Definition Sommerreifen, Test, Wechsel

Das musst Du zu Sommerreifen wissen

Mit Sommerpneus auf der Achse erhöhst Du in der warmen Jahreshälfte die Sicherheit und den Fahrspaß. Beim Kauf von Sommerreifen helfen Dir Tests etwa des ADAC.

  • Veröffentlicht am 09/09/2020, 12:00 AM
  • Aktualisiert am 09/14/2020, 05:46 PM
gelbes Auto mit Sicht auf den Sommerreifen
Quelle: Peter Besser Für Sommerreifen gibt es kein Piktogramm, mit dem sie sich auf einen Blick identifizieren lassen

Reifen müssen zur Jahreszeit und den Witterungsverhältnissen passen. Das hat vor allem Sicherheitsgründe, beeinflusst aber auch den Fahrspaß. Einen fest vorgeschriebenen Zeitpunkt, wann Winterreifen runter und Sommerreifen auf die Achsen müssen, gibt es nicht. In diesem Ratgeber findest Du alle Informationen zu Sommerreifen: Was können sie? Worauf kommt es an? Wo liegen ihre Grenzen?


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Sommerreifen: Definition und Merkmale  

Sommerreifen sind spezielle Reifen für hohe Temperaturen und trockene Straßen. Im Vergleich zu Winterreifen verfügen Sommerreifen für die warme Jahreszeit über eine härtere Gummimischung mit geringerem Kautschukanteil. Dies gewährleistet das bestmögliche Fahrverhalten bei sommerlichem Wetter – egal, ob brütend heiß, lau, trocken oder nass. Bei Kälte allerdings wird die ohnehin schon harte Gummimischung der Sommerreifen noch härter. Das führt zu geringerer Bodenhaftung bei Eis und Schnee. Hinzu kommt das Profil von Sommerreifen. Es kann weniger Wasser und Schnee aufnehmen beziehungsweise abführen als das von Winterreifen. Dies erhöht das Risiko, auf winterlichen Straßen ins Rutschen zu geraten.  

Nahaufnahme auf Heckunterseite des BMW mit SIcht auf Reifen
Quelle: Peter Besser Detailansicht: Sommerreifen weisen eine harte Gummimischung auf, ebenso ein auf Wasserablauf optimiertes Profil

Für Sommerreifen gibt es kein Piktogramm, mit dem sie sich auf einen Blick identifizieren lassen. Stattdessen gilt das Ausschlussprinzip, um Sommerreifen zu erkennen: Befindet sich an der Reifenflanke weder das Alpine-Symbol mit der Schneeflocke in einem zweispitzigen Dreieck noch das M+S-Symbol, dann handelt es sich um einen Sommerreifen. Denn anders als Sommerreifen müssen Winterreifen und auch Ganzjahresreifen gekennzeichnet werden.  

Ab wann auf Sommerreifen wechseln?  

Jeder Autofahrer kennt die Oster-Regel: Sommerreifen sollten von O bis O, also von Ostern bis Oktober gefahren werden. Das ist einfach zu merken, aber nicht besonders präzise. Verlässlichste Informationsquelle bei der Frage, ab wann Sommerreifen aufgezogen werden sollten, sind aktuelle Wetterberichte. Sobald die Temperaturen nachts nicht mehr unter sieben Grad fallen, sollten Sommerreifen aufgezogen werden. 


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Gibt es eine Sommerreifenpflicht? 

In Deutschland dürfen Winterreifen das ganze Jahr lang rollen. Es gibt kein Gesetz, das Sommerreifen vorschreibt. Doch das heißt nicht, dass es eine gute Idee ist, bei 30 Grad mit grob profilierten Winterreifen zu fahren. Einerseits verschlechtert sich das Fahrverhalten, weil die weiche Gummimischung bei Hitze noch weicher wird. Das Auto schlingert dann bei höheren Geschwindigkeiten merklich.  Andererseits erhöht sich der Verschleiß enorm. Das ist schlecht für Umwelt und Geldbeutel. 

