So entschlüsselst Du die kryptischen Zahlenfolgen

Was die Fahrgestellnummer über die Ausstattung verrät

Nicht nur die Modellvielfalt der Autohersteller ist heute kaum noch zu überblicken. Beinahe noch unübersichtlicher wird es bei den Motorisierungs- und Ausstattungsvarianten innerhalb einzelner Modellreihen. In diesem Beitrag erklären wir Dir, was die Fahrgestellnummer über ein Auto verrät.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Bei den meisten Autos findest Du die Fahrgestellnummer hinter der Windschutzscheibe, im Fahrer-Fußraum und an der B-Säule.
Quelle: Peter Besser Die meisten Autos haben die Fahrgestellnummer auf der Fahrerseite direkt hinter der Windschutzscheibe, im Fußraum und an der B-Säule auf der Fahrerseite angebracht

Fahrgestellnummer. Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN). Vehicle Identification Number (VIN). Bei all diesen Nummern kann einem auf den ersten Blick schon einmal ein wenig schwindelig werden. Tatsächlich aber ist es recht einfach, den Überblick zu behalten.

Fahrgestellnummer vs. Fahrzeugidentifikationsnummer

Zwischen der Fahrzeugidentifikationsnummer FIN, ihrer englischen Entsprechung, der Vehicle Identification Number (VIN), und der Fahrgestellnummer besteht kein Unterschied. Bis zu Beginn der 1980er-Jahre sprach man von der Fahrgestellnummer. 1981 wurde der Begriff aufgrund einer EU-Verordnung durch die FIN beziehungsweise die VIN ersetzt.
Alle drei Begriffe meinen also ein und dasselbe: die Seriennummer, die ein Fahrzeug eindeutig identifizierbar macht. Die 17-stellige Nummer ist eine Art genetischer Fingerabdruck des entsprechenden Fahrzeugs. Sie gibt Aufschluss über alle Besonderheiten, darunter Modellreihe, Herstellungsort, Modelljahr, Motorisierung und Ausstattung. Neben den Ziffern 0 bis 9 kann sie alle Buchstaben des Alphabets enthalten. Ausgenommen sind lediglich die Buchstaben I, O und Q, weil sie leicht mit den Ziffern 0 und 1 verwechselt werden können.

Wo findet man die FIN/VIN?

Die FIN beziehungsweise VIN findet man im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) im Feld „E“ sowie im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2) im Feld „zu 4“. Auch im dazugehörigen Auto selbst ist die Nummer angebracht. Früher wurde sie meist in eine aufgenietete Blechplakette gestanzt. Heute wird die Kennung als Beitrag zur Sicherheit häufig unterhalb der Windschutzscheibe eingraviert. Je nach Hersteller und Modell kann sie aber auch an anderen Stellen auftauchen. Dazu gehören unter anderem Motorraum, Kofferraum, Fahrertür oder Türrahmen.

Die Fahrgestellnummer findest Du im Fahrzeugschein Deines Autos (Feld E).
Quelle: picture alliance/dpa/dpaweb Die Fahrgestellnummer findest Du im Fahrzeugschein Deines Autos (Feld E)

Wie entschlüsselt man eine Fahrzeugidentifikationsnummer?

Die insgesamt 17 Zeichen der FIN beziehungsweise VIN sind inhaltlich in mehrere Blöcke unterteilt. Sie geben Auskunft über das entsprechende Fahrzeug und seine Besonderheiten, etwa Motorisierung und Ausstattung. Die ersten drei Zeichen bilden den Weltherstellercode oder World Manufacturer Identifier (WMI). Er informiert über Produktionsregion und Hersteller.
So stehen die Buchstaben A bis H für Afrika, J bis R für Asien und S bis Z für Europa. Nordamerika wird durch die Ziffern 1 bis 5 gekennzeichnet, Australien durch 6 und 7 und Südamerika durch 8 bis 0. Ein Volkswagen, der in Europa gebaut wurde, hat demnach den Weltherstellercode WVW.
Die nächsten fünf Stellen informieren über die Baureihe. Werden nicht alle Positionen benötigt, belegt man diese mit Füllzeichen. So nutzen VW und Audi die Stellen 4 bis 6 meist nicht und füllen sie daher mit ZZZ. Analog dazu belegt Opel beziehungsweise Vauxhall die Stellen 4 bis 7 in der Regel mit vier Nullen.
Die zehnte Stelle informiert über das Modell- bzw. Produktionsjahr, die elfte über den Herstellungsort. Die Versicherung AllSecur nennt in einem Beitrag im Internet das folgende Beispiel: Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer WVWZZZ1JZ2W057177 steht für einen VW Golf IV mit dem Produktionsjahr 2002, der in Wolfsburg produziert wurde.
Die letzten sechs Stellen schließlich geben Auskunft über die individuelle Beschaffenheit des Autos. Über eine Abfrage der FIN beziehungsweise VIN lassen sich also unter anderen Informationen über die ursprüngliche Ausstattung beispielsweise eines Gebrauchtwagens in Erfahrung bringen.

FIN-/VIN-Abfrage

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Auto über die FIN beziehungsweise VIN bis ins Detail zu „zerlegen“. So können Händler über Foren und Datenbanken wie Schwacke, die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) oder Carfax die Nummern online abrufen. Dafür wird in der Regel eine Gebühr fällig. DAT gibt an, etwa 98 Prozent der in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt zugelassenen Fahrzeuge über die Abfrage identifizieren zu können. 
Auch über den jeweiligen Hersteller, den Vertragshändler oder die Vertragswerkstatt können die Informationen zur FIN abgefragt werden, um Ausstattung, Sonderausstattung oder Service-Historie in Erfahrung zu bringen.



Das Wichtigste zur Fahrzeug-Identifizierungsnummer

  • Fahrzeug-Identifizierungsnummer, Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN), Vehicle Identification Number (VIN) und Fahrgestellnummer sind dasselbe
  • Die 17-stellige Seriennummer ist eine Art Fingerabdruck des jeweiligen Autos
  • Alle Buchstaben des Alphabets bis auf I, O und Q (Verwechslungsgefahr mit 0 und 1) sowie die Ziffern 0 bis 9 dürfen vorkommen
  • Gibt Auskunft über Modellreihe, Herstellungsort, Modelljahr, Motorisierung und Ausstattung
  • Kann über Portale und Foren, etwa von DAT oder Schwacke, über Hersteller, Händler und Werkstätten abgerufen werden
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