Ligier

Alle Serien mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Ligier ist ein französischer Hersteller von Leichtkraftfahrzeugen mit Sitz in Abrest. Guy Ligier, früher selbst Rennfahrer, gründete das Unternehmen 1968. Zunächst entstanden Sportwagen, später trat Ligier als Konstrukteur in der Formel 1 an. Seit den 1980er-Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt auf kompakte Leichtkraftfahrzeuge.

2008 schlossen sich Automobiles Ligier und der Wettbewerber Microcar zusammen. Daraus ging die heutige Ligier Group hervor. In Deutschland gelangen die Fahrzeuge über ein spezialisiertes Händlernetz auf den Markt. Sie richten sich unter anderem an Fahrer ab 15 Jahren mit Führerscheinklasse AM sowie an Erwachsene, die eine kompakte Alternative zum Pkw suchen.

Beta
Fragen zu Ligier? Dein KI-Assistent hilft dir bei Modellen und Angeboten.

Markenbeschreibung

Ligier steht auf dem deutschen Markt für Leichtkraftfahrzeuge, die ohne klassischen Pkw-Führerschein gefahren werden dürfen. Erforderlich ist in der Regel die Führerscheinklasse AM. Die Marke richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren sowie an Erwachsene, die ein kompaktes und wendiges Fahrzeug für den Stadtverkehr suchen.


Ligier ist eine französische Leichtkraftfahrzeug-Marke mit Motorsport-Geschichte und alltagsorientierten Modellen

Positionierung im Markt

Ligier besetzt in Deutschland eine Marktnische, die von konventionellen Pkw-Herstellern kaum bedient wird: Das Segment der leichten vierrädrigen Kraftfahrzeuge, die umgangssprachlich als Mopedautos bezeichnet werden. Die Fahrzeuge sind in der Regel auf 45 km/h begrenzt und gehören zur EU-Fahrzeugklasse L6e. In Deutschland dürfen sie mit der Fahrerlaubnisklasse AM ab einem Alter von 15 Jahren gefahren werden. Die häufig verwendete Bezeichnung „führerscheinfrei“ ist daher nicht korrekt. Zur Zielgruppe gehören vor allem Jugendliche ohne Pkw-Fahrerlaubnis sowie Personen, die ein kompaktes Fahrzeug für kurze Strecken suchen. Wer die Pkw-Fahrerlaubnis verloren hat, darf ein solches Fahrzeug nur führen, wenn weiterhin eine gültige Fahrerlaubnis der Klasse AM besteht. Gegenüber einem Zweirad bietet ein Mopedauto eine geschlossene Karosserie, Witterungsschutz und eine stabilere Sitzposition.

Wettbewerber

Zu den direkten Wettbewerbern auf dem deutschen Markt zählen Aixam, Silence und Opel mit dem Opel Rocks Electric. Der Renault Twizy wird nicht mehr als Neufahrzeug angeboten, ist auf dem Gebrauchtwagenmarkt aber weiterhin präsent. Microcar gehörte bereits zur Ligier Group und wurde nicht erst nachträglich in Ligier integriert. Ligier und Aixam zählen zu den etablierten Anbietern in diesem Segment. Ligier bietet mehrere Ausstattungslinien sowie elektrische und dieselbetriebene Antriebsvarianten an.

Vertrieb und Service in Deutschland

Ligier verfügt in Deutschland über ein Netz spezialisierter Fachhändler. Dazu gehören eigenständige Ligier-Zentren und Motorradhändler mit entsprechender Markenzulassung. Eine flächendeckende Präsenz wie bei großen Pkw-Marken besteht nicht. Daher können die Entfernungen zu Werkstätten und Servicestellen regional deutlich variieren. Die deutsche Markenwebsite ligier.de informiert über verfügbare Modelle und Händlerstandorte. Die Fahrzeuge werden in Frankreich gefertigt und anschließend nach Deutschland geliefert.

Qualität und Garantie

Ligier bietet je nach Modell und Ausstattung Scheibenbremsen an allen vier Rädern, Sicherheitsgurte und teilweise einen Fahrerairbag. Die Fahrzeuge erfüllen die europäischen Typgenehmigungsvorschriften für leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge. Diese Anforderungen sind jedoch nicht mit den Sicherheitsstandards gewöhnlicher Pkw gleichzusetzen. Unabhängige Crashtests oder umfassende Pannenstatistiken nach dem Muster von Euro NCAP und Automobilclubs liegen für dieses Segment nur eingeschränkt vor. Angaben zu Garantieumfang und Laufzeit sollten anhand der jeweils gültigen Herstellerbedingungen oder beim Vertragshändler geprüft werden.

