Audi und Kia bieten ähnlich viel Platz

Kia orientiert sich mit dem Xceed näher an der Kompaktklasse. Er misst kaum 1,50 Meter in der Höhe, will also eher Crossover sein. Sein Auftritt wirkt vergleichsweise zurückhaltend, trotz dicker Backen und großer Räder. Gegenüber dem normalen Ceed wird er neun Zentimeter länger – macht 4,40 Meter. Ein gutes Kompaktklassemaß.

Der Q3 Sportback ist mehr SUV – klar, der normale Q3 ist auch eins. Gegenüber dem Kia hat er sieben Zentimeter Vorsprung in der Höhe und zehn in der Länge, außerdem mehr Bodenfreiheit. Das macht ihn klar zum größeren Auto, aber nicht unbedingt zum geräumigeren. Denn innen sind die Modelle gar nicht so weit voneinander entfernt.

Der Q3 überragt den Xceed um sieben Zentimeter in der Höhe
Quelle: Audi/ Kia Der Q3 überragt den Xceed um sieben Zentimeter in der Höhe

Beim Nutzfaktor trennen Audi und Kia nämlich nur drei Zentimeter Radstand voneinander. Bedeutet: Die Platzverhältnisse sind sie ganz ähnlich, zumindest in der Längsachse. Die Kniefreiheit in Reihe zwei genügt in beiden Autos selbst großen Erwachsenen. Audi spendiert etwas mehr Platz zum Vordersitz, gemütlich wird es in beiden.

Ebenfalls ähnlich: Zum Dach wird es jeweils eng. Das ist natürlich den Karosserieformen geschuldet. Wenn eine Dachlinie außen abfällt, tut sie das auch innen. Das schränkt die Kopffreiheit beider Autos im Fond ein. Man spürt das ab ungefähr 1,80 Metern Körpergröße. Einzige Lösung: Lümmeln. Gerade Sitzen drückt die Frisur ein und fühlt sich unangenehm an.

Beim Kofferraum liegt Audi vorn

Bei einem Coupé – egal ob klassisch oder SUV – geht es aber meist weniger um die Rücksitzbank. Wichtig ist da, wo der Fahrer sitzt. Hier macht Audi den besseren Job. Auf mehr Fahrzeughöhe passt mehr Körpergröße, entsprechend geräumig wird der Q3 Sportback hier. Nach oben bleibt viel Luft, an Schultern und Knien sowieso.

Im Xceed schnuppert man keine Höhenluft. Die Sitzposition steigt um knappe vier Zentimeter nach oben, das Dach kaum mehr. Das passt noch, ist aber nicht so luftig wie im Q3. Der Kia fühlt sich hier insgesamt kompakter an, vor allem mit dem großen Panoramadach. Das muss kein Nachteil sein, vor allem in Bezug auf Fahrbarkeit, Stirnfläche und Verbrauch. Wer nach SUV-Höhe sucht, wird aber auf Dauer nicht glücklich.

Im Cockpit konzentriert sich Kia auf Praktikabilität und klassisches Design. Es gibt wenige Tasten, einen großen Touch-Monitor und gute Ergonomie. Die bringt der Q3 auch mit, legt aber noch Schönheit drauf. In ihm gibt es die hübscheren Materialien, feineren Oberflächen mehr Schnickschnack.

Ganz hinten laden beide Autos für ihre jeweilige Größe ordentlich ein. Audi kommt auf 540 Liter Volumen bis zur Abdeckung. Der gleiche Wert wie im normalen Q3 und deutlich mehr als im Xceed, hier passen nämlich nur 426 Liter hinein – der Preis für die überschaubare Länge. Mit umgeklappten Lehnen kommen beide auf rund 1.400 Liter Kapazität. Audi scheint hier konservativ zu messen.

