Sicher ist nicht immer sicher

Das bringen Gebrauchtwagen-Garantien

Der Gebrauchtwagenkauf ist mit einem Risiko behaftet. Spezielle Garantien sollen schützen. Was es zu beachten gilt, liest Du hier.

  • Veröffentlicht am 02/11/2021, 05:00 PM
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Quelle: ProMotor/Volz Wer einen Gebrauchtwagen kaufen will, kann für diesen in vielen Fällen auch eine sogenannte Gebrauchtwagen-Garantie hinzubuchen

Das Gefühl von Sicherheit treibt viele Autofahrer zum Neuwagenkauf. Die Hersteller bieten oft umfangreiche Garantien, teilweise für mehrere Jahre. Außerdem kann man auf Kulanz hoffen, wenn sich grundsätzliche Probleme herausstellen. Der Gebrauchtwagenkauf scheint riskanter. Deshalb bieten Händler oder Hersteller Garantien für Gebrauchtwagen. Diese „Rundum-sorglos-Pakete“ sind bei den Herstellern oft im Kaufpreis drin. Sie enthalten umfangreiche Leistungen vor allem für jüngere Gebrauchtfahrzeuge. Freie Anbieter bieten ebenfalls Garantien, die sich separat neben dem Gebrauchtwagenkauf abschließen lassen.

Kosten fallen in jedem Fall an, egal ob über einen höheren Verkaufspreis oder per separat abgeschlossenem Vertrag. Investitionen, die sich lohnen können. Doch nicht immer profitieren Gebrauchtwagen-Käufer.

Garantie und Sachmängelhaftung

Die Gebrauchtwagen-Garantie ist von der gesetzlich vorgeschriebenen Sachmängelhaftung abzugrenzen. Wer als Händler einen Gebrauchtwagen verkauft, haftet per Gesetz für Mängel am verkauften Auto. Als Käufer entsteht dadurch unter Umständen ein Anspruch auf sogenannte „Nachbesserung“, falls das Fahrzeug Mängel aufweist. Allerdings gilt das nur für Defekte, die bereits bei der Fahrzeugübergabe vorhanden waren.

Gebrauchtwagen-Garantien reichen weiter. Sie gehen über die gesetzlichen Leistungen hinaus. Als Kunde versprechen sie zusätzliche Sicherheit vor teuren Reparaturen. Die Sachmängelhaftung bleibt von der Garantie unberührt.


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Gebrauchtwagen-Garantie: Kein festgelegter Umfang

Logisch, dass für die zusätzlichen Leistungen der Garantie zusätzliche Kosten anfallen. Es handelt sich um eine Versicherung, die einspringt, wenn unvorhersehbare Schäden auftreten, die womöglich teurer Reparaturen erfordern. Der konkrete Umfang einer solchen Garantie ist allerdings nicht festgelegt. Entsprechend groß sind die Unterschiede, sowohl bei vom Hersteller gewährten Garantien wie auch bei markenunabhängigen Angeboten.

Weil das so ist, gilt es, den Garantie-Vertrag besonders aufmerksam zu lesen. Besonderes Augenmerk sollte dem Kleingedruckten gelten. Oft gibt es Einschränkungen, die sich etwa auf das Alter des Fahrzeugs beziehen können oder auf die Laufleistung. Viele Garantien decken zudem nur bestimmte Teile ab, andere schließen bestimmte Baugruppen explizit aus. Bei einem Hybrid- oder E-Auto sollte man zum Beispiel darauf achten, dass die wichtige Traktionsbatterie von der Garantie umfasst ist. Bei Cabrios können unter Umständen die Dächer ausgeklammert sein. Oft werden die Ausschlusskriterien gestaffelt, indem sie vom Fahrzeugalter oder dem Kilometerstand abhängig gemacht werden. Heißt: Mit zunehmender Nutzung de Autos verringern sich die Garantieleistungen.

Gewährleistung oder Garantie? Die Begriffe werden manchmal synonym verwendet, es gibt aber große Unterschiede
Quelle: Picture Alliance Gewährleistung oder Garantie? Die Begriffe werden manchmal synonym verwendet, es gibt aber große Unterschiede

Mobilitätsgarantie und Umtauschrecht

Manche Gebrauchtwagen-Garantien umfassen sogenannte Mobilitätsgarantien. Wer in so einem Fall mit seinem Auto liegenbleibt und wegen eines Werkstattaufenthalts darauf verzichten muss, bekommt dann beispielsweise ein Ersatzfahrzeug vom Händler gestellt.

Eine weitere Leistung, die teilweise angeboten wird, aber längst nicht immer zum Umfang gehört, ist das Umtauschrecht. Ist es Teil der Garantie, kann der Gebrauchtwagen-Käufer das Fahrzeug noch eine Weile nach dem Kauf zurückgeben. In einigen Fällen gilt das Umtauschrecht für bis zu 50 Tage nach Kauf. Üblicher sind kürzere Zeiträume von 30, 15 oder 10 Tagen. Andere Garantien wiederum schließen einen Umtausch grundsätzlich aus.

Verschleißteile werden so gut wie nie von Garantieleistungen erfasst. Werden also nach dem Kauf neue Reifen fällig oder müssen die Bremsbeläge ausgetauscht werden, zahlt der Käufer selbst. Bei Reparaturen, die im Zusammenhang mit eigenen, unprofessionellen Änderungen am Auto stehen – etwa laienhaftes Tuning – greift die Garantie nicht.


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Gebrauchtwagen-Garantie: Kosten

Die Kosten für die verschiedenen Garantien variieren ähnlich wie ihre Umfänge. Die Preise bewegen sich meist im Bereich von niedrigen dreistelligen Summen für einen Zeitraum von 12 Monaten. Es gibt Angebote, die bei wenig mehr als 10 Euro pro Monat liegen, andere kosten deutlich mehr als 20 Euro.

Welcher Preis angemessen ist, hängt vom Umfang der Garantie ab, aber auch vom Preis des Autos. Für betagte, günstige Möhren mit hohen Laufleistungen rechnet sich in der Regel keine Garantie. Kostet der junge Gebrauchte einen fünfstelligen Betrag, sollte es auf den geringen Preis einer Garantie hingegen nicht ankommen.

Im Garantiefall kann sich die Investition in eine Gebrauchtwagen-Garantie in jedem Fall bezahlt machen. Bei großen Schäden um ein Vielfaches. Erweist sich der junge Gebrauchtwagen hingegen als rundum zuverlässig und mängelfrei, war die Investition hingegen umsonst. Aber das gilt ja für alle Versicherungen: Man zahlt sie für den Fall der Fälle und hofft, dass er nicht eintritt.


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