SAE 10W-40, ACEA A3/B4 oder doch der Blick ins Handbuch

Welches Öl braucht Dein Auto?

Öl ist nicht gleich Öl – was für Olivenöl gilt, trifft erst recht auf Motoröl zu. Verschiedene Motorkonzepte – Diesel vs. Benziner – und unterschiedliche Leistungsstärken verlangen nach besonderen Spezifikationen. Wer das vernachlässigt, riskiert im schlimmsten Fall einen Motorschaden. Wie aber findest Du den passenden Schmierstoff für Dein Auto? Was bedeuten kryptische Kürzel wie SAE 10W-40 oder ACEA A3/B4? Wir wissen, wie es für Dein Auto läuft wie geschmiert.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:06 PM
Beim Nachfüllen musst Du darauf achten, das richtige Motoröl zu benutzen.

Warum braucht man eigentlich Motoröl?

Kraftstoff bringt das Fahrzeug voran, aber Öl ist der Stoff, der den Motor buchstäblich am Laufen hält. Denn es schmiert die beweglichen Teile des Motors und verhindert so, dass Metall auf Metall reibt und beschädigt wird. Wichtige „Nebeneffekte“: Korrosion wird verhindert, Hitze gemindert, sprich, der Motor wird gekühlt.
Nicht jedes Öl aber passt zu jedem Auto. Einige Hersteller werben zwar mit einem „Universal-Nachfüll-Öl“, das für alle Verbrennungsmotoren geeignet sein soll. Der hohe Preis für einen Liter dieses Schmierstoffes – mehr als 30 Euro – wäre wohl noch zu verkraften. Die Hersteller selbst betonen aber, dass dieses Öl allenfalls für den Notfall dient – also wenn die rote Öllampe im Cockpit einen zu geringen Ölstand signalisiert. Nicht mehr als ein Liter davon sollte nachgefüllt werden.
Öl sollte nicht nur im Notfall nachgefüllt, sondern – nach den Vorgaben des Herstellers – auch regelmäßig gewechselt werden, weil es die oben beschriebenen Fähigkeiten mit der Zeit verliert. Zwar kannst Du den fälligen Wechsel in einer Mietwerkstatt, in der eine Hebebühne vorhanden ist, selbst erledigen. Experten, etwa vom ADAC, aber raten ab – zum einen wegen der schwierigen Altölentsorgung, zum anderen, weil die Ölablassschraube neuerer Modelle oft nur mit speziellem, herstellerspezifischem Werkzeug geöffnet werden kann.
Übrigens: Beim Ölwechsel durch eine Werkstatt lässt sich Geld sparen, wenn Du den Schmierstoff selbst besorgst. Das wird von den Betreibern zwar nicht gern gesehen, sollte angesichts der deftigen Aufschläge, die Werkstätten für eigenes Öl berechnen, aber das gute Recht des Kunden sein.

Es gibt verschiedene Motoröle, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

Der richtige Schmierstoff: Unterschiedliche Kriterien

Die Frage ist: Welches Öl eignet sich für Dein Fahrzeug? Die Bedienungsanleitung hilft immer: Hier findest Du die Spezifikation, die der Hersteller für das entsprechende Fahrzeug vorschreibt. Nicht immer aber ist die Bedienungsanleitung zur Hand (Gebrauchtkauf) – im Gegensatz zum Smartphone, das für die meisten heute unverzichtbar scheint. In diesem Fall aber sind Apps wie EUROLUB eine große Hilfe: Automarke und Modell eingeben, aus den angezeigten Ergebnissen die passende Motorleistung und das entsprechende Baujahr auswählen, und prompt erhältst Du die Spezifikation des Öls.
Das erhältst Du im Automobil-Fachhandel, an Tankstellen oder auch in großen Kaufhaus-ketten. Die führen neben den bekannten Qualitäts- auch anderes Öle entsprechend billigerer Marken. Der Preis für einen Fünf-Liter-Kanister Öl derselben Spezifikation kann sich dann durchaus um mehrere zehn Euro unterscheiden.
Unterschieden wird zwischen Mineral-, Teilsynthetik- und Synthetiköl. Moderne Motoren verlangen in aller Regel nach Teilsynthetik- oder Synthetiköl. Der größte Unterschied zwischen mineralischem und synthetischem Öl liegt in der Herstellung. Während Mineralöl aus Erdöl durch Destillation und Raffination gewonnen wird, ist die Herstellung von synthetischem Öl durch weiterführende Veredlungsmaßnahmen wesentlich umfangreicher – und macht es teurer. Entsprechend dem höheren Preis weist synthetisches Öl den Motor schonende Eigenschaften auf.

