Wie läuft er ab? Wie lange dauert er?

Wie Du für den Führerschein-Reaktionstest bei der MPU üben kannst

Zu jeder MPU gehört ein Reaktionstest. Er soll untersuchen, ob der Kandidat belastbar ist und schnell reagieren kann. Lies hier, wie Du Dich vorbereiten kannst.

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  • Veröffentlicht am 11/20/2019, 8:59 PM
Straßenschild im Stil eines großen gelben Ortseingangsschildes mit der Aufschrift "MPU"
Quelle: SPA (picture alliance/chromorange) Beim Reaktionstest wird der Kandidat auf Reaktionsfähigkeit, Sinneswahrnehmung und Belastbarkeit untersucht

Der Verkehr auf unseren Straßen wird immer dichter. Eine gute Reaktionsfähigkeit ist deshalb wichtig und wertvoll, wenn es darum geht, Gefahrensituationen zu überstehen. Deshalb ist auch ein Reaktionstest Bestandteil der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Diese ebenso berühmte wie berüchtigte Untersuchung heißt im Behördendeutsch „Begutachtung der Fahreignung“. Erforderlich wird sie vor allem, wenn Personen die Fahrerlaubnis entzogen wurde. Gründe dafür können Alkohol oder Drogen am Steuer, schwere Verkehrsverstöße oder ein zu hohes Punktekonto im Fahreignungsregister in Flensburg sein.

Das ist die Aufgabe der MPU

Die MPU liefert wichtige Anhaltspunkte bei der Entscheidung über eine mögliche Entziehung oder Erteilung der Fahrerlaubnis. Sie dauert drei bis vier Stunden und enthält neben einem medizinischen und psychologischen Teil auch die sogenannte Leistungsdiagnostik. Diese wiederum besteht vor allem aus dem Reaktionstest.

Die Durchführung der MPU muss die betroffene Person eigenständig beantragen. Für die Untersuchungen gibt es bundesweit 15 amtlich anerkannte Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF), zu denen auch TÜV und DEKRA gehören. Die Kosten liegen bei etwa 400 bis 700 Euro und müssen vom Teilnehmer selbst getragen werden. Der genaue Betrag hängt davon ab, ob Alkohol- oder Drogentests durchgeführt werden. Zur Vorbereitung werden auch Seminare und Infoabende angeboten. Im Internet kann man mit ähnlichen Reaktionstests üben.

So läuft der Reaktionstest ab

Beim Reaktionstest wird der Kandidat auf Reaktionsfähigkeit, Sinneswahrnehmung und Belastbarkeit untersucht. Dabei kommen psychophysiologische Leistungstests zum Einsatz. Geprüft wird überwiegend am Bildschirm. Für die Zusammenstellung verschiedener Testbereiche ist die jeweilige Begutachtungsstelle zuständig.

Die Untersuchung, die vor allem bei Alkohol- und Drogendelikten eine wichtige Rolle spielt, dauert etwa sieben bis zehn Minuten. Nach einer Einweisung vom Testleiter nimmt jeder Prüfling am Computer Platz und setzt einen Kopfhörer auf. Zur Vorbereitung wird zunächst ein Testlauf durchgeführt, zu dem man Fragen stellen darf. Dann beginnt der eigentliche Reaktionstest.

Auf dem Bildschirm werden unterschiedliche Farben dargestellt. Gleichzeitig kommen aus den Kopfhörern verschiedenste Töne in allen Höhen- und Tiefenlagen. Wenn dann zusätzliche Signale erklingen, muss man bestimmte Tasten oder Pedale drücken. Dazu wird das Tempo gesteigert, die Frequenz der interaktiven Signale erhöht. Im Test geht es darum, die Kandidaten schnell an ihre Leistungsgrenze zu bringen. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, alles richtigzumachen.

Sollte man den Test nicht bestehen, steht noch ein Paralleltest auf dem Programm. Verläuft dieser Test auch negativ, kann noch eine sogenannte Fahrverhaltensbeobachtung durchgeführt werden. Dabei muss man wie in der Fahrschule mit einem Fahrlehrer und einem Psychologen fahren. Diese beurteilen das Fahrverhalten und die Reaktion auf verschiedene Situationen.

Neben diesem Standardverfahren gibt es noch andere, ähnliche Tests. Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen werden mit einem Verfahren untersucht, bei dem man verschiedene Bilder mit Verkehrssituationen gezeigt bekommt und danach erklären soll, was man gesehen hat. Eine andere Übung hat die Aufgabe, bei mehreren ineinander verschlungenen Linien eine Linie zu verfolgen und zu erkennen, wo Anfang und Ende sind. Dabei geht es darum, in wie kurzer Zeit diese Fragen beantwortet werden und wie gut konzentriertes Arbeiten funktioniert.

Ein rotes Modellauto steht auf einem Fragebogen zur medizinisch-psychologischen Untersuchung
Quelle: Christian Ohde / CHROMORANGE (picture alliance/chromorange) Die MPU liefert wichtige Anhaltspunkte bei der Entscheidung über eine Entziehung oder Erteilung der Fahrerlaubnis



Wenn der Test nicht bestanden wurde

Grundsätzlich sind die Tests so angelegt, dass die Chancen auf ein positives Ergebnis realistisch sind. Was aber, wenn man bei der MPU durchgefallen ist? „Bei einer negativen MPU sollte das Gutachten nicht an die Führerscheinstelle weitergegeben werden. Der Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis sollte zurückgenommen werden, um einen Ablehnungsbescheid und den damit verbundenen Eintrag im Fahreignungsregister zu vermeiden“, empfiehlt der ADAC.

Es besteht die Möglichkeit, die MPU zu wiederholen und einen erneuten Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis zu stellen. Falls der Kandidat noch eine gültige Fahrerlaubnis hat und eine Entziehung droht, sollte er laut ADAC das negative Gutachten nicht vorlegen. Dann verliert er zwar unter Umständen die Fahrerlaubnis, aber er kann jederzeit einen neuen Antrag stellen und ein neues Gutachten absolvieren.

Der Reaktionstest in einzelnen Schritten

  • Der Testleiter erklärt den Ablauf des Tests
  • Der Kandidat nimmt am Computer Platz und setzt Kopfhörer auf
  • Ein Probelauf zum Üben wird durchgeführt, Fragen dürfen gestellt werden
  • Im Test leuchten Farben am Bildschirm, Töne kommen aus dem Kopfhörer
  • Bei bestimmten Signalen müssen Pedale und/oder Tasten gedrückt werden
  • Die Geschwindigkeit wird während des Tests erhöht
  • Am Ende des Tests wird das Resultat gespeichert, gegebenenfalls folgt ein Paralleltest 


Recht und Gesetz