Diese Neuerungen treten in Kraft

Was ändert sich 2022 für Autofahrer?

Vom Spritpreis-Anstieg bis zu verpflichtenden Assistenzsystemen: Welche neuen Regelungen und Gesetze für Autofahrer 2022 gelten.

  • Inga Sievers
  • Veröffentlicht am 25.11.2021, 14:44
Eine Hand arrangiert goldene Kerzen, die die Zahl 2022 bilden
Quelle: Cotton Bro / Pexels CO₂-Steuer auf Sprit, Masken im Verbandskasten, serienmäßige Assistenssysteme: 2022 ändert sich einiges für Autofahrer

Spritpreise für Benzin und Diesel steigen weiter

Mit Beginn des Jahres 2022 müssen Benzin- und Dieselfahrer an der Tankstelle erneut tiefer in die Tasche greifen. Ursache dafür ist die nächste Stufe der CO₂-Bepreisung (CO₂-Steuer 2022), die ab dem 01.01.2022 in Kraft tritt. Waren es im Jahr 2021 noch 25 Euro pro Tonne CO₂, sind es 2022 bereits 30 Euro. Dadurch erhöhen sich auch die Preise für Kraftstoffe um mehrere Cent pro Liter. Für Benzin sind 8,4 Cent mehr fällig, für Diesel sogar 9,5 Cent on top. Das ist der bisher höchste Wert für Dieselkraftstoff in Deutschland.

Höhere Typklassen für über 7 Millionen Fahrzeugtypen

Jedes Jahr aufs Neue ändern sich die Typklasseneinstufungen für zahlreiche Automodelle. Auch im kommenden Jahr müssen Fahrzeughalter wieder mit Veränderungen bei der Typklasse rechnen, wodurch sich die Beitragshöhe zur Kfz-Versicherung erhöhen oder verringern kann. Laut Schätzung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird es 2022 für über sieben Millionen Automodelle teurer – beispielsweise für den Hyundai Kona 1.6 T oder den VW Arteon 2.0 TSI. Diese sind nach der Schadens- und Unfallbilanz des Vorjahres in eine höhere Typklasse bei der Haftpflicht, Vollkasko- und Teilkaskoversicherung eingestuft. 4,3 Millionen Modelle profitieren hingegen von niedrigeren Typklassen. Dazu gehören der Nissan Juke 1.0 oder der Skoda Superb 2.0 TDI.

Masken als neuer Bestandteil im Verbandskasten

Ab 2022 erhält der Kfz-Verbandskasten ein verpflichtendes Upgrade. Vom Jahresbeginn an muss der Inhalt um zwei Mund-Nasen-Masken erweitert werden. Diese sollen Ersthelfern im Notfall zusätzlichen Schutz bieten und auch nach Corona fester Bestandteil des Verbandskastens sein. Entsprechend wird auch die DIN-Norm 13164 angepasst. Sie regelt, welche Inhalte im Erste-Hilfe-Kasten fürs Auto vorgeschrieben sind. Wer sich nicht an die Neuregelung hält und bei Kontrollen die Mund-Nasen-Bedeckung nicht vorweisen kann, riskiert ein Bußgeld. Laut aktuellem Stand sind dann fünf Euro fällig.

 Eine FFP2-Maske hängt im Cockpit eines PKW
Quelle: Unsplash Ab 2022 gehören zwei Schutzmasken in den Verbandskasten

Umweltprämie 2022: Neue Richtlinien für Hybrid-Fahrzeuge

Für 2022 plant das Bundeswirtschaftsministerium strengere Richtlinien für die Förderung von Plug-in-Hybriden.

Als neue Größen, die über eine Fördermöglichkeit entscheiden, sind eine elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern oder höchstens 50 g/km CO₂-Ausstoß ab 01.01.2022 vorgesehen. Bisher mussten Hybridautos nur 40 Kilometer mit Elektroantrieb erreichen. Sind die Förderbedingungen erfüllt, können Autokäufer bis zu 6.750 Euro Fördergeld vom Staat erhalten. Die Förderung des Bundes ist aktuell bis Ende 2025 vorgesehen. Hybridautos, die dann noch eine Förderung erhalten, müssen mindestens 80 Kilometer allein mit Elektroantrieb erreichen.


