Zur Sicherheit: Reifen rechtzeitig wechseln

Reifenalter: Wann es Zeit für einen Wechsel ist

Wer mit alten Reifen herumfährt, muss mit etwas längeren Bremswegen, eingeschränkter Spurführung und Traktion rechnen. Erfahre, wie Du das Reifenalter abliest.

  • Veröffentlicht am 03.08.2022, 13:01
Ein Zeigefinger zeigt auf die DOT-Nummer eines Autoreifens, um das Reifenalter zu bestimmen.
Quelle: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV)Die DOT-Nummer verrät das Reifenalter. Sie setzt sich aus Kalenderwoche und Produktionsjahr zusammen.

Wie alt dürfen Autoreifen sein? 

Es gibt kein Gesetz, das Autofahrern vorschreibt, wie alt ihre Reifen maximal sein dürfen. Das Reifenalter spielt aber für die Verkehrssicherheit eine große Rolle. Denn selbst wenn die Mindestprofiltiefe noch nicht erreicht ist, härtet die Gummimischung der Reifen mit der Zeit weiter aus. Das Material wird dadurch spröde und rissig – die Fahrbahnhaftung lässt nach. Besonders bei Glätte oder Nässe kann das gefährlich werden: Das Auto gerät leichter ins Schlingern oder Rutschen. Tritt der Fahrer auf die Bremse, dauert es bei alten Reifen länger, bis das Fahrzeug stillsteht.

Alte Reifen stellen ein Verkehrsrisiko dar – selbst, wenn die Reifen nicht genutzt, sondern nur gelagert wurden und äußerlich einwandfrei erscheinen. Auch Fahrer, die ihr Auto wenig bewegen, sollten die Reifen darum nach sechs bis acht Jahren gegen neue austauschen. Der ADAC hat in Tests herausgefunden, dass Reifen schon ab dem vierten Jahr an Elastizität verlieren. Der Grund dafür sind normale Umwelteinflüsse wie Witterung, UV-Licht, Ozon, Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Faustregel: Das maximale Winterreifen-Alter ist nach sieben Jahren erreicht. Die Sommerreifen-Altersgrenze liegt bei zehn Jahren. Allwetterreifen sollten dagegen nach spätestens sechs Jahren ausgetauscht werden.

Reifenalter: Das Wichtigste in Kürze

Das sollten Autofahrer zum Thema Reifenalter wissen:

  • Alte Reifen stellen ein Sicherheitsrisiko dar – selbst wenn das Profil noch gut ist.
  • Sommerreifen halten sich höchstens zehn Jahre lang.
  • Winterreifen sollten nach spätestens sieben Jahren gewechselt werden.
  • Allwetterreifen sollten nach sechs Jahren ausgetauscht werden.
  • An der vierstelligen DOT-Nummer an der Reifenflanke lässt sich das Reifenalter ablesen.
  • Die DOT-Nummer setzt sich aus Kalenderwoche und Jahr der Herstellung zusammen.
Detailaufnahme eines Allwetterreifens an einem dunklen Pkw.
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Wie alt dürfen Winterreifen sein?

Die Gummimischung von Winterreifen ist weicher als die von Sommerreifen, was ihnen bei Matsch und Glätte einen besseren Grip verleiht. Diese Eigenschaften verlieren die Reifen mit der Zeit. Das gilt auch für Allwetterreifen. Der TÜV schaut darum bei Winter- und Allwetterreifen noch genauer hin, als bei Sommerreifen. Das maximale Alter für Winterreifen gibt der ADAC mit sieben Jahren an. Der Automobilclub empfiehlt aber, schon ab dem vierten Jahr regelmäßigen einen kritischen Blick auf die Reifen zu werfen. Zeigen sich feine Haarrisse, sollten die Reifen dringend ausgetauscht werden.

Wo steht das Alter der Reifen?

