Tesla Model Y: Das sind die Stärken und Schwächen des E-Autos für 39.000 Euro
Mit dem Tesla Model Y bekommst du quasi einen Bus im SUV-Format: Wir fahren weit und schlafen lange im günstigsten Tesla Model Y und vermissen nur eine Sache.
- Das Wichtigste im Überblick
- Steile These: Das Tesla Model Y ist kein SUV, sondern ein Bus
- Unser Test mit dem Einstiegsmodell des Tesla Model Y
- Platz für Groß, Klein und den Vierbeiner
- Der Campmodus im Tesla Model Y
- In diesen Punkten unterscheidet sich die Basis vom Model Y Premium
- Innenraum: reduziert und intuitiv
- Reichen 60 kWh für das Model Y?
- Antrieb: spontan, spritzig, souverän
- Die Vor- und Nachteile des Tesla Model Y (Basis)
- Fazit zum Tesla Model Y: ohne Gedöns, dafür mit Wumms
Das Wichtigste im Überblick
- Für weniger als 39.000 Euro bietet das Tesla Model Y viel Platz, eine umfangreiche Ausstattung und ein großes Kofferraumvolumen.
- Trotz des 60-kWh-Akkus schafft das effiziente Model Y im Test rund 350 Kilometer auf der Autobahn.
- Der Antrieb ist kräftig und komfortabel und die Abstriche gegenüber dem Premium-Modell bleiben überschaubar.
Das Gebrauchtwagenangebot für das Tesla Model Y bietet reichlich Auswahl mit vielen Varianten.
Steile These: Das Tesla Model Y ist kein SUV, sondern ein Bus
Moment, Bus? Wie ist das denn gemeint? Ganz einfach. Hier kommt die Herleitung:
Auch das kleinste Model Y bietet ein großes Platzangebot, einen gut zugänglichen Fahrgastraum dank weit öffnender Türen sowie robuste Materialien. Gut, die Schiebetüren und der boxige Heckabschluss fehlen. Hätte das Model Y diesen Kombi-Kofferraum, wäre es allerdings nicht so sparsam.
Mit einem cW-Wert von 0,22 hat es einen Luftwiderstand, der es auf das Niveau mancher Kleinwagen bringt.
Je kleiner die cW-Zahl, desto mehr Stirnfläche wird “virtuell” vom Auto abgezogen.
Das Model Y teilt den Fahrtwind ziemlich geschmeidig: Es ist leise, da kaum Luftwirbel entstehen. Und die gut 1.000 Liter Stauvolumen bei vier genutzten Sitzplätzen fahren für locker 13 kWh/100 km durch die Gegend. Das entspricht nicht ganz 1,5 Litern Benzin oder 1,3 Litern Diesel. Dafür fährt ein Bus gerade einmal 16 Kilometer weit.
Unser Test mit dem Einstiegsmodell des Tesla Model Y
- 1.600 Kilometer
- Start: Düsseldorf, Ziel: Fanø in Dänemark
- Anvisierte Reisegeschwindigkeit: 130 km/h
- Hintour: so zügig wie möglich inkl. 10 Kilometer mit 200 km/h+
- 100% State of Charge (SoC) beim Losfahren, 5% SoC bei Ankunft (Hintour)
- 2x pro Strecke am Supercharger geladen, 3x Ladestation mit 11 kW
- Ladekosten von ca. 70 Euro
Platz für Groß, Klein und den Vierbeiner
Dank großer Heckmulde, tiefem, ebenem Kofferraum und Frunk ist das Model Y ein echter Lademeister.
Statt großer Koffer packen wir – zwei Erwachsene und zwei kleine Kinder – handliche Tüten, die sich überall verstauen lassen. Damit bleibt der mit Handtüchern und Decken ausgekleidete Kofferraum für den mitfahrenden Hund frei.
Der Campmodus im Tesla Model Y
Eine Idee dieses Tests war, im Model Y am Strand der dänischen Insel Fanø zu übernachten. Wegen nächtlicher Halteverbote für Camper ab 21 Uhr haben wir jedoch darauf verzichtet und stattdessen vorm Ferienhaus das Lager aufgeschlagen.
Der Campmodus deaktiviert die Alarmanlage, lässt die Klimaanlage dauerhaft in Betrieb und filtert entsprechend die Luft.
Etwa 15 Prozent der Akkukapazität verbraucht der Campmodus in einer Nacht.
Die Luftmatratze aus dem Tesla-Zubehör ist mit dem beigelegten Kompressor schnell aufgeblasen. Sie ist überraschend bequem, weil das Polster nicht nur aus Luft, sondern auch aus einer Füllung besteht.
