Lexus UX (2019): Fahrbericht, Daten, Preise

Hybrid-Exot für das Kompakt-SUV-Segment 

Hybrid heißt beim Lexus UX: Benziner und E-Motor, klar. Aber eben auch: SUV Aufbau und sportliche Auslegung. Sparen und Glühen. Erste Fahrt.

  • Björn Tolksdorf
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  • Veröffentlicht am 07/25/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:06 PM
Lexus UX (2019)_Fahrbericht
Quelle: Lexus Mit dem UX bringt Lexus ein kompaktes Premium-SUV mit Hybridantrieb auf den Markt

Das ist Lexus' Alternative zu Hochbeinern im Stile von Audi Q3, BMW X2 oder Volvo XC40 – also zu kompakten SUV mit moderat fahraktivem Anspruch: Der UX sortiert sich Marken-intern unterhalb des NX ein, ist rund 15 Zentimeter kürzer als das Mittelklasse-Modell. Mit 4,50 Metern gehört der UX zu den längsten Vertretern seiner Klasse, ist außerdem deutlich größer als der kompakte Lexus CT.

Technisch verbindet ihn mit diesem wenig: Der UX basiert auf der neuen, globalen, modularen Plattform von Toyota, Lexus-Intern wird die Bodengruppe GA-C genannt. Sie ermöglicht moderne Fahrassistenten, aktuelle Antriebe und – laut Hersteller – bessere Fahreigenschaften. Besser, das heißt im Verständnis der Entwickler hier agiler, leichtfüßiger. Quasi als Gegenpol zu einigen früheren Lexus-SUV, die recht schwerfällig um die Ecke kamen. Diesmal wollte man ein Gelände-Derivat, das sich anfühlt wie ein fahraktiver Kompaktwagen. Heißt wiederum: Offroad ist der UX deplatziert, auch wenn eine  Allrad-Versionen erhältlich ist – dann wird die Hinterachse elektrisch angetrieben.

Motoren und Antriebe

Der Lexus UX ist als aktuell einziger gehobener Kompakt-SUV als Vollhybrid erhältlich. Gut, der Anfang 2018 vorgestellte 2,0-Liter Benziner arbeitet im UX 200 auch ohne elektrische Unterstützung im Motorraum. Im Alleingang leistet er 171 PS, gibt die Kraft über ein stufenloses Getriebe an die Vorderräder weiter. Die Mehrzahl der Kunden greift zu einem der 250h-Modelle mit einer Systemleistung von 184 PS. Wobei der Verbrenner-Part technisch nicht identisch ist. Beim reinen UX-Benziner verdichtet der im Atkinson-Zyklus laufende Vierzylinder mit 13:1, im Hybrid-Modell mit 14:1. In jedem Fall befindet sich ein Otto-Partikelfilter im Abgastrakt, womit der UX die Euro 6d-Temp-Abgasnorm erfüllt.

Wie sportlich das Kompakt-SUV mit Hybridantrieb tatsächlich geriet? Der kräftige Antritt der zwei Antriebseinheiten macht richtig Spaß – beim Allradmodell 250h E-Four sind gar drei Aggregate am Vortrieb beteiligt. Beständig und zu Recht wurde bei Hybrid-Modellen des Toyota-Konzern (wenngleich nicht nur da) der aufheulende Motor moniert, der Gummiband-Effekt beklagt. Doch hier reagiert der Antrieb spontan auf den Gas-Einsatz, bringt den UX zügig auf das gewünschte Tempo. Ist es erreicht, meldet sich der Benziner häufig ab, dirigiert das Halten der Geschwindigkeit bis zu einem Tempo von 115 km/h an den Elektromotor. Am schnellsten reagiert das System übrigens, wenn man den Gasfuß wieder etwas hebt. Doch selbst wenn der Verbrenner noch aktiv ist, dringen wenige Geräusche in den Innenraum. 

Fahrwerk und Lenkung

Das Fahrwerk legten die Entwickler komfortabel aus. Es kompensiert Unebenheiten schnell, wiegt die Insassen dabei leicht. Wie das mit der anvisierten Sportlichkeit zusammenpasst? Sie entspringt eher der dem Antriebsstrang und der Grundkonstruktion als dem Dämpfer-Setup.  

Der UX verfügt über einen relativ niedrigen Schwerpunkt. Außerdem ergänzte Lexus die Toyota-Plattform um zusätzliche Versteifungen, verzichtete auf eine Gummidämpfung zwischen Chassis und Lenkung. Sie reagiert präzise, ist angenehm direkt ausgelegt. Wem  der UX dennoch zu lasch wirkt, sollte über die F-Sport-Variante nachdenken. Hier kommt der UX serienmäßig mit wilderer Fahrwerksabstimmung. 
In jedem Fall schlägt sich Glühen nicht zwingend im Verbrauch nieder: Mehr als sechs Liter auf 100 Kilometer zeigt der Bordcomputer nur bei langen und schnellen Ausflügen auf der Autobahn. Innerstädtisch sind rund fünf Liter machbar.

