Kosten für Antrag, Fahrstunden, Prüfung

Autoführerscheinkosten: Damit solltest Du rechnen

Die Kosten für einen Führerschein setzen sich aus einzelnen Posten zusammen. Informiere Dich hier über Fixkosten, Fahrstundensätze und erfahre, wie Du sparst.

  • Nadja Clara Grass
  • Veröffentlicht am 10.02.2022, 16:03
Fünf unterschiedlich hohe Stapel von Euro-Centmünzen befinden sich auf einem blau-grauen Untergrund
Quelle: UnsplashKlares Süd-Nord-Gefälle: In Bayern und Baden-Württemberg müssen Fahrschüler tiefer in die Tasche greifen als in Berlin und Brandenburg

Was kostet der Autoführerschein?

Ein Führerschein der Klasse B kostet in Deutschland durchschnittlich zwischen 1.500 und 2.400 Euro – eine sehr große Preisspanne. Dass der Führerschein an manchen Orten günstiger ist als an anderen, hat drei verschiedene Gründe.

Grund eins: Preisunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern

Bayern und Baden-Württemberg gehören in puncto Führerscheinkosten zu den teuersten Ländern. Dagegen zählen Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin zu den preiswertesten. Da der Führerschein ortsgebunden ist, kannst Du die Prüfung nur dort ablegen, wo Du auch wohnhaft angemeldet bist. Du kannst also leider kein Geld sparen, indem Du den Führerschein in einem anderen Bundesland machst.

Grund zwei: Preisgefälle zwischen Klein- und Großstädten

In einer mittelgroßen Stadt wie Hanau, Iserlohn oder Zwickau zahlst Du im Durchschnitt 2.237 Euro für Deinen Autoführerschein. In Großstädten wie Bremen oder Hamburg dagegen nur 2.121 Euro. Das bestätigt eine Erhebung des Vereins Moving International Road Safety Association. Ein möglicher Grund für die Preisunterschiede: In Großstädten ist die Konkurrenz zwischen den Fahrschulen größer – weswegen die Schulen mit günstigeren Preisen für Fahrstunden werben.

Grund drei: Preis für Fahrstunden

Fahrschulen rechnen die Preise für Fahrstunden einzeln ab. Deshalb hängt der Preis des Führerscheins stark davon ab, wie viele Du nimmst – je mehr Stunden, desto mehr kostet auch der Führerschein. Es lohnt sich also, die Preise der Fahrschulen zu vergleichen. Verschaffe Dir zusätzlich einen Eindruck von der Qualität der Schule, bevor Du Deine erste Fahrstunde nimmst.

So stellst Du sicher, dass Du nicht unverhältnismäßig viel Geld in Fahrstunden investierst:

  • Informiere Dich über die Preise pro Fahrstunde: Sie schwanken und können sich von Fahrschule zu Fahrschule unterscheiden.
  • Höre Dich um: Welche Erfahrungen haben Freunde oder Bekannte bei der Fahrschule gemacht? Sie können Dir sicher Fahrschulen oder sogar einen bestimmten Fahrlehrer empfehlen.
  • Lies Online-Rezensionen: Sie vermitteln Dir einen Eindruck von der Qualität der Fahrschule und lassen Rückschlüsse zu, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Du bist unentschlossen und kannst Dich nicht für eine Fahrschule entscheiden? Dann melde Dich bei einer Fahrschule an, die eine etwas höhere Grundgebühr verlangt und deren Fahrstundenpreise günstiger sind. Schließlich zahlst Du die Grundgebühr nur einmal – die Fahrstunden können sich jedoch anhäufen.

Zwei junge Frauen lehnen sich aus den geöffneten Fenstern eines blauen PKWs und schauen sich an
Passende Anfängerautos

Du möchtest nach Deiner Fahrprüfung direkt durchstarten? Informiere Dich hier über geeignete Autos für Fahranfänger.

Wie setzen sich die Kosten für den Autoführerschein zusammen?

Die Kosten für den Führerschein der Klasse B setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen. Diese Posten lassen sich in drei Kategorien unterteilen.

