Verjährung der Punkte in Flensburg

Wann verfallen Punkte in Flensburg?

Einmal eine rote Ampel übersehen oder am Steuer telefoniert und schon gibt es Punkte. Die Frage ist: Wann verfallen die Punkte in Flensburg wieder?

  • Veröffentlicht am 25.05.2022, 16:16
Eine Person sitzt am Steuer eines VW und bedient ein Smartphone
Quelle: UnsplashWird man mit dem Handy am Steuer erwischt, droht ein Punkt in Flensburg. Erst nach 2,5 Jahren ist dieser getilgt

Wie lange dauert es, bis Punkte in Flensburg verfallen?

Früher verjährten die Punkte nach zwei, fünf beziehungsweise frühestens zehn Jahren – je nach Schwere des Verstoßes. Das Problem: Diese Verjährungsfrist verlängerte sich, wenn man vor ihrem Ende einen neuen Verstoß beging. Dadurch konnten einige Autofahrer ihre Punkte gar nicht abbauen. Mit der Reform des Punktesystems im Mai 2014 änderte sich das. Seitdem haben neue Punkte keinen Einfluss mehr auf den Verfall der alten. Außerdem gelten seit der Reform angepasste Tilgungsfristen. Das sind die Zeiträume, in denen die Punkte gültig sind, bevor sie verfallen.

Wie lange es dauert, bis die Punkte in Flensburg verjähren, hängt heute noch von der Schwere des Verstoßes ab. Es gilt: Jedes Punktevergehen wird für sich betrachtet. Wirst Du zum Beispiel mit einem kaputten Rücklicht erwischt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Für die bekommst Du einen Punkt in Flensburg. Dieser Punkt verfällt automatisch nach zweieinhalb Jahren.

Punkte in Flensburg abbauen – Übersicht zum Punkteverfall

Anzahl der PunkteArt des VerkehrsverstoßesBeispiele
1OrdnungswidrigkeitVerstoß gegen Handyverbot, defekte Beleuchtung, TÜV um mehr als acht Monate überzogen
2Ordnungswidrigkeit mit Fahrverbot, Straftat ohne Fahrverbot, Straftat mit Fahrverbot bis zu drei MonatenRotlicht missachtet (mit Gefährdung oder mit Sachbeschädigung), Missachtung des Überholverbots, Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit innerorts ab 31 km/h oder außerorts ab 41 km/h
3Straftat mit Entziehung der FahrerlaubnisTrunkenheitsfahrt mit über 1,1 Promille, fahrlässige Körperverletzung, Teilnahme an Autorennen

Verfallen Punkte, verschwinden sie nicht sofort aus dem Zentralregister. Sie zählen dann zwar nicht mehr zum Punktestand, sind aber noch im Register gespeichert. Erst nach Ablauf einer einjährigen Sperrfrist kommt es zum Löschen der Punkte in Flensburg durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Erst dann sind sie „wirklich weg“. Grund für diese sogenannte Überliegefrist ist die Zeit, die zwischen einem Verstoß mit Punktfolge und dem Eintrag ins Punkteregister vergeht. Oft dauert es Wochen oder Monate, bis der Bußgeldbescheid vorliegt. Bis dieser dann tatsächlich rechtskräftig ist, vergehen weitere zwei Wochen, in denen man Einspruch gegen den Bußgeldbescheid erheben kann.

Ein Beispiel: Du hast sieben Punkte auf Deinem Konto. Drei davon verfallen im März. Im Februar fährst Du über eine rote Ampel. Dafür gibt es zwei Punkte in Flensburg. Den Bußgeldbescheid für Dein Ampelvergehen bekommst Du im April. Schaust Du im April auf Dein Punktekonto, stehen da vier Punkte – denn im März lief die Tilgungsfrist von drei Punkten ab. Als Du im Februar bei Rot über die Kreuzung gefahren bist, hattest Du aber noch sieben Punkte auf Deinem Konto. Und das ist der Knackpunkt. Addiert man zu diesen sieben die zwei neuen Punkte, ergibt das neun. Die Folge: Der Führerschein ist weg. Denn seit Mai 2014 gilt man mit mehr als acht Punkten als ungeeignet zum Führen eines Kfz. Dann muss man die Fahrerlaubnis abgeben.

Tipp: Wer sich unsicher ist, wie viele Punkte er hat, liest hier, wie man seine Punkte in Flensburg abfragen kann.

Wann verfallen Punkte, die vor der Reform erteilt wurden?

