Design und Identität
Der Ford Bronco U725 greift bewusst Merkmale der ersten Modellgeneration auf. Runde Scheinwerfer, ein breiter Kühlergrill und die kantige Karosserie prägen seinen eigenständigen Auftritt. Verschraubte Kotflügelverbreiterungen aus Kunststoff lassen sich nach Beschädigungen im Gelände vergleichsweise einfach austauschen.
Das Dach kann in mehreren Stufen geöffnet oder vollständig abgenommen werden. Auch die Türen und einzelne Dachpaneele lassen sich entfernen. Damit gehört der Bronco zu den wenigen Geländewagen auf dem europäischen Markt, die offen gefahren werden können.
Fahrwerk und Geländetechnik
Als Basis dient ein verwindungssteifer Leiterrahmen, der technisch mit dem Ford Ranger verwandt ist. An der Hinterachse setzt Ford Schraubenfedern ein. Sie bieten auf befestigten Straßen mehr Fahrkomfort als die früher bei Geländewagen häufig verwendeten Blattfedern.
Je nach Ausstattung ergänzen Bilstein-Dämpfer, sperrbare Differenziale und ein abkoppelbarer vorderer Stabilisator die Geländetechnik. Sieben Fahrmodi stimmen Motorsteuerung, Kraftverteilung und Traktionskontrolle auf unterschiedliche Untergründe ab. Dazu zählen Programme für Sand, Schlamm und felsiges Gelände. Die Wattiefe beträgt 800 mm.
Antrieb und Verbrauch
In Deutschland fährt der Bronco mit einem 2,7-Liter-V6-Biturbo-Benziner. Er leistet 247 kW (335 PS) und entwickelt ein maximales Drehmoment von 563 Nm. Eine 10-Gang-Automatik überträgt die Kraft an alle vier Räder.
Der hohe Verbrauch zählt zu den Schwächen des Modells. Im Alltag sind je nach Strecke und Fahrweise etwa 12 bis 14 Liter je 100 Kilometer realistisch. Daraus ergibt sich eine Reichweite von rund 550 bis 650 Kilometern.
Innenraum und Alltagstauglichkeit
Der rund 4.800 mm lange Viertürer bietet fünf Sitzplätze und ein ordentliches Raumangebot. Wegen des Leiterrahmens und der auf Geländeeinsätze ausgelegten Konstruktion nutzt er seine Außenmaße jedoch weniger effizient als konventionelle SUV.
Robuste und leicht zu reinigende Materialien bestimmen den Innenraum. Die Verarbeitung feiner Oberflächen erreicht nicht das Niveau europäischer Premiummodelle. Das 12,0-Zoll-Multimediasystem basiert auf Ford SYNC 4 und lässt sich übersichtlich bedienen. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos.
Assistenz und Bedienung
Trail Control regelt bei niedrigen Geschwindigkeiten selbstständig das Tempo und erleichtert dadurch schwierige Geländepassagen. Eine 360-Grad-Kamera unterstützt beim Rangieren und verbessert die Übersicht abseits befestigter Straßen. Auch ein adaptiver Tempomat, ein Spurhalteassistent und eine automatische Notbremsung gehören zur Sicherheitsausstattung.
Stärken und Schwächen
Seine größten Stärken zeigt der Bronco im Gelände. Die robuste Konstruktion, die hohe Wattiefe und die anpassbare Antriebstechnik ermöglichen Fahrten auf anspruchsvollen Untergründen. Das markante Design und die umfangreiche Ausstattung unterstreichen seinen besonderen Charakter.
Im Stadtverkehr wirken sich die großen Abmessungen, der hohe Verbrauch und die eingeschränkte Übersicht nachteilig aus. Das begrenzte Angebot in Deutschland und der hohe Einstiegspreis schränken den Interessentenkreis zusätzlich ein.
Fazit
Der Ford Bronco U725 ist ein charakterstarker Geländewagen mit robuster Technik und hoher Geländetauglichkeit. Auf befestigten Straßen bietet er ausreichenden Komfort, bleibt dort aber weniger effizient und handlich als ein konventionelles SUV. Seine Stärken liegen klar abseits der Straße und in seinem ungewöhnlich wandelbaren Karosseriekonzept.