Design und Abmessungen
Der Maserati Quattroporte der 2013 eingeführten sechsten Generation (M156) überträgt die Tradition der viertürigen Sportlimousine in ein langes, flach gezeichnetes Format. Mit über fünf Metern Länge und fast zwei Metern Breite wirkt der Maserati Quattroporte im Straßenbild sehr präsent, die gestreckten Proportionen erhalten jedoch eine elegante Linie. Gegenüber dem Vorgängermodell M139 wächst die Karosserie deutlich, das Raumangebot legt spürbar zu. Ein hoher Aluminiumanteil senkt das Gewicht und verbessert die Verteilung der Achslasten.
Innenraum und Qualität
Im Innenraum dominiert klassische italienische Handwerkskunst. Weiche Lederflächen fallen ebenso auf wie passgenau eingebaute Zierhölzer oder Carbon-Einsätze. Die Mittelkonsole bleibt übersichtlich und vermittelt zusammen mit den Materialien einen hochwertigen Eindruck.
Vorn sitzt der Fahrer tief und integriert, im Fond genießen die Passagiere viel Beinfreiheit und eine angenehm hohe Sitzposition. Auf Wunsch bieten die Rücksitze eine individuelle Verstellung, eine eigene Klimasteuerung und ausklappbare Tische, was den Maserati Quattroporte für Chauffeur-Einsätze interessant macht. Das Informations- und Unterhaltungssystem mit berührungsempfindlichem Bildschirm arbeitet funktional, erreicht bei Menüführung und Darstellung jedoch nicht ganz das Niveau mancher deutscher Konkurrenten.
Antriebe und Fahrverhalten
Die aufgeladenen V6- und V8-Motoren geben dem Maserati Quattroporte je nach Version einen deutlich sportlichen Charakter. Die 8-Gang-Automatik schaltet im Komfortprogramm weich und hält die Drehzahlen niedrig, im Sportprogramm reagiert sie spürbar direkter auf Gasbefehle. In den stärkeren Varianten sorgt Hinterradantrieb für ein agiles Fahrgefühl, während Allradversionen bei Nässe und im Winter zusätzliche Traktionsreserven bieten.
Das Fahrwerk wirkt straff, bleibt auf der Autobahn dennoch langstreckentauglich. Auf schlechten Stadtstraßen fällt die Härte, abhängig von der Felgengröße, stärker auf. Trotz Turboaufladung klingt der Motor typisch italienisch und begleitet die Fahrt präsent, ohne auf langen Etappen dauerhaft zu stören.
Alltag und Praxisnutzen
Der lange Radstand und der Kofferraum mit 530 Liter Volumen machen den Maserati Quattroporte für lange Reisen geeignet, auch mit vier Erwachsenen und viel Gepäck. Die ausladende Motorhaube und die flach stehende Heckscheibe schränken die Übersicht ein, besonders beim Rangieren in engen Lücken. In Parkhäusern und engen Innenstädten entlasten Kamera- und Parkassistenzsysteme den Fahrer, kommen dort jedoch häufig an ihre Grenzen.
Der Dieselmotor senkt den Verbrauch etwas, insgesamt liegt der Kraftstoffbedarf aber über dem Niveau vieler Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Konkurrenten. Wartung und Verschleißteile verursachen hohe Kosten und verstärken die ohnehin anspruchsvolle Anschaffungssituation.
Fazit
Der Maserati Quattroporte der sechsten Generation richtet sich an Fahrer, die eine luxuriöse Limousine mit klar sportlicher Ausrichtung bevorzugen und dafür höhere Kosten sowie eingeschränkte Stadttauglichkeit in Kauf nehmen. Starke Motoren, viel Platz und ein eigenständiger Auftritt prägen das Modell. Insgesamt bleibt der Maserati Quattroporte (M156) eine eigenständige Oberklasse-Limousine für eine vergleichsweise kleine, sehr klare Zielgruppe.