Alle Infos zu Ganzjahresreifen inklusive Testergebnissen

Allwetterreifen-Test: Mit diesen Reifen kommst Du gut durchs Jahr

Ganzjahresreifen erleichtern das Autofahrerleben, sind aber vergleichsweise teuer. Für wen sich das lohnt? Lies hier alles über Allwetterreifen inklusive Test.

  • Sabine Stahl
  • Veröffentlicht am 11/08/2019, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 09/14/2020, 05:43 PM
Zoom auf Ganzjahresreifen
Quelle: Peter Besser Der Ganzjahresreifen ist die Alternative zum frühjährlichen und winterlichen Reifenwechsel

Ganzjahresreifen sind die Alternative zum frühjährlichen und herbstlichen Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen. Wer überwiegend in Regionen fährt, in denen es nur selten richtig schneit, kann damit besser bedient sein. Er spart sich das Geld für den zusätzlichen Reifensatz, außerdem das für den Wechsel und die eventuelle Einlagerung. Ganzjahresreifen werden einmal montiert und bleiben auf dem Auto, bis sie wegen Abnutzung oder Beschädigung ausgetauscht werden müssen.

Allerdings sind Allwetterreifen immer ein Kompromiss aus den Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen. So steigern sie im Sommer den Kraftstoffverbrauch und sind bei einem echten Wintereinbruch schnell überfordert. Woran das liegt, erfährst Du in diesem Artikel. Außerdem findest Du hier eine Checkliste, wann Allwetterreifen für Dich infrage kommen und wann Du besser auf echte Sommer- und Winterreifen setzt.

Allwetterreifen: Definition und Merkmale

Merkmale von Ganzjahresreifen im Überblick:

  • Kompromiss aus Sommerreifen und Winterreifen
  • An kälteren, verregneten Sommertagen teilweise besser als Sommerreifen
  • Auf glatten Fahrbahnbelägen meist schlechter als Winterreifen
  • Rund 15 Prozent teurer als Winterreifen

Ob Continental, Bridgestone oder Hankook – die Reifenhersteller haben in den vergangenen Jahren viel Geld in die Entwicklung von Allwetterreifen gesteckt. Und das mit Erfolg: Einige Modelle können es bei bestimmten Wetterverhältnissen mit Sommer- oder Winterreifen aufnehmen.

Preislich sind Allwetterreifen ungefähr fünfzehn Prozent teurer als Winterreifen. Allerdings brauchst Du auch nur einen Satz. Die Lebensdauer beider Reifentypen ist ungefähr gleich. Rechnest Du jetzt noch die Kosten für Wechsel und Lagerung Deiner Reifen mit ein, musst Du für Ganzjahresreifen nicht tiefer in die Tasche greifen – und sparst Aufwand.

Der Ganzjahresreifen in der Mitte zeigt einen Kompromiss aus Sommer- (links) und Winterpneu (rechts).
Quelle: dpa / Picture Alliance Allwetterreifen sind durch die Profilierung klar von Sommer- und Winterreifen zu unterscheiden. Der Ganzjahresreifen in der Mitte zeigt einen Kompromiss aus Sommer- (links) und Winterpneu (rechts)

Dennoch bleiben Allwetterreifen stets ein Kompromiss. Warum? Weichere Reifen funktionieren bei Kälte besser als bei Hitze, allerdings verschleißen sie bei sommerlichen Temperaturen rascher. Auch beim Profil gibt es zwischen Sommer- und Winterreifen erhebliche Unterschiede. Winterreifen haben etwa Verzahnungen im Profilblock, die für einen besseren Grip auf verschneiten Straßen sorgen. Sommerreifen hingegen haben eine geringere Profiltiefe und auch die Rillen sind anders angeordnet: Sie sind auf optimalen Wasserablauf getrimmt.


