Das ist der Audi RS4 für 2020

Audi RS4 Avant B9 Facelift: Bilder, Preise, technische Daten

Kurz nach der regulären Mittelklasse A4 erhält der Audi RS4 ein Update: Der Power-Kombi kommt mit neuem Gesicht und frischem Infotainment, aber mit alter Karosserie.

  • Constantin Bergander
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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:09 PM
Ende 2019 rollt der geliftete Audi RS4 auf die Straßen. Der wohl letzte RS4 ohne elektrischer Unterstützung
Quelle: Audi Ende 2019 rollt der geliftete Audi RS4 auf die Straßen. Der wohl letzte RS4 ohne elektrischer Unterstützung

Audi hat den A4 ordentlich umgebaut. Zum Facelift bekam die Ingolstädter Mittelklasse elektrifizierte Motoren, einen Innenraum mit aktueller Bedienlogik, hübschere Lampen und ganz neue Kanten und Sicken in der Karosserie. So viel Neues ist für eine kleine Auffrischung unüblich. Dem A4 tat es gut, denn er war frühzeitig in die Jahre gekommen.

Jetzt startet das Top-Modell der Baureihe. Ebenfalls modernisiert, aber nicht so sehr wie die Basis: Der Audi RS4 Avant bleibt an vielen Stellen ganz der Alte. An Antrieb und Blechen ändert sich nichts, er wird nicht schneller oder sparsamer. Moderner sieht er trotzdem aus.

Keine neuen Bleche für den Audi RS4 Avant

Audi beschränkt sich beim RS4 auf ein klassisches Facelift. Bedeutet: Das Blech bleibt gleich, alles andere darf sich ändern. Der schnelle Kombi bekommt die neuen Lampen des A4 und überarbeitete Schürzen. Vorn bleibt unter der Haube jetzt ein kleiner Schlitz, der an die Luftzufuhr des Audi Sport Quattro von 1984 erinnern soll. Hinten betont Audi die Stoßstange und gaukelt Luftauslässe neben den Rückleuchten vor.

Dass sich der RS4 nicht so stark verändert wie die kleinen Modelle, möchte man ihm verzeihen. Immerhin presst Audi für seine sportliche Nische viele Karosseriebleche in der eigenen Schmiede. Nur die vorderen Türen, Dachhaut, Heckklappe und Motorhaube übernimmt er aus der Basis. Ein weiterer Umbau wäre zu aufwendig.

Dafür übernimmt der Audi RS4 im Innenraum das, was im A4 neu ist. Er verzichtet fortan auf den Dreh-Drück-Steller, der bislang das komplette Infotainmentsystem regelte. Dafür gibt es ein größeres Display auf dem Armaturenbrett, das auf Berührungen reagiert. Die Bedienlogik stammt aus den großen Limousinen, die meisten Funktionen werden nun per Touch gesteuert.

Nur bei Klimaanlage und Lichtschaltern bleibt der Audi RS4 zum Facelift traditionell. Hier gibt es weiterhin echte Tasten und Knöpfe. Ein digitales Cockpit hatte er schon vor der Überarbeitung, im neuen Modelljahr gibt es aber ein frisches Design und einen Schaltblitz bei hohen Drehzahlen. Alle Anzeigen und das Head-up-Display sind mit modellspezifischen Elementen ausgerüstet.



450 PS im Audi RS4 Facelift

Das Facelift der A4-Baureihe bringt vor allem die Elektrifizierung in die Autos. Die meisten Basismodelle fahren mit einem Riemen-Startergenerator, der viel Kraftstoff sparen soll. Das Bauteil ist modular aufgebaut und lässt sich anstelle der Lichtmaschine einbauen. Bei Sechszylindern kommt ein zusätzliches Bordnetz mit 48 Volt hinzu.

Im RS4 lässt Audi diesen Schritt aus. Der Motor entspricht dem des alten Modells: Ein 2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner leistet 450 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Die Kraft gelangt über eine Achtgang-Wandlerautomatik an alle vier Räder. Im Normalfall liegen 60 Prozent des Moments an der Hinterachse an. Je nach Fahrsituation verteilt das Mittendifferenzial bis zu 70 Prozent nach vorn oder bis zu 85 Prozent nach hinten. Im Idealfall sprintet der RS4 in 4,1 Sekunden auf Tempo 100. Serienmäßig rennt er 250 km/h schnell.

450 PS holt der Audi RS4 aus seinem 2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner
Quelle: Audi 450 PS holt der Audi RS4 aus seinem 2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner

Optional baut Audi ein Sportdifferenzial an die Hinterachse. Serienmäßig steuert Audi die Verteilung des Motormoments über Bremseingriffe. Dreht ein Rad durch, bremst die Software nur dieses Rad ab und leitet damit die Kraft an Räder mit Traktion. In schnellen Kurven bremst sie die inneren Räder ab und verbessert damit das Kurvenverhalten.

Sanfte Tieferlegung, optional mit Keramikbremse 

Wie bisher liegt die Karosserie des Audi RS4 sieben Millimeter tiefer als die der A4-Modelle. Gegen Aufpreis baut Audi adaptive Stoßdämpfer ein, die das Wanken und Nicken des Aufbaus reduzieren bzw. verhindern sollen. Beim sogenannten DRC-Fahrwerk sind die Dämpfer diagonal über Ölleitungen verbunden, zentrale Ventile steuern die Charakteristik. In schnell gefahrenen Kurven verspricht Audi ein präzises Verhalten.

