Das ist der beste Volvo XC60 (2008-2017)

Volvo XC60 Kaufberatung: Als D4 eine gute Wahl

Die erste Generation des Volvo XC60 lief 2017 aus. Zeit, sich den Gebrauchtwagen anzusehen. Welcher XC60 der beste ist, liest Du in der Kaufberatung.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 12/01/2019, 8:45 AM
Volvo XC60 in der Ansicht von vorne-links, stehend
Quelle: Volvo Von 2008 bis 2017 lief der XC60 D4 vom Band. 2013 erführ das Mittelklasse-SUV ein Facelift

Zugegeben: Neben dem aktuellen Modell wirkt der bis 2017 gebaute Volvo XC60 etwas angestaubt. Denn mit der zweiten Generation krempelte Volvo das Design um. Das Neue kommt gut an bei Autokäufern. Aber das alte Design wirkt nun älter, als es ist. Das macht den XC60 mit dem internen Code Y20 aber nicht zu einem schlechten Auto. Als Gebrauchtwagen wird er zwei Jahre nach Produktionsende gerade erst interessant.

Karosserie und Konzept: Volvo XC60

2008 startet Volvo mit dem XC60 im Segment der Mittelklasse-SUVs. Seine Länge von 4,64 Metern passt dort voll hinein. Volvo platziert ihn gegen Konkurrenten wie den Mercedes GLK/GLC oder den BMW X3. Nutzwert steht nicht im Vordergrund: Mit knapp 495 Litern Kofferraumvolumen, das sich bei umgelegter Rückbank auf 1.455 Liter erweitert, liegt der Volvo im direkten Vergleich nicht besonders weit vorne.

Volvo XC60 in der Ansicht von vorne-links, fahrend
Quelle: Volvo Die Benzin-Aggregate sind wegen ihres hohen Verbrauchs uninteressant. Für den XC60 ist der Diesel die bessere Wahl

Der Platz auf der Rückbank kann sich eher sehen lassen. Fahrer und Beifahrer sitzen angenehm komfortabel, SUV-typisch hoch und in angenehmem Ambiente. Schlicht und klassisch wirkt der XC60, je nach Dekor etwas altbacken. Sportlich fährt der XC60 nicht gern, die Lenkung ist zu weich und gefühllos, das Fahrwerk lässt in schnellen Kurven viel Seitenneigung zu. Volvo stimmt das Auto sicher, aber nicht agil ab. Mit großen Felgen neigt der XC60 trotzdem dazu, sich etwas zu sehr von Kanten beeindrucken zu lassen. Insgesamt stimmt das Paket jedoch.



Ausstattungslinien: Momentum, Summum, R-Design

Die Basis heißt beim Volvo-SUV XC60 Kinetic und enthält bereits etwas Sicherheitstechnik. Zum Beispiel den City-Notbremsassistenten, diverse Airbags, ein System, das bei Überschlägen schützt, und einiges mehr. Die höheren Ausstattungslinien Momentum, Summum und später die Toplinie Inscription ergänzen Infotainment-, Komfort- und Optik-Extras. Mehr Sicherheit kommt für alle Ausstattungen mit Extras ins Auto – unabhängig davon, ob der XC60 vor oder nach dem 2013er-Facelift gebaut wurde.

Neben schickeren Dekoreinlagen bringt Momentum als zentrales Element eine bessere Audioanlage mit Bluetooth, Musikstreaming und größerem Display ins Auto. Fünf Zoll Bildschirmdiagonale sind nach modernen Maßstäben allerdings nicht groß. Ein bis zu sieben Zoll großer Bildschirm kann im Volvo XC60 stecken, den gab es jedoch in keiner Ausstattung serienmäßig. Andere Polster und kleine Komfortextras komplettieren die Linien, bei Summum kommen bis zum Facelift noch Xenon-Scheinwerfer hinzu. Danach kosten sie immer Aufpreis. LED-Scheinwerfer gibt es nicht im XC60.

Volvo XC60 in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
Quelle: Volvo Nach dem Facelift wurde das R-Design von der Ausstattungslinie zum Paket

R Design bildet den sportlichen Sonderfall im Ausstattungsmix. Nach der Modellpflege verliert R Design den Status als eigene Linie und wird zum Paket. Der Umfang bleibt der gleiche. Das Sportfahrwerk sollte man lieber zur Probe fahren, um herauszufinden, ob die strafferen Federn dem Hintern gefallen.