  • Kategorie 1: Kosten für alle Dokumente, die Du für die Führerscheinanmeldung brauchst. Darunter fallen der Sehtest, die Bescheinigung darüber, dass Du einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hast und biometrische Passbilder für Deinen späteren Führerschein. Dazu kommt noch der Führerscheinantrag, den Du im Bürgeramt bekommst
  • Kategorie 2: Kosten für die Fahrschule selbst – zum Beispiel für Fahrstunden und Lehrmittel
  • Kategorie 3: Gebühren für die offiziellen Prüfstellen TÜV und DEKRA

Hier liest Du mehr über die verschiedenen Kostenfaktoren im Detail:

Wichtig: Die angegebenen Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs, die Passbilder, den Führerscheinantrag und die Fahrschulpreise orientieren sich beispielhaft an den Kosten eines Autoführerscheins in Berlin. In allen anderen Bundesländern fallen diese ein wenig anders aus. Wie viel genau sie kosten, erfragst Du am besten bei den jeweiligen Prüfstellen und Fahrschulen.

Kostenfaktor 1: Führerscheinanmeldung

Fahrschulen bieten teilweise sogenannte „Sorglos-Pakete“ an. Diese decken sämtliche Fixkosten, die bei der Führerscheinanmeldung auf Dich zukommen, ab – zum Beispiel für den Sehtest und die Passbilder. Die Paket-Preise sind in der Regel günstiger. Du kannst aber auch alles einzeln zahlen. Dann belaufen sich die Kosten auf …

  • Sehtest: 6,43 Euro
  • Bescheinigung über die Teilnahme an dem Erste-Hilfe-Kurs: zwischen 15 und 40 Euro
  • biometrische Führerschein-Passbilder: zwischen 6 und 20 Euro
  • Führerscheinantrag: 49,80 Euro

Dank kassenärztlicher Regelung liegen die Kosten für einen Sehtest deutschlandweit einheitlich bei 6,43 Euro. Die Kosten für den Führerscheinantrag unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Während Du in Berlin mit 49,80 Euro rechnen musst, kostet er in Niedersachsen nur 35,50 Euro. Wie viel Du in Deinem Bundesland für den Antrag zahlst, steht online auf der jeweiligen Seite des örtlichen Bürgeramtes.

Kostenfaktor 2: Fahrschulkosten

Fahrschulkosten setzen sich ebenfalls aus einzelnen Posten zusammen. So fallen eine Grundgebühr bei der Anmeldung sowie Kosten für Lehrmittel, Fahrstunden und die Vorstellungen zu den Prüfungen an. Die Fahrschulen entscheiden selbst, wie viel sie für die jeweilige Dienstleistung veranschlagen. Trotzdem kann man ungefähr mit folgenden Kosten rechnen:

  • Grundgebühr: ab 180 Euro
  • Lehrmittel: 60 bis 80 Euro
  • Fahrstunden: pro Stunde 30 bis 60 Euro
  • Gebühr für die Vorstellung zu den Prüfungen: etwa 75 Euro für die theoretische Prüfung und etwa 150 Euro für die praktische

Fahrstunden dauern in der Regel 45 Minuten. Oft werden sie als Doppelstunde angeboten. Pflicht sind laut der aktuellen Fahrschüler-Ausbildungsverordnung zwölf Regel- und Sonderfahrten. Diese Fahrten sind unterteilt in

  • vier Stunden Autobahn,
  • fünf Stunden Landstraße und
  • drei Stunden Nachtfahrt.

Damit Du Dich im Straßenverkehr und bei der Fahrprüfung wirklich sicher fühlst, kann ein Fahrlehrer zusätzliche Fahrstunden festlegen – je nach Lernstand. Es gibt aber keine feste Fahrstunden-Anzahl, die Du nehmen musst, damit Du die Führerscheinprüfung ablegen kannst. Im Durchschnitt fühlen sich deutsche Fahranfänger nach etwa 32 Fahrstunden prüfbereit.

Die Teilnahme an der theoretischen und praktischen Prüfung kostet ebenfalls eine Gebühr. Für die theoretische Prüfung solltest Du etwa 75 Euro und für die praktische 150 Euro einplanen. Muss eine der Prüfungen wiederholt werden, fällt der Betrag erneut an. Deswegen lohnt es sich, eine Fahrschulstunde mehr zu nehmen, falls Du noch nicht ganz überzeugt von Deinen Fahrkünsten bist. Denn: Zusätzlich zur erneuten Prüfung können auch noch Nachschulungsgebühren anfallen, falls weitere Fahrstunden nötig sind – das geht schnell ins Geld.

