Das ist an der „O bis O“-Regel dran

Wann zu Sommerreifen wechseln?

Ziehst Du rechtzeitig Sommerreifen auf, sparst Du Geld und reduzierst das Unfallrisiko. Lies hier, wann der ideale Zeitpunkt für den Reifenwechsel ist.

  • Veröffentlicht am 08.09.2020, 23:00
  • Aktualisiert am 18.03.2022, 08:00
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Quelle: picture alliance / Wedel/Kirchner-MediaVon Ostern bis Oktober solltest Du mit Sommerreifen fahren – aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, Sommerreifen aufzuziehen?

Ein konkretes Datum, an dem Du Deine Winter- gegen Sommerreifen tauschen solltest, gibt es nicht. Allerdings besteht in Deutschland eine sogenannte „situative Winterreifenpflicht“. Diese besagt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Schneematsch, Glatteis, Schnee-, Reif- oder Eisglätte, muss man mit Winterreifen fahren.

Fährst Du trotz winterlichen Straßenverhältnissen weiter mit Sommerreifen, droht bei Kontrollen ein Bußgeld in Höhe von 60 bis 120 Euro. Im Umkehrschluss heißt das: Ziehe die Sommerreifen erst auf, wenn die Straßen dauerhaft frei von Schnee und Eis sind. Halte Dich am besten an die 7-Grad-Regel, dann bist  Du auf der sicheren Seite.

Das besagt die 7-Grad-Regel:

  • Bei Temperaturen über sieben Grad, kannst Du die Sommerreifen aufziehen – vorausgesetzt, der Wetterdienst sagt für die kommenden Wochen keinen erneuten Wintereinbruch voraus.
  • Bei Temperaturen unter sieben Grad, fährst Du besser weiterhin mit Winterreifen – denn es könnte zumindest in der Nacht immer noch überfrieren.

Der Einfachheit halber kannst Du Dich auch an folgender Faustregel orientieren: Sommerreifen braucht man von O bis O – von Ostern bis Oktober. Sieh diese Regel aber nur als grobe Richtlinie und mach den Reifenwechsel im Frühling abhängig von den realen Temperaturen. Richtest Du Dich allein nach dem Kalender, ziehst Du die Reifen sonst vielleicht zu früh oder zu spät auf. Denn in manchen Jahren liegt zu Ostern noch Schnee, in anderen ist es bereits einige Wochen vor Ostern warm genug für Sommerreifen.

Warum ist es sinnvoll, auf Sommerreifen zu wechseln?

In den warmen Monaten mit Sommerreifen zu fahren, hat sowohl finanzielle als auch sicherheitstechnische Vorteile.

Im Vergleich zu Winterreifen…

  • nutzen sich Sommerreifen langsamer ab – durch die harte Gummimischung und das grobe Profil ist der Verschleiß geringer. Das bedeutet, dass Du sie seltener ersetzen musst.
  • haben Sommerreifen einen kürzeren Bremsweg, da sie bei hohen Temperaturen besser am Boden einer trockenen Fahrbahn haften. Das reduziert die Unfallgefahr.
  • verbrauchen Sommerreifen bis zu 15 Prozent weniger Sprit. Das liegt daran, dass sich die Reifen beim Fahren weniger stark verformen und dadurch einen geringeren Rollwiderstand verursachen.

Anders gesagt: Würdest Du mit weichen, stark profilierten Winterreifen im Sommer  fahren, würden sich die Reifen sehr schnell abnutzen. Der Bremsweg wäre länger und der Spritverbrauch hoch.

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Ab wann die alten Sommerreifen gegen neue tauschen?

Die Profiltiefe und das Alter der Reifen bestimmen, wann es Zeit für neue Sommerreifen ist. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Das bedeutet: Beträgt die Profiltiefe der Sommerreifen 1,5 Millimeter oder weniger, musst Du sie gegen neue austauschen. Soweit die offizielle Ansage. Viele Experten empfehlen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr jedoch ein Profil von mindestens drei Millimetern. Der Grund dafür ist, dass abgenutzte Reifen weniger Grip haben. Und je weniger Grip die Reifen haben, desto schneller gerät das Auto auf einer nassen Fahrbahn schnell ins Schleudern.

Das Profil ist zwar noch tief genug, aber die Reifen sind einfach alt? Auch in diesem Fall empfiehlt sich ein neuer Satz Sommerreifen. Laut Experten solltest Du Deine Sommerreifen nach maximal acht Jahren austauschen – auch, wenn Du nur selten mit dem Auto fährst. Denn selbst, wenn das Auto nur in der Garage steht, altern die Reifen mit der Zeit. Je länger die Reifen stehen, desto mehr verhärtet sich das Material, wird spröde und brüchig. Die Folge: Die Lauffläche, also der Teil der Reifen, der die Fahrbahnoberfläche berührt, kann sich ablösen. Das erhöht das Unfallrisiko.