Vorteile für Händler und Käufer

Tageszulassung: Was ist das und lohnt es sich?

Warum Händler eine Tageszulassung für ein Auto anmelden und wie Autokäufer davon profitieren: Hier kannst Du Dich informieren.

  • Emeli Schmidt
  • Veröffentlicht am 03.12.2021, 12:51
Mehrere Neuwagen stehen auf dem Parkplatz eines Autohauses
Quelle: Unsplash Vorteil für Autohändler und ihre Kunden: Mit Hilfe einer Tageszulassung sind Preisnachlässe von zehn bis 25 Prozent drin

Tageszulassung fürs Auto: Was ist das?

Eine Tageszulassung ist eine nur für einen Tag gültige Zulassung für ein Fahrzeug. Autohändler setzen sie meist bei Lagerfahrzeugen ein, um den Abverkauf dieser schwerer verkäuflichen Fahrzeuge zu beschleunigen. Hat ein Fahrzeug eine Tageszulassung, gilt sie nur auf dem Papier. Das bedeutet: Das Fahrzeug darf nicht bewegt werden. Denn diese Zulassungsart ist nur bei Autos möglich, die einen Kilometerstand von nahezu null haben. Selbst wenn Autos für einen Tag zugelassen wurden, gelten sie weiterhin als Neuwagen – allerdings nur, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen.

Fahrzeuge mit Tageszulassung gelten als Neuwagen, wenn …

  • das Modell zum Verkaufszeitpunkt weiterhin unverändert hergestellt wird,
  • sie keine standbedingten Mängel wie platte Reifen aufweisen und
  • nicht mehr als zwölf Monate zwischen Herstellung und Verkauf des Fahrzeugs liegen.

Warum sind Tageszulassungen für Autohändler vorteilhaft?

Tageszulassungen bieten Autohändlern zwei große Vorteile. Erstens können Händler Fahrzeuge mit Tageszulassung günstiger anbieten, ohne dass sie den vom Hersteller vorgegebenen Listenpreis, der meist wenig Spielraum für Preisverhandlungen bietet, senken müssen. Das verhilft den Händlern zu mehr Umsätzen und Prämien von den Herstellern.

Zweitens sind Händler oft verpflichtet, eine bestimmte Menge Neuwagen vom Hersteller abzunehmen. Die günstigeren Angebote durch Tageszulassungen locken Autokäufer und können zu mehr Abverkäufen führen. Das Ergebnis: Mehr Fahrzeuge werden zugelassen – und die Zulassungsstatistik ist ein wichtiges Erfolgskriterium. Denn je höher die monatliche Zulassungsstatistik eines Herstellers ist, desto höher sein Ansehen in der Autobranche. Und das beeinflusst oft, wie beliebt ein Händler bei potenziellen Käufern ist.


Nahaufnahme von zwei Personen, die an einem aufgeklappten Laptop arbeiten
So funktioniert Online-Zulassung

Privatpersonen können ihr Auto auch online (wieder-)zulassen, abmelden und umschreiben.


Wie können Privatkunden von einer Tageszulassung profitieren?

Privatkunden bekommen Autos mit Tageszulassung zu günstigen Preisen. Denn hohe Preisnachlässe zwischen zehn und 25 Prozent zum Listenpreis sind möglich. Ein weiterer Vorteil von Tageszulassungen für Privatkunden: Entscheidest Du Dich für ein Fahrzeug, das durch den Händler eine Tageszulassung hatte, kannst Du das Auto zeitnah abholen oder sogar direkt mitnehmen. Denn das Fahrzeug ist bereits beim Händler und muss nicht erst geliefert werden. Im Gegensatz zu Jahreswagen und Vorführwagen haben Autos mit Tageszulassung kaum einen Wertverlust im Vergleich zu Neuwagen.

Mögliche Nachteile von Tageszulassungen für Privatkunden

Tageszulassungen haben aber auch Nachteile: Bei einem Neuwagen mit Tageszulassung sind keine individuellen Konfigurationen möglich. Dazu zählen beispielsweise eine automatisierte Klimaanlage oder ein integriertes Navigationssystem. Außerdem bist Du als Käufer laut Zulassungsbescheinigung der Zweitbesitzer, da der Autohändler als Erstbesitzer eingetragen ist. Möchtest Du das Auto später weiterverkaufen, kann das den Verkaufspreis mindern. Manche Versicherungen, die Neuwagenrabatte anbieten, verweigern diese bei Autos mit vorheriger Tageszulassung, da sie nur Neuwagen ohne Vorbesitzer versichern. Greifen diese Rabattpakete der Versicherung nicht, fällt der Versicherungsbeitrag höher aus.

Zudem verkürzt sich die gesetzliche Gewährleistungsfrist – denn für diese ist die Erstzulassung entscheidend. Wird ein Auto erst Monate nach der Tageszulassung verkauft, verkürzt sich die Gewährleistungsfrist um den Zeitraum bis zur erneuten Zulassung. Das kann dazu führen, dass sie bei eventuell auftretenden Mängeln nach dem Kauf nicht mehr greift und unerwartete Reparaturkosten auf Dich zukommen. Liegen zwischen der Erstzulassung und dem Kauf mehrere Monate, ist es daher ratsam, den Händler um eine kulante Lösung beispielsweise in Form einer vergünstigten Gebrauchtwagengarantie zu bitten.

Tageszulassung und Kurzzeitzulassung: Was ist der Unterschied?

Wenn Du Dich fragst, „Was ist der Unterschied zwischen einer Tageszulassung und einer Kurzzeitzulassung?“, lautet die Antwort: die Dauer der Zulassung. Bei einer Tageszulassung wird das Auto nur für einen Tag angemeldet und das Fahrzeug nicht bewegt. Unter bestimmten Bedingungen gilt der Pkw weiterhin als Neuwagen.

Bei einer Kurzzeitzulassung wird das Auto zwischen zwei und 32 Tagen zugelassen. Das Fahrzeug gilt nach einer Kurzzeitzulassung nicht mehr als Neuwagen, sondern als Gebrauchtwagen. Möchtest Du mit einer Tageszulassung ein Auto als Privatperson überführen, also beispielsweise an Deinen Wohnort transportieren, ist dies nicht ohne weiteres möglich – dafür brauchst Du ein Kurzzeitkennzeichen.

Tageszulassung und Kurzzeitzulassung: Die Unterscheide auf einem Blick

KriteriumTageszulassungKurzzeitzulassung
Dauer der Zulassungein Tagzwei bis 32 Tage
Pkw-Bezeichnungunter bestimmten Voraussetzungen „Neuwagen“„Gebrauchtwagen“
Nutzung zur Überführungnicht möglichmöglich