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Blackbox, Notbremsassistent und Co. für Neuwagen serienmäßig

Zahlreiche Assistenzsysteme sind ab 06.07.2022 für typgenehmigte Neuwagen in der EU laut Verordnung serienmäßig vorgeschrieben. Darunter sind manuell abschaltbare Systeme wie der Intelligente Geschwindigkeitsassistent (ISA), der Notfall-Spurhalteassistent und der Notbremsassistent, das adaptive Notbremslicht mit Signalfunktion, die standardisierte Schnittstelle zum Einbau einer Alkohol-Wegfahrsperre sowie Müdigkeitswarner und Rückfahrassistent. Für Aufreger dürfte aber vor allem die in Neuwagen verbaute Blackbox sorgen. Diese soll nicht manuell abschaltbar sein, im Falle eines Unfalls dürften jedoch nur klar festgelegte Daten ausgelesen werden.

Umtauschpflicht für Führerschein startet

Wer noch einen alten rosafarbenen Führerschein besitzt, muss diesen unter Umständen bereits 2022 gegen die fälschungssichere Variante im Scheckkarten-Format eintauschen. Denn ab kommendem Jahr startet die Umtauschpflicht für alte Führerscheine, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt wurden. Bis 2033 sollen alle alten Führerscheine ausgetauscht werden. 2022 sind zunächst alle Führerscheininhaber betroffen, die zwischen 1953 und 1958 geboren sind und deren Führerschein ein Ausstelldatum vor dem 01.01.1999 ausweist. Sie haben bis zum 19.01.2022 Zeit, das Dokument einzutauschen.

Grundsätzlich sind für die Beantragung des neuen Führerscheins 25 Euro bei der Zulassungsstelle fällig. Dieser ist dann 15 Jahre gültig und muss danach erneut beantragt werden. Wer nach Ablauf der Frist mit einem alten Führerschein erwischt wird, kann mit einem Verwarngeld in Höhe von zehn Euro belangt werden. Auch wenn die Strafe gering erscheint, ist sie oft mit einem erhöhten Aufwand verbunden. So kann vorgeschrieben werden, dass der neue Führerschein bei der Polizei vorgelegt werden muss.

Das bleibt 2022 für Autofahrer wichtig

Pendlerpauschale 2022

Seit Jahren heiß diskutiert und aktueller Diskussionspunkt bei den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP: Der staatlich geförderte Fahrtkostenausgleich ist umstritten – wird nach bisherigem Stand jedoch weiterhin bestehen bleiben. Für 2022 sind bei der Pendlerpauchale die gleichen Abrechnungssätze wie im Jahr 2021 vorgesehen. Für eine Strecke bis zu 20 km Länge können demnach 0,30 Euro pro Kilometer abgerechnet werden. Ab 21 km erhöht sich der Satz auf 0,35 Euro pro Kilometer.

Neuer Bußgeldkatalog

Am 09.11.2021 ist der neue Bußgeldkatalog offiziell in Kraft getreten. Dieser sieht höhere Strafen insbesondere bei Geschwindigkeitsüberschreitungen vor. In den meisten Fällen müssen Verkehrssünder gleich doppelt so hohe Bußgelder in Kauf nehmen. Neben Rasern werden unter anderem auch Falschparker, die zum Beispiel im Halteverbot stehen oder in zweiter Reihe parken, verstärkt zur Kasse gebeten. Außerdem enthält der neue Bußgeldkatalog eine Reihe von Regelungen, die der Verkehrssicherheit von Radfahrenden dienen wie den Grünpfeil, die Einrichtung von Fahrrad-Zonen oder Mindestüberholabstände.


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