Mehr Leistung, neues Fahrwerk, Carbon

BMW M2 CS: Alle Details zum schnellsten 2-er BMW

BMW schärft den M2 nach. Als M2 CS leistet er 450 PS und dient als Basis für den Rennsport. Was das Topmodell besser kann als der M2 Competition, liest Du hier.

  • Heiko Dilk
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  • Veröffentlicht am 11/06/2019, 5:47 PM
  • Aktualisiert am 11/22/2019, 5:33 PM
BMW M2 CS fahrend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von links-vorne
Quelle: BMW Der M2 Competition bekommt Gesellschaft. Neues Fahrwerk, mehr Leistung, mehr Carbon: BMW legt den Zweitürer als M2 CS auf

Aufgepasst, BMW M4! Das Mittelklasse-Coupé von BMW bekommt harte Konkurrenz von unten. BMW legt den kompakten Zweitürer M2 als CS auf – mehr Leistung, ein neues Fahrwerk, Carbon-Teile und weitere Extras machen die Krawallbüchse zur Basis für das Rennsport-Modell M2 CS Racing, das 2020 kommt. 95.000 Euro kostet das neue Modell, also 33.100 Euro mehr als der BMW M2 Competition. Ob der Neue tatsächlich so viel mehr kann, liest Du hier.

BMW M2 Competition vs. BMW M2 CS: Power wie im M4

Um zunächst mal die Familienverhältnisse zu klären: BMW M2 Competition heißt seit Spätsommer 2018 der einzige M2 im BMW-Angebot. Der 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit einem Turbo und 370 PS im M2 Coupé (interner Code: N55) wurde vom Motor aus M3 und M4 mit BiTurbo-Aufladung (S55) ersetzt. Allerdings leistet der im kleineren Auto nur 410 PS. Aus thermischen Gründen, hieß es. Aber auch, um den Abstand zur Mittelklasse zu wahren.

M2 CS in der Seitenansicht, stehend auf nassen Asphalt. Im Hintergrund dringen Sonnenstrahlen durch eine Wolkendecke
Quelle: BMW So richtig spielt der M2 CS seine Stärken erst auf der Rennstrecke aus

Beim BMW M2 CS (CS steht für „Clubsport“) fällt die Zurückhaltung. Hier leistet der 3,0-Liter-Benziner 450 PS, das Drehmoment liegt weiterhin bei 550 Newtonmetern. Genau wie beim M4 Competition Coupé. Gegen den Hitzestau hilft eine geschlitzte Motorhaube aus Carbon. So behält der BiTurbo einen kühleren Kopf. Dazu bringt die neue Haube mehr Abtrieb auf der Vorderachse und spart Gewicht. Das Teil wiegt 50 Prozent weniger als der Blechdeckel des BMW M2 Competition.

Das Dach des Clubsport-Modells der BMW M GmbH besteht ebenfalls aus Carbon und erhöht die Steifigkeit des Autos. Frontsplitter, Heckdiffusor, Abrisskante am Heck und weitere Anbauteile aus dem gleichen Material verbessern die Aerodynamik weiter. Die Carbon-Spiegelkappen dienen der Optik. Insgesamt verliert der schnellste BMW M2 im Vergleich zum Competition nicht an Gewicht. Die Waage zeigt weiterhin 1.625 Kilo für den Handschalter mit sechs Gängen an (den gibt es für beide Modelle) und 1.650 Kilo für die Version mit M-Doppelkupplungsgetriebe.



Adaptives Fahrwerk und große Bremsen im M2 CS

Vorder- und Hinterachse übernahm BMW bereits im Competition weitgehend aus BMW M4 und M3. Im M2 CS kommt serienmäßig das adaptive M-Fahrwerk des größeren M-Coupés zum Einsatz. BMW verspricht für die Comfort-Einstellung ein „Höchstmaß an Fahrkomfort“ im Stadtverkehr. Was relativ gemeint ist. Eine Enten-Schaukel wird das BMW M2 Coupé nie. Etwas mehr Nachgiebigkeit als im Competition darf man erwarten.

Für die Rennstrecke wird der Sport-Plus-Modus empfohlen, der Aufbaubewegungen minimiert und das schärfste BMW M2 Coupé maximal schnell um die Ecke bringen soll. Dazu strafft sich die Lenkung je nach gewähltem Modus. Letzteres beherrscht der BMW M2 Competition auch, doch das adaptive Fahrwerk gibt es nicht mal gegen Aufpreis.

M2 CS in der Frontansicht, fahrend auf einer Rennstrecke
Quelle: BMW Serienmäßig kommt der M2 CS mit dem adaptiven M-Fahrwerk des M4-Coupés

Stoppen soll der CS mit mehr Nachdruck. Dafür wird die M-Compound-Bremse von der M-Sportbremse mit größeren Scheiben ersetzt. Sie messen 400 Millimeter an der Vorder- und 380 Millimeter an der Hinterachse. In die Zange nehmen sie vorne sechs Kolben, hinten vier. Optional baut BMW Carbon-Keramik-Bremsen ein. Die gibt es beim zivileren M2 Coupé nicht, aber für 1.600 Euro extra immerhin die M-Sportbremse.

