Hyundai Bayon: Das kleine SUV mit großem Kofferraum im Test
Der Hyundai Bayon ist günstig, geräumig und gut ausgestattet – hat aber Schwächen beim Verbrauch und den Materialien. Wir haben uns das SUV angeschaut.
- Das Wichtigste in Kürze
- Generationen und Facelift: Wo steht der Bayon heute?
- Der Hyundai Bayon im Testbericht
- Die Motoren des Hyundai Bayon: Übersicht und Empfehlung
- Welche Karosserie-Variante gibt es?
- Ausstattungslinien und empfehlenswerte Extras
- Bekannte Probleme und Rückrufe
- Stärken und Schwächen auf einen Blick
- Fazit: Für wen lohnt sich der Hyundai Bayon?
Das Wichtigste in Kürze
- Einstiegspreis ab 23.900 Euro
- Nur eine Motorvariante mit 66 kW (90 PS)
- Kofferraumvolumen: 411 bis 1.205 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank
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Der Hyundai Bayon füllt eine Lücke im Modellprogramm der Koreaner: Er ist kleiner und günstiger als der Kona, bietet aber überraschend viel Platz und eine umfangreiche Serienausstattung. Wer ein kompaktes SUV für den Alltag sucht, sollte genauer hinschauen.
Generationen und Facelift: Wo steht der Bayon heute?
Der Hyundai Bayon kam 2021 auf den deutschen Markt und positionierte sich zwischen dem Kleinwagen i20 und dem Mini-SUV Kona.
Mit dem Facelift im Jahr 2024 hat Hyundai das Modell optisch und technisch überarbeitet.
Die Front zeigt ein neues Lichtband, die Scheinwerfer wurden auf Voll-LED umgestellt (ab Ausstattungslinie Trend), und das Infotainment-System hat nun einen 10,3-Zoll-Touchscreen.
Hyundai verzichtet beim Facelift auf die zuvor erhältliche Mildhybrid-Technik und setzt nun ausschließlich auf einen konventionellen Benzinmotor.
Der Hyundai Bayon im Testbericht
Der ADAC hat den Bayon 1.0 T-GDI Prime DCT ausführlich getestet. Das Ergebnis: ein solides, alltagstaugliches Auto mit einigen Schwächen, die man kennen sollte.
Innen fällt das großzügige Platzangebot auf. Personen bis 1,95 Meter Körpergröße sitzen vorn wie hinten angenehm. Die Sitze sind bequem, die Bedienung ist dank physischer Tasten unterhalb des Touchscreens und separater Klimabedienung intuitiv.
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Weniger erfreulich: Das Interieur besteht überwiegend aus hartem Kunststoff, selbst der Dachhimmel ist ohne Stoffbezug ausgeführt. Die Verarbeitung ist jedoch gut: Nichts klappert oder scheppert.
Auf der Straße zeigt der Bayon ein ausgewogenes Fahrwerk, das Unebenheiten ordentlich wegbügelt. Auf der Autobahn bleibt eine leichte Karosserieunruhe spürbar. Die Lenkung arbeitet präzise, vermittelt aber nur wenig Rückmeldung.
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In der Stadt wirkt der Dreizylinder-Turbobenziner mit 90 PS und 172 Nm Drehmoment ausreichend agil; auf der Autobahn stößt er schneller an seine Grenzen. Der ADAC misst einen Realverbrauch von 6,6 Litern auf 100 Kilometern – deutlich mehr als der WLTP-Wert von 5,7 bis 5,8 Litern.
Der Bayon bietet laut ADAC-Messung 405 bis 1.175 Liter Kofferraumvolumen – damit übertrifft er den größeren Kona (225 bis 1.070 Liter nach ADAC-Methode) beim praktischen Nutzwert. Hyundai gibt 411 bis 1.205 Liter an.
Vergleichbare Modelle auf einen Blick:
- Hyundai Kona: Größeres Schwestermodell mit mehr Motorenauswahl, auch als Elektro erhältlich – aber teurer
- VW T-Cross: Ähnliche Größe, etwas hochwertigeres Interieur, aber weniger Kofferraumvolumen
- Škoda Kamiq: Mehr Platz und Variabilität, günstiger in der Basisausstattung
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Der Bayon ordnet sich in der Länge zwischen zwei bekannten Volkswagen ein:
- VW Polo: Der Kleinwagen-Klassiker aus Wolfsburg – kompakter als der Bayon, aber ohne SUV-Feeling
- VW Golf: Das meistverkaufte Auto Deutschlands – größer als der Bayon, aber in einer anderen Preisklasse
Im direkten Wettbewerb stehen außerdem:
- Seat Arona: Spanisches Mini-SUV auf MQB-Plattform – mit sportlichem Design und breiter Motorenpalette
- Opel Crossland: Kompaktes SUV aus dem Stellantis-Konzern – mit viel Platz und günstigem Einstiegspreis
Die Motoren des Hyundai Bayon: Übersicht und Empfehlung
Der Bayon ist ausschließlich mit einem 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner (T-GDI) erhältlich. Dieser leistet 66 kW (90 PS) und erzeugt ein maximales Drehmoment von 172 Nm. Zur Wahl stehen ein 6-Gang-Schaltgetriebe und ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DCT).
| Motor/Getriebe | Leistung | Drehmoment | Vmax | Preis ab |
|---|---|---|---|---|
| 1.0 T-GDI 90 PS/6-Gang-MT | 90 PS/66 kW | 172 Nm | 174 km/h | ab 23.900 Euro |
| 1.0 T-GDI 90 PS/7-Gang-DCT | 90 PS/66 kW | 172 Nm | 172 km/h | ab 28.000 Euro |
Empfehlung: Wer häufig in der Stadt unterwegs ist und Wert auf Komfort legt, greift zum DCT-Getriebe. Es schaltet sanfter und entlastet im Stadtverkehr. Wer Kosten sparen möchte, ist mit dem Schaltgetriebe gut bedient – es ist günstiger und verbraucht laut WLTP minimal mehr (5,8 statt 5,7 l/100 km).