Eine Sechskolben-Bremse mit 375-Millimeter-Scheiben an der Vorderachse soll das Tempo des Audi RS4 flott wieder einfangen. Gegen Aufpreis stecken vorne Keramik-Scheiben mit 40 Zentimetern Durchmesser an der Achse. Hinten baut Audi in allen Varianten 33 Zentimeter große Stahl-Scheiben ein.

Die Charakteristik von Motor, Getriebe, adaptiven Dämpfern, Sportdifferenzial und Lenkung lässt sich im Audi RS4 über die Auswahl verschiedener Fahrmodi beeinflussen. Der Kombi soll im Alltag sanft fahren, sich bei Bedarf aber weit in Richtung Sport strecken. Zwei eigene RS-Fahrprogramme stellen das Auto besonders spitz ein, im zweiten sogar mit Reduzierung der Stabilitätskontrolle.

Der vielleicht letzte Audi RS4 ohne Hybrid

Am Nutzwert der A4-Karosserie geht im RS4 nichts verloren. Der Kofferraum des Kombis lädt weiterhin 495 Liter Ladung ein, bei umgeklappten Lehnen werden es 1.000 Liter mehr. Mit engen Sitzen und RS-spezifischen Details kommt mehr Sport in den Innenraum. Schön: Audi behält im RS4 die geschlitzten Türöffner. In den großen RS-Modellen gibt es sie nicht mehr.

Die Bestellbücher öffnet Audi noch im Oktober. Mindestens 81.400 Euro verlangen die Ingolstädter für den RS4
Quelle: Audi Die Bestellbücher öffnet Audi noch im Oktober. Mindestens 81.400 Euro verlangen die Ingolstädter für den RS4

Die Bestellbücher für den gelifteten Audi RS4 Avant öffnen noch im Oktober 2019. Er kostet mindestens 81.400 Euro. Damit steigt sein Preis gegenüber dem ausgelaufenen Modell um 1.600 Euro. Allradantrieb („Quattro"), Automatik und 450 PS gibt es serienmäßig. Das aufwendige Fahrwerk, Keramikbremsen und 280 km/h Höchstgeschwindigkeit kosten extra. Eine Limousine wird es nicht geben.

Dieser RS4 könnte der letzte werden, den Audi komplett ohne Elektrifizierung anbietet. Im kommenden Jahrzehnt will Audi RS-Modelle als Plug-in-Hybride anbieten. Das bestätigte Audi-Sport-Chef Oliver Hoffmann dem Magazin „Autocar“. Dann sinken zwar Verbrauch und CO2-Emissionen, doch neben der Leistung wird auch der Preis steigen.

Audi RS4 Avant (B9, 2020): technische Daten

  • Motor: 2,9-Liter-V6-Benziner, zwei Turbolader
  • Leistung: 450 PS (331 kW) bei 5.700-6.700 U/min
  • Drehmoment: 600 Nm bei 1.900-5.000 U/min
  • Getriebe: Achtgang-Wandlerautomatik, Allradantrieb (Quattro)
  • 0-100 km/h: 4,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 bzw. 280 km/h
  • Verbrauch: 9,2 l/100 km
  • CO2: 208 g/km
  • Länge: 4,781 m
  • Breite: 1,866 m
  • Höhe: 1,3404 m
  • Radstand: 2,826 m
  • Kofferraum: 495-1.495 l
  • Preis: ab 81.400 Euro

Der geliftete Audi RS4 Avant in Bildern

  • Als Limousine wird es den Audi RS4 nicht geben
    Quelle: Audi Als Limousine wird es den Audi RS4 nicht geben
  • Die Bestellbücher öffnet Audi noch im Oktober. Mindestens 81.400 Euro verlangen die Ingolstädter für den RS4
    Quelle: Audi Die Bestellbücher öffnet Audi noch im Oktober. Mindestens 81.400 Euro verlangen die Ingolstädter für den RS4
  • Serienmäßig sind 250 km/h in der Spitze drin. Die 100 km/h-Grenze erreicht der RS4 in 4,1 Sekunden
    Quelle: Audi Serienmäßig sind 250 km/h in der Spitze drin. Die 100 km/h-Grenze erreicht der RS4 in 4,1 Sekunden
  • 450 PS holt der Audi RS4 aus seinem 2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner
    Quelle: Audi 450 PS holt der Audi RS4 aus seinem 2,9-Liter-V6-Biturbo-Benziner
  • Im regulären A4 zieht langsam die Elektrifizierung ein. Der RS4 hält sich davon zunächst noch fern
    Quelle: Audi Im regulären A4 zieht langsam die Elektrifizierung ein. Der RS4 hält sich davon zunächst noch fern
  • Ende 2019 rollt der geliftete Audi RS4 auf die Straßen. Der wohl letzte RS4 ohne elektrischer Unterstützung
    Quelle: Audi Ende 2019 rollt der geliftete Audi RS4 auf die Straßen. Der wohl letzte RS4 ohne elektrischer Unterstützung
  • Im Innenraum ersetzt ein größeres Display mit Touch-Funktion den Dreh-Drück-Schalter
    Quelle: Audi Im Innenraum ersetzt ein größeres Display mit Touch-Funktion den Dreh-Drück-Schalter