Fast richtiges Campen
Wir haben statt Schlafsäcken einfach unsere Decken und Kopfkissen mitgenommen. Platz zum Liegen ist für zwei Erwachsene oder einen Erwachsenen und zwei kleine Kinder locker vorhanden.
Nach einer Runde Netflix auf dem Bildschirm vorn (vorinstalliert bei Tesla) fanden die Kinder es viel zu aufregend, um schnell einschlafen zu können. Die Nacht wurde also lang.
Übernachten im Model Y funktioniert dennoch: in der Theorie und irgendwann zu später Stunde auch in der Praxis. Richtiges Campen ist das aber natürlich nicht. Da fehlen Vorzelt, Flipflops, Klappstuhl und der Grill.
Der Standard, der dem Tesla Model Y noch fehlt
Andere E-Autos haben dem Tesla zudem ein passendes Feature voraus: Die V2L-Funktion, also Vehicle-to-Load.
Das ist die Möglichkeit, über einen 230-Volt-Adapter an der Ladebuchse externe Geräte mit Strom zu versorgen, wie beispielsweise einen Grill.
Das ist ein Standard, den wir aktuell vermissen und den Tesla gern auch in der Basis (oder eher: bei allen) Autos anbieten könnte.
In diesen Punkten unterscheidet sich die Basis vom Model Y Premium
Das Basis-Model-Y ist neu eingekleidet worden und grenzt sich u. a. in diesen Punkten von der Premium-Variante ab:
- Einteilige statt zweiteilige Scheinwerfer (ohne Matrix-Funktion)
- Neue Frontschürze
- Klassische Rückleuchten statt indirektes Lichtband
- Im Detail anderer Diffusor
- Stoff statt Kunstleder auf den Sitzen (dadurch Entfall Sitzbelüftung)
- Elektrische Sitzverstellung auf dem Bildschirm statt mit Tasten
- Türverkleidungen unten ohne Stoffbespannung, stattdessen Kunststoff
- Zwei-Zonen- statt Drei-Zonen-Klimaanlage
- Kein Bildschirm hinten
- Keine Ambientebeleuchtung
- Mittelkonsole mit Durchreiche
- Glasdach von innen mit Stoff verkleidet
- Soundsystem ohne Subwoofer (aber trotzdem ordentlichen Klang)
Die Durchreiche in der Mittelkonsole ist ein praktisches Ablagefach. Die Dual-Ladestation für Smartphones darüber bleibt erhalten, das große Fach unter der Mittelarmlehne auch. Die Ambientebeleuchtung wurde eingespart.
Der Stoffbezug für die Sitze wirkt robust und braucht keine aktive Sitzbelüftung wie beim Kunstleder. Sitzheizung ist von Haus aus dabei. Nett wäre ein getrennt einstellbarer Ausströmer für die Klimaanlage hinten.
Die glatten Kunststoffoberflächen statt Stoffverkleidung haben sich bei dem feinen Sand am Strand von Fanø und dem einen oder anderen Hundehaar als Vorteil erwiesen. Zumal das Material von Cockpit und Türverkleidungen oberhalb der Kniehöhe exakt dem des Model Y Premium entspricht.
Innenraum: reduziert und intuitiv
Wer die Premium-Ausstattung nicht kennt, wird in der Basisversion nichts vermissen.
Der Bildschirm der teureren Varianten für die Rückbank ist nett, lässt sich aber mit mobilen Endgeräten ersetzen. Spätestens, wenn jeder der Mitfahrer hinten das eigene Bordprogramm abrufen will, ist mit einem geteilten Bildschirm in der Mitte so oder so Schicht.
Der Entfall der Knöpfe für die elektrische Sitzverstellung ist eher ein Vorteil. Denn: Als Nutzer erwartet man in diesem Fahrzeug, dass auch dies über den Bildschirm gesteuert wird. (Was haben wir uns beim Test des Model Y Premium Allrad dusselig gesucht, ehe die Knöpfe am Sitz gefunden waren.) Beim Standard-Model-Y ist es exakt so und damit intuitiver.
Reichen 60 kWh für das Model Y?
Das Model Y macht einen extrem guten Job bei der Effizienz: Auf dänischen Landstraßen sind wir es mit einem Verbrauch von weniger als 9 kWh/100 km gefahren.
Zugegeben: Sachte und mit maximal 80 km/h ist dieses Fahrprofil für Deutschland ein rollendes Hindernis. Bei uns werden es auf der Landstraße und in der Stadt rund 11 kWh sein, die aus dem LFP-Akku gezogen werden.
Doch selbst bei zügiger Autobahnfahrt mit 200-km/h-Abschnitten (wo 45 kWh Momentanverbrauch angezeigt werden), landen wir bei nicht mehr als 16 kWh im Schnitt.
