Design und Auftritt
Der Abarth 500e (332) knüpft optisch eng an den Fiat 500e an, setzt aber mit breiteren Schürzen, Seitenschwellern und Skorpion-Details deutlich sportlichere Akzente. Rundscheinwerfer und kurze Überhänge erhalten den kompakten Stadtflitzer-Charakter. Auffällige Lackierungen wie Acid Green oder Adrenalin Red unterstreichen den extrovertierten Auftritt im Stadtverkehr. Im Vergleich zu den früheren Abarth 500 mit Verbrennungsmotor wirkt das Design moderner und geschlossener. Die markanten Endrohre entfallen, stattdessen sitzt im Heck ein Lautsprecher für den künstlichen Motorsound, der das Elektroauto im Straßenbild klar unterscheidbar macht.
Innenraum und Infotainment
Im Innenraum erinnert vieles an den Fiat 500e, dennoch entsteht durch Sportsitze mit stärkerem Seitenhalt und ein griffiges Sportlenkrad eine eigenständige, deutlich dynamischere Atmosphäre. Das zentrale Touchscreen-Infotainmentsystem mit Navigation, Digitalradio und Smartphone-Integration wirkt zeitgemäß und bleibt im Alltag gut bedienbar. Die Mischung aus Touchflächen und Tasten erleichtert die Handhabung. Hartplastik an einigen Oberflächen zeigt jedoch die Kleinstwagen-Basis und passt nicht ganz zum erhöhten Preisniveau. Auf den Vordersitzen finden Erwachsene ausreichend Platz, der Fond bietet dagegen nur begrenzte Kopf- und Beinfreiheit. Der Kofferraum besitzt ein Volumen von 185 Liter und wächst mit umgeklappter Rückbank auf bis zu 550 Liter. Für Alltagseinkäufe oder Gepäck für zwei Personen reicht das aus.
Fahrverhalten und Komfort
Auf der Straße spielt der Abarth 500e seine Stärken aus. Der Elektromotor setzt das Drehmoment spontan um, die Lenkung reagiert direkt und das straffe Fahrwerk verleiht eine ausgeprägt agile Charakteristik. Der tiefe Schwerpunkt der STLA-City-Plattform unterstützt das Einlenkverhalten, in Kurven wirkt der Wagen stabil und lebhaft. Diese Auslegung geht zulasten des Komforts. Querfugen und Schlaglöcher dringen gerade mit großen Rädern deutlich in den Innenraum durch. Das Gesamtpaket orientiert sich klar an Fahrspaß und erinnert damit an die früheren Benziner-Versionen, nur ohne deren mechanische Geräuschkulisse.
Reichweite, Laden und Kosten
Die Batterie mit 42,0 kWh Kapazität ermöglicht nach WLTP eine Reichweite von etwa 260 Kilometern und ordnet den Abarth 500e eindeutig im Stadt- und Pendelbetrieb ein. Bei höherem Autobahntempo sinkt die Distanz spürbar, was die Langstreckentauglichkeit einschränkt. Die Ladezeiten fallen alltagstauglich aus, da an geeigneten Schnellladesäulen hohe Ladeleistungen zur Verfügung stehen und zu Hause ein dreiphasiger Lader arbeitet. Das Preisniveau liegt deutlich über dem Fiat 500e und vielen konventionellen Kleinwagen. Der Aufpreis fließt vor allem in das sportlichere Design, die stärkere Performance und den exklusiveren Auftritt.
Fazit
Der Abarth 500e tritt als emotionaler Elektro-Kleinwagen mit starkem Designfokus und hohem Fahrspaß auf, bietet dafür aber nur begrenzten Platz und überschaubare Reichweitenreserven. Als effizientes Langstreckenfahrzeug eignet er sich weniger, als charakterstarkes Zweitauto für die Stadt und das Umland dagegen sehr gut. Insgesamt präsentiert sich das Modell als bewusst positioniertes Nischenfahrzeug für Fahrer, die kompakte Abmessungen mit einem betont sportlichen Auftritt verbinden möchten.