Bitte einmal bücken: Wer das Reifenalter ablesen will, wirft einen Blick auf die Reifenflanke. Hier findet sich eine lange Reihe aus Buchstaben und Zahlen. Sie ist in drei bis vier Blöcke unterteilt. Der letzte Block besteht aus vier Ziffern und ist häufig umrandet: Das ist die sogenannte DOT-Nummer. Mithilfe der DOT-Nummer lässt sich das Reifenalter bestimmen. Die Abkürzung DOT steht für „Department of Transportation“, da diese Nummer ursprünglich vom Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten eingeführt wurde. Manchmal wird die DOT-Nummer auch als TIN (Tire Identification Number) bezeichnet.

Nahaufnahme eines Autoreifens mit DOT-Nummer und Hinweis auf das Reifenalter.
Quelle: Peter BesserDie DOT-Nummer besteht aus vier Ziffern und ist oft umrandet. Dieser Reifen wurde in der 19. Kalenderwoche im Jahr 2020 hergestellt.

Wie kann man das Reifenalter ablesen?

Es ist nicht schwierig, das Alter von Reifen zu erkennen: Die ersten beiden Zahlen der umrandeten DOT-Nummer auf der Reifenseite geben die Kalenderwoche an, in der der Autoreifen hergestellt wurde. Die anderen beiden Ziffern bezeichnen das Herstellungsjahr. Die DOT-Nummer 2220 bedeutet, dass der Reifen in der 22. Kalenderwoche des Jahres 2020 hergestellt wurde. Mithilfe der DOT-Nummer lässt sich das Autoreifen-Alter also leicht bestimmen.

Wie alt dürfen Neureifen sein? 

Autofahrer, die einen Satz neue Reifen kaufen, erwarten mit gutem Grund, dass die Reifen tatsächlich erst vor kurzem hergestellt wurden. Die Realität sieht manchmal anders aus: Reifenhändler lagern Reifen auch mal länger, um möglichen Engpässen vorzubeugen. Der Bundesverband „Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.“ definiert einen drei Jahre alten Reifen noch als „fabrikneu“. Sogar ein fünf Jahre alter Reifen gilt laut Verband noch als „neu“. Der Hintergrund: Es gibt viele unterschiedliche Reifengrößen und -varianten. Jede wird aus wirtschaftlichen Gründen in hohen Stückzahlen produziert. Das führt dazu, dass viele Exemplare eines bestimmten Reifenmodells gleichzeitig auf den Markt kommen und dann nach und nach verkauft werden. Der ADAC empfiehlt, nur solche Reifen zu kaufen, die vor höchstens zwei Jahren hergestellt wurden.

Zwei Autoreifen liegen aufeinander gestapelt.
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Wann ist es Zeit für einen Reifenwechsel?

Ein Mindesthaltbarkeitsdatum wie bei Lebensmitteln gibt es bei Reifen nicht. Es liegt in der Verantwortung jedes Autofahrers, den Reifenzustand selbst zu beurteilen. Für den TÜV allerdings sind alte, abgefahrene Reifen ein Mangel. Bei der Hauptuntersuchung gehören verschlissene Pneus zu den häufigsten Gründen, warum Prüfer die Plakette verweigern. Bereits nach sechs bis sieben Jahren empfiehlt der TÜV meist einen Wechsel. Wer mit älteren Reifen herumfährt, fällt bei der Hauptuntersuchung im Zweifel durch.

Wohin mit den alten Reifen?

Jedes Jahr landen rund 600.000 Tonnen Altreifen in Entsorgungsanlagen – und das allein in Deutschland. Damit der Reifenmüll nicht zum Problem wird, ist die Entsorgung gesetzlich geregelt. Alte Reifen müssen umweltgerecht recycelt werden. Das übernimmt der Reifenhändler, der Wertstoff- oder Recyclinghof. Es gibt auch Betriebe, die sich auf Altreifen spezialisiert haben. Der Verband „ZARE“ (Zertifizierte Altreifen Entsorger) listet auf seiner Website Reifenentsorger auf. Bei der Abgabe fällt in der Regel eine Gebühr zwischen ein und zehn Euro pro Reifen an. Sind Deine gebrauchten Reifen noch in gutem Zustand, kannst Du sie mit etwas Glück auf einer Auktions- oder Onlineplattformen weiterverkaufen.