Morgan

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Morgan ist ein britischer Sportwagenhersteller aus Malvern in der Grafschaft Worcestershire. Henry Frederick Stanley Morgan gründete das Unternehmen 1909 und begann mit dreirädrigen Fahrzeugen. Seit 1936 gehören auch vierrädrige Sportwagen zum Programm. Bis heute entstehen Roadster und Dreiräder in kleinen Stückzahlen, wobei traditionelle Handarbeit auf moderne Technik trifft.

Seit 2019 hält die italienische Beteiligungsgesellschaft Investindustrial die Mehrheit. Die Gründerfamilie blieb als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Morgan richtet sich an Käufer, die klassische Formen und individuelle Fertigung bevorzugen. Nach Deutschland gelangen die Fahrzeuge über wenige spezialisierte Vertragshändler, darunter Morgan Flaving in Düsseldorf, Merz und Pabst in Nürtingen sowie Morgan Park in Hamburg.

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Markenbeschreibung

Morgan steht für handgefertigte britische Roadster in Kleinserie und richtet sich an Käufer, die klassischen Fahrzeugcharakter modernen Serienprodukten vorziehen. Das Angebot umfasst offene Zweisitzer und ein Dreirad. Damit spricht die Marke ein klar umrissenes Publikum mit Interesse an traditionellem Fahrzeugbau und eigenständiger Technik an.


Morgan fertigt seit über 115 Jahren britische Roadster in Handarbeit

Positionierung im Markt

Morgan besetzt eine klar abgegrenzte Nische innerhalb des Sportwagenmarktes. Die Fahrzeuge verbinden klassische Karosserieformen mit modernen Antriebs- und Fahrwerkskomponenten. Sie richten sich vor allem an Käufer, die Individualität, handwerkliche Fertigung und ein direktes Fahrerlebnis schätzen. Das aktuelle Angebot umfasst unterschiedliche Fahrzeugkonzepte. Dazu gehören der dreirädrige Morgan Super 3, der Morgan Plus Four und der Morgan Supersport. Die geringen Stückzahlen und die zahlreichen Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration grenzen Morgan von größeren Sportwagenherstellern ab.

Wettbewerber

Zu den Wettbewerbern zählen Caterham, Ariel und Donkervoort. Diese Hersteller setzen ebenfalls auf Leichtbau, geringe Stückzahlen und eine unmittelbare Fahrdynamik. Morgan unterscheidet sich vor allem durch die Verbindung traditioneller Gestaltung mit moderner Technik sowie durch seine lange Unternehmensgeschichte. Ein direkter Vergleich ist jedoch nur eingeschränkt möglich, da sich Bauweise, Komfortniveau und Einsatzzweck der Fahrzeuge unterscheiden.

Vertrieb und Service in Deutschland

In Deutschland ist Morgan seit Jahrzehnten über spezialisierte Vertragshändler vertreten. Merz und Pabst in Nürtingen importiert Morgan-Fahrzeuge seit 1968 und gehört zu den langjährig etablierten Partnern auf dem deutschen Markt. Morgan Flaving betreibt einen Ausstellungsraum in Düsseldorf und eine Werkstatt in Unna. Das Unternehmen ist seit 1963 im Morgan-Geschäft tätig. Morgan Park Hamburg ergänzt das Vertriebs- und Servicenetz im Norden. In den Regionen Frankfurt und München ist die Dörr Group als Vertriebspartner aktiv.

Insgesamt umfasst das deutsche Händlernetz etwa ein halbes Dutzend Standorte. Angesichts einer weltweiten Jahresproduktion von zuletzt rund 630 Fahrzeugen bleibt der Vertrieb überschaubar. Lieferzeiten von mehreren Monaten können durch die geringe Produktionskapazität, die handwerkliche Fertigung und individuelle Kundenwünsche entstehen.

Qualität und Garantie

Die Fahrzeuge werden in kleinen Stückzahlen und mit einem hohen Anteil an Handarbeit gefertigt. Daraus lässt sich jedoch nicht grundsätzlich ableiten, dass Rückrufe oder technische Probleme ausgeschlossen sind. Seit dem Modelljahr 2023 gehören eine elektronische Stabilitätskontrolle und Airbags bei den Morgan-Modellen Plus Four und Plus Six zur Serienausstattung. Damit wurden wichtige Sicherheitssysteme ergänzt.

