VW ID.Tiguan: Was der Nachfolger des ID.4 kann
Der ID.4 heißt bald ID.Tiguan. Was kann das Elektro-SUV besser, wo bleibt alles beim Alten und wann steht es beim Händler?
- Das Wichtigste in Kürze
- Der VW ID.Tiguan im Testbericht
- Die Motoren des VW ID.Tiguan
- Ladeleistung des ID.Tiguan
- Was kostet der ID.Tiguan?
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Vor- und Nachteile des VW ID.Tiguan
- Einordnung: Generationen und Facelifts
- Welche bekannten Probleme gibt es beim VW ID.Tiguan?
- Fazit: Für wen lohnt sich der VW ID.Tiguan?
Das Wichtigste in Kürze
- Der ID. Tiguan löst ID.4 und ID.5 ab und setzt weitgehend auf bekannte Antriebe.
- Bis zu 600 Kilometer Reichweite sind möglich, geladen wird aber weiterhin mit maximal 165 kW.
- Der Marktstart ist für Anfang 2027 geplant, der Preis steht noch aus.
- Die erste Probefahrt zeigt, wo VW wirklich nachgelegt hat.
Noch ist der VW ID.Tiguan getarnt unterwegs, doch erste Fahrten und offizielle Daten zeigen schon viel. Wir ordnen ein, was bislang bekannt ist, und was der Nachfolger des ID.4 voraussichtlich besser macht.
VW ID.4, der aktuelle Vorgänger des ID.Tiguan, überzeugt mit bewährter MEB-Technik und großzügigem Platzangebot.
Der VW ID.Tiguan im Testbericht
Der ADAC durfte für einen ersten Eindruck bereits ein getarntes Vorserienfahrzeug rund um Wien bewegen. Konkret war es die Topversion mit Allradantrieb und 220 Kilowatt Systemleistung.
Trotz Tarnfolie wirkt der ID.Tiguan auf den ersten Blick vertraut. Unter der Verkleidung steckt laut ADAC keine komplette Neuentwicklung, sondern eine Weiterentwicklung des bisherigen ID.4 mit den bereits bekannten Bügeltürgriffen.
Beim Fahren überzeugt vor allem der Antrieb: Die Elektromotoren reagieren direkt auf jede Gaspedalbewegung.
Vom Antrieb selbst ist im Innenraum kaum etwas zu hören, lediglich das Abrollen der Reifen bleibt wahrnehmbar.
Das rund zwei Tonnen schwere Elektro-SUV beschleunigt dank eines Drehmoments von knapp 500 Newtonmetern in rund 7 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Der Allradantrieb der Topversion sorgt dabei für Traktion ohne durchdrehende Räder.
Auch das Fahrwerk kommt gut weg: Der Federungskomfort wirkt ausgewogen abgestimmt. Diese Stärke zeigt der Volkswagen-Konzern auch bei anderen MEB-Modellen wie ID.Polo oder Škoda Epiq.
Der Škoda Enyaq baut wie der ID.Tiguan auf der MEB-Plattform auf und zählt in Deutschland zu den meistverkauften Elektro-SUVs seiner Klasse.
Auch AUTO BILD war bei einer kurzen Testfahrt dabei und bestätigt den positiven Eindruck vom DCC-Fahrwerk: Trotz 21-Zoll-Rädern wirkt die Abstimmung nicht zu hart, die Progressivlenkung liefert gutes Feedback und der Wendekreis fällt angenehm klein aus.
Im Sport-Modus beschleunigt das Topmodell laut Werksangabe in 6,3 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Das ist solide, aber kein Spitzenwert in der Elektro-SUV-Klasse.
Unter der bunten Tarnfolie im Polaroid-Look steckt bereits das serienreife Auto. Es handelt sich also nicht um ein Showcar, sondern um reale Vorserien-Technik.
Vergleichbare Modelle:
- Škoda Enyaq: Technisch eng mit dem ID.Tiguan verwandt, teilt sich die MEB-Plattform und viele Antriebskomponenten.
