Zwischen Laster und Lifestyle

Praktiker mit Pritsche: Das kann ein günstiger Pick-up

Egal ob als Lastesel oder als Lifestyle-Auto: Pick-ups stehen mittlerweile hoch im Kurs. Informiere Dich, wie ein günstiger Pick-up zu finden ist.

  • Thomas Geiger
  • Veröffentlicht am 26.11.2021, 14:55
Luftaufnahme eines blauen Pick-ups, der durch ein seichtes Gewässer fährt
Quelle: UnsplashPick-ups sind Nutzfahrzeuge und entsprechend robust konstruiert: Ihre Kabine ruht auf einem unverwüstlichen Leiterrahmen

In den USA sind sie so etwas wie das moderne Pferdefuhrwerk und weiter verbreitet als SUV oder Limousinen. Und in Asien oder Südamerika läuft ohne sie in der Landwirtschaft gar nichts. Doch als robuste Nutzfahrzeuge für Feld, Wald und Wiese, als tragfähige Begleiter auf der Baustelle oder als kernige Alternative zu den immer zahmeren und moderner konstruierten Geländewagen finden Pick-ups auch bei uns zunehmend mehr Freunde. Die Hersteller haben darauf bereits reagiert und ihr Angebot entsprechend erweitert: Die Modellauswahl wächst und mit ihr auch das Angebot auf mobile.de. Egal ob billigster Pick-up oder luxuriöser Lifestyle-Laster – das richtige Auto für Dich ist da schnell gefunden.

Breitschultrig und belastbar: Das macht einen Pick-up aus

Auch wenn sie oft in Lack und Leder daherkommen und zum Lifestyle-Laster aufgerüstet werden – im Grunde ihres Herzens sind Pick-ups Nutzfahrzeuge und entsprechend robust konstruiert: Wo konventionelle Pkw und mittlerweile auch die meisten Geländewagen eine selbsttragende Karosserie haben, ruht ihre Kabine deshalb auf einem unverwüstlichen Leiterrahmen. Statt mit Schraub- oder gar Luftfedern trotzen sie den Verwerfungen der Fahrbahn mit Blattfedern, die tiefere Schlaglöcher parieren und mehr Ladung erlauben. Und wo SUV meist mit elektronisch geregelten Allradsystemen fahren, kommen bei den Pick-ups in der Regel noch mechanische Verteiler- und Untersetzungsgetriebe zum Einsatz. Die sind nicht nur robuster, sondern günstiger.

Pick-ups mögen mit ihrer rustikalen Konstruktion deshalb vielleicht nicht ganz so komfortabel sein, sie sind beim Rangieren weniger handlich und verbrauchen etwas mehr als konventionelle Geländewagen des gleichen Kalibers. Aber bei der Arbeit abseits der Straße oder im Abenteuer ist kein Auto günstiger als ein Pick-up Truck: Verglichen mit konventionellen SUV haben sie in der Regel höhere Nutzlasten, auf der Ladefläche kannst Du mehr stapeln als in den meisten Kofferräumen und im Gelände kommen sie häufig weiter. Außerdem ist es bei den allermeisten Herstellern billiger, einen Pick-up zu kaufen, als einen entsprechend großen Geländewagen.

Ein grauer Ford Ranger steht an einem See, auf dem Dach sind ein rotes und ein blaues Kajak befestigt
Quelle: FordDer Ford Ranger spielt zwar mit Wild-West-Image, kommt aber eigentlich aus Südafrika

Viele Passagiere oder große Pritsche?

Während die meisten Pick-Ups mit Leiterrahmen und zuschaltbarem Allradantrieb ähnlich konstruiert sind, haben sich beim Aufbau drei Kabinen-Typen etabliert: Wenn es Dir um eine möglichst große Pritsche geht, ist für Dich der Zweitürer ideal, weil er die kleinste Kabine hat, dafür aber nur eine Sitzreihe bietet. Zu dieser Bauform zählt in der Modellreihe immer auch der billigste Pick-up. Soll ein günstiger Pick-up Deinen teuren Geländewagen als Familienauto ersetzen, brauchst Du den Viertürer mit vollwertiger Rückbank. Und wenn Dir beides gleich wichtig ist, gibt es eine Art Rumpfkabine: Statt einer Rückbank haben sie nur eine Pritsche und die Türen zum Fond sind nur halb so breit.

Wie groß ist ein günstiger Pick-Up?