Lexus UX mit sportlich knappem Innenraum

Im Lastenheft zum Lexus UX steht Sportlichkeit wohl über optimaler Raumausnutzung: Auf der Rückbank sitzt man knapp, auf den Vordersitzen immer noch eng. Fahrer und Beifahrer werden zwischen Mitteltunnel und Türverkleidung straff eingepasst. Für Schultern und Kopf gibt es mehr Freiheit.

Der Kofferraum gerät ebenfalls knapp. 452 Liter fasst der UX als reiner Verbrenner. Bei der frontgetriebenen Hybrid-Version nimmt das Akku-Paket weiteren Stauraum in Anspruch, womit nur mehr 438 Liter bleiben. Besitzer eines UX mit Hybrid und Allrad müssen sogar mit mageren 401 Liter auskommen. 

Innenraum und Cockpit

Die Materialauswahl im Innenraum ist dem gehobenen Anspruch angemessen. Es gibt dicke, vernähte und unterpolsterte Lederbezüge auf Armaturenbrett und Türen, einzelne Akzente aus Holz. Außerdem angenehm weiche Ledersitze und sachlich gehaltene, metallerne Knöpfe. Erst unterhalb der Knie kommt man mit Hartplastik in Kontakt.

Viele Details wirken erfrischend verspielt. Etwa die LED-illuminierten Drehknöpfe der Frischluftdüsen. Oder die Analoguhr im Bereich des Bildschirmes. Touchscreens gibt es nicht. Über ein Touchpad wird das Infotainment-System gesteuert - wobei, trivial ist die Bedienung nicht. Das System hat einige Eigenheiten.

Das Staufach in der Mittelkonsole kann von links oder von rechts zur jeweils anderen Seite aufgeklappt werden. Keine Extravaganzen gibt es bei den Fahrassistenten. Lexus bietet im UX Verkehrsschilderkennung und Fernlichtautomatik, eine Notbremse mit Fußgängererkennung sowie Spurhalteassistent mit aktiven Lenkeingriffen und den adaptiven Tempomaten ACC. Der Autobahn-Assistent – als Kombination der beiden letztgenannten Assistenten - arbeitet denkbar zuverlässig. Nachholbedarf beresteht beim Navigationssystem. Es verkündete oft erst nach der Kreuzung seinen Abbiege-Wunsch.

Lexus UX: Preise

Die unmittelbare kompakte Konkurrenz von Audi, BMW, Volvo und Mercedes startet im Bereich um 30.000 Euro. Der UX kostet als reiner Verbrenner (UX 200) ab 33.950 Euro. Ab 35.900 Euro ist das Hybridmodell UX 250h erhältlich. Die Preise des Allrad-Modells (UX 250h E-Four) beginnen bei 39.200 Euro. Anders als im Premium-Umfeld üblich ist die Basis-Ausstattung (Executive Line) eine Option. Hier steht das Kompakt-SUV auf 17-Zoll-Alufelgen, kommt außerdem mit Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung sowie Lederlenkrad und sieben Zoll großem Display im Innenraum. Hinzu kommt ab Werk ein gewisser Exoten-Status – zumindest im mitteleuropäischen Raum. 



Lexus UX 250h: Technische Daten

  •     Motor: 2,0-l-Vierzylinder-Benziner
  •     Leistung: 146 PS
  •     Drehmoment: 180 Nm b. 4.400 U/min
  •     Generator: 80 kW (109 PS), 202 Nm
  •     Batterie: NiMH
  •     Systemleistung: 178 PS (130 kW)
  •     Getriebe: CVT
  •     0-100 km/h: 8,5 s
  •     Höchstgeschwindigkeit:177 km/h
  •     Verbrauch: 4,3 l/100 km
  •     Anhängelast: 750 kg
  •     CO2: 96-103 g/km
  •     Länge: 4.495 mm
  •     Breite: 1.840 mm
  •     Höhe: 1.540 mm
  •     Radstand: 2.640 mm
  •     Leergewicht: 1.540-1.620 kg
  •     Kofferraum: 452 (Verbrenner) / 438 (Hybrid) / 401 (Hybrid Allrad) Liter
  •     Preis: ab 33.950 Euro (Verbrenner) / ab 35.900 (Hybrid)
  •     Erhältlich: Seit Frühjahr 2019

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