Mittelklasse-Kombis im Vergleich

Vergleich: VW Passat B8 (seit 2014) gegen Skoda Superb III (seit 2015)

Es geht um Platz und Verhältnisse: Skoda Superb Combi und VW Passat Variant bieten im Fond mehr, als ihr Segment verheißt. Die Mittelklasse-Kombis im Vergleich.

  • Sven Förster
  • Veröffentlicht am 09/21/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 11/16/2020, 12:47 PM
Zu sehen sind der Skoda Superb und der VW Passat nebeneinander
Quelle: Skoda / Volkswagen | Collage by Peter Besser In der Mittelklasse liefern die Kombi-Varianten von Volkswagen Passat und Skoda Superb diese Mischung aus preiswert und Nutzwert

Pragmatismus verpflichtet. Zu Gepäckraum-Dimensionen weit oberhalb des Durchschnitts im Segment. Und zu Außenabmessungen an der Vorstufe zur nächstgrößeren Fahrzeugklasse. In der Mittelklasse liefern die Kombi-Varianten von Volkswagen Passat und Skoda Superb diese Mischung aus Preis- und Nutzwert. Doch in Details, in Motor-, Innen- und Kofferraum trennt die Konzern-Brüder mit demselben technischen Unterbau einiges.

Was die jeweils größten Kombis der Marken unterscheidet, was sie verbindet? Und welcher dieser Mittelklässler bei Preis, Platz und Antriebsvielfalt vorne liegt? Das klären wir hier.


Schwaba Autocenter ZwNl. der Schwaba GmbH
Der Skoda Superb

Kein anderer Mittelklasse-Kombi bietet so viel Platz wie der Skoda Superb.


Skoda Superb Combi und VW Passat Variant: Platzangebot, Kofferraum

Beim Skoda Superb spiegelt das Volumen des Kofferraums nicht annähernd seine Dimension wider. Denn mit 660 bis 1.950 Liter geht der größte Skoda als Alternative zu höherpreiseigen Modellen der oberen Mittelklasse durch. Und als Gegenangebot zu höher bauenden Mittelklasse-SUVs. Laut Hersteller-Datenblatt fasst kein gängiger Kombi mehr. Bei aufrechten hinteren Lehnen bietet der Passat zumindest ähnlich viel Platz: 650 Liter langen für Reisegepäck allemal. Als Refugium kleinerer Gegenstände dienen zwei lange Seitenfächer – über die ein Superb Combi nicht verfügt.

Zu sehen ist der Skoda Superb iV in seitlicher Position
Quelle: Skoda Der Skoda Superb Combi misst 4,86 Meter in der Länge. Damit ist er acht Zentimeter länger als der VW Passat Variant

Bei umgeklappten Sitzlehnen gerät der Vergleich zur klaren Angelegenheit für den Superb. Dem Passat mit Kombi-Heck fehlen 170 Liter auf den Konzern-Bruder, 1.780 Liter passen in den Mittelklasse-Volkswagen.

Raumvorteil für den Superb auch in Sitzreihe zwei: Im Passat sitzen Fond-Passagiere bequem, keine Frage. Aber der Skoda hat Kniefreiheit auf Oberklasse-Niveau. Doch vorne bietet der Volkswagen großen Fahrern die bequemere Sitzposition. Dem Superb fehlen ein paar Zentimeter Verstellbereich nach unten. Außerdem stattet Volkswagen den Passagierraum mit nobleren Materialien aus.

Wohlgemerkt: Die Plug-in-Hybridversionen Passat GTE und Superb iV fassen etwas weniger als Modelle mit reinem Verbrenner-Strang. Dem VW raubt die Traktionsbatterie im Heckbereich 167 Liter, dem Skoda 150 Liter (dazu später mehr).


Autohaus Krugel
VW Passat Variant

Der Variant ist die meistgebaute Passat-Variante.


VW Passat und Skoda Superb: Antriebe, Motoren, Getriebe

Volkswagens 4,71 Meter langer Passat und Skodas 4,86 Meter langer Superb basieren beide auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Volkswagen-Konzerns. Theoretisch könnten sich Passat und Superb das gesamte Antriebsportfolio teilen. In der Praxis zieht der Konzern Grenzen. Der große Diesel mit 240 PS und 350 Newtonmetern fehlt im Superb. Untergeordnete Versionen des 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesels finden in die Motorräume beider Marken. Konkret besteht in den 2019 gelifteten Passat und Superb die Wahl zwischen einer 190 und einer 150 PS starken Version des großen Selbstzünders. Als Einstiegs-Diesel fungiert ein 1,6-Liter-Vierzylindermotor mit 120 PS.

Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben
Quelle: Volkswagen Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben

Einstieg mit 150 PS, Top-Modell mit 272 PS: An Beginn und Ende des Benziner-Portfolios stehen bei Superb und Passat dieselben Aggregate. Doch zwischen dem 1,5-Liter-Vierzylinder-Basismotor und dem leistungsstärksten reinen Verbrenner mit 2,0 Litern aus vier Zylindern bietet Volkswagen eine Zwischenstufe: eine 190 PS starke Version des 2,0-Liter-Motos. Im Superb-Programm gibt es sie nicht.

Ab 190 PS besteht in beiden Modellen die Chance auf Allrad, oberhalb von 150 PS kommen Passat und Octavia mit alternativlosem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe statt der Sechsgang-Automatik.

Passat B8 und Superb III: Plug-in-Hybride GTE und iV

Einen Passat mit Plug-in-Hybrid gibt es erstmals 2015, den Superb mit Stromanschluss baut Skoda seit Ende 2019. In beiden elektrifizierten Varianten steckt derselbe Antrieb. Skoda und VW koppeln einen 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS mit einem 115 PS (85 kW) starken Elektromotor. Eine Systemleistung von 218 PS geht an das einzig verbliebene Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe der Baureihen (interne Bezeichnung „DQ400e“). Insgesamt drei Kupplungen regulieren die Kraftübertragung an die Vorderräder, eine elektrifizierte Allradvariante gibt es zu keinem der beiden Mittelklasse-Pragmatiker des VW-Konzerns.

Mehr Infos zum Thema Plug-In-Hybride findest Du hier

Das Akku-Paket speichert in beiden Autos bis zu 13 Kilowattstunden Energie – theoretisch genug für 56 Kilometer rein elektrische Reichweite. Oder für die Boost-Funktion, wenn der Verbrenner Unterstützung vertragen kann. Die kumulierte Kraft langt in beiden Fällen, trotz des erhöhten Gewichts. Gut 1,7 Tonnen wiegen beide Modelle mit Elektro-Strang, rund 100 Kilo mehr als reine Verbrenner-Varianten mit Frontantrieb.


VW Passat GTE
Der VW Passat GTE

In der Stadt rein elektrisch, auf der Autobahn mit Verbrenner-Unterstützung: Seit 2014 fährt der Passat als GTE-Modell teil-elektrisch.


VW Passat GTE und Skoda Superb iV: Infotainment und Assistenz

Beide Kombis bieten große Monitore und umfangreiche Fahrassistenz. Im Passat besteht die Option auf digitale Instrumente und ein Head-up-Display seit dem Start der B8-Baureihe. Skoda reicht das virtuelle Cockpit nach, die Facelift-Variante von 2019 kommt auf Wunsch mit Screen anstelle der analogen Rundinstrumente.

Im Skoda ist mittlerweile auch das virtuelle Cockpit eingezogen
Quelle: Volkswagen/ Skoda Im Skoda ist mittlerweile auch das virtuelle Cockpit eingezogen

In beiden Autos misst das größte Navi-Display 9,2 Zoll in der Diagonale. Die Systeme kommen mit DVD-Player und SD-Karten-Slots, binden Smartphones mit den üblichen Standards ein und können Handys induktiv laden. Haptische Knöpfe fehlen den Geräten. Leichter Vorteil für Skoda: Der Lautstärkeregler am Lenkrad arbeitet mit einem Drehrad, im Passat mit Tasten.

Bei den Fahrassistenten bietet der Passat geringfügig mehr. Beide Modelle bieten optional vor-autonome Systeme von Adaptiv-Tempomat bis Lenkassistent. Außerdem leisten Skoda und VW Unterstützung beim Parken und der Überwachung des toten Winkels. Unterschiede bringt die Anhängekupplung: Im Passat gibt es für alle Varianten einen Anhängerassistenten und 360°-Bilder, die sich aus mehreren Kameras berechnen. Skoda offeriert diese Features nur für die Plug-in-Variante.


Octavia III
Der Skoda Octavia

2017 frischt Skoda den Octavia auf. Deutlichstes Erkennungsmerkmal sind die geteilten Frontscheinwerfer.


Skoda Superb und VW Passat: Preise als Neu- und Gebrauchtwagen

Volkswagen bietet den Passat Variant ab knapp 31.400 Euro an. Skoda schreibt für den Superb Combi mindestens 29.600 Euro in die Preisliste. Bis hierhin: Doppelter Vorteil für Skoda, denn das acht Zentimeter längere Auto unterbietet hier den kürzeren Ableger. Dafür richtet Volkswagen den Innenraum behaglicher ein. Der Mittelklasse-VW kommt mit weniger Plastik und höherem Ausstattungsumfang als der Skoda.   