- Audi Q6 e-tron: Bietet in der leistungsstärkeren SQ6-Version mit 315 Kilowatt deutlich mehr Leistung, liegt preislich aber auch höher.
- Hyundai Ioniq 5: Beliebtes Elektro-SUV mit ähnlichem Platzangebot und eigenständigem Design.
Audi Q6 e-tron setzt auf eine 800-Volt-Architektur und lädt dadurch deutlich schneller als die meisten Modelle auf MEB-Basis.
Die Motoren des VW ID.Tiguan
VW nennt für den ID.Tiguan bislang drei Antriebsvarianten, die technisch den bereits seit März 2026 im ID.4 und ID.5 verbauten Antrieben entsprechen.
| Variante | Antrieb | Leistung | Akku | Reichweite (WLTP) | DC-Ladeleistung |
|---|---|---|---|---|---|
| ID. Tiguan Pure | Heckantrieb | 140 kW/190 PS | 58 kWh (LFP) | bis zu 450 km | max. 105 kW |
| ID. Tiguan Pro | Heckantrieb | 210 kW/286 PS | 77 kWh (NMC) | bis zu 600 km | max. 165 kW |
| ID. Tiguan Pro 4Motion | Allradantrieb | 220 kW/299 PS | 77 kWh (NMC) | bis zu 560 km | max. 165 kW |
Die Werte können sich bis zur Homologation noch ändern.
Für die meisten Käuferinnen und Käufer dürfte der ID.Tiguan Pro eine sinnvolle Wahl sein: Mit 286 PS, großem NMC-Akku und bis zu 600 Kilometer Reichweite erzielt er die höchste Reichweite der Baureihe. Er steht dem Topmodell leistungsmäßig kaum nach.
Wer häufiger Anhänger zieht oder Wert auf zusätzliche Traktion legt, greift zum Pro 4Motion mit Allradantrieb und dem speziellen „Traction“-Modus für permanenten Allradantrieb.
Die Basisversion Pure mit LFP-Akku eignet sich vor allem für alle, die hauptsächlich im Alltag unterwegs sind und einen günstigeren Einstiegspreis bevorzugen.
Der Hyundai Ioniq 5 überzeugt mit markantem Retro-Design und zählt zu den meistverkauften Elektroautos auf dem deutschen Markt.
Ladeleistung des ID.Tiguan
Bei der Ladeleistung bleibt der ID.Tiguan hinter einigen Wettbewerbern zurück:
- Laden mit maximal 165 Kilowatt DC
- Ladedauer von rund 29 Minuten für 10 bis 80 Prozent (77-kWh-Akku)
- Pure mit 58-kWh-LFP-Akku 26 Minuten bei maximal 105 kW DC-Ladeleistung.
Eine 800-Volt-Architektur mit entsprechend schnellerer Ladeleistung ist nach aktuellen Informationen noch nicht geplant.
Was kostet der ID.Tiguan?
Beim Preis gibt es noch offene Fragen: Der auslaufende ID.4 startete zuletzt bei 40.580 Euro. Schätzungen zufolge sollte die Basisversion Pure des ID.Tiguan nicht mehr als 43.000 Euro kosten.
Ein Einstiegspreis von rund 35.000 Euro gilt als möglich, sollte Volkswagen beim Basismodell auf den günstigeren LFP-Akku setzen.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Konkrete Abmessungen, Kofferraumvolumen oder Karosserie-Varianten hat Volkswagen bislang nicht veröffentlicht.
Bekannt ist bisher nur, dass der ID.Tiguan möglicherweise etwas länger ausfällt als der ID.4. Belastbare Zahlen dazu sollen erst zur Weltpremiere Anfang Oktober 2026 folgen.
Optisch zeigt sich der ID.Tiguan deutlich sachlicher und eckiger als der bisherige ID.4: Die Front erhält einen neuen Rahmen für die Scheinwerfer, einen neuen Stoßfänger sowie ein beleuchtetes Volkswagen-Logo.