Was bedeutet Viskosität beim Motoröl?

Grundsätzlich versteht man unter Viskosität die Zähflüssigkeit von Flüssigkeiten und Gasen. Je höher sie ist, desto dickflüssiger und weniger fließfähig das Fluid; je niedriger sie ist, desto dünnflüssiger und entsprechend besser fließfähig das Fluid. Kälte macht dickflüssig, Wärme dünnflüssig.
Ein Motoröl aber muss beide Eigenschaften in sich vereinen: Im Winter, bei großer Kälte, muss es sich schnell erwärmen, um so seine Schmiereigenschaft garantieren zu können. Andererseits darf es bei hohen Temperaturen nicht zu dünnflüssig werden, weil es dann zum Abriss des Schmierfilms kommt. In beiden Fällen droht ein Motorschaden.
Die Viskosität wird in SAE-Klassen angegeben, die zum Beispiel SAE 5W-20, SAE 5W-30 oder SAE 10W-40 lauten können. Dabei steht die Ziffer oder Zahl vor dem „W“ für die Fließfähigkeit bei Kälte; je kleiner sie ist, desto besser (fließt und schmiert das Öl). Die Zahl oder Ziffer hinter dem „W“ gibt die Fließfähigkeit bei Wärme an. Je höher sie ausfällt, desto besser ist die Fließfähigkeit auch bei großer Hitze.

Motoröl sorgt für vor allem für die Schmierung der beweglichen Teil des Motors.

Wofür steht ACEA?

Viele europäische Fahrzeughersteller unterscheiden Motoröl auch nach der ACEA-Norm (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles). A steht dabei für Motoröl für Pkw-Benzinmotoren, B für Pkw-Dieselmotoren, C für Pkw mit Benzin- oder Dieselmotor und einem Abgasnachbehandlungssystem (zum Beispiel einem Partikelfilter) und E für Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor. Der Code aus Buchstaben und Zahl hinter „ACEA“ verweist auf das Leistungsvermögen des jeweiligen Schmierstoffs, wie zum Beispiel die Haltbarkeit oder das Spritspar-Potenzial.

Longlife-Öl vs. Leichtlauf-Öl

Hersteller wie BMW oder Mercedes geben für ihre Fahrzeuge eine ganz bestimmte Norm vor. So verlangt BMW für alle neueren Modelle nach Motoröl mit der Norm BMW Longlife-04, das längere Wechselintervalle garantiert. Leichtlauf-Öl wiederum spart aufgrund seiner Eigenschaften (eine niedrige Viskosität wird durch den Zusatz von Additiven ausgeglichen) Kraftstoff ein. Ob sich das aber angesichts eines höheren Preises für das Öl in den Gesamtkosten positiv niederschlägt, ist fraglich.

Befüllst Du Dein Auto mit dem falschen Motoröl, riskierst du einen Motorschaden.

Was passiert, wenn ich falsches Öl verwende?

Wer Öl verwendet, das nicht den Herstellervorgaben entspricht, riskiert durch die nicht mehr adäquate Viskosität nicht nur einen Motorschaden, sondern auch die Herstellergarantie – was nichts anderes bedeutet, als dass Du im Schadensfall die Kosten selbst tragen muss. Die im Verhältnis geringen Mehrkosten für ein Öl nach Herstellervorgabe im Vergleich zu einer billigeren Version sollten da nicht allzu sehr schmerzen.



Der Weg zum richtigen Öl

  • Das richtige Öl ist grundsätzlich immer das vom Fahrzeughersteller vorgegebene.
  • Der erste Blick gilt der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs: Dort finden sich entsprechende Angaben.
  • Fehlt die Bedienungsanleitung, hilft der Blick ins Internet oder auf eine Handy-App wie EUROLUB, mit der sich in wenigen Sekunden der passende Schmierstoff ermitteln lässt.