Welche Karosserie-Variante gibt es?
Den Bayon gibt es ausschließlich als fünftüriges Mini-SUV. Eine Kombi- oder Cabrio-Variante ist nicht erhältlich.
- Länge: 4,180 m
- Breite: 1,775 m
- Höhe: 1,500 m
- Radstand: 2,580 m
- Bodenfreiheit: 165 mm
- Kofferraumvolumen: 411 Liter (normal)/1.205 Liter (Rücksitzbank umgeklappt, Herstellerangabe)
- Leergewicht: 1.175 bis 1.310 kg (je nach Ausstattung und Getriebe)
Ausstattungslinien und empfehlenswerte Extras
Der Bayon ist in vier Ausstattungslinien erhältlich: Select, Trend, Blackline und Prime.
- Select (ab 23.900 Euro): Navigationssystem mit 10,3-Zoll-Touchscreen, Apple CarPlay und Android Auto, LED-Tagfahrlicht, Klimaanlage, Lederlenkrad. Serienmäßig mit 15-Zoll-Stahlfelgen
- Trend (ab 26.200 Euro): Zusätzlich Voll-LED-Scheinwerfer, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung vorn, beheizbares Lenkrad, digitales Cockpit (10,3 Zoll), Privacy-Verglasung
- Blackline (ab 27.200 Euro): Wie Trend, aber mit schwarzen Akzenten (16-Zoll-Felgen in Schwarz, schwarzer Dachhimmel), Bose-Soundsystem und Akustik-Verbundglas
- Prime (ab 28.800 Euro): Zusätzlich 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Klimaautomatik, Sitzheizung auch hinten, Totwinkelassistent, Einparkhilfe vorn und hinten, Smart-Key-System
Empfehlung: Die Ausstattungslinie Trend bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer regelmäßig auf der Autobahn fährt, sollte das optionale Komfort-Paket (Klimaautomatik, Regensensor, Smart-Key) in Betracht ziehen. Das Bose-Soundsystem ist für Musikfans eine sinnvolle Ergänzung.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Der ADAC hat im Test einen unzuverlässigen Einklemmschutz der Fensterheber bemängelt.
Für ältere Generationen des Hyundai Bayon liegen zwei Rückrufe vor:
- Kraftstoffpumpen-Defekt (Rückrufcode: 51DT07)
Betroffen sind Bayon-Modelle aus dem Produktionszeitraum 1. April 2021 bis 4. Januar 2023. Ein Produktionsfehler in der Kraftstoffpumpe kann dazu führen, dass der Motor während der Fahrt ausfällt. In Deutschland sind rund 18.173 Fahrzeuge betroffen (weltweit ~181.726). - Querverkehrs-Assistent defekt (Rückrufcode: 51DT08)
Beim Rückwärtsfahren kann der Querverkehrs-Assistent ausfallen. Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum 9. August 2023 bis 16. August 2024. In Deutschland sind laut KBA 1.239 Einheiten von i20 und Bayon betroffen – eine Softwareaktualisierung behebt das Problem.
Typische Schwachstellen älterer Bayon-Modelle (vor Facelift 2024):
- Mildhybrid-Technik gelegentlich mit Softwareproblemen – entfällt beim aktuellen Modell.
- Einfache Innenraummaterialien, die bei intensiver Nutzung schneller verschleißen können.
Wartungsintervalle laut Hersteller: Ölwechsel alle 15.000 km oder einmal jährlich; allgemeine Wartung alle 30.000 km oder alle zwei Jahre.
Stärken und Schwächen auf einen Blick
Pro
- Großzügiges Platzangebot für die Fahrzeugklasse
- Umfangreiche Serienausstattung ab Select
- Fünf Jahre Herstellergarantie
- Günstiger Einstiegspreis ab 23.900 Euro
- Solides, ausgewogenes Fahrwerk
- Einfache, intuitive Bedienung
Con
- Hoher Realverbrauch (6,6 l/100 km laut ADAC)
- Viel Hartplastik im Innenraum
- Beifahrersitz nicht in der Höhe verstellbar
- Unzuverlässiger Einklemmschutz der Fensterheber
- Dreizylinder-Motor auf der Autobahn eher schwach
- Nur eine Motorisierung erhältlich
Fazit: Für wen lohnt sich der Hyundai Bayon?
Der Hyundai Bayon ist ein solides Mini-SUV für Stadtfahrer und Pendler, die ein günstiges, gut ausgestattetes Auto mit viel Platz suchen. Der Einstiegspreis von 23.900 Euro ist für die gebotene Ausstattung fair.
Wer häufig lange Autobahnstrecken fährt oder Wert auf hochwertige Materialien legt, sollte sich den Kona oder den VW T-Cross genauer ansehen.
Konkrete Empfehlung: Ausstattungslinie Trend mit 7-Gang-DCT – für 28.000 Euro bekommt man ein vollständig ausgestattetes Alltagsauto mit Voll-LED, Sitzheizung und angenehmem Automatikgetriebe.
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