Am Heck orientiert sich die Leuchtleiste am ID.Polo, fällt aber mit größeren Rückleuchten eigenständiger aus.
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
Auch zu den finalen Ausstattungslinien liegen noch keine offiziellen Details vor. Erkennbar ist aber bereits, dass der ID.Tiguan erstmals als sportlichere „R-Line“-Variante erhältlich sein wird. Das wäre eine Premiere für die ID-Baureihe.
Im Innenraum kehrt Volkswagen offenbar zu physischen Tasten zurück: Die vom ID.Polo bekannte Bedienleiste mit Tasten für Klimafunktionen und Warnblinker soll laut ADAC auch im ID.Tiguan verbaut werden, ebenso ein Lenkrad mit haptischen Bedienelementen.
Das dürfte vor allem Käuferinnen und Käufer freuen, die sich an der Touch-Bedienung des ID.4 gestört haben.
Wer sich für den ID.Tiguan interessiert, sollte bei der finalen Ausstattungswahl besonders auf eine Wärmepumpe achten: Sie verbessert die Reichweite in der kalten Jahreszeit spürbar und ist bei vergleichbaren MEB-Modellen in der Regel aufpreispflichtig.
Finale Maße, Kofferraumvolumen, Preise und die komplette Serienausstattung stehen noch aus.
Vor- und Nachteile des VW ID.Tiguan
Pro
- Komfortables, gut abgestimmtes Fahrwerk
- Leiser, kultivierter Elektroantrieb
- Physische Tasten statt reiner Touch-Bedienung
- Vermutlich erhöhte Anhängelast von bis zu zwei Tonnen
- Reichweite von bis zu 600 Kilometern möglich
Con
- DC-Ladeleistung bleibt mit maximal 165 kW hinter vielen Wettbewerbern zurück
- Systemleistung der Topversion wirkt im Vergleich zur Konkurrenz eher bescheiden
- Finale Preise, Abmessungen und Kofferraumvolumen noch unbekannt
- Marktstart erst für Frühjahr 2027 angekündigt
- Keine 800-Volt-Architektur für schnelleres Laden
Einordnung: Generationen und Facelifts
Der ID. Tiguan übernimmt die Rolle von ID.4 und ID.5. Von beiden Modellen zusammen wurden seit 2021 mehr als 950.000 Exemplare ausgeliefert.
Volkswagen setzt mit dem neuen Namen eine Strategie fort, die bereits beim Wechsel vom ID.2 zum ID.Polo zu beobachten war: Technisch handelt es sich um ein umfassendes Facelift, optisch und namentlich aber um einen echten Neustart.
Die MEB-Plattform bleibt dabei erhalten, Volkswagen hat bestätigt, dass der neue Wagen weiterhin darauf basiert.
Die Weltpremiere ist für Anfang Oktober 2026 terminiert, einen konkreten Tag hat Volkswagen bislang nicht genannt. Der Marktstart soll Anfang 2027 folgen.
Welche bekannten Probleme gibt es beim VW ID.Tiguan?
Da sich der VW ID.Tiguan noch in der finalen Erprobungsphase befindet, liegen bislang keine Erfahrungswerte zu Werkstattkosten, häufigen Fehlerquellen oder Rückrufen vor.
Fazit: Für wen lohnt sich der VW ID.Tiguan?
Der VW ID.Tiguan setzt technisch auf viel Bekanntes: Unter einer deutlich kantigeren Karosserie und einem überarbeiteten Innenraum mit mehr physischen Tasten steckt weitgehend bewährte MEB-Technik.
Wer bereits mit dem ID.4 oder ID.5 geliebäugelt, aber die Bedienung oder die Materialanmutung bemängelt hat, dürfte mit dem ID.Tiguan zufriedener sein.
Für alle, die eine hohe Ladeleistung oder sportliche Fahrleistungen suchen, lohnt sich dagegen ein Blick auf die Konkurrenz von Audi, BMW oder Volvo.
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