Auch die Nische der Pick-ups lässt sich noch einmal aufteilen: Es gibt drei Klassen, die sich vor allem über die Größe und mit ihr die Nutzlast definieren. In den USA schwärmen die Fans vor allem vom so genannten Full-Size-Pick-up, der mehr als sechs Meter misst und deutlich über eine Tonne schultern kann, und der Ford F-150 ist seit Jahrzehnten das meistverkaufte Fahrzeug im Land. Zwar ist es vor allem in diesem Format oft günstiger, einen Pick-up zu fahren als einen Geländewagen. Doch bei uns findest Du den „Golf der Amerikaner“ genau wie seine Konkurrenten von Ram oder Chevrolet nur beim freien Importeur oder als Gebrauchten auf mobile.de. Und auch ein günstiger kleiner Pick-up ist aktuell nur gebraucht zu bekommen. Denn seit der VW Caddy ein Van ist, Fiat keinen Fiorino mehr baut und vor allem der Dacia Logan als bislang billigster Pick-up im Land nicht mehr angeboten wird, ist dieses Segment verwaist.

Die Musik spielt deshalb bei uns vor allem in der Mittelklasse der Pick-ups, in der Autos wie der Nissan Navara, der Mitsubishi L200, der Toyota HiLux oder der Ford Ranger den Ton angeben. Jeweils gute fünf Meter lang und ausgelegt für Nutzlasten von mehr als einer Tonne, sind sie neu für Preise ab etwa 30.000 Euro zu haben. Günstiger werden diese Pick-ups gebraucht: Bei mobile.de findest Du Fahrzeuge in dieser Klasse schon für deutlich weniger als 10.000 Euro.

Zwar gibt es auch europäische Alternativen wie den Fiat Fullback oder den Renault Alaskan. Doch stammen alle aus der Kooperation mit einem asiatischen Hersteller und unterscheiden sich nur durch das Markenzeichen, dezente Designretuschen und Details im Innenraum vom Original. Das gilt auch für die Mercedes X-Klasse – neben dem VW Amarok der einzige Pick-up aus Deutschland. Wer einen günstigen Pick-up sucht, ist bei diesen beiden Kandidaten allerdings falsch: Verglichen mit einem GLE oder einem Touareg fährst Du bei beiden Marken zwar deutlich günstiger im Pick-up, aber für einen nachhaltigen Erfolg waren beide zu teuer. Mercedes hat die X-Klasse deshalb eingestellt, und VW übernimmt den Ford Ranger.

Günstiger kleiner Pick-up oder Prunkschiff mit Pritsche?

Weil Pick-ups für die einen praktische Laster sind und für die anderen liebgewordene Lifestyle-Autos, statten die Hersteller ihre Pritschenwagen sehr unterschiedlich aus: In der Basisversion kommt ein günstiger Pick-up deshalb oft reichlich spartanisch daher, ist dafür aber am oberen Ende der Modellhierarchie um so besser ausstaffiert und prunkt mit fast genauso so viel Luxus und Komfort wie ein entsprechender Geländewagen. Aber selbst wenn dann auch die Preise deutlich steigen, ist es häufig günstiger, Pick-up Truck zu fahren als SUV.

Zwischen Nutzfahrzeug und Schmutzfahrzeug

Unterschiede gibt es auch bei der funktionalen Ausstattung der Pick-ups, die viele bei anderen Fahrzeuggattungen unbekannte Extras bieten: Das reicht von den Zusatzscheinwerfern auf dem Dach, Winden und Werkzeug-Halterungen bis hin zu speziellen Aufbauten für die Pritsche: Rollos, Klappen oder Koffer schützen die Ladung vor Langfingern, Wind und Wetter, und maßgeschneiderte Kabinen mit bequemen Betten locken Camper zum Familienurlaub in die Wildnis. Zwar sind Maßanfertigungen auch in dieser Nische teuer, doch mit Standard-Aufbauten kann der Pick-up zum günstigeren Wohnmobil werden.

Die Elektrifizierung macht auch vor dem Pick-up nicht Halt

Bislang herrscht unter der Haube der meisten Pick-ups Monokultur und es gibt die Pritschenwagen fast ausschließlich als Diesel. Schon Benziner sind die absolute Ausnahme und von Hybrid- oder gar Plug-In-Technik ist erst recht keine Rede. Doch auch diese etwas archaische Autogattung bricht so langsam in die Zukunft auf: Mit dem F-150 Lightning hat Ford gerade den ersten elektrischen Pick-Up eingeführt, bei Tesla wartet alles auf den Cybertruck und als dritter im Bunde geht gerade Rivian mit einem elektrischen Pritschenwagen ins Rennen. 

