Testfahrt im Skoda Superb Facelift 2019

Das Skoda Superb Facelift startet ohne Strom

Der Skoda Superb bleibt ein riesiges und komfortables Langstreckenauto. Zum Facelift bekommt er neue Motoren und eine Variante für leichtes Gelände. Testfahrt.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:06 PM
Super Scout in Fahrt: Blick von hinten links
Quelle: Skoda Den höheren Schwerpunkt des Superb Scout merkt man beim Fahren kaum

Die wichtigste Neuerung in Skodas großem Kombi lässt sich noch etwas Zeit. Mit dem Facelift des Superb bringen die Tschechen zum ersten Mal einen Plug-in-Hybrid in Serie: Im Superb IV arbeitet bald die Technik des VW Passat GTE. Zunächst starten aber nur die klassischen Verbrenner-Varianten. Der teilelektrische Superb kommt zum Jahreswechsel auf 2020.

Für ihn hat Skoda ambitionierte Pläne. Weltweit soll er fast ein Fünftel der Bestellungen ausmachen. Damit hätte er global den gleichen Anteil wie der 150-PS-Diesel. Laut Norm soll er mit einem 85-kW-Motor 55 Kilometer rein elektrisch fahren. Ein 1,4-Liter-Benziner unterstützt ihn, wenn ihm Leistung oder Strom fehlen. Ergibt im Zyklus einen Verbrauch von rund 1,7 Litern pro 100 Kilometer.

Skoda Superb Facelift: Marktstart ohne Plug-in-Hybrid

Vorerst konzentriert sich Skoda aber auf die übrigen 82 Prozent des Marktes. Die verteilen sich auf Benziner mit 150 bis 272 PS sowie auf Diesel mit 150 und 190 PS – also nichts wirklich Neues im Superb. Nur die alten Basismotoren (125 PS Benzin, 120 PS Diesel) kommen nicht zurück, und: die Benziner mit 180 und 220 PS löst der Hersteller mit einem 190-PS-Motor ab.

Die meisten Antriebe sind überarbeitet, um aktuelle Abgasnormen zu erfüllen. Partikelfilter gibt es serienmäßig, Diesel reinigen ihre Abgase außerdem mit SCR-Katalysatoren. In der 150-PS-Klasse setzt Skoda zwei ganz neue Motoren ein. Sie sind im Superb noch nicht homologiert, aber bereits aus Schwestermodellen im Konzern bekannt.

Neuer Volumen-Diesel wird künftig der „EA288 Evo“ mit 2,0 Litern Hubraum. Besser geformte Ansaugwege, ein höherer Kraftstoffdruck und eine zweifache Abgasreinigung mit AdBlue machen ihn sauberer als seinen Vorgänger. Langfristig soll er die Norm Euro 6d erfüllen. Einen Verbrauch gibt Skoda noch nicht an, er soll im Vergleich aber sinken.

Zum Superb passt der Motor ausgezeichnet. Er brummt leise im Hintergrund, spricht schnell an und liefert genug Kraft für das große Auto. Bei hohen Drehzahlen ist er im Innenraum präsent, fällt aber nicht unangenehm auf. Skoda dämmt den Wagen gut und erzieht dem Selbstzünder gute Manieren an.

Skoda Superb in Fahrt: Aufnahme von vorn rechts
Quelle: Skoda Das Fahrverhalten des Skoda Superb bleibt gut. An Lenkung und Fahrwerk ändert sich nichts

Spürbare Verbesserung bei Automatikgetrieben

Der Benziner in der gleichen Leistungsstufe ist dennoch eine valide Alternative. Der 1,5-Liter-Turbomotor („EA211 Evo“) liefert weniger Drehmoment, bietet aber ein breiteres Drehzahlband. Fordert man Leistung, kommt mehr Geräusch im Innenraum an. Insgesamt arbeitet er aber ähnlich souverän wie der Diesel und kostet gut 3.000 Euro weniger.

Einen kleinen Abzug gibt es für das optionale Doppelkupplungsgetriebe am Benziner. Skoda setzt hier die Siebengang-Variante mit Trockenkupplungen („DQ 200“) ein. Die Abstimmung ist deutlich angenehmer gelungen als vor dem Facelift, Lastwechsel und Kriechtempo liegen ihm besser. Das Getriebe des Diesels mit Kupplungen im Ölbad („DQ 381“) fühlt sich dennoch spontaner und selbstsicherer an. Insgesamt machen die automatischen Schaltboxen im Superb einen spürbaren Schritt nach vorn.

Nur die 150-PS-Motoren im Superb sind noch mit manuellen Getrieben verfügbar. Ab 190 PS gibt es das DSG serienmäßig, den großen Benziner koppelt Skoda immer mit Allradantrieb. Beim großen Diesel gibt es Allrad als Option.