Ausblick

Ligier hat 2024 angekündigt, die Marke Microcar auslaufen zu lassen und das Fahrzeugangebot unter dem Namen Ligier zusammenzuführen. Zudem wurde eine Batterie mit 11 kWh und aktivem Thermomanagement angekündigt, die für den Ligier Myli und den Ligier JS50 vorgesehen ist. Damit gewinnt der Elektroantrieb innerhalb des Portfolios weiter an Bedeutung. Parallel bleibt der Dieselantrieb mit dem REVO D+ Motor erhältlich, um unterschiedliche Einsatzbereiche und Anforderungen abzudecken.

Modellangebot

Im Jahr 2025 umfasst das Ligier-Angebot in Deutschland drei Leichtkraftfahrzeuge der Klasse L6e. Der Ligier JS50 ist das Basismodell und seit 2025 mit dem Euro-5+-Dieselmotor REVO D+ erhältlich. Alternativ gibt es eine elektrische Variante mit einer Batterie mit 8,28 kWh und bis zu 123 Kilometern Reichweite. Der Ligier JS60 ist die SUV-Variante des Ligier JS50. Er besitzt eine höhere Karosserie sowie ein eigenständiges Außendesign und wird ebenfalls mit Diesel- oder Elektroantrieb angeboten. Der 2023 eingeführte Ligier Myli ist ausschließlich elektrisch erhältlich. Je nach Ausstattung stehen Batterien mit 4,14 kWh, 8,28 kWh oder 12,42 kWh zur Verfügung. Die maximale Reichweite beträgt 192 Kilometer. Zum Angebot gehören außerdem die leichten Nutzfahrzeuge Ligier Professional Pulse, Ligier Professional Flex und Ligier Professional Be Sun mit Diesel- oder Elektroantrieb. Sämtliche Modelle erreichen höchstens 45 km/h und dürfen mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden.

  • JS50 und JS60 mit Diesel- oder Elektroantrieb
  • Myli als rein elektrisches Stadtfahrzeug seit 2023
  • Leichte Nutzfahrzeuge Pulse, Flex und Be Sun

Technologie

Die Fahrzeuge von Ligier gehören zur EU-Fahrzeugklasse L6e für leichte Vierradfahrzeuge. Ihre bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 km/h. Seit 2025 kommt bei den Verbrennermodellen der Dieselmotor REVO D+ mit Euro-5+-Zertifizierung zum Einsatz. Er ist auf einen niedrigen Kraftstoffverbrauch bei kleinem Hubraum ausgelegt. Die Elektromodelle nutzen einen Synchronmotor mit 5,6 kW. Für den Ligier Myli sind Lithium-Ionen-Batterien mit 4,14 kWh, 8,28 kWh oder 12,42 kWh erhältlich. Mit der größten Batterie beträgt die Reichweite im Worldwide Motorcycle Test Cycle bis zu 192 Kilometer. Geladen wird an einer üblichen 230-V-Haushaltssteckdose, sodass keine Wallbox erforderlich ist. Höhere Ausstattungslinien bieten einen 10-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto, eine Rückfahrkamera, eine induktive Ladeschale und Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Voll-LED-Scheinwerfer verbessern die Sicht, während der Eco-Fahrmodus den Energieverbrauch senkt. Die Produktion erfolgt in Frankreich.

  • Batteriekapazität von 12,42 kWh, Reichweite 192 Kilometer
  • Laden an normaler 230-V-Haushaltssteckdose möglich
  • 10-Zoll-Touchscreen mit CarPlay und Android Auto verfügbar

Vorteile

  • Führerscheinklasse AM ab 15 Jahren fahrbar
  • Modelle mit Elektro- oder Dieselantrieb verfügbar
  • Umfangreiche Ausstattung gemessen am Fahrzeugsegment

Nachteile

  • Sehr begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h
  • Vergleichsweise kleines Händlernetz in Deutschland
  • Langfristige Restwertentwicklung bislang schwer einzuschätzen