Kostenfaktor 3: Gebühren der offiziellen Prüfstellen

Zu den Kosten der Fahrschule kommen dann noch die Prüfgebühren des TÜVs oder der DEKRA, also der offiziellen Prüfstellen. Diese sind deutschlandweit einheitlich:

  • Prüfgebühr für die theoretische Prüfung: 22,49 €
  • Prüfgebühr für die praktische Prüfung: 116,93 €
  • Führerschein mit 17: 10 € für die Überprüfung der Begleitperson und 7,70 € für die rosa Prüfbescheinigung

Machst Du Deinen Führerschein schon mit 17, sind die Kosten für den Autoführerschein vergleichbar. Es kommen nur zusätzliche Kosten in Höhe von bis zu 10 Euro für die Überprüfung der Begleitperson und 7,70 Euro für die Ausstellung der rosa Prüfbescheinigung, die Deinen Führerschein bis zu Deiner Volljährigkeit ersetzt, hinzu.

Eine junge Frau mit Sonnenbrille sitzt in einem blauen Volkswagen, mit der rechten Hand zeigt sie ein Peace-Zeichen
Günstige Versicherungen

Eine Kfz-Versicherung ist für das eigene Auto Pflicht. Informiere Dich hier, wie Fahranfänger an eine günstige Versicherung kommen.


Beispielrechnung: Kosten für den Pkw-Führerschein

Hier siehst Du alle Autoführerscheinkosten auf einen Blick.

PostenPreisSumme
Sehtest6,43 €6,43 €
Erste-Hilfe-Kurs55 €55 €
Passbilder12 €12 €
Führerscheinantrag49,80 €49,80 €
Grundgebühr200 €200 €
Lehrmittel70 €70 €
Fahrstunden (32 Stunden)45 €1.440 €
Theorie-Prüfung75 €/Fahrschule + 22,49 €/Prüfstelle97,49 €
Praxis-Prüfung150 €/Fahrschule + 116,93/Prüfstelle266,93 €

Im Schnitt kostet Dich der Führerschein in Berlin also 2.197,65 Euro. Wie Du grundsätzlich bei den Führerscheinkosten sparen kannst, erfährst Du jetzt.

So kannst Du beim Führerschein Kosten sparen

Oftmals außer Acht gelassen, aber ein wichtiger Kostenfaktor: die Führerscheinprüfungen. Da die Gebühren auch bei wiederholten Prüfungen fällig werden, ist es am günstigsten, wenn Du sie, falls möglich, direkt beim ersten Mal bestehst. Sammle deshalb ausreichend Fahrpraxis und übe die Theorie so oft es geht – beides ist gleichermaßen wichtig.

Auch Gesamtpakete reduzieren die Kosten für den Autoführerschein. In diesen Paketen sind der Erste-Hilfe-Kurs, der Sehtest und die Passbilder vor Ort in der Fahrschule enthalten. Das ist erstens praktisch, weil sich alles an einem Ort befindet und man nicht zeitaufwendig durch die Stadt fahren muss. Zweitens spart man mit einem Gesamtpaket gegebenenfalls bare Münze. Der Grund: In der Regel kostet das Gesamtpaket weniger als die einzelnen Posten in der Summe, wenn Du sie einzeln bezahlst.

Geld lässt sich bei den Autoführerscheinkosten auch sparen, wenn man die Preise verschiedener Fahrschulen vergleicht. Grundsätzlich gilt: Die Grundgebühr darf etwas höher sein, wenn die Fahrstunden dafür günstiger sind. Denn die Fahrstunden können schnell ins Geld gehen – besonders wenn mehr Stunden als geplant erforderlich sind. Achte daher immer auf die Kostenaufstellung, die Du vor Ort oder online auf der Webseite der Fahrschulen bekommst.

Du möchtest einen Führerschein für verschiedene Fahrklasse, beispielsweise für Pkws und Motorräder, machen? Dann halte Ausschau nach Fahrschulen, die mit Kombi-Angeboten werben. Diese Angeboten beinhalten häufig die Grundgebühr inklusive Theorieunterricht. So zahlst Du sie nur einmal statt jeweils für den einzelnen Führerschein – und sparst dadurch Geld.