Isuzu D-Max: Billigster Pick-up seiner Klasse

Zwar zählt der Isuzu D-Max in Asien zu den Platzhirschen unter den Pritschenwagen, spielt bei uns aber mangels ausgeprägten Images und engmaschigen Händlernetzes nur eine Nebenrolle. Deshalb ist der von einem 1,9 Liter-Diesel mit 163 PS angetriebene D-Max auch kein Pritschenwagen für Poser, sondern ein günstiger Pick-up für Praktiker. Sehr günstig sogar. Denn mit einem Grundpreis von 29.450 Euro geht er als billigster Pick-up seiner Klasse ins Rennen. Das Angebot auf mobile.de ist zwar mit rund 300 Inseraten im Herbst 2021 überschaubar, doch dafür sind die Preise für den Pick-up günstiger: Los geht es schon unter 10.000 Euro.

Isuzu D-Max Dreiviertel-Frontansicht
Isuzu D-Max

Regelmäßig gewartet gilt der japanische Pick-up als sehr zuverlässig.


Ford Ranger: Wilder Westen inklusive

Ford ist Pick-up-Profi und dem F-150 sei Dank der unangefochtene Meister in diesem Marktsegment. Weltweit aber wichtiger ist der Ranger, der obendrein der deutlich billigere Pick-up ist. Er spielt zwar mit dem Wild-West-Image, kam bislang aber aus Südafrika. Und wie kaum ein anderer steht er für die Zwitterrolle als Laster und Lifestyle-Auto. Denn neben günstigen Pick-ups für Handel, Handwerk und Gewerbe hat Ford auch Luxusversionen und mit dem 213 PS starken Ranger Raptor sogar fast einen Sportwagen im Angebot.

Noch startet der Ranger mit Dieseln von 130 oder 170 PS neu bei 34.420 Euro und wird auf mobile.de in der aktuellen Generation als Gebrauchter ab 11.500 Euro gehandelt. Doch zumindest aus zweiter Hand wird der Pick-up bald günstiger. Denn gerade legen die Amerikaner letzte Hand an die Neuauflage, die 2022 in den Handel kommt. Dann sogar im Doppelpack: Denn statt einen eigenen Nachfolger für den Amarok zu entwickeln, übernimmt VW als Basis den Ranger. Ob wegen der größeren Stückzahlen der Wolfsburger Pick-up auch billiger wird, bleibt allerdings abzuwarten.

DE-67583 Guntersblum 2222
Ford Ranger

Kein Pick-up verkauft sich besser in Deutschland. Den Ranger hat Ford erst 2019 gründlich überarbeitet.


Nissan Navara: Das Familienoberhaupt

Er ist einer für alle: Nicht nur, dass der Nissan Navara ebenfalls das gesamte Spektrum vom Arbeiter bis zum Abenteurer bedient. Sondern er ist zugleich das Oberhaupt einer großen Familie und Du bekommst ihn auch als Renault Alaskan oder zumindest gebraucht auch noch als Mercedes X-Klasse. Es gibt aber gute Gründe für das Original: Verglichen mit Renault haben Nissan-Händler mehr Erfahrung in diesem Segment und im Vergleich zur X-Klasse ist der Navara der deutlich günstigere Pick-up. Die Preise für Neuwagen beginnen bei 33.195 Euro. Wenn Du bei mobile.de nach einem gebrauchten Navara suchst, findest Du die billigsten Pick-ups aus der aktuellen Generation unter 20.000 Euro.

Nissan Navara
Der Nissan Navara

Nissan verkauft den Pick-up Navara seit drei Generationen in mehr als 150 Ländern.


Ssangyong Musso: Kraftmeier aus Korea

Der Ssangyong Musso ist der einzige Pritschenwagen aus Korea, der bei uns in Europa angeboten wird. Und mit ein bisschen gutem Willen geht er sogar als billigster Pick-up im Land durch: Obwohl er mit einem Grundpreis von 30.490 Euro ein klein wenig mehr kostet als der Isuzu D-Max, bietet er schließlich deutlich mehr Auto fürs Geld. Denn aktuell wird er nur als Doppelkabine angeboten, mit der dann auch der D-Max kein ganz so günstiger Pick-up mehr ist.

Dafür allerdings bieten die Koreaner als einzige eine andere Option: Für gut 2.000 Euro mehr gibt es den von einem 181 PS starken Diesel angetriebenen Ssangyong auch als Musso Grand mit einer um rund 30 Zentimeter verlängerten Pritsche. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der Musso eher selten und auch bei mobile.de gibt es keine 100 Angebote. Dafür aber ist er auch aus zweiter Hand ein günstiger Pick-up und bei wenigen Kilometern mit hohen Nachlässen zu haben.