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Ganzjahresreifen kombinieren diese Profileigenschaften für guten Grip sowohl auf Schnee als auch bei Nässe oder Trockenheit. Gleiches gilt für die Gummimischung: Sie wird bei sommerlichen Temperaturen nicht so weich wie die von Winterreifen, aber doch weicher als die Zusammensetzung echter Sommerreifen. In der Reifenbranche gilt die Faustformel: Allwetterreifen sind technisch gesehen Winterreifen, deren optimale Einsatztemperatur um einige Grad nach oben verschoben ist.

Dass manche Ganzjahresreifen an kälteren, verregneten Sommertagen teilweise bessere Eigenschaften aufweisen als Sommerreifen, überrascht daher nicht. In Reifentests ist ihr Bremsweg kürzer und das Fahrverhalten bei Aquaplaning sicherer. Auf glattem Untergrund allerdings haben die meisten Allwetterreifen in puncto Grip und Bremsweg gegenüber speziellen Winterreifen das Nachsehen. Auf trockener Fahrbahn sind sie zumeist den Sommerreifen unterlegen.

Allwetterreifen: Für wen sind sie sinnvoll?

Ob sich der Rädersatz für alle vier Jahreszeiten lohnt, hängt also von vielen Faktoren ab. Schließlich sind Ganzjahresreifen, wie beschrieben, jeweils nicht die beste Lösung für Sommer- und Winterfahrten. Winterreifen sind für Schnee, Eis und Minusgrade ausgelegt. Sommerreifen für trockenen Asphalt und Temperaturen von 40 Grad Celsius und mehr. Dagegen müssen Allwetterreifen mit allen Witterungsbedingungen zurechtkommen. Nasse Fahrbahn bei Starkregen, heiße Fahrbahn im Sommer, glatte Fahrbahn bei Blitzeis – diese Liste ließe sich lange fortführen. Das gilt besonders für Deutschland, wo das Wetter im Gegensatz zu vielen südeuropäischen Ländern sehr wechselhaft ist.

Unter widrigen Bedingungen bei Schnee und Eis funktionieren reine Winterreifen deutlich besser als Ganzjahresreifen
Quelle: dpa / Picture Alliance Unter widrigen Bedingungen bei Schnee und Eis funktionieren reine Winterreifen deutlich besser als Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen haben also eine schwierige und vielfältige Aufgabe zu meistern. Da ist es nur logisch, dass Spezialisten in extremen Situationen besser abschneiden, etwa Winterreifen bei Glätte. Allwetterreifen dagegen sind nicht so gut für extreme Witterungssituationen geeignet und verschleißen im Sommer schneller als Sommerreifen. Für den Käufer bedeutet das: Wer in den Bergen wohnt, wo in jedem Winter eine dicke Ladung Schnee zu erwarten ist, kommt um den Reifenwechsel nicht herum. Wer hingegen überwiegend in der Stadt fährt oder in Regionen mit wenig Schneefall lebt, für den können Ganzjahresreifen die perfekte Lösung sein.  


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Checkliste: Wann eignen sich Allwetterreifen?

-Saisonale ReifenAllwetterreifen
Du bist Vielfahrerja-
Du nimmst öfter Bus, Bahn oder Fahrrad-ja
Du wohnst in der Stadt und kannst bei Schnee das Auto stehen lassen-ja
Du wohnst in einer Gegend mit gemäßigten Temperaturen-ja
Du wohnst am Alpenrand oder im Mittelgebirgeja-
In den Urlaub fliegst Du am liebsten mit dem Flugzeug-ja
Du bist Skifahrer und fährst regelmäßig mit dem Auto in die Bergeja-
Du fährst einen Klein- oder Kompaktwagen-ja
Du fährst gerne sportlich-rasantja-
Verfolgungsjagden kennst Du nur aus dem Fernsehen-ja
Keine Lust auf Reifenwechsel-ja
Kein Platz für die Reifenlagerung-ja


Die Wahl des richtigen Allwetterreifens

Sicherheit, Komfort und Preis – nach diesen Kriterien suchen Autofahrer ihre Reifen aus. Beim Thema Sicherheit brauchst Du Dir auch bei Allwetterreifen keine Sorgen zu machen. Sie durchlaufen dasselbe Prüfverfahren wie alle Winterreifen. Entsprechend bestätigt das Zeichen „M+S“ („Mud and Snow“/dt.: Matsch und Schnee), dass der Ganzjahresreifen für die kalte Jahreszeit geeignet ist.

