Alfa, Aston, Bentley, Pininfarina: Supercars 2020

Die sieben heißesten Autos, die in Genf stehen sollten

Diese Power-Cars sollten auf dem Genfer Autosalon 2020 zum Träumen verführen – doch der wurde abgesagt. Wir zeigen die heißesten Boliden des Frühjahrs.

  • Markus Schönfeld
  • Veröffentlicht am 03/08/2020, 08:45 AM
Zu sehen ist der Bentley Mulliner Bacalar, fahrend
Quelle: Bentley Der Bacalar basiert auf dem Bentley Continental GT Convertible, hat aber kein Karosserieteil mit ihm gemein

Der neue Audi A3, die Mercedes E-Klasse Modellpflege oder ein elektrischer Dacia. Auf dem wegen Corona abgesagten Genfer Automobilsalon 2020 hätten viele ganz gewöhnliche Autos gestanden. Aber nicht nur. Eine Messe ohne Hybercars, Supercars und sonstige Traumwagen hätte es in Genf keinesfalls gegeben. Vierstellige Leistungsangaben, zweistellige Produktionsziffern und siebenstellige Preise: Wir zeigen unsere Top sieben der diesjährigen Genfer Power-Premieren.

Alfa Romeo Giulia GTA und GTAm: 540 PS auf 1.520 Kilogramm

Beim Kürzel GTA werden Alfa-Romeo-Fans hellhörig. Denn „Gran Turismo Alleggerita“ steht bei den Italienern traditionell für sehr schnelle Reisewagen (GT) in Leichtbauweise (A). Jetzt ziert dieses Kürzel das schmucke Heck der ohnehin schon eindrucksvollen Giulia Quadrifoglio, die seit 2016 mit ihrem 510 PS starken Biturbo-Ferrari-V6 begeistert.

GTA steht bei der Giulia für 30 PS mehr Leistung bei 100 Kilogramm weniger Gewicht. 540 PS treffen also auf 1520 Kilogramm. Dazu gibt es eine mittige Titan-Abgasanlage von Akrapovic, Kohlefaser wohin das Auge reicht und auffällige 20-Zoll-Räder.

Zu sehen ist der Alfa Romeo GTA, stehend
Quelle: Alfa Romeo Die Giulia GTA basiert auf dem Quadrifoglio-Modell und ist auf 500 Stück limitiert

Schon die Fahrleistungen zeigen, dass es Alfa beim GTA ernst gemeint hat. 3,6 Sekunden vergehen beim Sprint von 0 auf 100 km/h, während die Achtstufen-Automatik bissig die Gänge sortiert. Erst jenseits von 300 km/h endet der Vortrieb. Mit der Version GTAm erschafft Alfa Romeo ein waschechtes Tracktool. Die Rückbank entfällt. Die hinteren Scheiben bestehen aus Polycarbonat, Schlaufen ersetzen die Türöffner. Diese Maßnahmen machen die Giulia GTAm nochmals 50 Kilogramm leichter. Hinzu kommen breitere Spuren, mehr Spoilerwerk, ein Überrollkäfig und Sechspunktgurte. Zu den Preisen hat Alfa Romeo noch nichts gesagt. Allerdings limitieren die Italiener die GTA-Modelle auf insgesamt 500 Stück.


Autohaus Hottgenroth GmbH
Alfa Romeo Giulia 2.9 V6 QV

• Motor: Sechszylinder V-Motor
• Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
• 0-100 km/h: 3,9


Aston Martin V12 Speedster: 700 PS für 885.000 Euro

Kein Dach, keine Seitenfenster, nicht einmal eine Windschutzscheibe. Dafür sitzt eine massive Strebe auf Augenhöhe zwischen Fahrer und Beifahrer. Dieser extreme Roadster ist nur etwas für Puristen. Der Aston Martin V12 Speedster rast innerhalb von 3,5 Sekunden auf Tempo 100 km/h und lässt den Fahrwind von bis zu 300 km/h beinahe ungebremst auf Fahrer und Beifahrer einströmen. Der doppelt aufgeladene Zwölfzylinder leistet 700 PS und wuchtet bis zu 753 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder. Kein Wunder also, dass sich Aston Martin beim Design an der Form des US-amerikanischen Kampfjets McDonnell Douglas F/A-18 orientierte.

