Peugeot 208 (2019) im Test – Fahrbericht

So fährt der neue Peugeot 208

Der neue Peugeot 208 wird leichter, moderner und in zweiter Generation richtig schick. Wir fuhren die kleine Polo-Konkurrenz mit einem 101 PS starken Puretech-Benziner.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 10/03/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:09 PM
Im Herbst kommt der neue Peugeot 208 zu den Händlern und fletscht schon mal die Zähne
Quelle: Peter Besser Im Herbst kommt der neue Peugeot 208 zu den Händlern und fletscht schon mal die Zähne

Der Peugeot 208 soll ein harmloser Kleinwagen sein, doch weil alle Peugeot-Modelle neuerdings reißzahnartige Tagfahrlichter tragen, muss das auch der neue 208. Er guckt ganz schön böse für seine Größe. Müsste nicht sein, finden wir. Gut gelungen ist das Design trotzdem. Vor allem das Heck mit der in schwarzem Klavierlack glänzenden Blende lässt den Peugeot 208, der im Herbst 2019 zu den Händlern rollt, schick aussehen.

Doch jetzt soll der neue Gegner des VW Polo fahren. Dafür werkelt unter der Haube des Puretech 100 ein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Turbo mit 101 PS (74 kW) und 205 Newtonmetern Drehmoment bei 1.750 Umdrehungen. Ein manuelles Sechsgang-Getriebe sortiert die Gänge. Wahlweise bietet Peugeot den 208 sogar mit einer Achtgang-Automatik an. Ungewöhnlich für einen Kleinwagen.

Die neu entwickelte CMP-Plattform (Common Modular Platform), auf der auch der Opel Corsa steht, macht den 208 im Vergleich zum Vorgänger leichter (bis zu 30 Kilo), sparsamer (u. a. neue Motoren, bessere Aerodynamik) und hilfreicher, denn Peugeot bringt diverse Assistenten im neuen Modell unter. Der 208 unterstützt beim Parken, beim Bremsen, beim Spurhalten und beim Erkennen von Verkehrsschildern. In Verbindung mit dem Achtgang-Automatikgetriebe fährt der Peugeot 208 sogar im Stau weitgehend alleine. Er stoppt selbstständig und fährt innerhalb einer bestimmten Zeit wieder an.



Peugeot 208: i-Cockpit mit 3D-Anzeigen

Das kann der Testwagen mit Handschaltung nicht. Die Box agiert nicht übermäßig knackig, aber präzise genug und gut gewichtet für schnelle Gangwechsel. Wie bei Peugeot (Geschmacksache, aber: leider) üblich, blickt der Fahrer über das Lenkrad auf den höher gelagerten Instrumententräger. Peugeot nennt das i-Cockpit. Das bedeutet: Bei der Sitzposition muss man Kompromisse machen. Damit alle Infos sichtbar bleiben, mussten wir das Lenkrad niedriger einstellen als optimal.

Das 3D-Kombiinstrument blendet Informationen auf  zwei Ebenen ein
Quelle: Peter Besser Das 3D-Kombiinstrument blendet Informationen auf zwei Ebenen ein

Man will schon deswegen alles sehen, weil der Peugeot 208 mit neuem 3D-Kombiinstrument kommt. Infos werden in zwei Ebenen eingeblendet, auf der „vorderen" werden die Infos holografisch eingeblendet. Je nach Wichtigkeit näher oder weiter weg vom Fahrer. Das 3D-Display in 10 Zoll gibt es allerdings erst ab der Ausstattung Allure. Für die Basis Like und für Active ist es nicht mal optional erhältlich. Allure und die Top-Version GT Line werden serienmäßig damit ausgeliefert. In die GT Line baut Peugeot ohnehin fast alles, was im Angebot ist, inklusive 10-Zoll-Display fürs Infotainmentsystem, Navi und die Voll-LED-Scheinwerfer.

Auch bei Allure steckt schon einiges im Auto, was man in der Kleinwagen-Klasse erwartet. Die Klimaautomatik zum Beispiel (750 Euro für Active), Einparkhilfe, elektrische Fensterheber, Regensensor, natürlich eine Audioanlage und besagtes 3D-Instrumentendisplay. Vor allem aber lassen sich erst hier fast alle Extras ordern. Bei Active ist man sehr eingeschränkt.

Hübscher Innenraum mit cleveren Lösungen

Im Innenraum folgt der neue Peugeot der aktuellen Design-Linie des Hauses. Das sieht gut aus, modern – und ein bisschen ungewöhnlich, ohne kauzig zu wirken. Die Türen baut Peugeot im oberen Teil mit Hartplastik aus, der Rest ist überwiegend unterschäumt. Die große Zierfläche in Carbon-Optik, die sich über die Breite des Armaturenbretts zieht, wirkt etwas gewollt. Die Gummierung fühlt sich ungewohnt an. Knöpfe und Schalter liegen gut in den Fingern, die Batterie aus Kippschaltern unter dem Bildschirm gefällt.

Die Direktwahltasten fürs Infotainment-Menü sind allerdings ungünstig platziert und lassen sich schlecht ablesen. Clever: Öffnet man die Klappe des Fachs in der Mittelkonsole, wird sie zum praktischen Handyhalter. So lässt es sich bequem und ohne Verrutschen des Smartphones mit Google Maps navigieren. Android Auto und Apple CarPlay beherrscht das System bereits in der Ausstattungslinie Active.

