Einteilung nach Aufbauart und Einsatzzweck

Die Fahrzeugklassen in Deutschland und der EU im Überblick

Ein Überblick über die Fahrzeugklassen mit Schwerpunkt auf Kraftfahrzeugen zur Personen- und Güterbeförderung – erfahre alles Wissenswerte.

  • Christoph Bauer
  • Veröffentlicht am 07.06.2022, 10:40
Luftaufnahme von sechs Pkw verschiedener Fahrzeugklassen, die auf einem Parkplatz stehen
Quelle: picture alliance / imageBROKER | Moritz WolfDie Fahrzeugklassen richten sich nach der Aufbauart und dem Zweck von Kraftfahrzeugen und sorgen für eine EU-weit einheitliche Gruppierung der verschiedenen Modelle

Welche Fahrzeugklassen gibt es?

Die in der EU gültigen Fahrzeugklassen werden „EG-Fahrzeugklassen“ genannt. Warum es sie gibt? Sie ermöglichen eine EU-weit einheitliche Klassifizierung der unterschiedlichen Fahrzeuge. Diese Einteilung ist unter anderem wichtig für den Hersteller, wenn es um die Beantragung von Offline- oder Online-Zulassungen geht. Denn die EU schreibt genau vor, welche Punkte für eine bestimmte Klasse erfüllt werden müssen. Zum Beispiel muss eine Mindestzahl von Sitzplätzen vorhanden sein.

Hier erhältst Du einen Überblick über die verschiedenen Fahrzeugklassen – vom Moped bis zum Bagger. Danach konzentrieren wir uns auf die beiden Klassen, die für Personenbeförderung beziehungsweise Güterbeförderung relevant sind: die Klassen M und N.

Überblick über die EG-Fahrzeugklassen und ihre Abkürzungen:

EG-FahrzeugklasseKraftfahrzeugBeispiele
Lleichte Kraftfahrzeuge mit zwei, drei oder vier RädernMoped, Motorrad, Quad
MKfz mit mindestens vier Rädern zum Zweck der PersonenbeförderungPkw, Wohnmobil, Bus
NKfz zum Zweck der GüterbeförderungLkw, Lieferwagen
O(Sattel-)AnhängerTieflader
RAnhänger für die Nutzung in der Land- und ForstwirtschaftKipper
SGezogene Maschinen für die Land- und ForstwirtschaftMähdrescher
TZugmaschinen für die Land- und ForstwirtschaftTraktor
CZugmaschinen der Land- und Forstwirtschaft auf GleiskettenBagger

Was bedeutet Fahrzeugklasse M?

Für die meisten Fahrer von Pkw ist diese Fahrzeugklasse relevant. Denn die EG-Fahrzeugklasse M umfasst alle für die Personenbeförderung ausgelegten Kraftfahrzeuge mit mindestens vier Rädern. Dazu gehören folgende Unterkategorien:

  • M1: Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz. Zu dieser Klasse gehören alle gängigen Automobile sowie kleinere Wohnmobile.
  • M2: Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einer zulässigen Gesamtmasse bis zu fünf Tonnen. In der Kategorie M2 findet man größere Wohnmobile und kleinere Busse.
  • M3: Für die Personenbeförderung ausgelegte und gebaute Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als fünf Tonnen. Dazu zählen zum Beispiel Linienbusse.

Für Kraftfahrzeuge der Fahrzeugklasse M1 mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen reicht der Führerschein der Klasse B aus. Bei den Klassen M2 und M3 werden in der Regel Führerscheine aus der Klasse C oder D benötigt. 

Ein roter Renault Arkana steht am Ufer eines Gewässers
Wie hoch ist die Kfz-Steuer?

Die Zugehörigkeit zu einer Fahrzeugklasse hat Auswirkungen auf die Berechnung der Kfz-Steuer für ein bestimmtes Fahrzeug.

Aufbauarten innerhalb der M-Klassen

Von der Limousine bis zum Krankenwagen: In der M-Klasse werden unterschiedliche Fahrzeugtypen zusammengefasst. Die Einteilung erfolgt in klassische und zweckbestimmte Aufbauarten.

Beispiele für klassische Aufbauarten:

  • Limousine
  • Schräghecklimousine
  • Kombilimousine
  • Coupé
  • Cabrio-Limousine
  • Pkw-Pick-up

Beispiele für zweckbestimmte Aufbauarten:

  • Wohnmobil
  • Krankenwagen
  • Leichenwagen
  • beschussgeschützte Fahrzeuge – also Fahrzeuge, die zum Schutz der beförderten Insassen und Güter kugelsicher gepanzert sind
  • rollstuhlgerechte Fahrzeuge 

Fahrzeugklassen N1, N2 und N3

Die EG-Fahrzeugklasse N umfasst Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung mit mindestens vier Rädern. Außerdem betrifft sie Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung mit drei Rädern und einer zulässigen Gesamtmasse über einer Tonne. Dazu gehören in der Regel Lkw und Lieferwagen – von der Sattelzugmaschine über den Pick-up bis zur Straßenzugmaschine für den Schwertransport. In der Klasse N1 finden sich Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 Tonnen. Bei der Klasse N2 handelt es sich um Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen bis zwölf Tonnen. Zur Klasse N3 zählen Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als zwölf Tonnen.

Auch innerhalb der N-Klasse gibt es, wie bei der M-Klasse, eine Unterteilung nach klassischen Aufbauarten und zweckbestimmten Aufbauarten. Zur klassischen Aufbauart gehören zum Beispiel Lastkraftwagen und Sattelzugmaschine. Eine zweckbestimmte Aufbauart wäre der Mobilkran oder die „Sattelzugmaschine Schwertransport“. Die systematische Einteilung der EG-Fahrzeugklassen basiert auf der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments.

Die aktuellen Bestimmungen zur Fahrzeugklasse M und Fahrzeugklasse N findet man in der Verordnung (EU) 2018/858.