Zu sehen ist der Aston Martin V12 Speedster von vorn
Quelle: Aston Martin Das Design des 300 km/h schnellen Roadsters soll sich am Kampfjet F/A-18 orientieren

Dieses Auto klingt nach reinem Showcar, ist es aber nicht. Die in „Skyfall Silver“ lackierte Erstauflage kündigt eine Kleinserie von insgesamt 88 Exemplaren an. Die Carbon-Flunder soll bei der Spezialabteilung „Q“ auf einer eigenen Plattform im englischen Gaydon entstehen. Aston Martin nutzt dennoch Baugruppen aus anderen Modellen. Der Motor stammt vom DB11, das Chassis besteht aus Komponenten aus DBS Superleggera und Vantage. Die erste Auslieferung an Kunden plant Aston Martin 2021. Der Preis: 765.000 Pfund Sterling – das sind umgerechnet 885.000 Euro.


Aston Martin V12 Vantage

1951 wurde der erste Aston Martin mit Zusatzbezeichnung Vantage gebaut.


Bentley Mulliner Bacalar: Zwölf handgefertigte Einzelstücke mit 659 PS

Das verdeckfreie Barchetta-Design des Bentley Mulliner Bacalar mag dem des Continental GTC ähneln. Aber das Einzelstück hat kein Karosserieteil mit einem herkömmlichen Bentley gemeinsam. Klar, unter dem Blech steckt die bekannte Technik des W12-Allraders (hier 659 PS). Der exklusivste und individuellste Bentley der Neuzeit soll aber die Rückkehr von Mulliner demonstrieren – dem ältesten Karosseriebauer der Welt. Mulliner veredelte schon im 16. Jahrhundert die Pferdekutschen der Reichen und Schönen.

Zu sehen ist der Bentley Mulliner Bacalar von hinten
Quelle: Bentley Der Bentley Mulliner soll in Zukunft wieder für die exklusivste Form der Fahrzeugveredelung stehen

Jetzt dürfen zwölf auserwählte Kunden sich zusammen mit einem Team aus Designern einen Mulliner Bacalar mit Aluminium-Verdeck gestalten. Dabei stehen fast unendlich viele Optionen, Dekore und Materialien zur Verfügung. Selbst 5.000 Jahre altes Holz, das in Mooren und Seen konserviert war, kann auf die Liste gesetzt werden. Bacalar soll im weltweit ersten CO2-neutralen Werk für Luxusfahrzeuge gefertigt werden. Preisangaben gehören in dieser exklusiven Welt natürlich nicht zum guten Ton.


 Bentley Continental GT Convertible
Luxuscabrio von Bentley

Der erste Bentley Continental GTC Convertible lief 2006 vom Band.


Bugatti Chiron Pur Sport: Kurvenspaß mit 1.500 PS, aber nur 350 km/h

Wenn ein ohnehin 1.500 PS starkes Supercar in einer Sonderserie den Namenszusatz Sport bekommt, werden wir hellhörig. Schließlich fährt das 2,6 Millionen Euro teure Basismodell des Bugatti Chiron ebenfalls recht flott. Am flottesten auf speziellen Hochgeschwindigkeits-Strecken. Beim neuen, auf 60 Autos limitierten Pur Sport konzentriert sich die Elsässer Volkswagen-Tochter nun auf Kurven. Das Gewicht des Supersportwagens reduziert Bugatti daher um 50 Kilogramm. Hinzu kommen ein strafferes Fahrwerk mit stärkerem Sturz sowie ein gigantischer Carbon-Spoiler für reichlich Abtrieb auf das Heck. Der Chiron Pur Sport steht auf Magnesium-Rädern mit speziellen Reifen vom Typ Michelin Sport Cup 2 R.

Zu sehen ist der Bugatti Chiron, fahrend
Quelle: Bugatti Ein 1500 PS starker Bugatti ist nur fürs Geradeausfahren gemacht? Von wegen – dieser Pur Sport soll Kurven wie ein Rennwagen meistern

Der vierfach aufgeladene Sechszehn-Zylindermotor leistet weiterhin 1.500 PS, dreht jetzt aber 200 Touren höher bis 6900 Umdrehungen. Zusammen mit dem deutlich kürzer übersetzten Getriebe (minus 15 Prozent) soll der Bugatti Chiron Pur Sport Gasbefehle direkter umsetzen und noch schneller beschleunigen als das Serienmodell. Dafür senkt Bugatti die Höchstgeschwindigkeit von 420 km/h auf “nur” noch 350 km/h. Basispreis für den Extremsportler: drei Millionen Euro.


