Alle Infos, worauf Du vor und während dem Verkauf achten musst

Autoverkauf für den Export: So funktioniert's!

Du findest hierzulande keinen Käufer für Dein Auto? Zu alt, kein TÜV, defekt? Dann verkaufe es ins Ausland. Wie das geht und wer das Auto kauft, liest Du hier.

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  • Veröffentlicht am 11/25/2019, 3:57 PM
Fahrzeuge stehen am Hafen. Daneben ein Frachtschiff mit offener Ladeluke.
Quelle: Picture Alliance Am besten wendest Du Dich für den Export an einen seriösen Profi

Wenn Du Dein schwer angeschlagenes Auto privat verkaufen möchtest, solltest Du offen und ehrlich alle Mängel ansprechen. Bei einem Privatverkauf musst Du zwar keine Gewährleistung auf Dein altes Auto geben. Du darfst den Käufer aber nicht arglistig täuschen. Das wäre der Fall, wenn Du bewusst einen Unfall oder Motorschaden verschweigst. Stellt ein späterer Gutachter die Täuschung fest, musst Du unter Umständen einen Teil des Kaufpreises zurückerstatten, die Reparatur übernehmen oder das Auto zurücknehmen. Allerdings muss der Käufer Dir nachweisen, dass Du ihn getäuscht hast und der Mangel Dir vor dem Verkauf bekannt war. Die Rücknahme oder Erstattung hängt auch davon ab, ob der Käufer ihn mit ausreichender Sorgfalt vor dem Kauf hätte erkennen können.

Warum das alte Auto an einen Export-Händler verkaufen?

Viel einfacher ist es, wenn Du Deinen Gebrauchtwagen an einen Experten verkaufst, also einen Autohändler für den Export. Er übernimmt alle Formalitäten, Du spart Dir die Verschrottungskosten und bekommst noch ein paar Euro für Dein altes Auto oder den Unfallwagen. Selbst Autos ohne gültige TÜV-Plakette oder ohne gültige Abgasuntersuchung nimmt der Export-Händler an - und das alles ohne die Risiken eines Privatverkaufs.

Auto selbst ins Ausland exportieren

Auf eigene Faust das Auto ins Ausland zu verkaufen, rentiert sich in der Regel nicht. Denn dann müsstest Du Dich nicht nur um die Kfz-Abmeldung kümmern, sondern, je nach Zielland, auch um eine Überseeverschiffung und alle Zollformalitäten. Dazu gehören eine Ausfuhrgenehmigung, die Du beim zuständigen Zollamt erhältst und ein internationaler Zulassungsschein, wenn der Autoexport in ein Nicht-EU-Land umsatzsteuerlich geltend gemacht werden soll. Eine Gebühr für die Ausfuhr von Gebrauchtwagen gibt es nicht.

Ein Auto ohne Räder auf der Pritsche eines kleinen Transporters soll gerade in einen Lkw geladen werden.
Quelle: Picture Alliance Wir erklären Dir, was Du beim Auto-Export beachten musst

Außerdem will das Zollamt für die Ausstellung der Dokumente vorher die von der Kfz-Zulassungsstelle oder dem Straßenverkehrsamt ausgehändigten Nummernschilder für den Autoexport außerhalb der EU sehen. Die sehen anders aus als die Kurzkennzeichen und tragen einen roten Balken an der Seite, keinen gelben. Um die zu beantragen, benötigst du folgende Dokumente:

  • Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung I)
  • Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung II)
  • Personalausweis oder Reisepass des Fahrzeughalters
  • Ausfuhr-Versicherungsbestätigung
  • eventuell Stilllegungsbescheinigung
  • TÜV-Gutachten
  • deutsche Bankverbindung für die Kfz-Steuer

Das Fahrzeug muss vor Ort zur Begutachtung bereitstehen und für die Dauer des Exports eine gültige HU-Plakette besitzen. All die Transportkosten, Versicherung, Aus- und Einfuhrzölle können dazu führen, dass Du am Ende draufzahlst. 



Auto über Gebrauchtwagenhändler ins Ausland exportieren

Eine andere Möglichkeit, Dein Auto ins Ausland zu verkaufen, ist ein Inserat. Oder suche im Netz nach seriösen Profis, die auf den Auto-Export spezialisiert sind. Manchmal stecken an den Seitenscheiben oder Türgriffen älterer Autos Kärtchen von Gebrauchtwagenhändlern, die alte Fahrzeuge für den Export kaufen. Aber auch manche Autoverwertungen, also Schrottplätze, nehmen Gebrauchtfahrzeuge an und exportieren sie.

