Graue und rosa Lappen verlieren ab 2021 ihre Gültigkeit

Wann Du Deinen Führerschein umtauschen musst

Die Pflicht zum Führerschein-Umtausch kommt. Ab 2022 müssen Autofahrer sukzessive ihre Papier-Lappen abgeben. Wann bist Du dran?

  • Veröffentlicht am 02/26/2021, 11:15 AM
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Quelle: picture alliance/dpa Bis 2033 müssen Millionen von Führerscheinen umgetauscht werden, damit sie fälschungssicherer sind

Früher war es ganz einfach: Der Führerschein wurde ausgestellt, in grau, blau oder rosa – in jedem Fall auf Papier. Dann galt er im Prinzip ein Leben lang. Das ändert sich nun. Künftig haben Führerscheine ein Ablaufdatum. Auf Grundlage der EU-Richtlinie 2006/126/EG führt die EU bis 2033 eine europaweit gültige, einheitliche und fälschungssichere Fahrlizenz ein. Wer noch mit einem alten Papier-Führerschein fährt, muss ihn bis dahin umtauschen.

Um die für die Ausstellung der Führerscheine zuständigen Behörden nicht zu überlasten, laufen jedoch nicht alle alten Führerscheine gleichzeitig ab. Es kommt ein Stufenmodell zur Anwendung. Es berücksichtigt zunächst das Alter des Inhabers und in der Folge das des Führerscheins. Stichtag und -Monat des jeweiligen Umtauschjahres ist der 19. Januar. Sogar die ersten Scheckkarten-Führerscheine müssen getauscht werden. 

Zuerst laufen bis 1986 ausgestellte, graue „Lappen“ sowie bis 1990 ausgegebene DDR-Führerscheine ab. Für die Führerscheine vieler älterer Autofahrer läuft das letzte Gültigkeits-Jahr. Alle zwischen 1953 und 1958 geborenen Inhaber müssen das Dokument bis zum 19. Januar 2022 gegen den EU-Führerschein eingetauscht haben. Danach droht bei Kontrollen ein Verwarnungsgeld von 10 Euro. Zudem kann es beim Fahren im Ausland Probleme geben. 

Bei Führerscheinen, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, ist das Geburtsjahr des Führerscheininhabers maßgeblich. Zuletzt sollen die ältesten Autofahrer ihre Lappen tauschen.  Bei den Autofahrern, die vor 1953 geboren wurden, gehen die Behörden offenbar davon aus, dass viele von ihnen altersbedingt in den kommenden Jahren sowieso mit dem Autofahren aufhören werden.  Wer in die betroffene Altersgruppe fällt, aber seine Fahrerlaubnis nach dem 1. Januar 1999 erworben hat, rutscht in die zweite Gruppe. Hier gilt das Ausstellungsdatum des Führerscheins.


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Ablaufdaten der Papierführerscheine: Übersicht

  • Jahrgänge 1971 und jünger: Umtausch bis 2025
  • Jahrgänge 1965 bis 1970: Umtausch bis 2024
  • Jahrgänge 1959 bis 1964: Umtausch bis 2023
  • Jahrgänge 1953 bis 1958: Umtausch bis 2022
  • Jahrgänge vor 1953: Umtausch bis 2033

Bei neueren Führerscheinen spielt das Alter des Inhabers keine Rolle. Für Führerscheine, die ab dem 1.1.1999 erteilt wurden, gilt nur das Ausstellungsdatum. Das gilt auch, wenn die Fahrerlaubnis zwar vor diesem Stichtag erworben wurde, der Führerschein aber bereits getauscht wurde – etwa wegen Verlusts, Diebstahls oder weil der Autofahrer einen internationalen Führerschein beantragt hat. In diesen Fällen sollte bereits ein Führerschein im Scheckkartenformat vorliegen. Für alle anderen gelten diese Daten:

  • Ausstellungsdatum 1999 bis 2001:  Umtausch bis 2026
  • Ausstellungsdatum 2002 bis 2004: Umtausch bis 2027
  • Ausstellungsdatum 2005 bis 2007: Umtausch bis 2028
  • Ausstellungsdatum 2008: Umtausch bis 2029
  • Ausstellungsdatum 2009: Umtausch bis 2030
  • Ausstellungsdatum 2010: Umtausch bis 2031
  • Ausstellungsdatum 2011: Umtausch bis 2032
  • Ausstellungsdatum 2012 bis 17.1.2013: 2032
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Wo gibt es den neuen Führerschein?

Für den Umtausch des Führerscheins ist die Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnsitzes zuständig. Im Rahmen der Corona-bedingten Reduzierung der Sprechzeiten sollten Antragsteller mit längeren Laufzeiten als gewöhnlich rechnen. Rechnet man mit einer Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen, sollte man spätestens im Spätherbst vor dem Ablaufdatum die Verlängerung beantragen. Wer den Führerschein nicht selbst abholt, sondern sich zuschicken lässt, muss dafür extra zahlen.

Was muss man mitbringen?

Mitzubringen sind der aktuelle Führerschein, ein Personalausweis oder Reisepass sowie ein aktuelles, biometrisches Passfoto. Achtung: Wurde der alte Papierführerschein nicht von der Behörde des aktuellen Wohnsitzes ausgestellt, benötigst Du zusätzlich eine sogenannte Karteikartenabschrift der ursprünglich ausstellenden Behörde. Diese lässt sich per Post, telefonisch oder online beantragen und an die aktuelle Führerscheinstelle schicken.


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Was kostet der neue Führerschein?

Der neue Führerschein kostet 25 Euro.  

Wie lange gilt der neue Führerschein?

Anders als bisher verliert der neue Führerschein nach 15 Jahren seine Gültigkeit. Er muss dann neu beantragt werden. Für ab 19. Januar 2013 ausgestellten Führescheine gilt bereits die 15-Jahres-Gültigkeitsbefristung. Die Befristung soll Fälschungen erschweren, da Passfoto und Personendaten regelmäßig aktualisiert werden.

Muss man seine Fahrtauglichkeit neu nachweisen?

Eine ärztliche Untersuchung oder eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit müssen bei der Neubeantragung nicht nachgewiesen werden. Wer allerdings mit einem abgelaufenen Führerschein unterwegs ist und erwischt wird, muss mit einem Verwarnungsgeld von zehn Euro rechnen.


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Welche Fahrerlaubnisklassen werden übernommen?

Die mit der Führerscheinprüfung erworbenen Fahrberechtigungsklassen gelten weiter und werden in das neue Dokument entsprechend der aktuellen Klassifizierung eingetragen. Wer beispielsweise einen Führerschein der alten Klasse 3 erworben hat, darf weiterhin Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen bewegen.

Darf man den Führerschein früher umtauschen?

Ja. Wer möchte, kann schon vor seinem offiziellen Umtauschtermin den neuen Führerschein beantragen.



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