Kia motorisiert vernünftig, Audi breiter

Beim Antrieb vertraut Kia auf Brot und Butter. Das kleinere Auto im Vergleich bekommt die kleineren Motoren. Sie messen 1,0 bis 1,6 Liter Hubraum und leisten 115 bis 204 PS. Ab 136 PS ist ein Doppelkupplungsgetriebe verfügbar. Zum Frontantrieb gibt es keine Alternative, aktuell gibt es nur Benziner und Diesel. Kia will noch einen Plug-in-Hybrid nachreichen, außerdem ist ein Diesel mit Mild-Hybrid und 48-Volt-Netz versprochen.

Im Fond wird es für Passagiere ab 1,80 Meter Körpergröße eng
Quelle: Audi/ Kia Im Fond wird es für Passagiere ab 1,80 Meter Körpergröße eng

Audi bietet schon vorher einen 48-Volt Mild-Hybrid an, allerdings nur für den Basisbenziner mit 150 PS in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe. Ein Plug-in ist nicht vorgesehen, obwohl technisch umsetzbar. Dafür kommt bald das Topmodell RS Q3 Sportback mit fünf Zylindern, rund 400 PS und Allradantrieb. Letzteren gibt es auch für schwächere Modelle.

Im Audi darf es tendenziell mehr Leistung sein, denn er bringt mehr Gewicht auf die Waage. Mit der größeren Karosserie und optionalem Allrad keine große Überraschung. Dennoch liegen zwischen den beiden Autos rund 150 Kilogramm, die bewegt werden wollen. Während der Kia mit 140 PS flott marschiert, ist der Audi mit gleicher Leistung eher gemütlich unterwegs – trotz Elektroboost beim Anfahren. Der Q3 bekommt allerdings das spontanere Getriebe.



Kia Xceed und Audi Q3 Sportback im Vergleich

Unterm Strich bleiben zwei hochbeinige Blechburgen mit kompakten Maßen und ganz ähnlichem Nutzwert. Audi orientiert sich bei Größe, Platzangebot und Materialien nach oben. Kia bleibt bodenständig und baut den Xceed nicht größer, als er unbedingt sein muss. Das wirkt weniger prunkvoll, gefällt aber auf seine eigene Art.

Der Kia Xceed mit 140 PS startet bei ungefähr 22.400 Euro. Ein günstiger Einstieg am unteren Ende des Segments. Audi startet bei 36.000 Euro mit 150 PS, also am oberen Ende. Dafür gibt es mehr Luft, Luxus und Größe. In ihr Konzept passen beide, aber mit unterschiedlichem Anspruch. Das zeigt sich im Preis.

Kia Xceed vs. Audi Q3 Sportback - Bildergalerie

  • Der Q3 überragt den Xceed um sieben Zentimeter in der Höhe
    Quelle: Audi/ Kia Der Q3 überragt den Xceed um sieben Zentimeter in der Höhe
  • Kia Xceed und Audi Q3 Sportback: Zwei Crossover im Vergleich
    Quelle: Audi/ Kia Kia Xceed und Audi Q3 Sportback: Zwei Crossover im Vergleich
  • Der Q3 überragt den Xceed um sieben Zentimeter in der Höhe
    Quelle: Audi/ Kia Der Q3 überragt den Xceed um sieben Zentimeter in der Höhe
  • Im Fond wird es für Passagiere ab 1,80 Meter Körpergröße eng
    Quelle: Audi/ Kia Im Fond wird es für Passagiere ab 1,80 Meter Körpergröße eng
  • 05_Kia-XCeed-Audi_Q3_Sportback_Vergleich
  • Im Cockpit setzen beide Hersteller auf Praktikabilität. Materialseitig liegt der Q3 im Vergleich allerdings vorn
    Quelle: Audi/ Kia Im Cockpit setzen beide Hersteller auf Praktikabilität. Materialseitig liegt der Q3 im Vergleich allerdings vorn
  • Im Kofferraum lädt der Q3 540 Liter. Der Xceed misst in der Länge 10 Zentimeter weniger und kommt daher nur auf 426 Liter
    Quelle: Audi/ Kia Im Kofferraum lädt der Q3 540 Liter. Der Xceed misst in der Länge 10 Zentimeter weniger und kommt daher nur auf 426 Liter