Differenzial mit bis zu 100 Prozent Sperrwirkung

Davon abgesehen ändern die Ingenieure bei Fahrwerk und Karosserieanbindung nichts. Eine nur 1,5 Kilo leichte Carbonstrebe versteift zusammen mit einer Domstrebe den Vorderwagen. Die Achsen bestehen aus Aluminium, Kugelgelenke und Elastomerlager übernehmen die Radführung. Lenker und Radträger an der Hinterachse sind fest mit der Karosserie verschraubt. All das soll vor allem die Lenkpräzision erhöhen.

Genau wie beim Competition Coupé schraubt BMW beim CS ein aktives Sperrdifferenzial an die Hinterachse, das die Kraft vollvariabel zwischen den Rädern verteilt. Innerhalb von 150 Millisekunden wechselt es zwischen null und 100 Prozent Sperrwirkung. Die Lamellensperre regelt elektronisch und liefert bis zu 2.500 Newtonmeter Sperrmoment.

Die elektronische Stabilitätskontrolle (DSC) stimmen die Techniker so ab, dass im Drift plötzliche Übergänge zwischen Traktion und Schlupf weitgehend vermieden werden. Je nach gewähltem Fahrmodus lässt das DSC mehr oder weniger Schlupf an der Hinterachse zu. Prinzipiell dürften die serienmäßigen Reifen (Michelin Pilot Sport Cup 2) mehr als genug Haftung bieten. Wem die Semi-Slicks zu aggressiv sind, der bekommt den CS wahlweise mit alltagstauglicheren Pilot Super Sport.

Der M2 CS nimmt dem Competition 0,2 Sekunden ab

Der 3,0-Liter-Reihen-6-Zylinder stammt aus dem M4 Competition. 450 PS (331 kW) stehen bei 6.250 U/min zur Verfügung. Das BMW M2 Coupé mit Competition-Zusatz schöpft aus dem gleichen Basismotor 410 PS (302 kW), die zwischen 5.250 und 7.000 Touren anliegen. Das Drehmoment bleibt bei 550 Nm, die ab 2.350 U/min und bis 5.500 U/min anliegen.

Grauer BMW M2 Competition stehend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von hinten-rechts
Quelle: BMW Für die Tempo 100-Marke braucht der M2 Competition im Vergleich zur CS-Version 0,2 Sekunden länger

In Fahrleistungen bedeutet das: Der M2 CS sprintet als Handschalter in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vergehen 4,0 Sekunden. Der M2 Competition braucht in beiden Fällen 0,2 Sekunden mehr. Und BMW lässt den CS schon serienmäßig 280 km/h schnell rennen, der Standard-Sportwagen darf das nur mit M Driver’s Package (2.450 Euro).

Ölversorgung und Kühlung ändert BMW nicht, das Konzept stammt aus den Mittelklasse-M-Modellen. Üppigere Lufteinlässe, eine größere Niere sowie ein zentraler und zwei seitliche Kühler plus ein zusätzlicher Motorölkühler (und beim DKG ein Getriebeölkühler) helfen, die Temperaturen auch bei hartem Rennstreckeneinsatz in Schach zu halten. Die Öffnung in der Motorhaube hilft nur beim CS bei der Wärmeabfuhr.



Innenraum, Ausstattung: Mehr Leder und Carbon im M2 CS

Genau wie an der Karosserie setzt BMW auch im Innenraum des CS an einigen Stellen auf Carbon. So wird der Mitteltunnel daraus gefertigt, was im Vergleich zum Serienteil 50 Prozent Gewicht sparen soll. Durch den großflächigen Einsatz von Leder und Alcantara gleicht sich das jedoch wieder aus. Damit werden die speziellen Sportsitze bezogen, an der Mittelkonsole findet sich reichlich Alcantara, außerdem am Armaturenbrett und am Lenkradkranz. Dadurch wirkt der CS insgesamt wertiger als der M2 Competition. Wobei dessen Sitze auch mit Leder veredelt sind.

Cockpit-Ansicht des M2 CS
Quelle: BMW Mit Alcantara spart BMW im Innenraum des M2 CS nicht. Lenkradkranz, Teile des Armaturenbretts und die Mittelkonsole sind damit bezogen

Manches, was der M2 CS bietet, lässt sich optional in den M2 Competition konfigurieren. Aber nicht viel. Und nicht das Wesentliche. Wer die M Sportbremse, leichtere 19-Zoll-Räder, M Sportsitze und das Driver’s Package ergänzt, landet immer noch deutlich unter 70.000 Euro. Die Mehrleistung von 40 PS, das adaptive Fahrwerk und die diversen Carbonteile gibt es nicht für Geld und gute Worte.

