Verkauf im Kundenauftrag: Was bedeutet das?
Steht im Inserat „Verkauf im Kundenauftrag“, solltest du aufmerksam werden. Denn hinter der Formulierung könnte eine Betrugsmasche stecken. Lies hier mehr dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Verkauf im Kundenauftrag tritt der Händler nur als Vermittler auf – nicht als Vertragspartner. Das hat Folgen.
- Als Käufer hast du u. U. keine Gewährleistungsansprüche: Tauchen nach dem Kauf Mängel auf, bleibst du auf den Kosten sitzen.
- Manche Händler nutzen das Modell, um die gesetzliche Gewährleistung zu umgehen.
Steht im Inserat „Verkauf im Kundenauftrag", lohnt ein zweiter Blick. Denn hinter dieser Formulierung verbergen sich Risiken, die Käufer kennen sollten.
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Was bedeutet „Verkauf im Kundenauftrag“?
Beim Autoverkauf im Kundenauftrag tritt ein Händler nicht als Verkäufer auf, sondern nur als Vermittler.
Du kaufst somit das Auto von einer Privatperson. Der Händler wickelt den Verkauf lediglich ab. Im Kaufvertrag steht daher auch nicht der Händler als Vertragspartner, sondern die Privatperson.
Für den Eigentümer des Autos (also die Privatperson) ist das praktisch: Der Händler übernimmt die wesentlichen Schritte des Verkaufs:
- Besichtigungstermine,
- Vertragsabwicklung und
- Übergabe.
Auch das Netzwerk und die Verhandlungserfahrung des Händlers kommen dem oft unerfahrenen Privatverkäufer zugute.
Der Händler erhält bei erfolgreichem Verkauf eine Provision.
Damit beim Autokauf und -verkauf alles glattläuft: Das sind gängige Betrugsmaschen und so schützen sich Käufer vor ihnen.
Welche Risiken birgt der Verkauf im Kundenauftrag für Käufer?
Für Käufer hat der Autoverkauf im Kundenauftrag einen ganz entscheidenden Nachteil:
Es besteht u. U. keine Gewährleistung. Privatpersonen können die Gewährleistung beim Autoverkauf ausschließen. Dies muss im Vertrag entsprechend vermerkt sein.
Tritt nach dem Kauf ein Mangel am Auto auf und ist die Gewährleistung ausgeschlossen, muss der Käufer ihn auf eigene Kosten beheben lassen. Der Verkäufer zahlt dagegen nichts.
Meistens besteht auch kein Rücktrittsrecht beim Verkauf im Kundenauftrag.
Das bedeutet, dass du bei Schäden am Auto nicht vom Vertrag zurücktreten und das Auto zurückgeben kannst.
Gewährleistung: Was ist beim Verkauf im Kundenauftrag zu beachten?
Für Käufer ist der fehlende Gewährleistungsschutz der größte Nachteil beim Autoverkauf im Kundenauftrag.
Wichtig zu wissen: Zwischen Privatpersonen gilt der Gewährleistungsausschluss nur dann, wenn er ausdrücklich im Vertrag vereinbart wurde. Fehlt eine solche Vereinbarung, gelten die gesetzlichen Regelungen.
So schützt du dich als Käufer
- Lass das Fahrzeug vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen. So erkennst du mögliche Mängel und kommende Reparaturkosten frühzeitig.
- Versuche, den Gewährleistungsausschluss im Vertrag zu verhindern oder zumindest einzuschränken.
- Prüfe, ob der Händler den Preis eigenständig festlegt – ohne Rücksprache mit dem Eigentümer. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass er selbst das finanzielle Risiko trägt und damit als Zwischenhändler auftritt. In diesem Fall wäre ein Verkauf im Kundenauftrag unzulässig.
- Prüfe genau, wer im Kaufvertrag als Verkäufer aufgeführt ist. Lass dir vom Händler seine Rolle beim Verkauf und die Identität des tatsächlichen Verkäufers klar erklären.