Am Ende des Tests sind es 13 kWh pro 100 km auf insgesamt 1.600 Kilometern. Für ein Auto dieser Größe ist das mehr als beeindruckend – auch gemessen an der Souveränität, die der Antrieb ausstrahlt.
Antrieb: spontan, spritzig, souverän
7,2 Sekunden gibt das Datenblatt für den Standardsprint auf 100 km/h an. Die angegebenen 201 km/h Höchstgeschwindigkeit übertrifft das Model Y im Test laut GPS und Tacho um wenige km/h.
Der Motor an der Hinterachse lässt sich fein in der Leistungsabgabe justieren, reagiert spontan und zieht souverän durch.
Von Basis kann hier keine Rede sein: Das Auto fühlt sich eher nach 370 PS statt nach 299 an und lässt kaum den Wunsch nach Mehrleistung aufkommen – wie erwähnt, wenn man nicht zuvor den AWD oder gar AWD Performance gefahren ist.
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Man gehört gerade in Zeiten von 2,20 Euro pro Liter Kraftstoff zu den schnelleren Autos auf der Autobahn – inklusive Ladepausen. Jetzt könnte jemand auf die Idee kommen und sagen: "Ja, aber dafür bremst das Teil nicht und wankt wie ein Schiff.”
Die Querdynamik war früher tatsächlich eine der Schwächen bei den ersten Tesla Model Y. Das fühlte sich störrisch und nicht besonders geschmeidig an.
Spätestens mit dem Facelift hat man das abgestellt. Das Auto bremst anständig, gut dosierbar trotz Rekuperation und geht bei ordentlichem Komfort zackig ums Eck, wenn man es darauf anlegt. Und das trotz Energiesparreifen mit hohem Querschnitt und harter Mischung.
Die Vor- und Nachteile des Tesla Model Y (Basis)
Vorteile
- Extrem effizienter Antrieb
- Wankarmes Fahrwerk mit hohem Komfort
- Direkte und zielgenaue Lenkung
- Leise Karosserie auch bei hohen Reisegeschwindigkeiten
- Laden durch clevere Ladeplanung und Supercharger-Netzwerk unkompliziert
- Bei 0,40 €/kWh nur 5,20 € Energiekosten pro 100 Kilometer
- Intuitive Bedienung von App (auch als Schlüssel) und Auto
- Viel Stauvolumen und robust ausgekleidete Kofferräume
- Hochwertige Verarbeitung: kein Knarzen oder Wackeln im Innenraum
- Umfangreiche Serienausstattung trotz Basis-Model-Y
Nachteile
- Kein einfacher Tempomat einstellbar (nur Abstandstempomat)
- Kein RES-Knopf (resume) für Tempomat
- Selbstständiger Spurwechsel zum Teil ruppig
- Für die Routenplanung und Nutzung aller Apps muss das Auto online sein
- Etwas fummelige Ventildeckel hinter zu kleinen Öffnungen in den Radkappen
Fazit zum Tesla Model Y: ohne Gedöns, dafür mit Wumms
Das Tesla Model Y (ohne Namenszusatz wie Standard oder Basis) zeigt ziemlich schonungslos die Schwächen anderer Autos auf. Es ist das Auto für Menschen, die sich um nichts Gedanken machen wollen – unabhängig von der Antriebsart.
Zum einen ist da der Preis, der im Sommer 2026 inkl. 2.000 Euro Herstellerprämie von Tesla bei weniger als 39.000 Euro liegt. Zum anderen ist da das Gesamtpaket, das man für dieses Geld bekommt.
Tesla Model Y in Bildern
Beim Model Y bekommt man reichlich Auto mit einer serienmäßigen Aerodynamik von 0,22 und Platz wie im Bus. Ohne Gedöns eben. Und mit den richtigen Kompromissen bei der Ausstattung, sodass sich das Basis-Model-Y nicht wie ein zu billiger Abklatsch der Premium-Variante anfühlt.
Zudem ist nicht Schluss bei 160 km/h und es lassen sich Anhänger (bis 1.600 kg gebremst) ziehen, nicht nur Fahrradträger montieren.
Der Motor im Model Y legt eine Souveränität an den Tag, dass die Leistungsdaten in den Hintergrund rücken – denn er fühlt sich kräftiger an als 299 PS und 420 Nm. Mit Wumms, ohne dass er beim Saft zu sehr zulangt.
Unser Langstreckentest des Tesla Model Y AWD Premium hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass es sogar noch besser geht. Bei dem, was die Basisversion des Elektroautos bietet, wird jedoch klar: Nötig ist das nicht.