Nur laut - oder doch mehr?

Der Sportluftfilter: Was bringt er wirklich?

Sauerstoff ist lebensnotwendig, auch für den Verbrennungsprozess von Motoren. Ein Luftfilter schützt vor potenziellen Schäden durch Schmutzpartikel in der Luft. Wenn schon, denn schon, mag sich manch Autoliebhaber denken und greift gleich zum Sportluftfilter. Schließlich soll der die Motorleistung steigern können. Wir sagen Dir, ob das stimmt und was grundsätzlich beim Sportluftfilter zu beachten ist.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Sportluftfilter sind ein beliebtes Veredelungs-Zubehör bei Auto-Fans.
Quelle: dpa/picture alliance

Männer und Motoren – das ist ein ganz spezielles Thema. Kräftig muss der Motor, schnell das Auto sein, und ein bisschen mehr Lautstärke kann auch nicht schaden. Der Sportluftfilter ist im Verhältnis zu einem Sportauspuff eine deutlich günstigere Möglichkeit, sich dieses Plus an Lautstärke zu erkaufen.

Sportluftfilter verändern den Ansaugweg des Motors und müssen deshalb vom TÜV abgenommen werden.
Quelle: dpa/picture alliance



Die Funktion des Sportluftfilters

Der Luftfilter ist ringförmig oder rechteckig und besteht aus einem fächerförmig gefalteten, filterpapierähnlichen Gewebe zwischen zwei Deckeln. Die Fächerform vergrößert die Filterfläche deutlich, sodass die Luft zuverlässig von Staub- und Schmutzpartikeln gereinigt wird, bevor sie durch den Ansaugtrakt zum Motor gelangt.

Ist ein Luftfilter stark verschmutzt, kann das zu Leistungseinbußen führen. Dann muss er ausgetauscht werden. So entstand auch die Idee vom Sportluftfilter: Wenn ein verdreckter Luftfilter weniger Leistung bedeutet, dann müsste ein speziell konstruierter Sportluftfilter im Umkehrschluss doch mehr Leistung generieren können – oder nicht? 

Umbaumaßnahmen am Motor fangen oft bei der Ansaugung an.
Quelle: dpa/picture alliance Umbaumaßnahmen am Motor fangen oft bei der Ansaugung an. Eine offene Ansaugung ohne Luftfilter wie hier ist im Alltag nicht empfehlenswert

Welche Vorteile bringt ein Sportluftfilter?

So soll es in der Theorie funktionieren: Eine vom Sportluftfilter erhöhte Luft- und damit Sauerstoffzufuhr bewirkt im Verbrennungsraum, dass mehr Kraftstoff in kürzerer Zeit verbrannt werden kann. Dadurch würde der Sportluftfilter dann auch die Antriebsleistung des Autos steigern.

Grundsätzlich sind zwei Kategorien von Tuning- oder Sportluftfiltern zu unterscheiden: der Austauschluftfilter sowie der offene Sportluftfilter. Der austauschbare Filter ist die einfachere Lösung und wird in das Original-Luftfiltergehäuse eingesetzt. Er besteht im Unterschied zum „normalen“ Luftfilter aus Baumwolle statt aus einem papierähnlichen Gewebe. Damit ist diese Art des Sportluftfilters nicht nur strapazierfähiger, sondern nach einer Reinigung auch wiederverwendbar.

Der offene Sportluftfilter soll nicht nur die Leistung, sondern auch den Geräuschpegel steigern. Er hat die Form eines geköpften Kegels und dockt unmittelbar am Ansaugtrakt an. Die Öffnung soll ermöglichen, dass mehr Luft in den Verbrennungsraum strömen und damit auch mehr Kraftstoff verbrannt werden kann. Allerdings können mit dem Mehr an Luft auch Kleinteile aus dem Motorraum angesaugt werden, die im Motor großen Schaden anrichten können.

Der Sportluftfilter beim TÜV

Mehr Leistung mit dem Sportluftfilter? Diese Frage kann mit einem klaren Nein beantwortet werden. Untersuchungen der Prüforganisationen TÜV und DEKRA haben gezeigt, dass es mit dem Einsatz eines Sportluftfilters zu keiner Leistungssteigerung kommt. Vielmehr ist sogar eine Leistungsminderung nicht auszuschließen. Denn im Fall des offenen Sportluftfilters gelangt nicht nur Außen-, sondern auch heiße Luft aus dem Motorraum in den Motor. Dort steigt die Temperatur, während die Sättigung mit Sauerstoff - und damit auch die Leistung - sinkt. Nicht ausgeschlossen werden kann zudem ein – wenn auch geringer – Mehrverbrauch an Kraftstoff.

Das Versprechen auf mehr Lautstärke halten beide, Austauschluftfilter sowie offener Sportluftfilter. Klarer Sieger unter den Sportluftfiltern ist allerdings der offene Luftfilter, der deutlich lauter röhrt und dem, der es mag, wohl ein wenig Rennsport-Feeling vorgaukelt.

Jemand, der diesen Geräuschpegel definitiv nicht mag, ist der TÜV. Zumindest dann nicht, wenn der vorgeschriebene Grenzwert von 80 Dezibel Motorlautstärke überschritten wird. Ist das der Fall, ist die Betriebserlaubnis für das Auto in Gefahr. Vorgeführt werden muss das Fahrzeug in jedem Fall beim TÜV, wenn ein offener Sportluftfilter verbaut ist. Bei einem Austauschfilter ist das nicht der Fall.

Was ein offener Luftfilter kann und was nicht

  • Lauteres Ansaug- bzw. Motorgeräusch
  • Keine Leistungssteigerung
  • Geringer Mehrverbrauch möglich
  • Gefahr, dass Kleinteile in den Verbrennungsraum gelangen