Sommerreifen im ADAC-Test  

Beim Sommerreifen-Kauf und der Wahl des richtigen Modells helfen Reifentests von Profis. Der ADAC beispielsweise hat im Jahr 2020 zwölf Sommerreifen-Modelle in der Dimension 235/55 R17 für Mittelklasse-SUVs und Vans getestet und kam zu folgendem Ergebnis:  

Reifenname Note Stärken  Schwächen 
Michelin Primacy 4 1,9 Sehr ausgewogen, Bestnoten auf Nässe, Bestnote bei Verschleiß, gut auf trockener Fahrbahn 
Bridgestone Turanza T005 2,1 Sehr ausgewogen, besonders gut auf trockener und nasser Fahrbahn, geringer Kraftstoffverbrauch 
Maxxis Premitra 5 2,3 Sehr ausgewogen, besonders gut auf trockener Fahrbahn, gut auf Nässe 
Pirelli Cinturato P7 2,3 Sehr ausgewogen, Bestnote auf trockener Fahrbahn, gut auf Nässe Im Vergleich etwas erhöhter Verschleiß 
Hankook Ventus Prime 3 2,7 Gut auf Nässe Relativ schwach auf trockener Fahrbahn 
Semperit Speed-Life 2 SUV 2,7 Bestnote bei Verschleiß Etwas schwächer auf nasser Fahrbahn 
Yokohama BluEarth RV-02 2,7 Bestes Geräuschverhalten Etwas schwächer auf trockener und nasser Fahrbahn, etwas höherer Kraftstoffverbrauch 
Continental Eco Contact 6 2,8 Bestnoten bei Kraftstoffverbrauch und Verschleiß, gut auf trockener Fahrbahn Relativ schwach auf Nässe 
Esa+Tecar Spirit Pro 2,8 Bestnote bei Verschleiß Relativ schwach auf Nässe 
Kumho Ecsta HS51 3,0 Bestnote auf Nässe Relativ schwach auf trockener Fahrbahn, relativ hoher Verschleiß 
Kleber Dynaxer HP 3 3,3 Geringer Kraftstoffverbrauch  Schwach auf Nässe, relativ laute Außengeräusche 
Laufenn S-Fit EQ 5,0 Gut auf trockener Fahrbahn Sehr schwach auf Nässe 

Sommerreifen: Mehr Profil, mehr Sicherheit 

Der Gesetzgeber schreibt für Sommerreifen wie Winterreifen ein Mindestprofil von 1,6 Millimetern vor. Experten warnen jedoch davor, Reifen so lange zu fahren. Sie raten zu einer Mindestprofiltiefe von 3 Millimetern für Sommerreifen. Der Grund: Ein zu flaches Profil ist nicht nur bei schlechtem Wetter gefährlich, wenn bei nassen Bedingungen Aquaplaning droht. Es reduziert auch die Sicherheit auf trockener Straße.  

Nahaufnahme von Reifenwechsel des Vorderreifens
Quelle: Peter Besser Die volkstümliche Faustregel „O-bis-O“ gibt beiläufig die Winterreifen-Saison an. Von Oktober bis Ostern – danach folgt der Sommerreifen-Wechsel

Bei abgefahrenen Reifen verlängert sich der Bremsweg. Schon bei einer Profiltiefe von vier Millimetern nimmt die Haftung des Reifens auf nassen Straßen deutlich ab. Besonders hoch ist die Gefahr von Aquaplaning bei Reifen mit einer breiten Lauffläche. Die Reifen können den Wasserfilm nicht mehr verdrängen und verlieren den Kontakt zur Straße. 

Neue Sommerreifen haben meist eine Profiltiefe von acht Millimetern. Ihre Profilgestaltung weist in der Regel mehrere durchgehende Rillen in der Mitte des Reifens auf. Grobe Lamellen mit schrägen Profilblöcken gibt es hingegen nur bei Winterreifen.  


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Sportreifen: Je breiter, je besser? 

Sportreifen sehen schick aus. Vor allem sogenannte Niederquerschnittsreifen in Kombination mit großen Felgen lassen Autos dynamischer aussehen. Doch neben den optischen liefern Sportreifen auch tatsächliche Vorteile beim Fahrverhalten. Die breitere Lauffläche erhöht die Kontaktfläche zur Fahrbahn. Damit verbessert sich sowohl die Kraftübertragung als auch die Stabilität beim Fahren, der Bremsweg wird kürzer.  

Allerdings haben die deutlich teureren Sportreifen auch Nachteile. Während der Fahrt spüren alle Insassen die verringerte Federung. Das gilt ganz besonders für Niederquerschnittsreifen. Mehr Kontakt zum Boden bedeutet lautere Geräusche und einen höheren Kraftstoffverbrauch. Je nach Profilgestaltung kann die Aquaplaning-Gefahr zunehmen. In jedem Fall steigt das Risiko für Schäden an den Felgen.