Positionierung im Markt
TYN-e besetzt im Segment der elektrischen Kleintransporter eine Nische zwischen klassischen Leichtfahrzeugen und größeren Kastenwagen. Die Modelle TYN-e TX1-e, TYN-e TX2-e und TYN-e TX7-e sind als Nutzfahrzeuge der Klasse N1 zugelassen. Sie können damit regulär auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden. Ihre kompakte Bauweise richtet sich vor allem an Handwerksbetriebe, Lieferdienste, kommunale Betriebe und Unternehmen mit kurzen, planbaren Fahrstrecken.
Mit einem Einstiegspreis ab rund 20.000 Euro netto ordnet sich TYN-e im unteren Preisbereich für elektrische Nutzfahrzeuge ein. Das Unternehmen verweist auf eine Zulassung nach europäischen Vorgaben und auf die Entwicklung am deutschen Unternehmenssitz. Die Produktion erfolgt dagegen in China. Reichweite, Nutzlast, Ladezeiten und verfügbare Aufbauten unterscheiden sich je nach Modell und sollten bei einem Vergleich berücksichtigt werden.
Wettbewerber
Zum Wettbewerb gehören kompakte elektrische Nutzfahrzeuge von Ari Motors, Cenntro und Goupil. Der Citroën ë-Berlingo Kastenwagen und der Renault Kangoo E-Tech Electric sind größer und daher eher indirekte Alternativen. Auch frühere StreetScooter-Modelle können auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt eine Rolle spielen.
Gegenüber größeren Kastenwagen unterscheiden sich die Fahrzeuge von TYN-e durch kompaktere Abmessungen und einen niedrigeren Einstiegspreis. Die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h begrenzt jedoch den Einsatz auf längeren Autobahnstrecken. Das Fahrzeugkonzept eignet sich vor allem für Stadtverkehr, Betriebsgelände und regionale Fahrten.
Vertrieb und Service in Deutschland
Der Vertrieb in Deutschland erfolgt über ein Händlernetz, das sich seit dem Marktstart im Jahr 2024 im Aufbau befindet. Zusätzlich bietet das Unternehmen einen Direktvertrieb an. Händler können sich über die Unternehmenswebsite als Vertriebspartner bewerben. Der Hauptsitz von TYN-e befindet sich in Waiblingen. Nach Unternehmensangaben ist die Marke in mehr als 19 Ländern vertreten. In Barcelona besteht ein Ausstellungsraum.
Die Fahrzeuge lassen sich grundsätzlich an einer 230-Volt-Haushaltssteckdose laden. Dadurch ist nicht zwingend eine eigene Wandladestation erforderlich. Für den gewerblichen Betrieb können leistungsfähigere Ladepunkte dennoch sinnvoll sein, sofern das jeweilige Modell diese unterstützt. Die Verfügbarkeit von Werkstätten, Ersatzteilen und mobilen Serviceleistungen hängt vom regionalen Händlernetz ab.
Qualität und Garantie
Für TYN-e liegen bislang keine umfangreichen Langzeiterfahrungen oder unabhängigen Qualitätsstudien vor. Die Fahrzeuge werden bei Shandong Horche in China produziert, einem Hersteller von kleinen Nutzfahrzeugen. Ende 2023 wurde das Antriebssystem von 72 Volt auf 320 Volt umgestellt. Dadurch verzögerte sich der Marktstart. Die Änderung sollte die Kompatibilität mit öffentlichen Ladesäulen verbessern und größere Batteriekapazitäten ermöglichen.
Öffentlich dokumentierte Rückrufaktionen sind bislang nicht bekannt. Zu Umfang und Dauer der Fahrzeug- und Batteriegarantie liegen keine einheitlich veröffentlichten Angaben vor. Maßgeblich sind daher die Garantiebedingungen des jeweiligen Modells und Kaufvertrags.
Ausblick
Mit dem TYN-e LTX stellte das Unternehmen 2025 auf der Nutzfahrzeugmesse NUFAM in Karlsruhe ein weiteres Modell vor. Das Fahrzeug gehört zur Klasse L7e für vierrädrige Leichtfahrzeuge. Vorgesehen sind eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 24 kWh und eine Reichweite von rund 190 Kilometern. TYN-e plant außerdem, das Händler- und Servicenetz in Deutschland sowie in weiteren europäischen Märkten schrittweise auszubauen.
Modellangebot
TYN-e bietet seit 2024 drei batterieelektrische Kleintransporter im Segment der leichten Nutzfahrzeuge an. Der TYN-e TX1-e misst 3.490 mm und verfügt über ein Laderaum-Volumen von rund 2.300 Litern. Seine Abmessungen sind auf den Einsatz in engen Innenstadtbereichen ausgelegt. Der TYN-e TX2-e nutzt denselben Antriebsstrang wie der TYN-e TX1-e, hat jedoch einen um 200 mm verlängerten Radstand und eine Gesamtlänge von 4.400 mm. Das Modell ist mit Pritschen- oder Kastenaufbau erhältlich und bietet ein Laderaum-Volumen von bis zu 4.500 Litern. Der TYN-e TX7-e verfügt über einen stärkeren Elektromotor, eine größere Batterie und eine Zuladung von bis zu 1.200 kg. Alle drei Modelle werden ausschließlich elektrisch angetrieben und sind für Handwerks-, Logistik- und Kommunalbetriebe vorgesehen. Mit dem batterieelektrischen TYN-e LTX wurde 2025 auf der Nutzfahrzeugmesse NUFAM in Karlsruhe ein viertes Modell der Fahrzeugklasse L7e vorgestellt.
- TX1-e als kompakter Stadttransporter ab 3.490 mm
- TX7-e mit bis zu 1.200 kg Zuladung
- LTX als Leichtfahrzeug der Klasse L7e ab 2025
Technologie
Alle Modelle von TYN-e basieren auf einer 320-Volt-Elektroarchitektur. Gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen 72-Volt-System ermöglicht sie eine höhere Batteriekapazität und erleichtert die Nutzung gängiger Ladeinfrastruktur. Der TYN-e TX1-e und der TYN-e TX2-e nutzen einen Permanentmagnet-Synchronmotor mit 15 kW (20 PS) Dauerleistung und 30 kW (41 PS) Spitzenleistung. Ihre Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit rund 17 kWh ermöglicht nach dem WLTP-Prüfverfahren Reichweiten von etwa 100 bis 135 Kilometern. Der TYN-e TX7-e verfügt über eine Batterie mit 28,8 kWh und erreicht bis zu 181 Kilometer. An einer 230-Volt-Haushaltssteckdose dauert das Laden rund zehn Stunden. Für den TYN-e TX7-e ist optional ein Combined-Charging-System-Anschluss zum Gleichstromladen mit bis zu 11 kW erhältlich. Ein Touchscreen, Bluetooth, Rückfahrkamera, Antiblockiersystem, Servolenkung und Klimatisierung unterstützen die Bedienung im Alltag. Das Fahrwerk kombiniert vorn MacPherson-Federbeine mit einer blattgefederten Starrachse hinten.
- Alle Serienmodelle nutzen eine 320-Volt-LFP-Batterie
- Laden an Haushaltssteckdose oder Gleichstrom-Ladesäule möglich
- Touchscreen und Rückfahrkamera gehören zur Serienausstattung
Vorteile
- Einstiegspreis unter 20.000 Euro netto
- Kompakte Abmessungen für innerstädtischen Einsatz
- Ladung an einfacher Haushaltssteckdose möglich
Nachteile
- Deutsches Händlernetz befindet sich noch im Aufbau
- Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt
- Restwertentwicklung der jungen Marke noch ungewiss