Rational lässt sich der Aufpreis von dann immer noch mehr als 25.000 Euro nicht begründen. Die Leistung und die Verbesserungen am Fahrwerk werden den CS natürlich geringfügig schneller machen. Nicht nur geradeaus, sondern auch in Kurven. Für die Rennstrecke relevant, im Alltag nicht. Für den M2 CS spricht, dass er selten bleiben wird. BMW will ihn nur in limitierter Stückzahl auflegen.

BMW M2 CS (2019): Technische Daten

ModellBMW M2 CS
Motor3,0-Liter-Reihensechszylinder, BiTurbo
Leistung450 PS (331 kW) b. 6.250 U/min
Drehmoment550 Nm b. 2.350-5.500 U/min
Antrieb6-Gang-Handschaltung (7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe), Hinterräder
0-100 km/h4,2 s (4,0 s)
80-120 km/h 4./5. Gang3,3 s/4,0 s (3,1 s/4,1 s)
Geschwindigkeit280 km/h
Verbrauch10,4-10,2 l/100 km (9,6-9,4 l/100 km)
CO2-Ausstoß238-233 g/km (219-214 g/km)
Länge4.461 mm
Breite1.871 mm
Höhe1.414 mm
Radstand2.693 mm
Gewicht1.625 kg (1.650 kg)
Kofferraumvolumen390 l
MarktstartNovember 2019
Preisab 95.000 Euro

Der BMW M2 CS in Bildern

  • Blauer BMW M2 CS auf feuchtem Asphalt stehend in der Ansicht von rechts-vorne
    Quelle: BMW Angetrieben wird der M2 CS von den Hinterrädern
  • M2 CS in der Seitenansicht, stehend auf nassen Asphalt. Im Hintergrund dringen Sonnenstrahlen durch eine Wolkendecke
    Quelle: BMW So richtig spielt der M2 CS seine Stärken erst auf der Rennstrecke aus
  • BMW M2 CS fahrend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von links-vorne
    Quelle: BMW Der M2 Competition bekommt Gesellschaft. Neues Fahrwerk, mehr Leistung, mehr Carbon: BMW legt den Zweitürer als M2 CS auf
  • M2 CS in der Heckansicht, stehend auf nassem Asphalt
    Quelle: BMW Mindestens 95.000 Euro verlangt BMW für den Clubsportler
  • BMW M2 CS fahrend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von vorne-links
    Quelle: BMW 450 PS leistet das Aggregat unter der Haube des M2 CS
  • M2 CS in der Frontansicht, fahrend auf einer Rennstrecke
    Quelle: BMW Serienmäßig kommt der M2 CS mit dem adaptiven M-Fahrwerk des M4-Coupés
  • Blick auf die Front des M2 CS
    Quelle: BMW Lufteinlässe und Niere sind schon beim M2 Competition gewachsen, hier ändert BMW am M2 CS nichts
  • Blauer BMW M2 CS fahrend in der Seitenansicht
    Quelle: BMW 4,2 Sekunden braucht der M2 CS für den Sprint von 0 auf 100 km/h
  • BMW M2 CS fahrend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von hinten-links
    Quelle: BMW In der Spitze schafft der M2 CS 280 km/h
  • Heckansicht mit Schriftzug M2 CS
    Quelle: BMW Die Buchstaben "CS" am Heck des M2 stehen für "Clubsport"
  • Seitenspiegel des BMW M2 CS, gefertigt aus Carbon
    Quelle: BMW Um Gewicht zu sparen, setzt BMW an einigen Stellen des M2 CS auf Carbon
  • Ansicht bei geöffneter Motorhaube, Blick auf den Motor
    Quelle: BMW Angetrieben wird der Clubsportler von einem 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Motor mit 450 PS
  • Innenansicht des BMW M2 CS mit Blick auf Fahrer und Beifahrersitz
    Quelle: BMW Die Sportsitze im M2 CS sind mit Leder und Alcantara bezogen
  • Cockpit-Ansicht des M2 CS
    Quelle: BMW Mit Alcantara spart BMW im Innenraum des M2 CS nicht. Lenkradkranz, Teile des Armaturenbretts und die Mittelkonsole sind damit bezogen
  • M2 Competition stechend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von vorne-rechts
    Quelle: BMW Unter der Haube des M2 Competition ohne CS-Zusatz steckt der Motor aus dem M4 mit 410 PS
  • Grauer BMW M2 Competition stehend auf einer Rennstrecke in der Ansicht von hinten-rechts
    Quelle: BMW Für die Tempo 100-Marke braucht der M2 Competition im Vergleich zur CS-Version 0,2 Sekunden länger
  • Cockpit-Ansicht des M2 Competition
    Quelle: BMW Im Innenraum übernimmt der M2 Competition viel vom M2-Facelift aus 2017