Ganzjahresreifen ersparen die sonst saisonal fälligen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen
Quelle: dpa / Picture Alliance Ganzjahresreifen ersparen die sonst saisonal fälligen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen

Seit dem 1. Januar 2018 müssen alle produzierten Winter- und Allwetterreifen ein dreizackiges Bergsymbol mit integrierter Schneeflocke tragen. Dieses Alpine-Symbol war bis dahin vor allem von amerikanischen Reifen bekannt. Es kennzeichnet ein noch strengeres und mittlerweile genormtes Prüfverfahren. Auf Schnee oder Eis hast Du mit den entsprechenden Reifen also keine Probleme. Sicherheitsrelevante Merkmale lassen sich über das EU-Label, mit dem mittlerweile jeder Reifen gekennzeichnet werden muss, einfach überprüfen.

Legst Du Wert auf besonders geräuscharmes Fahren, solltest Du Dich vor dem Kauf eines bestimmten Reifenmodells unbedingt über Rollwiderstand und Abrollgeräusche bei hohen Geschwindigkeiten informieren. Je leiser der Reifen, desto höher der Fahrkomfort. Außerdem führt ein geringerer Rollwiderstand bei entsprechendem Fahrverhalten zu weniger Kraftstoffverbrauch. Das ist umweltfreundlicher und spart Sprit. Natürlich sind auch ökonomische Faktoren wichtig. Trotzdem solltest Du nicht einfach den günstigsten Reifen wählen, sondern abwägen. Gerade bei Allwetterreifen spielt die Lebensdauer eine entscheidende Rolle. Höchste Priorität beim Reifenkauf hat aber immer die Sicherheit.

Ganzjahresreifen-Test: Die ADAC-Testsieger (235/55 R17)

Autoclubs wie ADAC oder ÖAMTC, Prüforganisationen wie TÜV und Dekra sowie Auto-Fachzeitschriften testen jedes Jahr auch Ganzjahresreifen. Diese bedeuten mit ihren Eigenschaften immer einen Kompromiss. Daher fallen ihre Testergebnisse nie so gut aus wie die von Sommer- und Winterreifen, da sie bei den objektiven Kriterien wie Bremsweg und Nasshaftung mit den Spezialisten nicht mithalten können. Dennoch gibt es Unterschiede: Einige Allwetterreifen funktionieren besser auf Schnee, andere besser bei Nässe, wieder andere besser auf trockener Fahrbahn. Es kommt also nicht nur darauf an, welcher Reifen der Testsieger ist. Wer den für seine Situation besten Ganzjahresreifen sucht, findet den für die Witterung am eigenen Wohnort passendsten Kompromiss.

AllwetterreifenNoteStärkenSchwächen
Continental AllSeason Contact3,6relativ gut auf Nässe, zufriedenstellend auf SchneeSchwächen auf trockener Fahrbahn
Goodyear Vector 4Season Gen-23,8relativ gut auf Nässe, geringer VerschleißSchwächen auf trockener Fahrbahn und auf Schnee
Michelin CrossClimate+3,9Bestnoten auf trockener Fahrbahn und beim Verschleißschwach auf Schnee
Nokia Weatherproof3,9zufriedenstellend auf Schneeschwach auf trockener Fahrbahn, relativ laut
Uniroyal AllSeasonExpert 24,3zufriedenstellend auf Schnee, geringer Verschleißsehr schwach auf trockener Fahrbahn
Vredestein Quatrac pro5,2relativ gut auf Nässe, geringer Verschleißsehr schwach auf Schnee, schwach auf trockener Fahrbahn
Bridgestone Weather Control A0055,4Bestnoten auf trockener und nasser Fahrbahnsehr schwach auf Schnee