Ausstattungen: Was sollte, was darf, was nicht muss

Die Ausstattung Kinetic kann genügen, da Volvo jede Option für jede Linie im XC60 als Extra anbietet. Umso mehr solltest Du, wenn Du dich für einen gebrauchten XC60 interessierst, auf die konkret verbauten Extras achten.

Notwendige Ausstattung: Ohne das mittlere Infotainmentsystem sollte der XC60 nicht sein. Das heißt „High Performance Sound“ und kommt mit 7-Zoll-Bildschirm. Außerdem gehört in einen Volvo ein Mindestmaß an Assistenz- und Sicherheitstechnik. Totwinkel-Assistent, Aufmerksamkeits-Assistent, Kollisionswarner mit Automatik-Bremse, Spurassistent und Verkehrsschilderkennung sollten an Bord sein. Die Xenon-Scheinwerfer ebenfalls.

Schön und sinnvoll: Über den adaptiven Tempomaten (ACC) mit Stop&Go-Funktion freuen sich vor allem Langstreckenfahrer. Dass die Fußgängererkennung der Notbremse an ihn gekoppelt ist, qualifiziert den Assi womöglich sogar für die „notwendige Ausstattung“. Das adaptive Fahrwerk (Four-C) kann für eine bessere Balance zwischen Sport und Komfort ebenfalls nicht schaden. Und Leder auf den Sitzen stehen einem Mittelklasse-SUV ebenfalls gut. Vor allem gebraucht.

Überflüssige Ausstattung: Volvo war stets großzügig mit Extras. Digital TV braucht jedoch niemand ernsthaft. Das Sportfahrwerk passt nicht zum Charakter des gemütlichen SUVs. Das Navi entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand. Genauso wenig wie das größte Soundsystem von Harman Kardon. Der digitale Instrumententräger, der mit dem Facelift eingeführt und ab Summum serienmäßig verbaut wurde, bringt zwar eine modernere Optik, funktional aber kaum Vorteile. Muss also nicht sein.

Der beste Motor und das beste Getriebe im Volvo XC60

Der XC60 wiegt mindestens 1,8 Tonnen. Schwache Benzinmotoren stehen ihm nicht – und es gibt sie nicht. Die Benziner leisten mindestens 200 PS und verbrauchen viel. Folglich gehört ein Diesel in das SUV, und zwar kein schwacher. Den Fünfzylinder mit 2,4 Litern Hubraum (D4 oder D5 AWD) würden wir gern empfehlen, können wir aber nicht. Es fehlt das passende Getriebe. Manuell will man in einem Mittelklasse-SUV nicht schalten, die optionale Automatik hat nur sechs Gänge. Zu wenig für effizienten, elastischen Vortrieb. Den Allradantrieb AWD würden wir ebenfalls einsparen. So oft braucht man AWD nicht, sicher fährt der Volvo XC60 auch ohne.

Also muss es der D4 mit Frontantrieb und Achtgang-Automatik (Geartronic) sein. Modelle nach dem Facelift sehen mit den einteiligen statt zweiteiligen Scheinwerfern schicker aus und erfüllen die Abgasnorm Euro 6. Das bietet eine gewisse Sicherheit vor Fahrverboten. Die Achtgang-Automatik findet jedoch erst Ende 2013 in die Preisliste. Ab da leistet der D4 181 PS. Ab Frühjahr 2015 kommt ein Update auf 190 PS. Euro 6 erfüllen beide Versionen. Jünger ist besser, weil der XC60 mit der Überarbeitung spritziger wird.



Typische Mängel am Volvo XC60

Volvo setzt die selbst entwickelten sogenannten VEA-Motoren (Volvo Engine Architecture) seit Herbst 2013 ein. Größere Probleme sind bislang wenig bekannt. Die AGR-Anlage (Abgasrückführung) macht öfter Ärger. Einige Fahrer klagen über ruckelnden Motorlauf, vor allem nach dem Kaltstart.

D4 mit höheren Laufleistungen scheinen zuweilen unter erhöhtem Öl-Verbrauch zu leiden. Ab etwa 100.000 Kilometern Laufleistung häufen sich die Probleme, ein Massenphänomen sind sie nicht. Pfleglich behandelte Exemplare, die nicht über Gebühr mit Vollgas belastet wurden, sollten halten.