Skoda Superb mit komfortabler Abstimmung

An Lenkung und Fahrwerk tut sich zum Facelift nichts. Das Gewicht des Autos blieb gleich, technische Gründe für eine neue Abstimmung gab es nicht. Das bestätigt der erste Eindruck bei der Fahrt. Der Superb rollt weich und komfortabel ab, lässt kaum Geräusche nach innen und bleibt neutral. Seine Lenkung arbeitet direkt und leichtgängig. Verschiedene Fahrmodi bringen mehr Spannung in das Auto, wenn es sein muss.

Optisch beschränkt sich Skoda auf einige Details an Front und Heck. Der Superb kneift seine Scheinwerfer jetzt mehr zusammen und stellt einen größeren Grill in den Wind. Hinten verbindet eine Chromspange die Rückleuchten, der Name des Herstellers an der Heckklappe ist ausgeschrieben. Außerdem bekommt er neue Schürzen.

Ganz neu hingegen ist ein Ableger, den es bisher nur bei den SUV-Modellen und beim Octavia gab: Der geliftete Superb ist als Scout erhältlich Zu erkennen an 1,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit, Plastik an den Radläufen, einem angedeuteten Unterfahrschutz, Allradantrieb und ausschließlich den großen Motoren.

Superb Scout auf einer staubigen Straße
Quelle: Skoda Aus dem Superb wird als Scout kein Geländewagen. Aber er rutscht ein gutes Stück in Richtung SUV

Skoda Superb Scout mit mehr Bodenfreiheit

Mit Plastik und Höherlegung wird aus einem Pkw der oberen Mittelklasse kein Geländewagen. Aber der Superb Scout macht einen kleinen Schritt in Richtung SUV, ohne deren Nachteile - riesige Stirnfläche und höheres Gewicht - mitzubringen. Seine Sitzposition liegt ohnehin vergleichsweise hoch, als Scout noch ein bisschen höher – gut für Einstieg und Übersicht.

Im Innenraum gibt es spezielle Sitzbezüge und Dekorspangen mit Holzoptik. Etwas altmodisch, vor allem im Kontrast zum großen Touchscreen des Infotainment-Systems, aber nicht die einzige Option. Sonst ändert sich nichts: Superb und Superb Scout bieten viel Platz in beiden Sitzreihen sowie einen riesigen Kofferraum.

Beim Fahren fällt der höhere Schwerpunkt des Superb Scout kaum auf. Hier und da wankt der höhergelegte Kombi etwas mehr, rollt aber nicht zu weit nach außen. Kleinere Motoren würden ihm gut stehen. Die gibt es aber nicht mit Allrad, sie werden also nicht im Scout kommen.

Der überarbeitete Superb ist bereits bestellbar. Er startet bei 28.850 Euro für den 1,5-Liter-Benziner bzw. bei 32.000 Euro für den 150-PS-Benziner, jeweils kombiniert mit dem manuellen Schaltgetriebe. Damit kostet der Benziner so viel wie vor dem Facelift, der Diesel wird 550 Euro teurer. Das DSG schreibt Skoda für 2.000 Euro in die Preisliste, das Combi-Heck für weitere 1.000 Euro. Für den Superb Scout nennt Skoda noch keine Preise.



Skoda Superb Facelift: Bildergalerie

  • Skoda Superb und Superb Scout statisch
    Quelle: Skoda Zum Facelift bringt Skoda den Superb erstmals als Scout auf dem Markt. Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit gibt es serienmäßig
  • Skoda Superb in Fahrt, fotografiert von vorn rechts
    Quelle: Skoda Zum Facelift kneift er die Augen zu: Der Superb bekommt flachere Lampen
  • Superb in Fahrt: Aufnahme von hinten rechts
    Quelle: Skoda Kein Logo mehr auf dem Heckdeckel: Skoda schreibt jetzt den eigenen Namen aus
  • Skoda Superb in Fahrt: Aufnahme von vorn rechts
    Quelle: Skoda Das Fahrverhalten des Skoda Superb bleibt gut. An Lenkung und Fahrwerk ändert sich nichts
  • Blick in den Kofferraum des Skoda Superb
    Quelle: Skoda Viel Platz schon in der Limousine: Der Kofferraum des Superb
  • Blick auf die Rückbank des Skoda Superb
    Quelle: Skoda Auf der Rückbank bietet in dieser Klasse niemand mehr Platz
  • Skoda Superb Scout in Fahrt: Aufnahme von vorn rechts, im Hintergrund ein Schloss
    Quelle: Skoda Den Superb Scout bietet Skoda ausschließlich mit den großen Motoren und Allradantrieb an
  • Super Scout in Fahrt: Blick von hinten links
    Quelle: Skoda Den höheren Schwerpunkt des Superb Scout merkt man beim Fahren kaum
  • Superb Scout auf einer staubigen Straße
    Quelle: Skoda Aus dem Superb wird als Scout kein Geländewagen. Aber er rutscht ein gutes Stück in Richtung SUV
  • Innenraum des Superb Scout: Blick auf die Vordersitze
    Quelle: Skoda Der Superb bleibt in allen Varianten riesig. Der Scout bekommt eigene Sitzbezüge
  • Blick auf das Cockpit des Superb Scout
    Quelle: Skoda Gewöhnungsbedürftig: Holzdekor im Cockpit des Superb Scout