Die Geschäftsidee: Die Export-Händler kaufen Autos billig auf und exportieren sie direkt ins Ausland, meist außerhalb der EU wie Russland, Libanon oder Afrika. Dort werden die alten Fahrzeuge entweder günstig repariert, aufbereitet oder in Einzelteile zerlegt. Ob Dein Auto einen Unfallschaden oder technische Defekte aufweist, ist ebenso unerheblich wie eine abgelaufene TÜV-Plakette. Die gilt in vielen Ländern ohnehin nicht.

Offen stehende Container auf Asphalt. In einem Container steht ein Fahrzeug.
Quelle: Picture Alliance Fahrzeuge auf eigene Faust zu exportieren rentiert sich in der Regel nicht

Wenn Du eine solche Karte am Auto findest, achte genau auf die Nummer. Manche Händler nutzen teure 0900er- oder 0190er-Nummern, um bereits am Anruf Geld zu verdienen. Dort solltest Du besser nicht anrufen.

Welchen Preis kannst Du verlangen?

Überlege Dir vor dem Verkauf, was Du mindestens für Dein altes Auto haben willst. Du kannst es auch schätzen lassen. Entweder von einem professionellen Sachverständigen, zum Beispiel von Dekra oder TÜV, oder preiswerter bei Schwacke Online. Einen guten Marktrichtwert erhältst Du aber auch, wenn Du alle Daten Deines Autos bei mobile.de eingibst und ähnliche Autos vorgeschlagen bekommst. Das ist zwar nur der Verhandlungspreis, gibt Dir aber schon mal eine ungefähre Einschätzung für den Wert Deines Autos. Schwierig wird es, wenn Dein Auto viele Mängel oder sogar einen Motor- oder Getriebeschaden hat. Dann wird es kompliziert, einen angemessenen Verkaufswert zu ermitteln. Am besten fragst Du dann einen Sachverständigen.

Wie Du am besten verhandelst

Export-Händler sind in der Regel hart im Verhandlen, sie werden Dir Dein Auto schlecht reden, damit sie den Preis drücken können. Auch unterbreiten sie Dir am Telefon oft Lockangebote, beim späteren Besuch fällt der Preis dann drastisch. Suche Dir deshalb einen Export-Händler in Deiner Nähe, bei dem Du nur einen kurzen Anfahrtsweg hast. Ist Dir der Verkaufspreis am Ende zu niedrig, fahr besser zu einem anderen Export-Händler, bevor Du Dein altes Auto quasi verschenkst. Deine vorab festgelegte Mindestsumme schützt Dich vor Impulshandlungen beim Gebrauchtwagen-Verkauf. Auch solltest Du auf keinen Fall in Vorleistung treten. Zahle deshalb vorab keine Provisionen, Bearbeitungs- oder Standgebühren.

Werdet Ihr Euch über den Preis einig, sollte Geld fließen. Und zwar nur Geld. Sachleistungen wie Teppiche oder Schmuck solltest Du nicht akzeptieren. Bei großen Geldbeträgen ist es ratsam, mit dem Käufer zur Bank oder einem Bankautomat zu gehen und sich das Geld dort auszahlen zu lassen. Das schließt Falschgeld aus. Am besten noch im Beisein mehrerer Personen – besonders von Deiner Seite. Gehe zu solchen Verhandlungen niemals alleine.

Vor dem Verkauf das Auto abmelden

Bevor Du dem Händler Papiere und Schlüssel aushändigst, sollte der Kaufvertrag vollständig ausgefüllt sein. Heißt: Neben allen Fahrzeugdaten gehören dazu die Personaldaten des Käufers inklusive der Nummer seines Ausweises. Denn wenn der Käufer für die deutschen Behörden nicht greifbar ist, kann sie die Kfz-Steuer beim Vorbesitzer, also Dir, einfordern. Auch bei eventuellen Bußgeldbescheiden oder Unfällen erhältst Du Nachricht vom Amt oder von Deiner Kfz-Versicherung. Neben dem Datum solltest Du auch den Verkaufsort und die Uhrzeit notieren. Wichtig ist deshalb, dass Du Dein altes Auto vorher bei der Kfz-Zulassungsstelle oder dem Straßenverkehrsamt abmeldest. Auch Deiner Kfz-Versicherung solltest Du Bescheid geben.