Nicht wirklich begeistert waren wir dagegen von der Verarbeitung im Innenraum des neuen Peugeot. Wo unterschiedliche Materialien aneinanderstoßen, sind die Fugen nicht immer sauber und solide gezogen. Die Zierleiste im Testwagen führt zudem ganz am Rand in den Türen Türkis als Highlight-Farbe ein, das sich sonst nirgendwo findet. Wirklich fein hingegen sind die Nappa-Sitze des Lederpakets für 1.240 Euro extra.

Ausgewogenes Fahrzeug mit kleinen Schwächen

Man sitzt gut drauf. Das (zu) kleine Lenkrad liegt gut in der Hand, wirkt allenfalls eine Spur zu gefühllos, fühlt sich ansonsten aber gut gewichtet an. Es geht zügig um die Kurven, ein bisschen auf und ab, der kleine Motor röhrt dazu aus seinen drei Zylindern und gibt mit 101 PS und seinen 205 Nm Drehmoment sein Bestes, den Peugeot 208 zügig nach vorne zu ziehen. Das gelingt ihm passabel. Das Fahrzeug fällt mit rund 1.170 Kilo inklusive Fahrer nicht extrem leicht aus, für einen Sprint-Wert knapp unter 10 Sekunden reichen die PS aber. Die Version mit Achtgang-Automatik ist deutlich langsamer (10,8 s).

Später kommen ein Diesel mit 102 PS und eine Elektro-Variante mit 136 PS hinzu
Quelle: Peter Besser Später kommen ein Diesel mit 102 PS und eine Elektro-Variante mit 136 PS hinzu

Das Fahrwerk federt insgesamt angenehm. Die Ingenieure legen es komfortabel aus, nicht zu straff und nicht zu weich. Erst bei reichlich Tempo und kompliziertem Belag wird es etwas schwammig. Ein echter Sportler ist der Peugeot 208 in dieser Form nicht, doch dafür ist ja der GTi zuständig. Der folgt später und ergänzt die neue Generation um ein weiteres Modell.

Auf Benziner-Seite fährt der neue Peugeot vorläufig ausschließlich mit 1,2-Liter-Puretech-Motoren. Hinzu kommen ein Diesel (102 PS) und der e-208, der von einem Elektromotor mit 136 PS angetrieben wird. Die Dreizylinder-Benziner leisten zwischen 75 und 131 PS. Der stärkste wird serienmäßig an die Achtgang-Automatik gekoppelt, die Version mit 101 PS optional. Die Preise für das Fahrzeug starten bei 15.490 Euro für die Basis-Ausstattung, der Peugeot 208 Active Puretech 100 steht für mindestens 17.950 Euro in der Liste. Bei unserem Testwagen in Allure-Ausstattung liegt der Preis bei mindestens 20.400 Euro. Zum Vergleich: Der VW Polo kostet als Comfortline mit 95-PS-Benziner und Fünfgang-Handschaltung gut 18.000 Euro.

Peugeot 208 Puretech 100: technische Daten

  • Motor: 1,2-l-Dreizylinder-Turbobenziner
  • Leistung: 101 PS (74 kW) b. 5.500 U/min
  • Drehmoment: 205 Nm b. 1.750 U/min
  • Antrieb: Sechsgang-Handschaltung, Vorderräder
  • 0-100 km/h: 9,9 s
  • Geschwindigkeit: 188 km/h
  • Verbrauch: 4,2 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 97 g/km
  • Länge: 4.055 mm
  • Breite: 1.745 mm
  • Höhe: 1.430 mm
  • Radstand: 2.540 mm
  • Gewicht: ab 1.165 kg
  • Anhängelast: 580 kg
  • Kofferraumvolumen: 265-1.106 l
  • Preis: ab 17.950 Euro

Der Peugeot 208 in Bildern

  • Mindestens 17.950 Euro werden für den Peugeot 208 fällig
    Quelle: Peter Besser Mindestens 17.950 Euro werden für den Peugeot 208 fällig
  • Im Herbst kommt der neue Peugeot 208 zu den Händlern und fletscht schon mal die Zähne
    Quelle: Peter Besser Im Herbst kommt der neue Peugeot 208 zu den Händlern und fletscht schon mal die Zähne
  • Unter der Haube steckt ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 101 PS
    Quelle: Peter Besser Unter der Haube steckt ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 101 PS
  • Später kommen ein Diesel mit 102 PS und eine Elektro-Variante mit 136 PS hinzu
    Quelle: Peter Besser Später kommen ein Diesel mit 102 PS und eine Elektro-Variante mit 136 PS hinzu
  • Das Heck ziert eine Blende in schwarzem Klavierlack
    Quelle: Peter Besser Das Heck ziert eine Blende in schwarzem Klavierlack
  • Das 3D-Kombiinstrument verbaut Peugeot nur in der Ausstattung Allure
    Quelle: Peter Besser Das 3D-Kombiinstrument verbaut Peugeot nur in der Ausstattung Allure
  • Bei der Verarbeitung im Innenraum fielen uns einige Nachlässigkeiten auf
    Quelle: Peter Besser Bei der Verarbeitung im Innenraum fielen uns einige Nachlässigkeiten auf
  • Gegen Aufpreis gibt es das Lederpaket mit Nappa-Sitzen 
    Quelle: Peter Besser Gegen Aufpreis gibt es das Lederpaket mit Nappa-Sitzen
  • Das 3D-Kombiinstrument blendet Informationen auf  zwei Ebenen ein
    Quelle: Peter Besser Das 3D-Kombiinstrument blendet Informationen auf zwei Ebenen ein
  • 265 Liter Kofferraumvolumen stellt der Peugeot 208 bei aufrechten Rücksitzen zur Verfügung
    Quelle: Peter Besser 265 Liter Kofferraumvolumen stellt der Peugeot 208 bei aufrechten Rücksitzen zur Verfügung