Morgan verwendet Motoren etablierter Hersteller wie BMW und Ford. Die Karosserie- und Fahrgestellfertigung bleibt dagegen ein wesentlicher Bestandteil der eigenen Produktion. Die Garantiebedingungen bewegen sich im marktüblichen Rahmen. Angaben zu möglichen Garantieverlängerungen sollten beim jeweiligen Vertragspartner geprüft werden.

Ausblick

Mit der Einführung des Morgan Supersport auf der CXV-Plattform im Frühjahr 2025 wurde der Morgan Plus Six abgelöst. Der Supersport übernimmt die Rolle des leistungsstärkeren Modells oberhalb des Morgan Plus Four. Ein Serienfahrzeug mit rein elektrischem Antrieb ist derzeit nicht angekündigt. Ein früheres Konzept für ein elektrisches Dreirad wurde nicht in die Serienproduktion übernommen. Morgan konzentriert sich damit weiterhin auf handgefertigte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, geringen Stückzahlen und klassischen Karosserieformen.

Modellangebot

Morgan bietet 2025 in Deutschland drei offene Zweisitzer mit Benzinmotor an. Der Morgan Plus Four ist ein klassischer Roadster und nutzt die Aluminiumplattform der CX-Generation. Sein BMW-2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor leistet 190 kW (258 PS). Zur Wahl stehen ein Sechsgang-Schaltgetriebe und ein Achtgang-Automatikgetriebe. Der Morgan Super 3 ist das dreirädrige Modell der Marke und löste 2022 den Morgan 3 Wheeler ab. Ein Ford-1,5-Liter-Dreizylinder-Benzinmotor mit 87 kW (118 PS) treibt das 635 kg schwere Fahrzeug an. Der Morgan Supersport wurde im Frühjahr 2025 als Nachfolger des Morgan Plus Six vorgestellt. Der Roadster basiert auf der weiterentwickelten CXV-Aluminiumplattform. Sein BMW-3,0-Liter-Reihensechszylinder-Turbomotor entwickelt 250 kW (340 PS) und ist mit einem Achtgang-Automatikgetriebe kombiniert.

  • Plus Four als Einstiegsroadster mit BMW-Vierzylinder
  • Super 3 als puristisches Dreirad-Sportfahrzeug
  • Supersport als neues Sechszylinder-Topmodell ab 2025

Technologie

Morgan setzt bei seinen aktuellen Modellen auf Verbrennungsmotoren von BMW und Ford. Elektro- oder Hybridantriebe sind nicht erhältlich. Der Morgan Plus Four basiert auf der 2019 eingeführten CX-Generation-Plattform mit geklebtem Aluminiumchassis. Gegenüber dem zuvor verwendeten Stahl-Leiterrahmen bietet sie laut Hersteller eine um 100 Prozent höhere Torsionssteifigkeit bei geringerem Gewicht. Der Morgan Supersport nutzt die weiterentwickelte CXV-Plattform, die leichter und steifer ausgelegt ist. Der Morgan Super 3 besitzt eine eigenständige Aluminiumplattform. Charakteristisch bleibt bei den vierrädrigen Modellen ein Karosseriegerippe aus Eschenholz, das mit einer Aluminium-Außenhaut kombiniert wird. Die Karosserien entstehen in Handarbeit. Nach Unternehmensangaben erfordert jedes Fahrzeug mehr als 1.000 Arbeitsstunden. Seit dem Modelljahr 2023 wurde die Sicherheitsausstattung ausgewählter Modelle um eine elektronische Stabilitätskontrolle und Airbags ergänzt. Die Ausstattung lässt sich in weiten Teilen individuell konfigurieren.

  • Geklebtes Aluminiumchassis trägt ein Eschenholzgerippe
  • Motoren von BMW und Ford, kein Elektroantrieb
  • Elektronisches Stabilitätsprogramm und Airbags seit Modelljahr 2023 serienmäßig

Vorteile

  • Fertigung in Handarbeit und hohe Individualisierbarkeit
  • Leichte Bauweise für ein intensives Fahrerlebnis
  • Seit Jahrzehnten bestehendes Händlernetz in Deutschland

Nachteile

  • Sehr kleines Händler- und Servicenetz bundesweit
  • Derzeit kein Elektroantrieb im Angebot
  • Lange Lieferzeiten aufgrund aufwendiger Einzelfertigung