Bugatti Chiron
Der Bugatti Chiron

• Motor: 8,0-Liter-W16-Zylinder
• Leistung: 1.500 PS
• 0-100 km/h: 2,4 s | Vmax: 420 km/h


Hispano Suiza Carmen Boulogne: Spanischer Edel-Stromer mit 1.114 PS

So ungewöhnlich der Name, so außergewöhnlich präsentiert sich schon im vergangenen Jahr 2019 der Elektro-Sportwagen Carmen. Seither steht die spanische Firma Hispano Suiza für klassisches Design ebenso wie für eher gewöhnungsbedürftige Proportionen. Die Eckdaten des Carmen beeindrucken dafür umso mehr. Zwei Elektromotoren mit zusammen 750 kW versprechen extreme Fahrleistungen. Die jetzt enthüllte Sportvariante Boulogne bringt es sogar auf 820 kW – also 1.114 PS. Sie hebt sich mit viel Carbon, Kupferakzente rundum und ein 60 Kilogramm niedrigeres Gewicht vom bisherigen Carmen-Modell ab.

Zu sehen ist der Hispano Suiza Carmen Boulogne, stehend
Quelle: Hispano Suiza Von der Version Boulogne mit 1114 PS soll es nur fünf Stück geben

Der neue Carmen Boulogne kann mit seinen 1.600 Newtonmeter Drehmoment in 2,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und fährt mit einer Voll-Ladung bis zu 400 Kilometer weit. Etwa 80 Kilowattstunden stecken im Lithium-Ionen-Akku. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Hispano Suiza mit 290 km/h an. Der Preis von 1,65 Millionen Euro scheint dafür etwas hoch, aber der anvisierte  Kundenkreis ist bei nur fünf geplanten Exemplaren ohnehin extrem klein.

Morgan Plus Four: Vierzylinder-Roadster jetzt mit Turboaufladung und 258 PS

Die britische Firma Morgan baut klassische Roadster und wirkt in der modernen Autowelt wie ein Relikt. Dennoch schaffen es die Engländer seit mehr als 100 Jahren, ihre treue Fangemeinde mit ihren Modellen zu beliefern. Jährlich verkauft Morgan rund 1.000 Fahrzeuge. Daran wird der erste Turbo-Vierzylinder unter der langen, zweiteiligen Haube nichts ändern. Der 258 PS starke Zweiliter-Benziner stammt von BMW (B48B20). Im Morgan Plus Four leistet der Motor 400 Newtonmeter.

Zu sehen ist der Morgan Plus Four
Quelle: Morgan Vierzylinder mit Turboaufladung sind neu bei Morgan, dürften dem leichten Roadster Plus Four aber gut stehen

Damit rast das offene Leichtgewicht in 4,8 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Diese Eckdaten übertreffen sogar die des gerade ausgelaufenen Morgan Roadster mit 284 PS aus einem Ford-V6. Geschaltet wird wahlweise manuell über sechs Gänge oder per Achtgang-Automatik. Die Preise für den 2020er Morgan Plus Four beginnen bei 72.000 Euro.


Morgan Plus 4
Der Morgan Plus 4

Der erste Morgan plus 4 rollte 1950 auf die Straßen. 2020 legt Morgan den Roadster neu auf.


Pininfarina Automobili Battista: 1.900 Elektro-PS für mehr als 400 km/h

Wer sagt eigentlich, dass Elektromobilität langweilig ist? Auf welche Art Supersportwagen wir uns in Zukunft einstellen können, zeigt die Firma Automobili Pininfarina. Der Battista, der in den vergangenen Monaten schon in verschiedenen Entwicklungsstufen zu sehen war, nähert sich langsam seinem finalen Design. Immer mehr technische Daten des finalen Autos lässt der italienische Hersteller, der zum indischen Mahindra-Imperium gehört, durchblicken.

Zu sehen ist der Pininfarina Battista, stehend
Quelle: Pininfarina Der Battista von Pininfarina ist ein ernsthaftes Elektro-Hypercar mit 1.900 PS

Der Battista wird mit einem Elektro-Antrieb des kroatischen Spezialisten Rimac fahren. Wahnsinnige 1.400 kW Spitzenleistung sollen möglich sein, das entspricht umgerechnet 1.900 PS. Damit soll die spektakuläre Elektro-Flunder mehr als 400 km/h erreichen können – das klingt glaubwürdig. Auch die Beschleunigungswerte beeindrucken. Nach zwei Sekunden soll Tempo 100 bereits erreicht sein. Nicht einmal zehn Sekunden später durchbricht der Pininfarina Battista die 300 km/h. Insgesamt plant das Unternehmen, 150 Exemplare zu bauen. Der Preis soll zwischen 1,75 und 2,2 Millionen Euro liegen.