Das gilt für die Basis-Linien – und hält sich bis zur technisch aufwendigsten Variante: So startet der teilelektrische Superb iV in der Ausstattungsvariante „Ambition“ (ab 41.516 Euro), also serienmäßig mit Klimaautomatik, automatisch abblendendem Spiegel, 16-Zoll-Alufelgen, digitalem Radioempfang und Multifunktionslenkrad. Der große Bordcomputer sowie Elemente zur Steuerung und Überwachung des Hybridantriebs gehören im iV mit dazu. Im Passat GTE (ab 44.703 Euro) stecken sie genauso. Außerdem zählen ab Werk 17-Zöller, LED-Scheinwerfer, Drei-Zonen-Klima, ein Navi und eine Wechselstrom-Ladedose zum Umfang.

Zu sehen ist der VW Passat GTE Variant von hinten
Quelle: Volkswagen Vorn sitzt man im Passat Variant bequemer, im Fond bietet der Superb mehr Raum für Passagiere

Auf mobile.de werden mehr als 10.000 VW Passat B8 Variant und über 3.200 Skoda Superb III Combi angeboten – allesamt fahrbereit und mit gültiger HU (Stand: November 2020). Frühe Modelle des Passat starten bereits unterhalb von 8.000 Euro. Klammert man Langläufer (etwa aussortierte Taxis) aus, kommt man immer noch für fünfstellige Summen zum Mittelklasse-VW mit Kombi-Heck. Erste Exemplare der aktuellen Superb-Generation starten im Bereich knapp oberhalb von 10.000 Euro. Sowohl beim Passat Variant als auch beim Superb Combi tragen die preislich attraktivsten Modelle einen Vernunfts-Diesel im Motorraum. Also entweder einen 150 PS oder einen 120 PS starken Selbstzünder. Aggregate, die toll zum Zugang dieser Mittelklasse-Kombis passen: Der ist pragmatisch, im besten Sinn – und mit entscheidenden Unterschieden in Details.

Modell  VW Passat   Skoda Superb 
Länge  4.733 mm   4.862 mm 
Breite  1.832 mm   1.864 mm 
Höhe  1.516 mm   1.477 mm 
Radstand  2.786 mm   2.840 mm 
Gewicht  1.570 mm   1.611 mm 
Kofferraumvolumen  650 – 1.780 Liter   660 und 1.950 Liter 
Basispreis  31.400 Euro   29.600 Euro 


Skoda Superb IV vs. VW Passat GTE - Galerie

  • Zu sehen ist der VW Passat GTE Variant von vorne
    Quelle: Volkswagen Ein Mittelklasse-Klassiker: 1972 stellt Volkswagen die Urversion des Passats vor. Die Superb-Baureihe hat Skoda seit 2001 im Programm
  • Zu sehen ist der Skoda Superb iV von vorne, fahrend
    Quelle: Skoda Der Skoda Superb startet bei 29.600 Euro. Der in der Basis knapp 2.000 Euro teurere VW Passat kommt serienmäßig mit schönerer Innenausstattung
  • Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben
    Quelle: Volkswagen Beide Kombis werden von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 156 PS, unterstützt durch einen 85 kW E-Motor, angetrieben
  • Zu sehen ist der VW Passat GTE Variant von hinten
    Quelle: Volkswagen Vorn sitzt man im Passat Variant bequemer, im Fond bietet der Superb mehr Raum für Passagiere
  • Zu sehen ist der Skoda Superb iV in seitlicher Position
    Quelle: Skoda Der Skoda Superb Combi misst 4,86 Meter in der Länge. Damit ist er acht Zentimeter länger als der VW Passat Variant
  • Zu sehen ist der VW Passat GTE Variant von hinten
    Quelle: Volkswagen Sowohl VW Passat als auch Skoda Superb basieren auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Volkswagen-Konzerns
  • Zu sehen ist der Skoda Superb iV von hinten
    Quelle: Skoda Der Kofferraum des Skoda Superb Combi fasst bei aufrechten hinteren Lehnen 660 Liter. Der Passat Variant bietet ähnlich viel Platz
  • Im Skoda ist mittlerweile auch das virtuelle Cockpit eingezogen
    Quelle: Volkswagen/ Skoda Im Skoda ist mittlerweile auch das virtuelle Cockpit eingezogen
  • Zu sehen ist der Skoda Superb iV an der LAdestation
    Quelle: Skoda Das Akkupaket speichert in beiden Hybrid-Versionen der Fahrzeuge bis zu 13 Kilowattstunden Energie
  • Zu sehen ist der Passat GTE Variant an der Ladestation
    Quelle: Volkswagen Laut WLTP-Norm fahren die Hybrid-Kombi, Passat GTE und Superb iV 56 Kilometer elektrisch
  • Die beiden Hybrid-Kombis teilen sich die Architektur. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen Passat GTE und Superb IV
    Quelle: Volkswagen Die beiden Hybrid-Kombis teilen sich die Architektur. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen Passat GTE und Superb IV
  • Nach dem Passat wird nun auch der Superb zum Teilzeit-Stromer
    Quelle: Skoda/ Volkswagen Nach dem Passat wird nun auch der Superb zum Teilzeit-Stromer