Rückansicht eines dunkelblauen Ssangyong Musso mit geöffneter Heckklappe und leerer Pritsche
Ssangyong Musso

Ob im Arbeitsalltag oder in der Freizeit: Der Ssangyong Musso ist ein Platzwunder.


VW T6.1: Pritsche statt Pick-up

Weil der Amarok alles andere als ein günstiger Pick-up ist, solltest Du Dir auf der Suche nach einer preiswerten Alternative im Modellangebot bei VW auch mal den Transporter anschauen. Der wird seit über einem halben Jahrhundert als Pritschenwagen gebaut – natürlich auch in der aktuellen Generation 6.1. Und was dem Bulli und seinen Ahnen an Nehmerqualitäten im Gelände oder an der Laderampe fehlen mag, macht er mit vielen anderen Vorteilen wett.

So ist das Fahrverhalten näher an einem Pkw, die Leistungsspanne der Motoren ist größer, und er ist im Verbrauch günstiger als Pick-ups konventioneller Machart. Außerdem ist der T6.1 mit einem Grundpreis von 32.065 Euro als Pritschenwagen bei VW auch billiger als der Pick-up. Gebraucht gibt es ein großes Angebot und bei mobile.de findest Du günstige Exemplare des Möchtegern-Pick-ups unter 15.000 Euro. Ältere Baureihen als Ersatz für den Pick-up werden noch billiger gehandelt.

VW Pritsche 2
VW T6 Pritsche

Während sich der VW T6 Multivan für die Familie eignet, eignet sich die Pritsche eher für den Lastentransport.


Dacia Logan: Ein günstiger kleiner Pick-up

Als Dacia vor über zehn Jahren den Logan als Pick-Up gebracht hat, sind die Rumänen ihrem Ruf als Preisbrecher auch gegenüber Gewerbekunden gerecht geworden. Denn bei einem Grundpreis von knapp über 9.000 Euro ging er als billigster Pick-up ins Rennen. Und als einer der kleinsten. Denn Ladefläche und Zuladung waren nur etwa halb so groß wie bei den Platzhirschen vom Schlage des Ford Ranger oder der Mitsubishi L200. Doch die Nachfrage nach günstigen kleinen Pick-ups war offenbar weniger groß als erwartet, und Dacia hat diese Variante des Logan ersatzlos gestrichen.

Damit war die Renault-Tochter nicht alleine. Auch Konkurrenten wie der Fiat Fiorino sind längst vom Markt verschwunden, und der VW Caddy als Pick-up-Version des Golf ist ebenso Geschichte wie der vom Opel Corsa abgeleitete Combo. Während letztere fast schon Sammlerstücke für Oldtimer-Liebhaber sind, gibt es den Logan bei mobile.de immerhin noch als preiswerten Praktiker für den täglichen Einsatz: Mit Preisen ab 3.500 Euro zählt er auch dort zu den billigsten Pick-ups.

Dacia Logan Pick-Up
Dacia Logan Pick-up

Mit einer Zuladung bis zu 725 kg eignet sich der Logan Pick-up perfekt für den Transport und Bauvorhaben.


Günstige Pick-ups in Bildern

  •  Ein roter Isuzu D-Max fährt über eine Geröllstrasse
    Quelle: IsuzuIn Asien ist D-Max von Isuzu sehr beliebt, bei uns findet man ihn eher selten
  • Ein grauer VW T6.1 Pritschenwagen fährt eine steile Bergstrasse hinauf
    Quelle: VW NutzfahrzeugeVW-Transporter gibt es schon seit gut 50 Jahren als Pritschenwagen – auch in der aktuellen Genereation des T6.1
  • Ein grauer Ford Ranger steht an einem See, auf dem Dach sind ein rotes und ein blaues Kajak befestigt
    Quelle: FordDer Ford Ranger spielt zwar mit Wild-West-Image, kommt aber eigentlich aus Südafrika
  • Seitenansicht eines grauen Ssangyong Musso, der auf einem Flugplatz steht
    Quelle: SsangyongDer Musso von Ssangyong ist der einzige koreanische Pritschenwagen, der in Europa erhältlich ist
  • Ein blauer Nissan Navara steht in einer kargen Berglandschaft
    Quelle: NissanDer Nissan Navara stand sowohl für den Renault Alaskan und die Mercedes X-Klasse Pate


Das könnte Dich auch interessieren

Sieben richtig gute Familien SUV

Die besten Pick-ups 2021: Vergleich, Modelle, Probleme

Top 7: Das sind die größten Kombis auf dem Markt