Galerie : Die schnellsten Neuheiten, die in Genf stehen sollten

  • Zu sehen ist der Alfa Romeo GTA von hinten
    Quelle: Alfa Romeo 30 zusätzliche PS und 100 Kilogramm weniger Gewicht machen die 540 PS starke Giulia GTA zum Tracktool
  • Zu sehen ist der Alfa Romeo GTA, stehend
    Quelle: Alfa Romeo Die Giulia GTA basiert auf dem Quadrifoglio-Modell und ist auf 500 Stück limitiert
  • Zu sehen der Aston Martin V12 Speedster
    Quelle: Aston Martin 700 PS ohne Fenster kann man nur im Aston Martin V12 Speedster erleben
  • Zu sehen ist der Aston Martin V12 Speedster von vorn
    Quelle: Aston Martin Das Design des 300 km/h schnellen Roadsters soll sich am Kampfjet F/A-18 orientieren
  • Zu sehen ist der Innenraum des Aston Martiv V12 Speedster
    Quelle: Aston Martin Ein Mix aus traditionellen und modernen Stoffen schmücken den Innenraum des Aston Martin V12 Speedster. Im Detail: Satin-Kohle-Fasern und handgefertigtes Leder, Chrome-und Aluminiumelemte
  • Zu sehen ist der Bentley Mulliner Bacalar, fahrend
    Quelle: Bentley Der Bacalar basiert auf dem Bentley Continental GT Convertible, hat aber kein Karosserieteil mit ihm gemein
  • Zu sehen ist der Innenraum des Bentley Mulliner Bacalar
    Quelle: Bentley Das volldigitale Armaturenbrett ist das Highlight des Innenraums. Bentley verwendet ausschließlich nachhaltige und innovative Materialien für den Mulliner Bacalar
  • Zu sehen ist der Bentley Mulliner Bacalar von hinten
    Quelle: Bentley Der Bentley Mulliner soll in Zukunft wieder für die exklusivste Form der Fahrzeugveredelung stehen
  • Zu sehen ist der Bugatti Chiron, fahrend
    Quelle: Bugatti Ein 1500 PS starker Bugatti ist nur fürs Geradeausfahren gemacht? Von wegen – dieser Pur Sport soll Kurven wie ein Rennwagen meistern
  • Zu sehen ist der Bugatti Chiron von hinten
    Quelle: Bugatti Mehr Flügelwerk, weniger Gewicht – für einen Aufpreis von 400.000 Euro zum Bugatti- Serienmodell darf man einiges erwarten
  • Zu sehen ist der Innenraum des Bugatti Chiron
    Quelle: Bugatti Im Innenraum des Bugatti Chiron trifft modernes Design auf zeitlosen Stil. Ein besonderer Hingucker: Der Alcantara-Stoff aus zwei verschiedenen Farbtönen
  • Zu sehen ist der Hispano Suiza Carmen Boulogne, stehend
    Quelle: Hispano Suiza Von der Version Boulogne mit 1114 PS soll es nur fünf Stück geben
  • Hispano Suiza Carmen Boulogne 2
    Quelle: Hispano Suiza Das Interior des Hispano Suiza Carmen Boulogne: Eigenwilliges Design aber exklusive Elektrotechnik beim spanischen Carmen
  • Zu sehen ist der Morgan Plus Four
    Quelle: Morgan Vierzylinder mit Turboaufladung sind neu bei Morgan, dürften dem leichten Roadster Plus Four aber gut stehen
  • Zu sehen ist der Morgan Plus Four in seitlicher Position
    Quelle: Morgan Der Morgan Plus Four wird vom 258 PS starken Zweiliter-Turbobenziner von BMW angetrieben
  • Zu sehen ist der Pininfarina Battista, stehend
    Quelle: Pininfarina Der Battista von Pininfarina ist ein ernsthaftes Elektro-Hypercar mit 1.900 PS
  • Zu sehen ist der Pininfarina Battista von hinten
    Quelle: Pininfarina Der Battista soll in zwei Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und mehr als 400 km/h Spitze schaffen – rein elektrisch