Vor dem 1. Mai 2014 „gesammelte“ Punkte wurden automatisch ins neue Punktesystem übertragen. Sie verjähren beziehungsweise verjährten nach dem alten Prinzip – sprich nach zwei, fünf oder zehn Jahren.

Kleinere Vergehen wie Ordnungswidrigkeiten sollten also mittlerweile abgegolten sein. Und zwar selbst dann, wenn Du kurz vor der Reform, also zum Beispiel im April 2014, ein weiteres Vergehen begangen hast. Dieser erneute Verstoß stoppte zwar den Abbau bereits vorhandener Punkte und ließ ihre zwei- oder fünfjährige Tilgungsfrist erneut beginnen. Doch mittlerweile wären auch diese Tilgungsfristen bereits abgelaufen. Konkret heißt das: Alle 1- und 2-Punkt-Verstöße verfielen spätestens 2016 beziehungsweise 2019. Anders sieht das bei schwerwiegenden Straftaten aus. Einige von ihnen sind immer noch nicht getilgt.

Beispiel: Ein Fahrer fuhr im April 2012 unter Alkoholeinfluss. Er musste seinen Führerschein abgeben und bekam drei Punkte in Flensburg. Normalerweise wäre seine Tilgungsfrist im April 2022 ausgelaufen. Leistete er sich im April 2014 jedoch einen weiteren Fehltritt, ging der Punkteabbau der Alkohol-Straftat von vorn los. Die Tilgungsfrist endet nun frühestens im April 2024.

Übrigens: Wer nach dem 1. Mai 2014 neue Punkte bekommen hat, kann aufatmen – sie stoppen den Verfall der alten Punkte nicht mehr.

Kann man Punkte in Flensburg vorher abbauen?

Punkte kann man passiv oder aktiv abbauen. Passiv heißt, man lässt die Zeit für sich arbeiten. Denn: Die Punkte bauen sich mit den Jahren von selbst ab. Wer den Prozess beschleunigen will, kann seine Punkte aktiv abbauen – mit der Teilnahme an einem Fahreignungsseminar. Dieser Lehrgang der Bundesanstalt für Straßenwesen, der BASt, soll die Verkehrsteilnehmer für ihre Fehler sensibilisieren und alternative Verhaltensweisen aufzeigen, damit sie in Zukunft keine Verstöße mehr begehen.

Eine Frau sitzt in einem schwarzen Pkw bei geöffneter Tür und wechselt ihre Schuhe
Acht unbekannte Regeln

Die StVO schreibt das Schuhwerk zwar nicht vor, doch hat ein Flip-Flop-Träger einen Unfall, bekommt er oft mindestens eine Teilschuld.

Das Seminar besteht aus zwei Modulen – einem verkehrspädagogischen und einem verkehrspsychologischen. Der verkehrspädagogische Teil besteht aus zwei 90-minütigen Einzel- oder Gruppenterminen. Hier wiederholt man die Verkehrstheorie. Der verkehrspsychologische Teil erstreckt sich ebenfalls über zwei Termine mit einer Länge von je 75 Minuten. Sie dienen hauptsächlich dem Evaluieren des eigenen Fahrverhaltens. Hat man beide Module erfolgreich absolviert, reduziert sich das Punktekonto um einen Punkt.

Die Fahreignungsseminare haben drei Haken:

  • Die Teilnahme hängt vom aktuellen Punktestand ab – sie ist nur möglich, wenn man maximal fünf Punkte auf dem Konto hat.
  • Verkehrssünder bezahlen den Lehrgang aus eigener Tasche, da er freiwillig ist. Die Kosten liegen bei etwa 400 bis 500 Euro.
  • Innerhalb von fünf Jahren darf man nur ein einziges Seminar belegen. Demzufolge kann man so nur alle fünf Jahre einen Punkt in Flensburg abbauen.

Wer Interesse an einem Fahreignungsseminar hat, informiert sich am besten beim Straßenverkehrsamt zu Ansprechpartnern, Gebühren und Terminen. Angeboten werden die Kurse von Fahrschulen, TÜV und DEKRA. Idealerweise startet man so früh wie möglich mit einem Seminar. So verhinderst Du, dass sich mit den Jahren zu viele Punkte ansammeln. Denn: Wer über die 8-Punkte-Grenze kommt, muss den Führerschein abgeben – und den sogenannten Idiotentest, die MPU, machen, wenn er irgendwann wieder fahren möchte.

Übrigens: Ein Fahreignungsseminar ist etwas anderes als ein Aufbauseminar. Letzteres ist Fahranfängern vorbehalten, die während der Probezeit bestimmte Verkehrsverstöße begangen haben. Es dient nicht dem Punkteabbau in Flensburg.