Wie geht das und worauf musst Du achten?

Elektroauto: Ladesäulen in Deutschland finden

Der Zeiger für die Akkuladung nähert sich dem Tiefstand. Jetzt brauchst Du dringend die richtige App zum Finden der nächsten Ladesäule und etwas Glück.

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  • Veröffentlicht am 01/08/2020, 02:03 PM
Im Vordergrund ist die Ladesäulenapp Plugsurfing auf einem Smartphone geöffnet, während im Hintergrund ein Nissan Leaf parkt.
Quelle: Plugsurfing Mit einer speziellen App wie zum Beispiel Plugsurfing lassen sich Standorte von Ladesäulen und deren Status abfragen

Die Fahrt mit minimaler Energiereserve kitzelt mit einem Elektroauto wesentlich stärker an den Nerven als mit einem Diesel oder Benziner. Denn die nächste Ladestation ist oft in unbekannter Entfernung. Kein Wunder, dass es sogar den Begriff Reichweitenangst gibt. Denn wenn ein E-Auto keinen Strom mehr hat, kannst Du nicht einfach mit dem Reservekanister ein paar Kilowatt Strom besorgen und den Akku wieder füllen. Doch dafür gibt es Apps, die Dir beim Finden von Ladestationen helfen.

In Deutschland versorgen mehr als 14.000 Tankstellen Fahrzeuge mit Kraftstoff (Stand Dezember 2019). Der E-Tankstellenfinder listet mehr als 5.200 öffentliche E-Tankstellen in Deutschland auf, die Bundesnetzagentur zählt rund 11.200 Anschlüsse für Elektrofahrzeuge. Laut Statista.com betrug die Anzahl der Ladesäulen in Deutschland Ende 2019 sogar 17.370. Zudem nehmen die Reichweiten von E-Autos zu und die Ladeinfrastruktur wird besser. Das fördert die Elektromobilität und lässt die Reichweitenangst schrumpfen. 



Wie finde ich Ladesäulen in meiner Umgebung?

Bei vielen Elektroautos zeigt Dir das bordeigene Navigationssystem E-Tankstellen in der Nähe an. Es kommt aber stark darauf an, wie aktuell die Navidaten sind. Außerdem wissen die Systeme nur in seltenen Fällen, ob der Platz an der Strom-Zapfsäule gerade frei ist. 


Ein BMWi3 steht auf einem Waldweg.
Leise und ohne Abgase

Die Auswahl an wartungsarmen Elektroautos wächst. Finde hier das passende Modell.


Manche Marken bieten auch eigene Lösungen zum Auffinden von Stationen an, wie BMW oder Mercedes. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig aktuelle Listen mit öffentlich zugänglichen Stromsäulen in Deutschland. Verlässlichere Information gibt es über spezielle Ladestationen-Apps. Eine Auswahl davon findest Du weiter unten. 

Mittlerweile kannst Du auch entlang von Autobahnen Energie erhalten. Dafür solltest Du aber schon während der Planung nach möglichen Stationen entlang der Route suchen. Der Tankstellenbetreiber Tank und Rast bietet ebenso ein Netz an Ladestationen an wie der Industrie-Zusammenschluss Ionity. Bisher plant das Unternehmen rund 400 E-Stationen entlang europäischer Autobahnen, 192 existieren bereits (Stand Dezember 2019).

Der Stecker einer Ladesäule steckt in einem Elektroauto.
Quelle: dpa / Picture Alliance Je nach Anbieter und Vertrag kostet das Laden an öffentlichen Ladestationen zwischen 25 und 40 Cent pro Kilowattstunde

Gibt es Apps, die bei der Suche unterstützen können?

Um Elektro-Tankstellen schneller zu finden, bietet eine Vielzahl von Unternehmen Infos über Elektro-Ladesäulen an. Die Preisstruktur von privaten und öffentlichen Anbietern ist jedoch sehr unübersichtlich. Es gibt nicht die eine, beste Lösung. Vielmehr solltest Du verschiedene Anbieter ausprobieren und Dich dann für ein oder zwei Programme entscheiden.

Wenn Du primär in Deinem Wohnort unterwegs bist, schaue nach einem örtlichen Stromanbieter. Die haben oft eigene Lösungen, die sich mit dem eigenen Stromvertrag kombinieren lassen. Das kann unterm Strich günstiger sein, als wenn Du den Strom von verschiedenen Anbietern beziehst.

Eine Auswahl an E-Ladestationen-Apps:

  • ADAC e-Charge
  • Bundesnetzagentur
  • Chargr-Elektrotankstellen Europa
  • Chargemap Aufladestation
  • Charge EV
  • eCharge+
  • E-Tankstellen-Finder
  • GoingElectric
  • Next Plug
  • Plugsurfing
  • PlugShare
  • Tank E Netzwerk
  • Shell Recharge
  • Smart Tanke
  • Stromtankstellen Verzeichnis

Wie zuverlässig funktionieren die Apps und Karten im Internet?

Die Qualität der Anbieter ist ganz unterschiedlich. Am besten installierst Du zwei bis drei unterschiedliche Programme und vergleichst diese eine Zeit lang. Dann siehst Du am besten, welcher Dienstleister für Deine Region am zuverlässigsten arbeitet und kannst entsprechend der Ladegewohnheit den Tarif anpassen.

Ein VW e-Golf steht an einer Ionity-Schnellladesäule.
Quelle: dpa / Picture Alliance Viele öffentliche AC-Säulen sind mit bis zu 43 kW ausgelegt, DC-Stationen mit bis zu 50 kW. Schnelllader von Ionity können mit bis zu 350 kW laden

Wie viel kostet das Tanken?

Je nach Anbieter und vor allem Stromvertrag kostet das Laden an öffentlichen Ladestationen zwischen 25 und 40 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Zu Hause kostet der Strom meist zwischen 20 und 30 Cent pro Kilowattstunde. Es ist in der Regel günstiger, zu Hause zu laden als über eine öffentliche Ladestation. Es sei denn, dort ist der Strom für Dich kostenlos. Das gibt es an manchen Parkplätzen und Flughäfen.


Mercedes Elektro-Studie in der Frontansicht, fahrend
Elektro-SUVs

SUVs liegen im Trend. Elektroantriebe auch. Beides in Kombination findest Du auf mobile.de.


Worauf ist beim Tanken zu achten?

Wichtig für die Nutzung der E-Säulen ist zu allererst der passende Anbieter mit der passenden App. Die muss auf dem Smartphone installiert und die Kreditkarte hinterlegt sein. Beim Laden an einer öffentlichen Ladesäule musst Du dann auf den passenden Stecker achten, wie Typ 1 oder Typ 2. Die Stecker-Art ist in der Regel in der Beschreibung angegeben, ebenso, ob es sich über eine AC- oder DC-Ladestationen handelt.

Viele öffentliche AC-Säulen sind mit bis zu 43 kW ausgelegt, DC-Stationen mit bis zu 50 kW. Schnelllader von Ionity können mit bis zu 350 kW laden. Das ist wichtig zu wissen, denn danach richtet sich nicht nur die Ladedauer des Autos, sondern auch der Preis. Die schnelleren DC-Stationen verlangen fürs Stromtanken bis zu 10 Cent mehr pro kWh. Doch Vorsicht: Manche Fahrzeuge vertragen keine so hohe AC-Ladeleistung oder DC-Ladeleistung sondern nur bis zu 11 kW (AC) oder 50 kW (DC) wie der populäre Nissan Leaf oder der BMW i3.