Volvo XC60 in der Ansicht von hinten-rechts, stehend
Quelle: Volvo Der Volvo XC60 lädt zwischen 495 und 1.455 Liter

Kleine Elektronikfehler kommen bei gebrauchten Volvo vor, ernsthafte Probleme selten. Rückrufe stammen fast überwiegend aus der Vor-Facelift-Zeit, lediglich die elektrische Handbremse, die sich vorzeitig lösen kann, zwingt Autos nach der Modellpflege in die Werkstatt. Bei der ersten Hauptuntersuchung fallen die Autos kaum unangenehm auf, Achsaufhängung und Lenkung machen bei vier- bis fünfjährigen Fahrzeugen etwas öfter Ärger. Licht, Bremse und Auspuffanlage kommen selbst bei alten Exemplaren problemlos durch die HU. Ölverlust plagt eher jüngere Modelle.

Gebrauchte Volvo XC60 auf mobile.de

Das Angebot an XC60 mit Erstzulassung bis 2017 ist mit fast 3.000 Exemplaren ordentlich. Die meisten fahren mit Diesel. Von D4 mit Automatik und Erstzulassung 2014 bis 2017 werden knapp 1.000 Fahrzeuge angeboten. Wir hätten gerne noch einige Zehntausend Kilometer Luft zur (eventuell neuralgischen) 100.000-Kilometer-Grenze und schränken daher auf maximal 50.000 Kilometer Laufleistung ein. Rund 350 Exemplare stehen zur Auswahl, wirklich günstig wird der Spaß nicht. Bei rund 21.000 Euro starten die Preise, bei 40.000 Euro enden sie. Es sind einige Modelle mit Allradantrieb darunter, die wir wegen der Sechsgang-Geartronic nicht wollen. Dennoch, unser bester Volvo XC60 lässt sich durchaus finden.

Alternativen zum Volvo XC60

Naheliegende Konkurrenten sind Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC. Alle fahren agiler, für Sportfahrer mit SUV-Vorliebe (gibt es das?) empfiehlt sich allerdings als Erstes der BMW. Der Mercedes fährt noch komfortabler – vor allem, wenn er auf der Luftfederung steht. Der Audi liegt dazwischen. Als exotische Alternative mit einem Design, für das man sich schon sehr bewusst entscheiden muss, kommt der Lexus NX in Betracht. Die Diesel-Option fällt dann zwar weg, doch es gibt das SUV der Nobelmarke von Toyota mit Hybrid-Antrieb.

Der Volvo XC60 in Bildern

  • Volvo XC60 R-Design in der Ansicht von vorne-links, stehend
    Quelle: Volvo Modelle des XC60 mit dem R-Design-Schriftzug im Kühlergrill, fahren mit Sportfahrwerk
  • Volvo XC60 in der Ansicht von vorne-rechts, fahrend
    Quelle: Volvo Nach dem Facelift wurde das R-Design von der Ausstattungslinie zum Paket
  • Volvo XC60 in der Ansicht von vorne-links, stehend
    Quelle: Volvo Von 2008 bis 2017 lief der XC60 D4 vom Band. 2013 erführ das Mittelklasse-SUV ein Facelift
  • Volvo XC60 in der Ansicht von vorne-links, fahrend
    Quelle: Volvo Die Benzin-Aggregate sind wegen ihres hohen Verbrauchs uninteressant. Für den XC60 ist der Diesel die bessere Wahl
  • Volvo XC60 in der Ansicht von hinten-rechts, stehend
    Quelle: Volvo Der Volvo XC60 lädt zwischen 495 und 1.455 Liter
  • Cockpit-Ansicht des Volvo XC60
    Quelle: Volvo Was unbedingt rein sollte, ist das Infotainment "High Performance Sound" mit 7-Zoll-Display
  • Blick auf das Cockpit des Volvo XC60
    Quelle: Volvo Zur Basisausstattung gehört unter anderem der City-Notbremsassistent
  • Volvo XC60 in der Seitenansicht, fahrend. Im Hintergrund ein Sonnenunterhang
    Quelle: Volvo Der XC60 war Volvos Antwort auf SUVs der Konkurrenz wie BMW X3 oder Mercedes GLC
  • Cockpit-Ansicht des Volvo XC60 vor dem Facelift
    Quelle: Volvo Über den Materialmix im Innenraum kann man sich streiten