- Lass dir Werkstattrechnungen und den aktuellen Hauptuntersuchungsbericht zeigen. Fehlen diese Unterlagen, ist Vorsicht geboten.
Alternativen zum Verkauf im Kundenauftrag
Stehst du nicht auf der Käufer-, sondern auf der Verkäuferseite, möchtest du dein Auto vermutlich mit möglichst wenig Aufwand an die Frau oder den Mann bringen.
Das geht auch ohne einen Verkauf im Kundenauftrag. Auf mobile.de hast du zwei Möglichkeiten:
Verkauf an eine Privatperson
- Du erstellst selbst ein Inserat – kostenlos und schnell.
- Kaufinteressenten melden sich direkt bei dir.
- Du vereinbarst Besichtigungen und Probefahrten nach deinen Vorstellungen.
- Du verkaufst nur, wenn das Angebot stimmt.
Direktverkauf an einen Händler
- Ideal, wenn du dein Auto schnell verkaufen möchtest.
- Du ermittelst zunächst online den Fahrzeugwert.
- Ein Fachmann begutachtet den Wagen vor Ort.
- Anschließend verkaufst du direkt an eine mobile.de-Ankaufstation.
| Kriterium | Privatverkauf über mobile.de | Direktverkauf an Händler |
|---|---|---|
| Zeitaufwand | Mittel | Gering |
| Verkaufspreis | Tendenziell höher | Oft vorab bekannt, gut planbar |
| Gewährleistung | Ausschluss möglich | Händler trägt Verantwortung |
| Aufwand | Selbst organisieren | Händler übernimmt alles |
Die häufigsten Fragen zum Verkauf im Kundenauftrag
Ist der Verkauf im Kundenauftrag legal?
Ja, der Verkauf im Kundenauftrag ist grundsätzlich legal – sofern der Händler tatsächlich nur als Vermittler für den echten Eigentümer des Fahrzeugs auftritt.
Unzulässig wird es, wenn der Händler dieses Verkaufsmodell missbraucht: etwa indem er ein Fahrzeug, das ihm selbst gehört, als Kundenauftrag deklariert, um die gesetzliche Gewährleistungspflicht zu umgehen. In diesem Fall spricht man von einem sogenannten Strohmann-Geschäft – und das ist rechtlich nicht erlaubt.
Kann ich beim Verkauf im Kundenauftrag vom Kauf zurücktreten?
In der Regel nicht. Da der Vertrag zwischen zwei Privatpersonen geschlossen wird, besteht meist kein gesetzliches Rückgaberecht.
Ein allgemeines Rückgaberecht gibt es nicht. Ein Rücktritt kann unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen dennoch möglich sein. Das gilt z. B., wenn er ausdrücklich im Kaufvertrag vereinbart wurde oder wenn nachweislich arglistige Täuschung vorliegt – etwa wenn der Verkäufer bekannte Mängel bewusst verschwiegen hat. Umso wichtiger ist es, das Fahrzeug vor dem Kauf gründlich prüfen zu lassen.
Was deckt eine Garantie ab, wie lange ist sie gültig und inwiefern unterscheidet sie sich von einer Gewährleistung?
Was kostet ein Verkauf im Kundenauftrag für den Fahrzeugeigentümer?
Das hängt vom jeweiligen Händler ab. In der Regel erhält der Händler bei einem erfolgreichen Verkauf eine Provision, die entweder als fester Betrag oder als prozentualer Anteil vom Verkaufspreis vereinbart wird.
Eigentümer sollten die genauen Konditionen vor Vertragsabschluss schriftlich festhalten und vergleichen, ob ein Direktverkauf über eine Plattform wie mobile.de nicht die günstigere Alternative ist.
Wir nutzen digitale Systeme zur Recherche, prüfen die Inhalte sorgfältig und ergänzen mit unserer langjährigen Expertise. So entsteht ein Beitrag, hinter dem wir voll und ganz stehen. Diesen hier hat Kaja Knapp für dich erstellt.